<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

01.02.11Leser-Kommentar

Songpier: Jeder Song eine App

Songs in Form mobiler Applikationen sind für Musiker ein gutes Mittel, um Fans an sich zu binden. Der deutsche Dienst Songpier will Künstlern das kostenlose, browserbasierte Erstellen derartiger Apps auf Basis von HTML5 ermöglichen.

 

Noch nie waren die Möglichkeiten für Musiker größer als heute, mit Hilfe digitaler Technologien befindliche und potenzielle Fans an sich zu binden. Speziell weil sich die Monetarisierung der künstlerischen Arbeit in Folge des Medienwandels und aufgrund der spezifischen Charaktereigenschaften digitaler Musik (unbegrenzte Kopierbarkeit, nahezu unbegrenztes Angebot) verstärkt auf dem Vertrieb von Musik nachgelagerte Stufen konzentriert (z.B. Konzerte, Merchandising, Licensing), empfiehlt sich für ambitionierte Interpreten eine starke Präsenz und Vernetzung im Web. Durch den so geschaffenen Kommunikations- und Interaktionskanal lässt sich die Anhängerschaft deutlich einfacher mobilisieren und an der künstlerischen Arbeit teilhaben.

Songpier heißt ein neuer Dienst aus Deutschland, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, Musikern jedes Professionalitätsniveaus einen einfachen Weg zu bieten, mobile Applikationen rund um ihre Musik zu generieren und diese mit Hilfe von HTML5 ohne Umweg über plattformspezifische App Stores und Freigabeprozesse direkt auf Smartphones und Tablets der Musikliebhaber zu bringen.

Jeder Song eine App - so beschreibt Songpier-Macher Matthias Glatschke seinen Service. Musiker, Labels und Promoter registrierten sich bei dem in der Basisversion kostenlosen Service und befüllen über eine Weboberfläche die zu erstellende mobile App mit Inhalten, die zusammen mit dem jeweiligen, zuvor hochgeladenen Titel in der Applikation präsentiert werden sollen (z.B. Biografie, Fotos, Tourdaten und -tickets, Merchandising, Links zu digitalen Downloads usw). Programmierkenntnisse sind nicht notwendig.

Anschließend generiert Songpier aus den bereitgestellten Inhalten eine HTML5-Applikation, die sich sowohl über alle gängigen Social Networks verbreiten als auch auf gängigen Smartphones und Tablets öffnen lässt - auch solche aus der Apple-Familie, da Songpier auf Flash verzichtet.

Songpier optimiert die so erstellten Apps speziell für die Darstellung auf mobilen Geräten, und indem mobile Benutzer eine Verknüpfung zur Songpier-Web-App auf dem Desktop ihres Smartphones oder Tablets anlegen, fühlt sie sich an wie aus Apples App Store oder dem Android Market heruntergeladen.

Songpier möchte Musikschaffenden mit seinem Angebot verschiedene Vorteile bieten: Applikationen müssen nicht extra für verschiedene Plattformen erstellt werden, was Zeit spart. Außerdem entfällt so das zumindest bei Apple vorhandene Risiko einer Ablehnung sowie der mitunter Wochen oder länger dauernde Freigabeprozess. Dank des Einsatzes von HTML5 handelt es sich auch nicht nur um mobile Anwendungen, sondern letztlich um universell einsetzbare Songwidgets, die gleichzeitig im Social Web verbreitet werden können. Songpier verspricht seinen Anwendern zudem, Statistiken über die Nutzung der bei dem Dienst erstellten Apps bereitzustellen. Änderungen an einer App werden in Echtzeit übernommen.

Die Monetarisierung von Songpier soll durch ein Freemium-Modell erfolgen: Die Basis-Version wird gratis angeboten, für zusätzliche Features müssen Anwender bezahlen.

Die Bestätigung für sein Vorhaben sieht Gründer Matthias Glatschke in einer aktuelle Nielsen-Studie zum weltweiten Musikkonsum, wonach 30 Prozent der Konsumenten Musik über ihr Mobiltelefon hören (überraschend wenig) und 20 Prozent schon einmal eine mobile App zum Abspielen von Musik heruntergeladen haben.

Indem Musiker ihre Fans dazu bringen, songspezifische Apps auf ihrem Smartphone zu bookmarken, schaffen sie einen dauerhaften Kanal zur Interaktion mit der Anhängerschaft, was sich positiv auf die Chancen zur Monetarisierung auswirkt.

Songpier betritt einen Markt nicht ohne Wettbewerber: Auch AppMakr, BandApp und Mobile Roadie erlauben das browserbasierte Erstellen von mobilen Applikationen. Songpier sieht seine Vorzüge darin, kostenfrei zu sein, sich auf Musiker zu fokussieren und Musikschaffende mit womöglich wenig Erfahrung bei der Kreation digitaler Präsenzen beim Gestalten der App nicht zu überfordern.

Künstler, Manager oder Labels, die Songpier ausprobieren wollen, können sich in eine Warteliste für die geschlossene Beta-Phase eintragen.

Kommentare

  • David

    01.02.11 (11:30:35)

    Interessantes Konzept aber habe ich das richtig verstanden, dass man für jeden neu hochgeladenen Song eine App erstellen soll/muss/kann? Ist es auch denkbar ein komplettes Album (zum kostenlosen Download) in eine App zu verpacken oder dass z.B. immer der Song angezeigt wird der zuletzt hochgeladen wurde? Sicherlich für viele Künstler interessant aber wie immer ist natürlich die Qualität der Musik entscheidend ... meistens zumindest. *g*

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer