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07.10.13Kommentieren

Spezieller Onlinemarktplatz: Recherchescout will Journalisten mit Fachwissen und Zitaten versorgen

Das Münchner Startup Recherchescout hilft Journalisten dabei, themenspezifische Expertenmeinungen, Zitate und Medienmaterial von Firmen zu beschaffen. Bezahlen müssen nur die Unternehmen.

RecherchescoutVor gut einem Jahr sorgte die Ankündigung des Projekts HackPR bei Startup-Berichterstattern für Neugier: Bei dem von der aus den USA stammenden Frühphasen-Beteiligungsgesellschaft First Round Capital initiierten Vorhaben soll ein Onlinemarktplatz erschaffen werden, der Journalisten und Startups zwecks Informationstransfer miteinander in Kontakt bringt. Jungfirmen erhalten PR und die Möglichkeit, sich mit ihren Themen ins Gespräch zu bringen. Reporter und Autoren dagegen finden Ansprechpartner, um Unklarheiten und Wissenslücken durch Experten-Know-how zu beseitigen. Eine Win-Win-Situation also. Leider ist seit der Ankündigung vom Oktober 2012 nicht mehr viel passiert: Der auf der Website angegebene Launch-Termin März 2013 verstrich, seine Pforten hat das Angebot jedoch bisher nicht geöffnet. Für Medienleute und Journalisten aus dem deutschsprachigen Raum existiert jedoch eine Alternative:  Denn Mitte September wurde mit Recherchescout ein neuer Dienst lanciert, dessen Konzept dem von HackPR nicht unähnlich ist. Das von Kai Oppel und Martin Fiedler gegründete Startup aus München sieht sich ebenfalls als Marktplatz, um die Informationsinteressen von Journalisten und PR-Bedürfnisse von Unternehmen zu befriedigen. Journalisten können nach einer kostenfreien Registrierung einen Rechercheauftrag anlegen, in dem sie Thema, Fragen und Deadlines angeben. Nach dem Absenden der Anfrage gleicht Recherchescout diese mit den Kompetenzbereichen von bei dem Dienst angemeldeten Firmen und Organisationen ab und lädt passende Akteure zur Beantwortung sowie zum Übersenden von veröffentlichungsfähigen Zitaten ein. Auch Fotos, Videos und andere Medieninhalte können auf diese Weise von Experten bezogen werden.

Recherchescout

Unternehmen soll Recherchescout einen Weg geben, um mit wenig Zeitaufwand die Erwähnungen in Presseerzeugnissen zu steigern und damit Bekanntheit und indirekt die Kundenzahl zu erhöhen. Eine Teilnahme kostet Firmen eine jährliche Nutzungspauschale von 1.750 Euro (netto). Für Agenturen und sonstige "Mehrfachnutzer" wird die doppelte Pauschale fällig.

Recherchescout könnte sich zu einem sehr wertvollen Arbeitswerkzeug für sämtliche Journalisten und Fachblogger entwickeln, die an Hintergründen und Expertise zu Spezialthemen interessiert sind. Nicht immer bietet das existierende Kontaktnetzwerk genug Futter, und immer die gleichen Kenner und Zitatgeber in Artikeln und Beiträgen anzuführen, könnte am Ende gar der Glaubwürdigkeit der Journalisten schaden.

Wie die meisten digitalen Marktplätze muss sich auch Recherchescout mit einem Henne-Ei-Problem herumschlagen. Speziell in der Anfangszeit dürfte es daher besonders bei nischigen Themen schwierig sein, über die Site geeignete O-Tone zu erhalten. Im torial Blog beschreibt Thomas Reintjes, wie die Münchner diese für Startups stets schwierige Situation handhaben könnten: Indem sie für Rechercheaufträge jeweils eigenhändig Unternehmen kontaktieren, die bisher nicht bei Recherchescout präsent sind. Wahrscheinlich würden in solchen Fällen eingeräumte Startrabatte helfen, eine hinreichend große Zahl an Firmen zu akquirieren, damit die Mehrzahl der Journalisten-Anfragen auch tatsächlich eine Antwort erhalten. Nur so wird sich Recherchescout im Bewusstsein der Medienmacher festsetzen.

In jedem Fall eine schöne Idee, deren Gelingen man sich wünschen würde. /mw

Link: Recherchescout

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