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20.10.10Leser-Kommentare

Social Search: Google unterstreicht seine Experimentierfreude

Eine Woche, nachdem Bing und Facebook ihren Schritt zur sozialen Suche bekannt geben haben, zeigt Google, dass es bei dem Trendthema "Social Search" trotz der fehlenden Facebook-Partnerschaft experimentierfreudig ist.

 

In der vergangenen Woche gaben die Microsoft-Suchmaschine Bing und Facebook eine Kooperation bekannt, in deren Rahmen Ergebnisse von Bing mit "Likes" der persönlichen Facebook-Freunde angereichert werden - ein Schritt, der nicht nur das Thema der sozialen Suche ins Rampenlicht bringt, sondern auch Google schlecht aussehen lässt, das über öffentliche Status-Updates hinaus keinen derartigen Zugriff auf personalisierte Facebook-Daten hat.

Dass Suchmaschinen-Krösus Google dennoch alles daran setzen würde, den Social-Search-Trend zu forcieren, daran bestand kein Zweifel. Nur wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Bing-Facebook-Zusammenarbeit präsentiert Google ein Resultat seiner Arbeit, wie Malcolm Coles aufgefallen ist (viavia):Für ausgewählte populäre Suchbegriffe zeigt Google auf seiner US-Site oberhalb der regulären Resultate bereits seit längerem eine Auswahl aktueller Nachrichtenartikel an. Seit neuestem taucht dort neben den verlinkten Beiträgen auch ein Hinweis dazu auf, wie viele User den jeweiligen Link in sozialen Netzwerken weiterempfohlen haben ("Shared by 10+").

Ich habe testweise nach verschiedenen bekannten Personennamen gesucht - bei Eric Schmidt oder Barack Obama tat sich nichts, bei "Steve Jobs" hingegen erschien Googles "Universal Search"-Box oberhalb der Suchbegriffe, inklusive des Hinweises auf die Zahl der Empfehlungen im Social Web. Ein Klick auf diese Angabe führt zu Googles im Vorjahr gestarteter Echtzeitsuche mit einer Auflistung von Tweets, öffentlichen Status-Updates bei Facebook oder MySpace sowie FriendFeed-Postings (Tweets dominieren wenig überraschend).

[photos title="Google vereint Echtzeitsuche und Social Search"]

Ebenfalls neu ist die zusammenfassende Nennung der Zahl von Echtzeit-Ergebnissen zum Suchbegriff, die ebenfalls oberhalb der herkömmlichen Resultate platziert wird und in meinem Test auf "59 recent updates from Twitter, MySpace, Facebook, and more for steve jobs" verwies. Wer hier klickt, landet ebenfalls bei der Echtzeitsuche mit kürzlich publizierten Updates aus dem Social Web.

Natürlich unterscheiden sich die jüngsten Vorstöße von Bing und Google: Bing berücksichtigt Likes der persönlichen Facebook-Kontakte und zeigt diese im Kontext seiner Resultate an. Google setzt im aktuellen Beispiel nicht auf individualisierte Ergebnisse, sondern eher auf die "Weisheit der Masse". Wenn viele Nutzer einen Artikel über Twitter & Co weiterempfehlen, muss er lesenswert und von Bedeutung sein - so der (nicht unanfechtbare) Grundgedanke hinter diesem Ansatz.

Aufgrund des Mangels einer Partnerschaft mit dem zur Zeit führenden Social Network Facebook ist Google momentan auf diesen Ansatz beschränkt. Zwar bietet der Internetriese auch eine personalisierte "Social Search"-Option, aber diese bezieht ihre Daten aus dem persönlichen Social Graph bei Google. Dieser ist für viele Nutzer durchwachsener, unvollständiger und weniger repräsentativ für den realen Bekannten- und Freundeskreis, als dies bei Facebook der Fall ist.

Man kann davon ausgehen, dass die neue Funktion nur eine Vorstufe kommender Suchangebote von Google ist, die Echtzeit- und Social-Web-Aspekte noch stärker berücksichtigen werden. Immerhin warten wir alle gespannt auf den angekündigten "Social Layer".

Um das neue Feature in Aktion zu sehen, könnt ihr diesem Link folgen. Eventuell ist in den Google-Einstellungen eine Umstellung eurer Sprache auf Englisch notwendig.

Kommentare

  • Tom

    20.10.10 (09:56:57)

    Wenn die die “Weisheit der Masse” darin besteht zu 1000den Sachen wie auf http://mein-spruch.de und anderen Seiten zu Liken dann stelle ich den Nutzen für eine Suchfunktion in Frage. Ausserdem ist die FB Like Funktion für Spammer viel zu leicht über Clickjacking missbrauchbar wie Suchen in Google nach Facebook & Malewar od. Trojan ergeben

  • Meeresbiologe

    20.10.10 (12:43:16)

    Ich würde Googles Experimentierfreude nicht als etwas Besonderes hinstellen, sondern sie für eine Selbstverständlichkeit des Internets allgemein und somit auch für eine Selbstverständlichkeit der wichtigsten Suchmaschine halten. Internet bedeutet ständig neue weitere Vernetzung und damit zwangsläufig ständiges Experimentieren mit neuen Funktionen, Verknüpfungen und Erweiterungen. Selbst bei einer guten Suchmaschine wie Google sehe ich hierfür noch großen Erweiterungsbedarf (z.B. Ordnerstrukturen in Google Lesezeichen, direkte Ablagemöglichkeit von Links aus der Google-Suche oder Google Reader in einzelne Labels der Leszeichen usw. usf.). Auch in der direkten Verbindung seiner Dienste mit Social-Network-Funktionen hat Google m.M. bisher viel Potenzial verschenkt. Auf diesem Social-Auge scheint Google trotz zarter Versuche wie diesem bisher leider noch irgendwie blind zu sein.

  • Meeresbiologe

    20.10.10 (22:47:45)

    PS. Als nächstes Experiment könnte bei Google z.B. auch eingerichtet werden, dass man von der deutschen Google-Suche zu bestimmten internationalen Suchwörtern auch gleich links die vollständigen englischsprachigen Suchergebnisse für solche Stichwörter anklicken kann. Ist ziemlich umständlich, dafür immer extra erst das englischsprachige google.com anschmeißen zu müssen.

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