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27.02.09Leser-Kommentare

"Spielzeugland": Oscar-Kurzfilm im Nachtprogramm

Für "Spielzeugland" hat der Berliner Regisseur Jochen Alexander Freydank einen Oscar bekommen – eine Woche später versenkt die ARD den Kurzfilm im Nachtprogramm.

Regisseur Freydank, Szene aus Spielzeugland: Oscar-prämiert (Keystone)

Die Freude war groß – ein deutscher Film wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Nicht etwa Uli Edels frivole Nummernrevue "Baader Meinhof Komplex", sondern der Kurzfilm "Spielzeugland" von Jochen Alexander Freydank. Jetzt versenkt die ARD den rund 14 Minuten langen Film über zwei Nachbarsfamilien im Nationalsozialismus, von denen eine deportiert wird, im Nachtprogramm:

Am Sonntag, 1. März, läuft der Kurzfilm um 23.30 Uhr im Ersten, am Dienstag kommt eine Wiederholung im MDR um 22.10 Uhr. Wahrscheinlich sollte man sehr glücklich sein, dass es das öffentlich-rechtliche Fernsehen geschafft hat, den Oscar-prämierten Film so schnell ins Programm zu heben. Andererseits kann man sich die Haare raufen und fragen, warum dieser Film kurz vor Mitternacht im Programm versteckt wird. Laut Wikipedia ist der Oscar bereits Preis Nummer 17, zuvor gewann "Spielzeugland" auf Filmfestivals von Bamberg bis Tokio Preis um Preis.

So ein Film kann natürlich nicht an einem Wochentag nach der Tagesschau laufen.

Links:

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Klaus

    28.02.09 (19:03:03)

    Also ich habe mich gefreut, dass die ARD den Film so schnell ins Programm hebt. In Zeiten von Save.TV und DVD-Recorder ist's doch wirklich kein Problem, das ganze trotzdem zu sehen zu bekommen, auch wenn man sonntags schon um acht ins Bett entschwindet. Soll die ARD etwa dafür den Tatort verschieben? Da würde ich doch gerne mal die Reaktionen sehen. Einfach mal freuen und ankündigen tut's auch ;)

  • Michael Beyer

    02.03.09 (00:05:12)

    Was für ein Film: In 14 Minuten das ganze Drama kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Phantastisch.

  • Heathcliff

    04.03.09 (02:22:31)

    Nachdem die ARD schon vor dem Kinostart von "Baader-Meinhoff_Komplex" sogar bei Anne Will dafür eine ganze Sendung reserviert hat, musste sie ja so schnell reagieren: Vorteil des "schnellen Reagierens": Taucht in keinem Fernsehprogramm auf! Folge: Läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit! Konsequenz: Dieser großartige Kurzfilm hat keine Chance! Dabei wäre doch gerade am Sonntag, 01.03.2009 eine gute Gelegenheit gewesen, auch bei Anne Will auf diesen "Programm-Einschub" hinzuweisen, ging es da doch um die Vertreibung Duetscher nach dem 2. Weltkrieg. Wenn das kein thematischer Zusammenhang ist... P.S. Thema und Diskussion bei AW fand ich extrem daneben, deswegen habe ich nicht bis zum Schluss geschaut. Sollte Frau Will doch noch auf die Programmänderung hingewiesen haben, habe ich natürlich Unrecht!

  • Der Thomas

    10.03.09 (15:48:14)

    Ich finde da kann doch der Wochenschaubericht von der Ostfront ganz locker mal verschoben werden nach hinten oder nach vorne, der kommt doch eh jeden Tag...jedoch dieser Kurzfilm ist so wichtig, da gibt es nichts Wichtigeres...Manche würden eh niemals die Zeitung mit den grossen Lettern zur Seite legen...oder vom Verkaufssender wegschalten hin zu einem Thema, das nicht die heile Welt ist...Was für ein Film!!! Kann es sein, dass wir von jener brutalst möglichen Wirklichkeit (33-45) nicht mehr sehr weit entfernt sind bzw. mitten drin stecken und der Abwesenheit von Menschlichkeit wieder mehr und mehr das Wort reden...gut, diesmal scheint die ""Philosophie"" eine andere zu sein...diesmal weniger braun und Hakenkreuz als vielmehr Kapital, Börse, Brot und Spiele und Hartz IV und vieles mehr, eingedenk dessen, was noch kommen wird...wo ist denn in weiten Teilen der öffentlichen Wahrnehmung der Unterschied zwischen einem Kind mit Judenstern der damaligen Wirklichkeit und einem Kind im Hartz IV Milieu der gegenwärtigen Wirklichkeit? Ich gehe jetzt erst mal Kotzen!

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