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14.04.11

Soziale Micropayments: Ab 1. Mai Twitter-Konten flattern

Etwa ein Jahr nach seinem Start wagt sich der soziale Micropaymentdienst Flattr aus seiner Nische: Ab dem 1. Mai können Besitzer beliebiger Twitter-Konten per Flattr finanziell unterstützt werden.

 

Vor etwa einem Jahr ging der soziale Micropaymentdienst Flattr offiziell an den Start und konnte schnell zahlreiche Blogger und unabhängige Websites davon überzeugen, den grün-weiß-orangen Button einzubauen und Nutzern so die Gelegenheit zu geben, freiwillig für guten Inhalt zu zahlen.

Reich wird die Mehrzahl der Anwender von ihren Flattr-Einnahmen bisher sicherlich nicht. Eine der vielen Herausforderungen, mit denen sich das südschwedische Startup um die Gründer Peter Sunde und Linus Olsson konfrontiert sieht, ist die Notwendigkeit, dass nur geflattert werden kann, wer selbst bei dem Service registriert ist.

User, die einen monatlichen Betrag in ihr Flattr-Konto eingezahlt haben, stoßen daher häufig auf Blogs, Onlineprojekte und Content, denen sie liebend gerne einen Obolus zukommen lassen würden, die allerdings nicht bei Flattr mitmachen. Je häufiger diese Situation eintritt, desto größer ist die Gefahr, dass Geld einzahlende Nutzer irgendwann ihr Konto verwaisen lassen, da sie das Gefühl bekommen, ihre bevorzugten Webangebote nicht unterstützen zu können.

Ab dem 1. Mai bietet Flattr eine mögliche Lösung für dieses Problem: Denn ab diesem Tag erlaubt der Dienst, der von Gründer Sunde stets als Experiment mit offenem Ergebnis angesehen wurde, das Flattern von Twitter-Konten.

Über das persönliche Flattr-Dashboard lässt sich auf diesem Weg einem beliebigen Twitter-Account eine Geldspende zukommen lassen. Durch eine Authentifizierung mit ihren Twitter-Benutzerdaten können Nutzer des Microbloggingdienstes jederzeit ihre erhaltenen Geldmittel in Empfang nehmen.

Während einige Details zum genauen Ablaufen noch fehlen, ist der entscheidende Vorteil offensichtlich: Indem Flattr seinen Mitgliedern die Gelegenheit gibt, Twitter-Konten zu flattern, erhöht es die Zahl "flatterbarer" Objekt um ein Vielfaches. Personen, Organisationen und Initiativen können nun über den Micropayment-Dienst finanzielle Unterstützung erhalten, ohne bisher Flattr einzusetzen und dessen Button auf ihren Sites integriert zu haben.

Auf welchem Weg Twitter-Nutzer über eventuell vorhandene Flattr-Einnahmen informiert werden, wissen wir aktuell noch nicht. Denkbar sind jedoch automatisierte Twitter-Benachrichtigungen von Flattr, wenn die an ein Twitter-Konto gerichteten Geldbeträge eine gewisse Höhe erreichen.

Flattr-Mitgründer Linus Olsson deutete uns gegenüber auch an, dass die Integration von Twitter nur der Anfang sei. Jede Plattform, die eine sichere Authentifizierung über OAuth erlaubt, käme letztlich für eine Verknüpfung mit Flattr in Frage. Vorstellbar, dass sich demnächst auch Facebook-Konten flattern lassen.

Flattr will zudem heute neue Sprachversionen lancieren, u.a. auch eine auf Deutsch.

Update: Hier ist Flattrs Blogbeitrag zum Thema.

Update 2. Mai: Flattr ließ uns wissen, dass sich der Launch der Funktion um einige Tage verzögert.

Link: Flattr

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