<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

04.12.08

Songbird 1.0: Musikplayer, Browser, Wundertüte

 

Der auf Mozilla basierende Musikplayer Songbird liegt jetzt in Version 1.0 vor. Besonders die von Firefox bekannte Addon-Strategie kann Songbird in ungekannte Höhen katapultieren.

Für jedes Betriebssystem gibt es unzählige Musikplayer. Der seit Dienstag in Version 1.0 verfügbare Open-Source-Musikplayer Songbird ist auf den ersten Blick nichts besonders und einer von vielen. Von nicht wenigen wird Songbird aber als der "Firefox der Musikplayer" bezeichnet. Das aber nicht weil der für Linux, Mac und Windows verfügbare Songbird auf Mozilla basiert. Sondern weil er die von Firefox bekannte Erweiterbarkeit via Addons mitbringt.

Nicht nur lassen sich damit unterschiedlichste Darstellungen der Mediabibliothek oder des gesamten Players bewerkstelligen, auch der Zugang zur Musik und zu Informationen zu ihr im Web wird revolutioniert. So gibt es bereits vernünftig arbeitende Addons zum Anzeigen des Songtextes des aktuell laufenden Songs und der Wikipedia-Informationen der Künstler. Andere Addons wie Mashtape ziehen sich ihre Informationen gleich aus mehreren Quellen wie flickr, Google News und YouTube.

Jeder Musikdienst kann bei Bedarf ein Addon für Songbird schreiben und somit mit geringen Aufwand einen Fuß auf den Desktop der Nutzer bekommen. Ohne ein komplettes eigenes Programm schreiben zu müssen. Und trotzdem bekommen sie vollen Funktionsumfang eines ausgewachsenen Musikplayers. So wie etwa die abgespielten Songs auf last.fm gescrobbelt werden können. Last.fm wird von haus aus unterstützt. Besonders einfach wird die Integration auch dadurch, dass Songbird einen ausgewachsenen Browser bereits mitbringt.

Der Browser und seine integrierte Medienerkennung macht es außerdem enorm leicht, MP3s auf Musikblogs anzuhören und herunterzuladen.

Das Interessante an dieser Verschmelzung der reichen Auswahl an Webangeboten mit der Bequemlichkeit einer dezidierten Desktop-Oberfläche ist, dass sie zeigt, wie leicht sich das Erlebnis des Medienkonsums über das Web verbessern lässt (Miro erreicht Ähnliches für TV/Webvideo). In ein paar Jahren könnte die Idee, Musik überhaupt besitzen zu müssen, um sie zu konsumieren, absurd erscheinen.

Eine nahtlose Welt des Musikkonsums über Web und Desktop, in der es keinen Unterschied mehr macht wo Musik und Metadaten zur Musik liegen, ist noch Zukunftsmusik (pun intended). Diese Vision ist aber mit Songbird in der Version 1.0 ein Stück weit näher gerückt.

Weitere Stimmen zu Songbird 1.0:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer