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08.08.10Leser-Kommentare

Sonntagsfrage: Wie viel Zeit bleibt dem gedruckten Buch?

E-Books stehen vor ihrem endgültigen Durchbruch. Die Tage des gedruckten Buchs sind gezählt. Wir wollen von euch wissen, wie viel Zeit ihr dem Printbuch noch gebt!

 

Nicholas Negroponte, Gründer der One Laptop per Child Association (OLPC) und des MIT Media Lab, sieht das Ende des gedruckten Buchs nahen. Auf einer Konferenz gab er diesem kürzlich noch fünf Jahre, bevor es komplett von E-Books ersetzt werden würde. Seine Argumentation hängt mit dem Ziel der OLPC zusammen, Kinder in Entwicklungsländern mit Computern auszustatten, um ihnen Zugang zu Bildung und Wissen zu ermöglichen. Auf den Geräten könne man hunderte Bücher verfügbar machen. Dagegen sei es unvorstellbar, in den betroffenen Ländern den Bedarf mit dorthin verschickten physischen Büchern zu decken, so Negroponte.

Seine Aussage ist natürlich zu einem gewissen Teil Marketing in eigener Sache. Dennoch gibt es eine Reihe von Anzeichen dafür, dass digitale Bücher in einzelnen Märkten kurz davor stehen, das gedruckte Buch zu verdrängen. Und für die Erkenntnis, dass eines Tages der Großteil der Lektüre in elektronischer Form konsumiert werden wird, muss man kein Hellseher sein. Die Frage ist eigentlich nur wann, nicht ob. Oder?

Wir möchten von euch wissen, wie viele Jahre ihr gedrucktem Papier als massentaugliches Trägermedium für Bücher noch gebt, bevor es endgültig die Rolle des Sammler- und Ausstellungsstücks einnimmt.

 

Hier geht’s zum Zwischenstand.

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(Illustration: stock.xchng)

Kommentare

  • Chräcker

    08.08.10 (12:09:49)

    Jeden Sommer dieselbe eBook-Welle. Ich warte sehnsüchtig auf den Durchbruch, aber frage mich: bin ich der einzige, der (freilich auch übersetzte) deutschsprachige Bücher bevorzugt? Da rührt sich doch nichts. Da können die Kommentare und Amazon-Zahlen und iPad-Hoffnungen und Berliner Geräteentwicklungen noch so spannend sein. Da rührt sich doch nichts wirklich auf dem deutsprachigem Markt. Und nächsten Sommer lese ich wieder, das eBooks kommen, und packe wieder meinen Reisekoffer voll mit dicken in Pappumschlag geklebten Papierstabel, vulgo, gedruckten Büchern.

  • Martin Weigert

    08.08.10 (12:16:33)

    So könnte es kommen. Aber irgendwann ist dann doch der Sommer gekommen, an dem du viele erfolgreiche deutschsprachige Titel als E-Book mitnehmen kannst ;)

  • Max

    08.08.10 (12:34:26)

    Um das iPad muss ich am Strand Angst haben. Um das Taschenbuch nicht. Und das ist das ganze Geheimnis.

  • Martin Weigert

    08.08.10 (13:03:08)

    Ja, der gute alte Strand. Auch wenn es sicherlich ein berechtiger Einwurf ist, so würde ich einfach mal behaupten, dass nur ein sehr geringer Anteil der gesamten Leseminuten aller Menschen am Strand stattfindet. Insofern ist dies ein Argument, was zwar eine Schwäche von elektronischen Lesegeräten offenbart, aber imo kein Grund ist, um Printbücher am Leben zu erhalten. Zumal du um den 139 Dollar Kindle am Strand wohl schon weniger Angst hättest als um das 500 Euro iPad. Und die Preise für Lesegeräte werden mit Sicherheit noch weiter fallen.

  • Meeresbiologe

    08.08.10 (13:17:24)

    Ich glaube, gedruckte Bücher werden weiterhin ewig neben dem E-Book existieren. Dazu sind der kulturelle Reiz und die Tradition ihrer materiellen Realität (insbesondere der Buchkunst) einfach zu groß. Die Frage ist nur, inwieweit sie von E-Books verdrängt werden. Womöglich werden sie auch weitgehend an den Rand gedrängt, wer will das heute schon so genau wissen. Darüber läßt sich vorerst nur spekulieren - weil sich die technische Entwicklung von E-Books und ihre Verbreitung kaum vorhersagen läßt. Außer man hat eine funktionstüchtige Glaskugel. E-Books könnten große technische und ökonomische Vorteile bringen - der ästhetische Reiz und andere Vorteile von Printbüchern könnten aber nichtsdestrotz ebenfalls weiter ihre verkaufsfördernde Wirkung ausüben. Hinzu kommt, Menschen werden mit dem E-Book nicht sofort sämtliche ihrer gedruckten Bücher wegschmeißen. Es handelt sich also bei Büchern, wenn überhaupt, um einen äußerst langgezogenen Medienwandel, der noch viel länger sein wird als der bereits sehr langwierige von Printmedien zu Onlinemedien. Es kann sich daher bei Büchern vorerst nur um die Frage handeln, in welcher Zeit E-Books sich in einem nennenswerten Ausmaß verbreiten. Ich vermute, in frühestens 5 Jahren. Was wir jetzt erleben, sind ja nur erste zarte Pflänzchen erster E-Book-Geräte. Da ist die Massenverbreitung noch ganz weit weg.

  • Martin Weigert

    08.08.10 (13:20:57)

    Gute und realistische Einschätzung, finde ich, auch wenn ich glaube, dass sich E-Books eher als erst in fünf Jahren nennenswert verbreiten werden. Aber wie du richtig feststellst: Eine Glaskugel hat niemand, insofern ist es Spekulation. Dass Printbücher irgendwann nur noch ein Nischenprodukt sein werden, davon bin ich überzeugt (auch wenn die Umfagetendenz bisher in eine andere Richtung geht).

  • Mike Schnoor

    08.08.10 (14:00:36)

    Ich genieße es, das Papier in den Händen zu halten. Bücher werden nicht verschwinden, vor allem wenn die digitalen Endgeräte keine einheitlichen Standards erfüllen und immer alle paar Jahre neue Software/Hardware dazu auf den Markt kommt. Ein Buch für den gleichen Preis wie ein eBook hält dagegen mehrere Jahre. Zudem sollte man sich bei einer solchen Umfrage in einer sehr spitzen, digital-affinen Zielgruppe immer zwei Dinge fragen: 1. "Würde meine Mutter abends in einem eBook/iPad/Kindle schmökern?" 2. "Würden meine Kinder im zarten Alter von unter drei Jahren ein Pappbuch in der Hand halten oder ein digitales Lesegerät?" Nun, beide Fragen kann ich mit "Nein" beantworten. Auch ich habe trotz meiner persönlichen Affinität zu allem, was Social Media und die digitalisierte Welt so bieten, noch immer keinen Bedarf für ein iPad oder Kindle. Kostet zu viel - und die den Kids sollte sowas niemals in die Hände gelangen... weil das Ergebnis ein kleiner Scherbenhaufen sein kann. :)

  • Rolf Kremer

    08.08.10 (14:05:56)

    Ich glaube es eher eine Generationenfrage. Wer mit gedruckten Büchern aufgewachsen ist, wird diese auch im Alter noch verwenden. Wer nicht damit aufgewachsen ist, wird diese auch nicht vermissen. Da die heutige Generation (= heutige Schulkinder) noch mit gedruckten Büchern aufwächst, wird sie auch noch damit leben wollen. Danach könnte es schon anders aussehen. Es wird also noch eine Weile dauern, bis gedruckte Bücher verschwinden.

  • Martin

    08.08.10 (14:25:29)

    Für englischsprachige Belletristik kaufe ich fast nur noch E-Books … auf Deutsch sind E-Books leider noch rar, und falls vorhanden, häufig zu teuer. Ein generelles Problem mit E-Books ist für mich ausserdem das aktive Arbeiten mit solchen Texten. Ich habe häufig mehrere Texte gleichzeitig vor mir liegen, was per E-Book nicht funktioniert, und auch Markieren, Notieren, usw. ist per E-Book deutlich weniger komfortabler als per Hand. Ausdrucken ist eine Lösung, bei E-Book-Readern aber typischerweise nicht möglich. Schade finde ich auch, dass es kaum Kombi-Angebote für E-Book und gedrucktes Buch gibt. Wieso kann ich nicht beispielsweise ein gedrucktes Buch kaufen und erhalte für einen kleinen Aufpreis oder, wenn ich das gedruckte Buch zum (selten gewordenen) Normalpreis kaufe, das E-Book «kostenlos» dazu? Auch schade ist, dass man gerade auf dem Kindle als IMHO besten E-Book-Reader eben nur E-Books optimal lesen kann. PDFs sind mühsam und man bezahlt für die Datenübertragung einen hohen Preis, RSS-Reader oder Anwendungen im Stil von Instapaper sind nicht direkt verfügbar. Meine eigentliche Antwort: Das gedruckte Buch stirbt nicht aus, wird aber zunehmend von E-Books verdrängt, allen Nachteilen zum Trotz, für Leseratten sind E-Books dafür viel zu attraktiv – so schnell kam man noch nie an seinen «Stoff»! :)

  • Mike Schnoor

    08.08.10 (14:29:12)

    @Rolf - Diese Argumentation der Prägung auf Bücher kann ich nur unterstützen. Besonders am Beispiel des "Sandmännchens" lässt sich diese Prägung verdeutlichen - viele von uns digitalisierten Leuten haben als Kinder das Sandmännchen (egal ob in Ost oder West) geschaut. Jetzt erlauben wir unseren eigenen Kindern das Sandmännchen zu sehen - und haben eine gewisse Abneigung gegen moderne Comic-Cartoons wie Spongebob und Co. entwickelt. Gleichsam wird es mit Büchern sein. Unseren Kindern drücken wir keinen iPad in die Hand und sagen "Zieh' Dir jetzt eine Gutenachtgeschichte aus dem iTunes Store herunter!" Da greift man als Elternteil doch wirklich zum Buch, um gemeinsam vorzulesen.

  • Martin Weigert

    08.08.10 (14:32:04)

    Diese Herangehensweise ignoriert jedoch die Angebotsseite. Wenn Schritt für Schritt Titel aus Kostengründen nur noch digital vertrieben werden, sind Verbraucher mitunter gezwungen, ihre Papierpräferenz aufzugeben. Das Schicksal des Printbuchs liegt meiner Ansicht nach nicht so sehr in den Händen der Verbraucher, wie es deiner Herangehensweise suggeriert, sondern wird verstärkt von wirtschaftlichen Faktoren getrieben werden.

  • Martin Weigert

    08.08.10 (14:34:33)

    Mike, du bist ja echt konservativer als ich dachte :P

  • Oliver Springer

    08.08.10 (15:53:34)

    Ich habe mich für "Printbücher verschwinden nicht" entschieden - das aber nicht, weil ich keinen schnellen Erfolg von E-Books für möglich halte. Vielmehr können Bücher ja längst günstig (genug) "on demand" gedruckt werden. Deshalb wird das gedruckte Buch noch lange nicht verschwinden. Jedes Buch wird auch bei sehr großem Erfolg der E-Books auf Wunsch "ausgedruckt" verfügbar sein. Das größte Hindernis für einen schnellen Durchbruch der E-Books auf dem deutschen Markt stellt die Buchpreisbindung dar. E-Books sind in den USA ja auch deshalb schon so beliebt, weil die digitale Version billiger zu bekommen ist. Wer bezweifelt, dass E-Books etwas für Menschen in fortgeschrittenem Alter ist, sollte sich vor Augen führen, wie selbstverständlich viele Senioren heute Handys nutzen. E-Book-Reader sind ja nicht schwer zu bedienen und bieten zudem auch Vorteile wie das Vergrößern der Buchstaben, die ein Buch aus Papier nicht bietet. Innerhalb von zehn Jahren könnten E-Books daher zum Massenprodukt werden. Aber wie hier schon kritisiert wurde: Wo bleiben die Bücher?!

  • Rainer

    08.08.10 (16:14:57)

    Das Buch wird es noch ewig geben - ich muss nicht Angst haben, dass mein ebook-Reader nicht mehr produziert wird und meine Buchsammlung nicht mehr lesbar ist - ich kann mein Buch an Bekannte oder Freunde verleihen, einfach so - ich kann mein Buch ohne ins Gefängnis zu kommen einfach so weiterverkaufen, da dies keine AGB verbieten und man dafür nicht das Betriebssystem hacken muss - man kann im Buch problemlos rumkritzeln und unterstreichen, im Studium konnten einige Leute den Lesestoff nicht anders aufarbeiten - bei Stromausfall genügt ne Kerze zum Lesen - bei erhöhten und niedrigen Temperaturen fällt das Display nicht aus - mit sichbaren Büchern im Regal kann man schön angeben :-)), ausserdem sind sie eine schöne Deko - in 100 Jahren kann man das Buch im Antiquariat für teures Geld verkaufen - man will ja von fachkundigen Personal im Buchladen auch in der Zukunft noch beraten werden - im Buchladen kann man das GANZE Buch vor dem Kauf durchblättern und anlesen - fällt das Buch runter, hat es vielleicht eine Delle aber keinen Riss im Display - ne Reclam Taschenausgabe ist viiieeel leichter wie ein Reader - das Buch muss man vor dem Lesen nicht ausdrucken..... Natürlich sprechen auch einige Punkte fürs eBook, aber die stören hier nur :-))

  • Chräcker

    08.08.10 (16:44:33)

    Ich denke, es gibt für viele Überlegungen "gegen" eBooks eine gleiche Anzahl "Gegenüberlegungen" für eBooks (und umgekehrt). Ausser vielleicht die Diebstahlgefahr "am Strand", da fällt mir nix ein. ;-) Alle anderen Dinge kann man in der Regel in beide Richtungen "widersprechen", es ist einfach dann doch eine persönliche emotionale Entscheidung, auf welchem Trägermdium man das Gross seiner Lektüre haben möchte. Aber all das entscheidet zur Zeit nicht über den Nutzungsanteil von eBooks bei uns. Entscheidend ist einzig und allein: es gibt (fast) nix zu lesen auf den Geräten. Und es gibt keine Anzeichen, das sich das ändern wird zur Zeit.

  • theomix

    08.08.10 (23:47:54)

    Es mag zwar verschiebungen geben, wie etwa auf dem zeitungsmakrt, aber ganz verschwinden werden manche dinge nicht, bücher, zeitungen, brett- und kartenspiele und gespräche aug in aug. Denn die sinnlichen eindrücke sind nicht zu ersetzen: Beim buch das blättern, das etwa, und manche gebunden bücher liegen schön in der hand, haben ein lesebändchen, usw. Das führt mich zu der frage, inwieweit die virtuelle welt GENUSS zulässt...

  • Martin Weigert

    09.08.10 (06:38:19)

    Ich freu mich schon drauf, diesen Kommentar-Thread in fünf Jahren wieder anzuschauen und mit dem Stand der Branche zu vergleichen.

  • Chräcker

    09.08.10 (09:22:10)

    Ich hoffe sehr, ich stelle dann fest, das ich nicht recht hatte. Hoffe ich wirklich sehr.

  • Daniela Skrzypczak

    09.08.10 (09:42:50)

    Das Printbuch wird nicht verschwinden, der Anteil von gedruckten Büchern wird geringer werden. Es wird aber nach wie vor die Leser geben, die in den Buchseiten blättern wollen, das Rascheln der Blätter hören und fühlen wollen. Alle Bücher werde ich auch nicht als Ebook produzieren können, nehmen Sie z.B. hochwertige Bildbände oder Bücher wo immer noch das Foto im Vordergrund steht.

  • Martin Weigert

    09.08.10 (09:45:50)

    das Rascheln der Blätter hören und fühlen wollen Glaubst du wirklich, dass DAS am Ende das Printbuch am Leben erhalten wird?! Das Klingen der Hufe war sicher auch ein schönes Geräusch, und trotzdem reitet man heute nicht mehr sondern fährt Auto. Was Fotos betrifft: Hast du schon mal welche auf dem iPad angeschaut? Sieht gut aus.

  • sprain

    09.08.10 (11:47:20)

    Das gedruckte Buch stirbt nicht. Ich hab mir kürzlich sogar ein eBook, mit welchem ich eine neue Programmiersprache gelernt habe, ausgedruckt und vor den Bildschirm mitgenommen, weil ich darauf Notizen kritzeln und ganz einfach nach vorne- und zurückblättern wollte. Ein zusätzlicher wichtiger Grund für mich fürs gedruckte Buch: Wenns am Strand sandig oder gar feucht wird machts nix. Ein E-Reader hingegen geht kaputt.

  • Chräcker

    09.08.10 (12:24:58)

    Beides ist aber nur eine Frage der Technik. Die mangelnden Alternativen haben ja auch etwas damit zu tun, daß die darzustellenden Daten (Texte) nicht so verfügbar sind, wie bei der Musik inzwischen und deswegen es sich nicht lohnt, groß ins eReadergeschäft ein zu steigen. Bei Musikdatenabspielern soll es sogar Sand und Wasserfeste Geräte mittlerweile geben, mit Sprachaufzeichnung und mit einigen kann man sogar telefonieren ;-). Dann kann man eBooks vielleicht sogar unterm Badewannenwasserspiegel lesen, wenn man mag. Je nach gerät selbst ohne Licht. Mach das mal lange mit einem Papierbuch.

  • Martin Weigert

    09.08.10 (12:30:23)

    Ja es ist sehr interessant zu sehen, wie viele offenbar gar nicht daran denken, dass sich Reader technisch weiterentwickeln werden. Ich bin da echt etwas verwundert.

  • Carsten

    11.08.10 (10:36:25)

    also, wer allen ernstes glaubt oder behauptet, dass es in fünf jahren keine print-bücher mehr geben wird, der hat keine ahnung vom buchmarkt. aktuell erscheinen pro jahr etwa 90.000 neue titel (erstauflagen plus nachdrucke) in deutschland - und das in papierform, auch wenn vieles bereits parallel und weniges ausschließlich elektronisch erscheint. es gibt rund 1,1 mio. lieferbare deutschsprachige titel in unserem land. ... zusammengerechnet rd. 22.000 buchhändlerische betriebe (verlage plus buchhandlungen) und da soll es in fünf jahren nur noch e-books geben. träumt weiter, ihr 6 Prozent!!!

  • Julian

    11.08.10 (12:09:14)

    Ich erinnere an die Schallplatte. Ich erinnere an die Zeit vor Guttenberg. Ich erinnere an den Erfolg von Social Networks. An die Macht der Konsumenten, etwas modernes, praktisches, elegantes und günstiges erhalten zu wollen. Das Gegenargument ist die Buchpreisbindung. Ohne diese würde der deutsche Verlegermarkt mit den ausländischen mithalten können. Mit diesem verfällt die deutsche Schriftgelehrtenwirtschaft. Leider, aber: Selbst schuld. Die Konservativen in jeglicher Hinsicht werden/wurden gestärkt durch Lobbyismus. Dem Lobbyismus kann aber immer mehr durch die Masse an Mündigen (durch Webforen, Social Networks, ePetitionen, Wikileaks u.ä.) Einhalt geboten werden... Die Frage wird sein: Lobbyismus oder Innovationsgesellschaft? Und so lange die "anderen Länger" (schwieriger Ausdruck in einer "flachen Welt") immer mehr zur Innovationsgesellschaft übergehen, werden die Lobbyisten mit Ziel des Erhalts von Altertümern im Massenmarkt untergehen. Wohlgemerkt: Massenmarkt. Die Schallplatte lebt ja auch noch - in der Nische - und sie wird noch lange leben. Aber eben nur in der Nische.

  • Martin Weigert

    11.08.10 (12:13:43)

    Schöner Kommentar! Unterschreibe ich komplett.

  • Martin

    11.08.10 (12:18:49)

    Wer behauptet, es gäbe in fünf Jahren gar keine gedruckten Bücher mehr? Sind wir realistisch: Gedruckter Bücher sind heute schon für einen grossen Teil der deutschsprachigen Bevölkerung von geringer Bedeutung. Jener Teil der Bevölkerung, der liest, wird in den nächsten Jahren auf E-Books wechseln. Wieso aufwendig ein gedrucktes Buch kaufen, wenn es innert Sekunden und allenfalls auch etwas preiswerter per E-Book-Reader funktioniert?

  • Martin Weigert

    11.08.10 (12:20:53)

    Carsten bezieht sich wohl auf die, die in der Umfrage "5 Jahre" gewählt haben, sowie auf Herrn Negroponte.

  • epublizist

    11.08.10 (12:54:20)

    Der Aussage von Carsten kann ich nur zustimmen! Ja, eBooks werden besonders für Fachpublikationen immer wichtiger. Vielfach stehen sie aber nicht in Konkurrenz zum Buch sondern bedienen unter anderem eine Zielgruppe, die sonst gar nicht zum Lesen gekommen wäre (Stichwort: Enhanced eBooks). Den Tod des Buches vorauszusagen entbehrt jedenfalls jeglicher empirischer Grundlage.

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