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26.07.12Kommentieren

Sonarflow: Visuelle Musikentdeckung für Spotify und iTunes

Das Wiener Startup Spectralmind hat mit Sonarflow iOS-Apps für Spotify und iTunes veröffentlich, die mittels eines neuartigen Bedienkonzepts das Entdecken von Musik unterhaltsamer und einfacher machen soll.

Wer gerne auf dem Smartphone oder Tablet digitale Musik hört, kann zwar zwischen unzähligen Streaming-Apps auswählen, doch eines haben alle gemeinsam: Songs, Alben und Suchergebnisse werden zumeist in Listenform präsentiert. Das mag der Übersicht dienen, kann aber dem Entdecken von neuer Musik auch ewas den Spaß nehmen. Besonders, wenn die Kataloge einschlägiger Dienste mittlerweile Songs im zweistelligen Millionenbereich enthalten.

Genau dieser Problematik hat sich das Wiener Startup Spectralmind angenommen. Der 2009 gegründete Spezialist für Audio Intelligence entwickelt Technologien rund um die semantische Klanganalyse, um so eine schnelle, unkomplizierte und visuell ansprechende Suche und Auswahl von Medieninhalten zu ermöglichen. Bis vor einigen Wochen bot das österreichische Unternehmen seine Dienste ausschließlich Businesskunden an. Dann jedoch veröffentlicht es mit Sonarflow seine erste an Endanwender gerichtete Applikation für alle Premium-Mitglieder von Spotify, die sich nicht länger mit dem Durchstöbern von Listen zufrieden stellen.

Sonarflow für iPhone und iPad erlaubt über ein neuartiges grafisches Bedienungskonzept den Zugriff auf favorisierte sowie mit diesen verwandte Spotify-Titel. Navigiert wird über sogenannte "Bubbles", in die mittels Pinch-Bewegung zweier Finger hineingezoomt werden kann, um auf die nächste Detailebene zu gelangen. Im Vordergrund der Anwendung steht die Entdeckung von Musik, was über die visuellen Gesten leichter und unterhaltsamer gestaltet werden soll. Sonarflow Spot, wie die Anwendung vollständig heißt, ist kostenfrei, setzt allerdings einen kostenpflichtigen Spotify-Premium-Account voraus. Die App fungiert als alternativer Player, greift also über Spotifys API auf den Musikkatalog von 18 Millionen Titeln zu. Das bedeutet, dass die Spotify-App gar nicht geöffnet werden muss.

Doch natürlich hört nicht jeder Besitzer eines iOS-Geräts Musik über Spotify. Viele konsumieren digitale Musik auch ganz klassisch mittels iTunes. Sonarflow iTunes heißt die in dieser Woche veröffentlichte App, die Sonarflow Spot an die Seite gestellt wird und das grafische Bedienkonzept der Bubbles für die auf dem iPhone oder iPad gespeicherte Musik verfügbar macht. Sonarflow iTunes gibt es in einer werbefinanzierten Gratisversion mit einigen Einschränkungen bei Playlisten sowie in einer kostenpflichtigen Variante für 1,59 Euro. Die Anwendung bietet sowohl den einfachen und schnellen Zugriff auf das eigene Musikarchiv sowie eine Entdeckungsfunktion, um neue Bands und Künstler im iTunes Store zu entdecken. Alle von dort stammenden Titel können 30 Sekunden lang angespielt werden.

Die Wiener haben zum Debüt der Spotify-App vor wenigen Wochen einen recht großen Presserummel veranstaltet und auch die ein oder andere Erwähnung bei englischsprachigen Tech-Blogs einstreichen können. Inwieweit jedoch die Musikentdeckung über Blasen und Pinch-Gesten am Ende tatsächlich so viel Mehrwert liefert, wie das Spectralmind-Team zu glauben scheint, bin ich mir nicht sicher. Immerhin bietet Spotify mit der Radio-Funktion, die zu jedem Titel verwandte Songs abspielen kann, durchaus einen effektiven und vor allem bequem passiven Weg, um ohne explizite Suche unbekannte Interpreten und Lieder zu finden. Bei iTunes dient das Genius-Feature zur Entdeckung, allerdings nicht direkt aus der Musik-App des iPad und iPhone heraus. Wirklich praktisch finde ich das Hereinzoomen und Herauszoomen bei den Bubbles nicht - aber es mag sein, dass dies einfach mit persönlichen Präferenzen zu tun hat.

Für das mit rund 350.000 Euro Seed-Kapital ausgestattete Spectralmind ist Sonarflow ohnehin vorrangig eine Maßnahme, um die eigene Klanganalyse- und Visualisierungstechnologie vorzuzeigen, sicher auch in der Hoffnung, weitere Firmen und Organisationen auf die B2B-Produkte aufmerksam zu machen. Die Software des Unternehmens erlaubt verschiedenste Prozesse rund um das Auffinden ähnlich klingender Audiostücke und das automatische Versehen von Musik mit Meta-Informationen abhängig von verschiedenen Klangkriterien. Ein Konkurrent ist das Berliner Unternehmen mufin, das unter anderem ebenfalls eine Music-Discovery-App mit einer grafischen Oberfläche anbietet - allerdings für Android, nicht für iOS.

Link: Sonarflow

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