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14.09.11Leser-Kommentare

Speech-to-Speech-Übersetzung mit Vocre: Wider aller Sprachbarrieren

Die am Dienstag vorgestellte iPhone-App Vocre verspricht, Konversationen in unterschiedlichen Sprachen zu ermöglichen. Noch funktioniert das eher schlecht als recht, doch in Zukunft verschwinden auf diese Weise Sprachbarrieren.

 

Der Gedanke, dass zwei Menschen mittels moderner Technologie in unterschiedlichen Sprachen eine Konversation führen können, ist faszinierend. Damit dies tatsächlich funktioniert, sind überaus intelligente Speech-to-Speech-Übersetzungswerkzeuge erforderlich, die auch bei der Echtzeit-Übersetzung komplexer, von reichhaltiger Grammatik geprägter Sprachen (wie z.b. Deutsch) nicht versagen.

Das US-amerikanische Entwicklerstudio myLanguage hat am Dienstag auf der TechCrunch Disrupt-Konferenz seine iPhone-App Vocre vorgestellt, die einen Vorgeschmack darauf gibt, wie wir uns zukünftig mit Menschen rund um den Globus verständigen werden.

Vom technologischen Standpunkt her bringt Vocre wenig Neues mit. Die Applikation zeichnet sich stattdessen durch die intelligente Kombination von existierenden Spracherkennungs-, Übersetzungs- und Sprachausgabefeatures aus - mehr bedarf es eigentlich auch gar nicht, um als Deutscher mit einem Chinesen zu plaudern - jeder in seiner Sprache.

Um Vocre für ein übersetztes Gespräch zu verwenden, wählt man zuerst Sprache und Geschlecht von sich und seinem Gegenüber. Anschließend wird das iPhone umgedreht, so dass sich das Mikrofon (neben den Lautsprechern) nah am Mund befindet. Man spricht drauflos und befördert das Telefon anschließend zurück in die Horizontallage. Auf dem Display erscheint dann der aufgenommene Text, der auf Wunsch auch noch bearbeitet werden kann. Dreht man sein iPhone nun um 180 Grad, gibt es die gewünschten Sätze in der Sprache des Gesprächspartners wieder, der anschließend seine Antwort aufnehmen kann, wodurch das Spiel von vorne beginnt.

Vocre verwendet Text-to-Speech-Funktionalität von Nuance und Spracheausgabe-Services von iSpeech. Für die Übersetzung kommt eine selbst entwickelte Technologie zum Einsatz.

Ich habe Vocre gerade ausprobiert und musste feststellen, dass die sehr ansprechende Idee eher schlecht umgesetzt wurde: Zumindest zu Beginn ist nicht klar, wann man das iPhone in welche Richtung wenden muss, um im Übersetzungsprozess voranzukommen. Die Benutzeroberfläche und Wahl der Gesten hätte weitaus intuitiver gestaltet werden können. Erfreulich ist, dass bereits sieben Sprachen unterstützt werden, darunter auch Deutsch.

Die Qualität der Übersetzungen variiert erwartungsgemäß. Leider bietet die kostenlose App nur zehn Übersetzungen, anschließend können per In-App-Kauf weitere zehn für happige 99 US-Cent oder 100 für 8,99 Dollar erworben werden.

In seiner jetzigen Form erscheint es eher zweifelhaft, dass Vocre in einer Konversation mehr Nutzen stiftet als beispielsweise die ebenfalls Spracherkennung beinhaltende Google-Translate-App (für Android bietet diese mit dem "Conversation Mode" sogar ein Vocre sehr ähnliches Feature im Alpha-Stadium für Englisch und Spanisch). Außer Frage steht jedoch, dass Vocre nicht die letzte Anwendung sein wird, die sich mit mobiler Speech-to-Speech-Übersetzung befasst, und dass sich die Qualität und Anwenderfreundlichkeit entsprechender Services kontinuierlich verbessern wird.

Wer Vocre ausprobieren möchte, benötigt dafür ein US-iTunes-Konto (wie man dieses registriert, steht hier) und muss die Region seines iPhones auf "Vereinigte Staaten" umstellen.

Link: Vocre

Kommentare

  • Tanja Handl

    14.09.11 (10:58:40)

    Die Idee ist wirklich super - solange sie nicht gut funktioniert, scheint das Geld allerdings besser in einen Sprachkurs investiert zu sein.

  • Andreas

    14.09.11 (16:49:55)

    Die Idee ist spitze! Ich habe leider auch schon negative Erfahrungen mit diversen Online Übersetzungstools gemacht (wer hat sich da nicht schon mal einen Text übersetzen lassen und war erstaunt was dabei rauskommt). Aber ich dnke dass sich auch diese Dienste verbessern und auch eine gewisse Semantik der Sprache dann besser "übersetzbar" wird. Ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt.

  • Bastian

    15.09.11 (00:58:06)

    erinnert mich an jibbigo

  • Ludwig

    12.10.11 (11:09:52)

    Eine wirklich sehr schöne Idee. Denke, dass es auch noch einiges an Entwicklungszeit bedarf, bis alles wirklich gut läuft. Einen Nachteil sehe ich allerdings, keiner ist mehr gewillt eine Fremdsprache zu lernen. Wieso auch, wenn es mit Technik simple geht? Aber so ist das nun ein mal ;-) Die Vorteile überwiegen hier ganz klar!

  • Steff

    10.02.12 (11:44:00)

    Hy,... sehr interessante Sache. Allerdings entwickelt man sich so sicher eher zurück als nach vorn. Denn wenn uns die Technik nun auch noch das sprechen bzw. eigentlich ja das Überlegen bzw. Nachdenken abnimmt, dann geht die Tendenz tatsächlich zum Roboter.... so, wie wir uns das um 1980 schon vorgestellt hatten, allerdings schien da das Jahr 2000 schon in weiter Ferne zu sein..... Na schaun wir mal, wie sich das entwickelt. Vielleicht wird die App ja wirklich ein Hit.

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