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11.09.12 07:30

, von Martin Weigert

Social TV: Tweek streamt die ARD Mediathek

Die Berliner TV-Empfehlungs-App Tweek verstärkt ihre Bestrebungen, nicht nur Tipps für Filme und Fernsehsendungen zu liefern, sondern die jeweiligen Inhalte auch direkt darzustellen. Ab sofort kann Content der ARD Mediathek direkt aus Tweek gestreamt werden.

Als die Macher der sozialen TV-Empfehlungs-App Tweek im Juni eine Kooperation mit dem Streamingdienst Zattoo bekanntgaben, war dies für die Berliner zwar ein wichtiger Schritt, aber aus Nutzersicht noch nicht perfekt: Denn wenn Anwender in Tweeks iPad-App von Freunden empfohlene, gerade im herkömmlichen TV gezeigte Sendungen via Zattoo streamen möchten, leitet sie Tweek dafür in Zattoos iPad-App weiter. Komfortabler wäre, wenn der Stream direkt innerhalb von Tweek starten würde. Eine derartig tiefe Integration gestattet Zattoo jedoch bisher nicht, und angesichts des zum Streaming eingesetzten P2P-Verfahrens wäre eine entsprechende Einbettung in eine externe App recht anspruchsvoll.

On-Demand-Inhalte lassen sich dagegen einfacher integrieren - sofern der jeweilige Sender kein Problem damit hat. Content aus der ZDF Mediathek und der ORF Mediathek kann schon seit dem Launch direkt aus Tweek gestreamt werden. In der vergangenen Woche nun kam ein weiterer wichtiger Partner hinzu: Ab sofort stehen auch Sendungen aus der ARD Mediathek direkt über die App als kostenloser On-Demand-Stream zur Verfügung - so lange, wie sie auch über ardmediathek.de abrufbar sind. Gemäß Rundfunkstaatsvertrag sind dies leider oft nur sieben Tage nach der TV-Ausstrahlung.

iTunes-Inhalte sind bei Tweek-Nutzern populär

Wenn ein Tweek-Nutzer von vielen Kontakten den Tatort empfohlen bekommt, erhält er auf dem entsprechenden Sendungsprofil bei Tweek sowohl den Hinweis auf die nächste Live-Ausstrahlung, deren direkt verlinkter Stream über Zattoo angeschaut werden kann, sowie eine Auflistung älterer Folgen und Trailer, von denen die in der ARD Mediathek abrufbaren sofort über die Tweek-App gestreamt werden können. Wie gehabt liefert Tweek auf den Profilseiten der einzelnen Sendungen außerdem Links zu externen Videoangeboten wie YouTube, iTunes und Lovefilm. Von allen Klicks innerhalb der App auf externe Videoangebote entfielen in der vergangenen Woche 33 Prozent auf iTunes, 23 Prozent auf Zattoo, 17 Prozent auf die ZDF Mediathek, neun Prozent auf die neu eingebaute ARD Mediathek und fünf Prozent auf Lovefilm.

Zugriff auf Empfehlungen von zwei Millionen Facebook-Profilen

Mit der ARD-Kooperation unterstreichen die Hauptstädter ihre Ambitionen, zur direkten Einstiegsoberfläche für alle persönlichen TV- und Videoinhalte zu werden, statt einfach nur personalisierte Programm- und Filmempfehlungen auf Basis der Likes von Facebook-Freunden bereitzustellen und Anwender dann bei der Suche nach diesen Inhalten alleine zu lassen. In einem Gespräch auf dem gerade in Köln stattfindenden European Pirate Summit verriet mir Tweek-Mitbegründer Marcel Duee, dass der Dienst mittlerweile rund acht Millionen relevante Likes von zwei Millionen Facebook-Profilen für die Empfehlungen nutzen könne. Dabei handelt es sich sowohl um die Profile der Anwender, die sich bei Tweek registriert und ihr Konto mit Facebook verbunden haben, als auch um all deren Facebook-Kontakte.

iPhone-App kommt

Duee zeigte mir außerdem eine der iPad-Version nachempfundene, aber für den kleineren Bildschirm optimierte Tweek-iPhone-App, die in naher Zukunft veröffentlicht werden soll. Präsent in Deutschland und Großbritannien, läuft Deutschland bisher nach den Worten von Duee besser, was zum großen Teil auf die größere Zahl an Partnerintegrationen hierzulande zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist sein Eindruck, dass die Marktteilnehmer auf der britischen Insel offener für Experimente und neue Ansätze sind als die in Deutschland.

Mittlerweile beschäftigt Tweek acht feste und drei freie Mitarbeiter. Ihren Lohn erhalten diese aus den Mitteln einer zur Lancierung im Frühjahr bekanntgegebenen sechsstelligen Kapitalspritze, sowie aus den Umsätzen, die aus den Provisionen für vermittelte kostenpflichtigen On-Demand-Inhalte (zum Beispiel iTunes oder Lovefilm) erwirtschaftet werden. Wechselt ein Nutzer von Tweek in einen Zattoo-Stream, beteiligt der Zürcher TV-Dienst die Berliner außerdem an den dadurch generierten Werbeeinnahmen.

Differenzierung vom Wettbewerb

Mit der Integration von Videocontent differenziert sich Tweek noch deutlicher als bisher von hiesigen Social-TV-Apps wie TunedIn, Zapitano und Couchfunk, die sich auf den Empfehlungs- und Interaktionspart rund um Film- und Fernsehkonsum konzentrieren und damit waschechte Second-Screen-Apps darstellen. Tweek hingegen zielt eher darauf ab, dem "First Screen", also dem heimischen TV-Gerät, Konkurrenz zu machen.

Wie am Freitag berichtet, entsteht in Schweden mit Magine gerade ein potenzieller Kontrahent für Tweek, der sich ebenfalls zum zentralen Dreh- und Angelpunkt für alle persönlichen TV- und Videoinhalte entwickeln möchte. Bis der Service, der sämtliche Rechte aufwändig selbst lizensiert, aber in anderen Märkten außerhalb Skandinaviens antreten kann, dürften noch einige Jahre vergehen.

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Kommentare: Social TV: Tweek streamt die ARD Mediathek

Ich finde ja die Überschrift von heise dazu sehr cool: "Tweek will Entdeckngs-Plattform für Film und Video werden" wtf?

Diese Nachricht wurde von Rick am 11.09.12 (08:16:25) kommentiert.

Reicht es denn nicht, die Mediathek so im Internet abzurufen? Wer sich wirklich für Sendungen von ZDF und ARD interessiert braucht dazu sicher keinen extra Anbieter.

Diese Nachricht wurde von Ferrari am 11.09.12 (09:13:24) kommentiert.

Ein Hinweis auf only-iPad and no-Android gleich im ersten Satz oder Abschnitt wäre günstig. Spart viel Zeit fürs Suchen.

Diese Nachricht wurde von Michael am 12.09.12 (05:17:37) kommentiert.

Braucht das denn jemand? Ich habe dieses Jahr ungefähr gesamt gefühlte 2 Minuten und 33 Sekunden mit dem Programm von ARD und ZDF verbracht... ...und das war meiner Meinung nach schon zu viel verschwendete Lebenszeit. ;)

Diese Nachricht wurde von Ley am 12.09.12 (10:06:40) kommentiert.
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