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19.03.12Kommentieren

Social TV: Tweek startet in Deutschland und Großbritannien

Tweek aus Berlin hat heute auf dem London Web Summit den offiziellen Startschuss für seine iPad-App gegeben, die Film-, Serien- und TV-Empfehlungen auf Basis der Präferenzen von Facebook-Kontakten liefert.

 

Der Markt der Social-TV-Startups, die das Film- und Fernseherlebnis durch Empfehlungen und Meinungen anderer Nutzer bereichern wollen, wächst stetig. Erst dieser Tage gab mit Zapitano ein weiterer derartiger Anbieter aus Deutschland sein Debüt. Auch TunedIn (unser Review) und Couchfunk (unser Review) buhlen um die Sympathien der Zuschauer. Das grundsätzliche Konzept der Dienste ähnelt sich, die Unterschiede liegen zumeist im Detail.

Differenzierung tut also Not. Das Berliner Startup Tweek versucht, diese durch eine Fokussierung auf den großen "Second Screen" zu erreichen, nämlich das Tablet. Ende vergangenen Jahres lancierten Klaus Hartl, Sven Koerbitz und Marcel Duee ihre für das iPad optimierte Browser-App in geschlossener Beta Phase, die innerhalb einer hübschen Oberfläche von den eigenen Facebook-Kontakten favorisierte Filme und Serien empfahl.

Bei der funktionell beschränkten Anwendung handelte es sich - wie das Beta-Label auch signalisiert - tatsächlich nur um ein Vorprodukt. Heute hat das Trio aus Berlin auf dem London Web Summit den Startschuss für die Tweek iPad-App gegeben, die ab sofort in Deutschland und Großbritannien im App Store zu finden ist.

In ihrer Pressemitteilung bezeichnen die Hauptstädter Tweek als "ersten personalisierten TV Guide fürs iPad in Deutschland und Großbritannien". Ob diese Aussage so zutrifft, darüber kann man sich streiten: denn auch Zapitano gibt es für das iPad. Und auf der britischen Insel - Tweeks erstem Auslandsmarkt - bietet mit zeebox zudem ein lokales Startup einen sozialen iPad-Begleiter für das aktuelle Fernsehprogramm an. Im Gegensatz zu den Kontrahenten baut Tweek aber vollständig auf Facebook und dem Social Graph der Nutzer auf - aus diesem Blickwinkel würde die Behauptung wieder stimmen.

Im Vergleich zum Beta-Produkt ist aus der Browser-App nicht nur eine native Applikation geworden - gleichzeitig hat Tweek eine Reihe neuer Features bekommen (eine Beschreibung der grundsätzlichen Funktionsweise findet ihr in unserem ersten Artikel zu Tweek). Dazu gehört sowohl die Integration von länderspezifischen Programmguides für Live-Fernsehen sowie die Verknüpfung der gelisteten Sendungen und Filme mit einer Reihe von anderen iPad-Apps und Onlinediensten, die das On-Demand-Streaming der Inhalte erlauben.

Tweek-Mitgründer Marcel Duee betont besonders die Bedeutung des parallelen Launchs in Deutschland und Großbritannien. Die Internationalisierung von TV-Diensten sei eine besondere Herausforderung, weil der Fernsehmarkt stark regional und länderspezifisch geprägt ist. Deshalb war es wichtig für die Hauptstädter, den UK-Start im Rahmen der London-Web-Summit-Konferenz zu verkünden, einem der wichtigsten Branchenevents in Großbritannien.

Persönlich gelang es mir bisher nicht, mich für Social-TV-Apps zu begeistern, was allerdings auch einfach auf mein alternatives Film-/TV-Konsumverhalten zurückzuführen sein könnte. Live-Fernsehen schaue ich eigentlich nur noch bei echten Live-Events wie Sportereignissen. Ansonsten steht für mich Video-On-Demand im Vordergrund. Für das Auffinden interessanter Inhalte verlasse ich mich da bisher lieber auf personalisierte Filmentdeckungsmaschinen wie foundd (Review). Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass sich dies künftig ändert. Es liegt an Tweek und seinen Wettbewerbern, Zuschauer vom echten Mehrwert zu überzeugen. Und optisch überzeugt Tweek schonmal sehr.

Link: Tweek

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