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23.06.08Leser-Kommentare

Sommer 2008: Die Overhyped/Underhyped-Liste

Alle Jahre wieder im Sommerloch ist die Zeit der unterhaltsam lückenbüssenden Top-10-, In-und-Out- und sonstigen Listen in vielen Publikationen. Da wollen wir nicht zurückstehen und bringen unsere eigene Liste,

die schon letzten Sommer für viele Diskussionen gesorgt hat: die am meisten überschätzten und unterschätzten Themen der Internet-Branche.

Eine innovative Branche wie das Internet lebt ein Stück weit vom Hype, also vom Hochjubeln neuer Ideen, Konzepte und Firmen. Ohne Enthusiasmus entsteht nichts Neues, und ohne Rummel setzen sich interessante neue Ideen kaum durch. Aber oft erhalten nicht die besten Ideen die meiste Aufmerksamkeit. Es gibt umjubelte Superstars unter den Konzepten, die sich später als Flops herausstellen, und umgekehrt werden ein paar wesentlich bescheidenere Ideen erst später unvermittelt zu Grosserfolgen.

Die folgende Liste ist ein Versuch, diese beiden Kategorien auseinanderzudividieren. Wir identifizieren Ideen und Firmen, die mehr Aufmerksamkeit kriegen, als sie verdient haben ("Overhyped"), und umgekehrt wollen wir auf Dinge hinweisen, die deutlich mehr Bewunderung verdient hätten ("Underhyped"). Unnötig zu erwähnen: Das ist alles strengstens subjektiv.

Aber kommen wir zur Liste, die diesmal in sieben Kategorien aufgeteilt ist:

Microblogging

Overhyped: Twitter

Ja, natürlich ist es nicht gerade elegant, auch noch in das gerade beliebte Twitter-Bashing mit einzustimmen. Aber nicht die technischen Probleme von Twitter sind das eigentliche Problem des Dienstes, sondern seine Nischenorientierung. Vielleicht ist es für ein paar hundertausend Geeks attraktiv, sich mit so einer Plattform auseinanderzusetzen, aber im Leben des Durchschnittsusers hat ein solcher Nischendienst kaum Platz. Dafür ist der Nutzen zu gering und der Lärmpegel viel zu hoch.

Underhyped: Statusmeldungen überall

Aber wer sich mal auf Facebook, Skype oder Xing umschaut, sieht schnell, wie immer mehr Leute aktiv ihre Statusmeldungen setzen. Diese Grundidee von Twitter, dass man seinem Umfeld seine gerade aktuellen Tätigkeiten, Stimmungen oder Beobachtungen mitteilt, ist im Kern brillant. Bisher hat sie aber noch niemand so richtig gut umgesetzt, denn all diesen Diensten fehlt die Nachvollziehbarkeit und historische Perspektive. Vielleicht kommen da Konsoldierungsplattformen wie Friendfeed zu Hilfe, aber nicht als eigenständiges Produkt, sondern als Komponente in einem grösseren Dienst. Die Friendfeed-Leute sind ja eh Ex-Googler, da könnte der Suchmaschinenriese ja auch wieder akquisitionsmässig zuschlagen.

Applikationsplattformen

Overhyped: Facebooks Plattform und Open Social

Der Kampf zwischen Facebooks pionierhafter Plattform für Social-Network-Applikationen und Googles Open-Social-Initiative konsumiert immer noch viel Aufmerksamkeit. Was sich dabei kaum jemand auszusprechen traut: Die resultierenden Applikationen sind nicht nur mehrheitlich eher wenig nutzbringend, sondern auch noch äusserst schlecht zu kommerzialisieren. Natürlich sind Social Networks vom Traffic her sehr wichtig, aber bisher hauen die darauf aufgebauten Applikationen niemanden wirklich vom Stuhl. Die Möglichkeiten sind einfach zu eingeschränkt. Und tatsächlich: schon verlieren erste Entwickler die Lust daran. Und die User sowieso .

Underhyped: Amazon EC2 und Google App Engine

Anders bei den universell einsetzbaren Applikationsplattformen von Amazon und Google: Beide stellen Infrastruktur zur Verfügung, die das Bauen hochskalierbarer, universell einsetzbarer Web-Anwendungen ermöglicht. Das ist eine echte Revolution, denn damit werden zum Beispiel Startups von der Notwendigkeit entlastet, ihr Kapital für teure Infrastrukturanschaffungen verwenden zu müssen. Allerdings sind beide Plattformen auch deutlich komplexer und anspruchsvoller als Facebook & Co. und eignen sich darum nicht so gut für reisserische Hype-Stories. Aber langfristig werden ihre Auswirkungen dramatisch sein.

Mobiltelefonie

Overhyped: Multimedia-Produktion mit dem Handy

Es ist ja toll, dass es inzwischen schon Mobiltelefone mit 10-Megapixel-Kameras gibt. Aber leider ist die Bildqualität trotzdem noch weit von dem entfernt, was man sich von einer echten Kamera wünschen würde. Und auch toll ist, dass man jetzt Video vom Handy mit Diensten Wie Qik oder Kyte sogar live streamen kann. Aber im Ernst: Wer bitte ausser den allergrössten Fans von Robert Scoble schaut sich diese wackligen, pixeligen Machwerke dauerhaft an? Kameras in Mobiltelefonen sind und bleiben Notnägel.

Underhyped: GPS in Mobiltelefonen

Beinahe unbemerkt hingegen finden sich immer mehr echte GPS-Empfänger in Mobiltelefonen. Das ist die wirkliche Revolution, denn damit wird nicht nur Routenplanung jederzeit möglich, sondern ganz neue location-based Applikationen. Das ist schon lange ein heiliger Gral der Mobilfunkbranche, aber scheiterte bisher an technischen Unzulänglichkeiten. Mit GPS überall und zu jeder Zeit wird dieses Potential endlich Wirklichkeit.

Online-Werbung

Overhyped: Werbung in Social Networks

Zwar haben Facebook, Myspace und Co. beeindruckende Traffic-Zahlen, aber mit der Kommerzialisierung hapert es weiterhin. Wenn man Marktforschern glauben darf, machen zwar die grössten Social Networks durchaus absolut gesehen ansehnliche Umsätze (im dreistelligen Millionenbereich), aber angesichts der enormen Zahlen an Pageviews überzeugt die Kommerzialisierung trotzdem noch gar nicht. Noch schlimmer sieht es bei Widget-Herstellern aus, die mit geschätzten Totalumsätzen von $40 Mio. für 2008 eher noch in die Kategorie "Kleinkram" fallen. Bisher hat noch niemand rausgefunden, wie man das Wissen über Useridentitäten wirklich in klingende Münze umsetzen kann. Die meisten aktuellen Meinungen dazu beschränken sich auf ein etwas verzweifeltes "Das muss doch irgendwie gehen".

Underhyped: Behavioral Targeting

Für Online-Werbung ist es nicht unbedingt so interessant, was ein User an ganz allgemeinen Interessen und Kontakten hat, sondern wofür er sich jetzt im Moment interessiert. Diese Erkenntnis hat Google zu enormer Profitabilität verholfen. Die nächste Welle könnte das "Behavioral Targeting" sein, das das Userverhalten über mehrere Sites hinweg verfolgt und massgeschneiderte Werbung präsentiert. Wer sich zum Beispiel gerade viel auf Auto-Websites aufhält, kriegt mehr Autowerbung zu sehen. Bisher krankt diese Methode noch daran, dass sich natürlich allerlei kritische Fragen hinsichtlich Datenschutz stellen, aber wenn da erstmal mehr Klarheit herrscht, dürfte diese Form der Werbung abheben -- und vielleicht sogar den Social Networks zu mehr Umsatz verhelfen.

Suchtechnologie

Overhyped: Semantic Search

Google hat die Websuche mit dem PageRank-Algorithmus revolutioniert, und allerlei Startups suchen seither nach dem Geheimrezept für die nächste Revolution. Aktueller Favorit: Semantische Suche, also Algorithmen, die dank künstlicher Intelligenz die Inhalte "verstehen" und so bessere Relevanz und gar Interpretation der Resultate bieten. Allerdings sind die Produkte einschlägiger Firmen wie PowerSet bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nicht nur sind die abgedeckten Bereiche sehr klein (z.B. nur Suche in Wikipedia statt im ganzen Web), die Resultate sind auch nicht wirklich besser als die klassischer Suchmaschinen. Viel Aufwand für wenig Nutzen.

Underhyped: Menschliche Intelligenz

Ein offenes Geheimnis ist, dass die erfolgreichsten Suchmaschinen ihre Algorithmen laufend manuell tunen. Menschen sind eben doch besser im Verständnis von Inhalten als Maschinen. Google beschäftigt angeblich gar ganze Heerscharen menschlicher Tester, die laufend die Relevanz von Suchresultaten prüfen und anpassen. Als Hilfe werden zwar auch Algorithmen mit künstlicher Intelligenz verwendet, aber der Schlüssel ist eben immer noch der menschliche Input. Das hören KI-Hardliner nicht gern, aber es ist die Realität. Und Dienste wie Amazons Mechanical Turk machen solche menschlichen Leistungen sogar für Startups erschwinglich.

Online-Video

Overhyped: User-generated Video

Youtube ist die mit Abstand grösste Videoplattform, und die meisten Leute denken in diesem Zusammenhang an "User Generated Content" -- jeder Benutzer sein eigener Regisseur. Aber wie viele der der beliebtesten Videos stammen wirklich von Amateuren? Nicht mehr viele. Abgesehen von ein paar komisch lachenden Babies sind fast alle der Top-Videos auf YouTube inzwischen professioneller Content, primär aus dem Musikbereich. Youtube hat MTV als Musikvideo-Abnudelkanal ersetzt. Zeitverschwendung ist mit professionell produzierten Inhalten auf die Dauer wohl doch schöner als mit amateurhaften Mini-Filmchen.

Underhyped: Profi-Content

Die grösste Überraschung im amerikanischen Internetmarkt dieses Jahr war vielleicht der Erfolg von Hulu, einer von den Medienriesen NBC und Fox gestarteten Videoplattform, die sich durch Werbung finanziert. Zum Start wurde Hulu von mit Hohn und Spott übergossen, jetzt sind die Kritiker angesichts der beeindruckend steigenden Trafficzahlen ziemlich still geworden. Kein Wunder, bei Top-Inhalten wie "The Office", "The Daily Show" oder "Saturday Night Live". Anders als die Youtube-Konkurrenz verkauft Hulu auch noch wirklich überall Werbung. Das zeigt, dass "Old Media" eben doch noch Erfolge hinlegen kann, wenn die Mischung stimmt.

Informationskonsum

Overhyped: RSS

Dank RSS kann sich jeder seine Informationskanäle selbst auswählen und zusammenstellen, ohne Filterung durch Redaktionen, so die Theorie. Und das machen ja auch viele Early Adopter und Informationsjunkies. Nur: Wer heute noch mit der hohen Zahl der RSS-Feeds angibt, die er in seinem Reader abonniert hat, macht sich nur noch lächerlich. Denn was viele RSS-User schnell gemerkt haben: Masse ist nicht gleich Klasse. In der durch RSS möglich gemachten Informationsflut geht Wichtiges schnell mal unter. Und Mainstream-User haben RSS bis heute nicht akzeptiert, denn die meisten Menschen fühlen sich durch die Informationsflut des modernen Lebens eh schon überfordert und wollen nicht noch mehr Content konsumieren.

Underhyped: Gezielte Informationsfilterung

Was weiterhin fehlt, sind gute, automatische Informationsfilter. Umso erstaunlicher, dass die wenigen, die es wenigstens im Ansatz gibt, immer noch eher ein Schattendasein finden. Im englischsprachigen Raum macht Techmeme mit seinen Schwestersites Memeorandum und We Smirch einen guten Job, und zwar einen besseren als z.B. Google News. In der deutschsprachigen Welt gibt es unter anderem Rivva als vielversprechende Imitation. Aber all diesen Diensten fehlt noch eine weitgehendere Konfigurierbarkeit auf persönliche Ansprüche. Da ist noch viel Raum für innovative Startups.

(Mit Dank an das netzwertig.com-Team und Bettina Hein für Ideen)

Kommentare

  • Toni

    23.06.08 (14:46:29)

    Netter Artikel, oder besser gesagt sehr nette Zusammenfassung! Gibt es das Regelmäßig bei Netzwertig? Gruß Toni

  • Andreas Göldi

    23.06.08 (14:47:41)

    @Toni: Ja, ungefaehr jedes Jahr im Sommerloch :-)

  • biernot

    23.06.08 (15:30:10)

    Wie gewohnt ein genialer Artikel von Andreas welchem ich voll zustimme. Zu Twitter habe ich auch mal was getextet: http://biernot.wordpress.com/2008/06/15/twitter-the-next-hype/

  • Toni

    23.06.08 (15:36:00)

    @Andreas. Würde aber auch einmal im Quartal passen, oder?

  • sascha

    23.06.08 (16:04:04)

    zum thema twitter und rss: beide oberflächlich überschätzt, weil bisweilen falsch genutzt. technisch und im kern aber IMHO genial und irgendwo wegweisend. schade, dass die "out" sind :).

  • CarstenK

    23.06.08 (16:27:35)

    Meine 5 Eurocent: Microblogging: Twitter ist im Augenblick die einzige relevante Microblogging Plattform in D. Und man kann auch deutsche Ereignisse mit Hilfe von summize nahezu live verfolgen. Da die größten deutschen Sozialnetzwerke (*VZ.net) technisch eher in der Steinzeit sind, sind die einzigen Statusmeldungen in D die away-Messages in den IMs. Mobiltelefonie: Leider werden alle Mobilentwicklungen derzeit vom IPhone Hype erdrückt. Da dieses jetzt auch GPS hat kommt vielleicht auch in D etwas Bewegung. Der Kauf von plazes durch Nokia ist hier ein positives Signal. Informationskonsum UND Suchtechnologien Zu erst eine Erklärung für alle die Semantic Web als Web 3.0 aus Vorträgen von irgendwelchen Managern kennen: Web 3.0 ist ein Marketingbegriff. Sonst nichts. Semantic Web ist eine Technologie, die NICHTS mit KI zu tun hat. Semantic Web ist die Technologie, die es ermöglicht unstrukturierte Daten um semantischen Informationen zu ergänzen. Sowohl automatisch als auch manuell werden hier bei der Erstellung der Daten die semantischen Informationen mit erfasst. Solche Informationen sind dann zum Beispiel zugehörige Orte (Geotagging), Personen (per hcard oder Link), Themenbereiche (hier kommen dann Ontologien zum tragen) und Zeitangaben (ganz wichtig aber bei der Technologiebeschreibung oft vergessen). Wenn diese Daten den reinen Informationen hinzugefügt werden, kann man entsprechende personalisierbare Informationsfilter entwickeln, um auch Personen die sich nicht nur für Profifussball, Gamenews oder andere Mainstream-Nachrichten interessieren, mit gezielten Informationshäppchen auf die "richtigen" Seiten zu locken. Und wenn sich dann auch noch die Werbung an die entsprechenden semantischen Informationen anpasst, wird es auch kommerziell sinnvoll bei der Nachrichtenerstellung an das Semantic Web zu denken. So lange die semantischen Informationen aber fehlen, sind für Nischeninteressen Customized Search Engines (Google CSE oder Swicki) und Kombinationen aus News-Suchmaschinen mit Newsfeed (Google , Yahoo, Newsexpress usw.) und RSS-Filter (Yahoo Pipes) die aktuellen (Hilfs-)Lösungen. Ciao Carsten

  • Sven

    23.06.08 (16:52:45)

    Ich denke zu "underhyped" kann man noch OpenID als wichtiges Feature zählen. Wäre schön wenn das mehr Blogger als Feature zum kommentieren integrieren. Dem Rest kann ich voll und ganz zustimmen, vor allem was Twitter betrifft. Bekommt bei meinem Bekanntenkreis (mit einer Ausnahme) imo zurecht null Aufmerksamkeit. Das was nach Twitter kommt ist wichtig - aber ob es friendfeed ist weiß ich noch nicht so genau einzuschätzen.

  • biernot

    23.06.08 (18:33:38)

    Ich sehe OpenID als Overhyped an. Früher habe ich auch immer den Fehler gemacht und habe von mir auf andere geschlossen. Aber versucht euch doch mal in den Otto-Normal-Dau zu versetzen. Der lädt keine Videos bei YouTube hoch oder beteiligt sich mit Inhalten aktiv im Internet. Der Otto-Normal-Dau ist vielleicht bei 1-2 Portalen angemeldet und benötigt daher auch kein OpenID in Zukunft.

  • wortwart

    23.06.08 (20:09:27)

    Vor allem den ersten beiden Punkten würde ich voll zustimmen. Wenn man in der Nerd-Blase steckt, vergisst man oft, dass da draußen kaum einer (auch nicht in der netzaktivsten Generation der 20- bis 30-Jährigen) z.B. Twitter überhaupt kennt. Bei semantischen Techniken wäre ich mit der Einstellung vorsichtig. Einen großen Hype kann ich hier nicht erkennen, ich glaube, die werden ähnlich wie XML erst mal die Industrie durchdringen, während der Endnutzer kaum was mitbekommen wird. Man sollte sich das auch nicht so vorstellen, dass ein Schalter umgelegt wird, und das WWW ist plötzlich semantisch.

  • Sven

    23.06.08 (20:34:54)

    @Biernot: Es hätte ja auch keiner geglaubt , dass man als DAU oder Normalo 2 oder 3 Social Networks (zum Glück wohne ich nicht im Süden) braucht. Oder 2 oder 3 Messenger. Wenn man immer wieder über openID stolpert wie z.B. aktuell bei sixgroups, jimdo, venteria, US-Blogs usw. ist das doch eine schöne Entwicklung. Die "meine Daten gehören mir"-Geschichte ist nicht mehr zu stoppen und der nächste mediale Gau im studivz-stil ist wohl nur noch eine Frage der Zeit (manche hören ja schon allyve in die Falle gehen). Für den DAU ist openID (wenn man ihm es vernünftig erklärt) hilfreicher als Twitter oder die nächste Facebook-Profil-Schändung. Ich nutze auch openID bisher nur rudimentär aber das liegt wohl auch noch an den begrenzten Möglichkeiten in D. Wenn openID mehr und mehr von Blogs, Communitys und Foren eingebunden wird hat es doch einen kleinen Hype verdient. Klar, ist kein VC-Greifer aber das macht es in meinen Augen umso sympathischer :-) Hab mal eben openID bei Computerbild.de (als Medium für DAU & Normalos) durchsucht - 1 Artikel zu einem der obengenannten Seiten sonst nix (zu Twitter gibt es gar nix). Der DAU ist beispielsweise auch ein Foren-Hopper für Foreneinträge wie "Welchen Laptop soll ich kaufen - schwarz oder silber?" und bevor der dabei zum x-ten mal "uwe123" als Passwort verwendet kann sollte man ihm auch andere Möglichkeiten bieten. Oh, länger geworden als ich dachte :-)

  • Marcel Weiss

    23.06.08 (21:28:45)

    Sascha: zum thema twitter und rss: beide oberflächlich überschätzt, weil bisweilen falsch genutzt. technisch und im kern aber IMHO genial und irgendwo wegweisend. Sehe ich auch so. Nur weil eine neue Technologie oder ein neuartiger Dienst, dessen Nutzung man erst lernen muss, nicht innerhalb von wenigen Jahren im Mainstream ankommt, wird es sofort als gescheitert betrachtet. Ich möchte die grundlegend den Alltag verändernde Technologie sehen, die von Erfindung und erstem Einsatz bis zum Mainstreameinsatz weniger als 5 Jahre brauchte. Im Internet geht vieles schneller, man sollte die Erwartungen aber auch nicht zu hoch hängen. RSS dürfte zumindest im Hintergrund die nächsten Jahrzehnte die Verbreitung von Informationen nahezu völlig übernehmen. RSS schließt ja übergeschaltete Filter nicht aus.

  • Christoph Lüscher

    23.06.08 (21:42:53)

    Exzellenter Post. Sommerloch zu 98.5% gefüllt. Die restlichen 1.5% investiere ich in GPS+Mobile und Behavioral Targeting - und natürlich in gezielte Informationsfilterung. Bitte erst im Herbst wieder nachfüllen, ich möchte nichts verpassen.

  • biernot

    23.06.08 (23:43:35)

    Na, der DAU schreibt eben nicht in Foren und informiert sich aktiv ;) Der ist schreibfaul und fragt lieber den Kollegen auf der Arbeit ;) Außerdem sind die allermeisten Leute nur ein einem Social Network. Und das ist dann ein Mainstream Network wie StudiVZ, WKW, MySpace oder so. Ich als Heavy Internet User melde mich im Jahr vielleicht bei zwei oder drei Diensten mit meinen realen Daten an. Sonst ohnehin immer nur mit Fake Angaben ;)

  • Ilija Sikic

    24.06.08 (09:24:53)

    Gute Orientierung. Danke PS Winterloch nicht vergessen! Ilija Sikic

  • yabadabidu

    24.06.08 (15:54:24)

    Lieber Andreas Was ich an dir schätze ist dein hoher Realitätssinn. Ich stimme mit Dir überein mit deiner Liste. Ich bin so ein interessierter Normalo und bei gewissen Dinge fehlt mir einfach das Verständnis, was denn der Nutzen sein soll, so bei Twitter. Warum muss ich wissen, was jetzt Peter, Andreas, Britta oder andere gerade machen. Wahrscheinlich spielt auch mein Alter eine Rolle mit Ende 30. Da bin ich wohl ein alter Sack, auch wenn ich seit 13 Jahren im Web bin. Viele Geeks übersehen leider, dass nicht jede ihrer Ephorien auch im Mainstream ankommt, geschweige denn, dass sich damit Geld verdienen lässt. Moore hat es so schön in seinem Buch formuliert: "Nicht alles was die Geeks toll finden, findet die early majority auch gut." Die Mehrheit der Menschen ist eben etwas "langweiliger" als die Geeks, die alles ausprobieren. Sie fragen mehr nach dem Nutzen, sie wollen eine saubere, sprich verständliche Value Proposition. Häufig sind die Geek Produkte sehr nette Features, aber eben keine Produkte, die man verkaufen kann. Und alles nur noch über Werbung zu finanzieren, ist nicht einfach, wie Andreas schon häufiger geschrieben hat. Internet Werbung ist ein toughes Geschäft, weil sie eben transparent und messbar ist. Hier zählen eben nur Conversion Rates. Für Imagewerbung ist das Internet nicht gut gemacht, denn die erfolgt nicht auf Facebook Seiten, sondern die Werbetreibenden haben eigene Microseiten, die mit Unterhaltung, etc. ködern. Dabei gibt es noch genügend Bereich, wo Menschen bereit sind Geld zu zahlen, so lange sie einen Nutzen bekommen. StudiVZ mag zwar höher bewertet sein, aber Geld verdient Holtzbrinck wohl eher mit Parship. Es gibt noch genügend Gelegenheiten, mit Internetapplikationen mehr Transparenz in intransparente Märkte zu bringen. Mietwagenmarkt.de ist so eine wunderbare Seite. Letzte Woche Mietwagen für Mallorca gesucht, einmal meine Daten für die Anmiete eingegeben und schon hatte ich eine Übersicht über alle Anbieter. Da ist noch Potential! Auch gelten von Andreas letztes Jahr genannte Underhyped Punkte immer noch, so ganz klar die Loslösung des Internetaccess vom PC/Mac hin zu mobilen Endgeräten, dazu gehört auch der GPS Empfänger im Mobilgerät. Da ist auch noch viel, viel Potential! Es kommt nicht über Nacht, aber es kommt gewaltig. Gruss Yabadabidu

  • Jürg Stuker

    24.06.08 (19:56:47)

    Hi hi. Underhyped: Menschliche Intelligenz.

  • Christoph Möller

    24.07.08 (12:17:32)

    Semantische Suche, also Algorithmen, die dank künstlicher Intelligenz die Inhalte “verstehen” und so bessere Relevanz und gar Interpretation der Resultate bieten. Mit künstlicher Intelligenz hat das nix zu tun. Davon sind wir noch mindestens 10 Jahre entfernt. Semantische Suche ist deswegen noch nicht gut, da die Datenbasis fehlt. Powerset nutzt daher neben der Wikipedia auch www.Freebase.com , eine Art semantische Variante der Wikipedia. Hieraus kann Powerset direkt die richtige Antwort beziehen: How big is Mexico? http://www.powerset.com/explore/go/How-big-is-Mexico%3F Where is Paseo de la Reforma? http://www.powerset.com/explore/go/Where-is-Paseo-de-la-Reforma%3F When was Mexico City established? http://www.powerset.com/explore/go/When-was-Mexico-City-established%3 F How many people are living in Mexico City? http://www.powerset.com/explore/go/How-many-people-are-living-in-Mexi co-City%3F When was Marcelo Ebrard born? http://www.powerset.com/explore/go/When-was-Marcelo-Ebrard-born%3F What is the Political party of Marcelo Ebrard? http://www.powerset.com/explore/go/What-is-the-Political-party-of-Mar celo-Ebrard%3F What schools did Andrés Manuel López Obrador attend? http://www.powerset.com/explore/go/What-schools-did-Andr%C3%A9s-Manue l-L%C3%B3pez-Obrador-attend%3F What is the profession of Queen Elizabeth II? http://www.powerset.com/explore/pset?q=What+is+the+profession+of+Quee n+Elizabeth+II%3F Who are the parents of Queen Elizabeth II? http://www.powerset.com/explore/pset?q=Who+are+the+parents+of+Queen+E lizabeth+II%3F How tall is Queen Elizabeth II? http://www.powerset.com/explore/pset?q=How+tall+is+Queen+Elizabeth+II %3F Where was Queen Elizabeth II born? http://www.powerset.com/explore/pset?q=Where+was+Queen+Elizabeth+II+b orn%3F Who did Madonna marry? http://www.powerset.com/explore/pset?q=Who+did+Madonna+marry%3F How did John Belushi die? http://www.powerset.com/explore/pset?q=How+did+John+Belushi+die%3F Who stars in the television show Heroes? http://www.powerset.com/explore/pset?q=Who+stars+in+the+television+sh ow+Heroes%3F

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