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24.06.10

Social Networks: Sättigungspunkt erreicht

Fittkau & Maaß hat die Nutzung sozialer Netzwerke in Deutschland unter die Lupe genommen. Das Ergebnis hält einige Überraschungen bereit.

Die Marktforscher von Fittkau & Maaß Consulting GmbH veröffentlichen gelegentlich spannende Untersuchungen zu Internetthemen. In einem aktuellen Blogeintrag publizieren sie einige Charts rund um die Nutzung sozialer Netzwerke in Deutschland.

Die Studie kommt zu erstaunlichen Ergebnissen:

  • Rund 62 Prozent der Internetnutzer in Deutschland besuchen Social Networks. Dieser Wert ist seit dem Herbst vergangenen Jahres konstant, was den Schluss nahelegt, dass Netzwerkdienste ihren Sättigungspunkt erreicht haben könnten.
  • Nur 35 Prozent der Internetnutzer in Deutschland sind regelmäßige Anwender sozialer Netzwerke und besuchen diese mindestens einmal pro Woche.
  • Nur 40 Prozent der regelmäßigen Anwender sozialer Netzwerke sind aktive Nutzer, der Rest (55 Prozent) verhältlich sich eher passiv bzw. beobachtend.
  • Von den regelmäßigen Anwendern gehen nur 28 Prozent, also nicht einmal jeder Dritte, davon aus, die Nutzung von Social Networks in Zukunft noch zu intensivieren.

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass nur 14 Prozent aller Internetnutzer aktiv kommunizierende, gestaltende Social Networker sind.

Die größte Überraschung folgt aber erst noch: Die Marktforscher visualisieren an sechs führenden Anbietern in Deutschland, wie sich das Verhältnis von aktiven zu passiven Nutzern darstellt. Dabei zeigt sich, dass MySpace, viel gescholtener Ex-Weltmarktführer unter den Netzwerken, den größten Anteil aktiver Mitglieder hat, nämlich 55,8 Prozent. Facebook rangiert hinter studiVZ und meinVZ. Dass Geschäftsnetzwerk Xing besitzt deutlich weniger aktive User, was allerdings aufgrund der anders gearteten Nutzungsszenarien nicht verwundert.

Fazit

Zumindest laut dieser Untersuchung ist der Markt für Social Networks in Deutschland also mittlerweile gesättigt - fast 40 Prozent der Bevölkerung mit Internetzugriff scheint keinerlei Interesse an Onlinenetzwerken zu haben. Ein im Vergleich zu anderen Ländern sehr höher Wer t.

Das bedeutet, dass zkünftiges Wachstum einzelner Anbieter vermehrt auf Kosten von Konkurrenten gehen wird. Damit bestätigt sich, was ich kürzlich bereits in einem Artikel angemerkt hatte: Die zu erwartende weitere Expansion von Facebook wird andere Anbieter in Deutschland langsam aber sicher gegen die Wand drücken.

Und was MySpace betrifft, gilt womöglich das alte Sprichwort: Totgesagte leben länger.

(Illustration: stock.xchng)

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