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12.01.10Leser-Kommentare

Social Networks: Facebooks Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen

Facebooks Auswirkung auf Dating und Beziehungsleben können nicht überschätzt werden. Eine Bestandsaufnahme.

KussMit über 350 Millionen Mitgliedern spielt Facebook für den Alltag vieler Menschen eine immer größere Rolle. Entsprechend intensiv werden allerorts die Konsequenzen diskutiert, welche die Ausbreitung des Social Networks mit sich bringt. Meist stehen Fragen zu Datenschutz und Privatsphäre, zu den Auswirkungen auf die Werbe- und Medienindustrie oder zur angeblichen sozialen Isolierung durch zu intensives Netzwerken im "Cyberspace" im Vordergrund.

Besonders spannend und wichtig ist in meinen Augen jedoch ein anderer, weniger häufig debattierter Aspekt, nämlich die Folgen der Verbreitung von Facebook (und anderer, ähnlicher sozialer Netzwerke) auf zwischenmenschliche Beziehungen. Facebook greift tief in die kommunikativen und psychologischen Vorgänge ein, die sich von der Anbahnung über das Bestehen bis hin zum Ende von Liebesbeziehungen abspielen.

Es lassen sich grundlegende Veränderungen der bisher gültigen Prozesse im Dating- und Beziehungsbereich beobachten, ausgelöst von den neuen technischen Möglichkeiten, die Facebook seinen Nutzern bereitstellt, um miteinander zu kommunizieren - und sich gegenseitig zu überwachen.

Als "Post-Breakup Facebook Effect" - also ungefähr "Facebook-Effekt nach dem Beziehungsende", bezeichnete Nick O'Neill bei All Facebook kürzlich das, was verstärkt zu beobachten ist, wenn (vorrangig weibliche) Facebook-Nutzer ihren Beziehungsstatus von "In einer Beziehung" auf "Single" ändern: Damit verkünden sie nicht nur offiziell und für alle Kontakte über den Newsfeed ersichtlich das Ende ihrer Beziehung, sondern ermöglichen zugleich (vorrangig männlichen) Kontakten, ihre Avancen zu machen und Interesse zu zeigen.

Quelle: All Facebook

Während sich früher die Kunde über das Aus einer Beziehung mit unterschiedlicher Geschwindigkeit im Freundes- und Bekanntenkreis herumsprach, kann dies heute blitzschnell geschehen. Gleichzeitig lassen heimliche Verehrer nicht sofort die Maske fallen, wenn sie ihr aufgeflammtes Interesse hinter einem Kommentar mit Beileidsäußerungen, einem auflockernden Witz oder einem frechen Spruch verstecken. Mit einem persönlichen Anruf, wie er vor der Social-Networking-Ära in einem solchen Fall notwendig gewesen wäre, hätten sie dagegen sofort alle Karten offengelegt (und Mut bewiesen).

So kann nach dem Tal der Tränen für Facebook-Nutzer die Welt auch ganz schnell wieder rosarot aussehen. Was natürlich erst dann richtig offiziell wird, wenn der Newsfeed verkündet, dass XYZ nun in einer Beziehung ist. Hat ein User dazu noch angegeben, wer der oder die Auserwählte ist, informiert Facebook auch darüber und verlinkt den Namen des Partners/der Partnerin mit dessen/deren Profil.

Danach beginnt ein neues, in meinen Augen kritisches Kapitel: In nicht wenigen Beziehungen gibt es Eifersucht. Häufig ist es nur ein Partner, ab und zu sind es beide. Und häufig zeigt sich dies erst nach einigen Monaten des Zusammenseins. In einer Welt ohne soziale Netzwerke würden die Beteiligten einander nachspionieren, Freunde über das Verhalten des Partners/der Partnerin ausfragen oder in seinem/ihrem Mobiltelefon nachschauen, mit wem per SMS oder Telefonat Kontakt aufgenommen wurde.

Dank Facebook & Co. aber können sich eifersüchtige Menschen in einer Beziehung nun ganz einfach dadurch verrückt machen, gelegentlich einen Blick auf die Profilseite der besseren Hälfte zu werfen. Dort analysieren sie ausgiebig, mit wem der Partner befreundet ist, bei welchen seiner/ihrer Freunde er/sie Kommentare hinterlässt und wer regelmäßig Einträge auf seiner/ihrer Pinnwand hinterlässt.

Das Problem hierbei: Während Seitensprünge und Untreue sich wahrscheinlich nur selten über Facebook aufdecken lassen, können aus völlig unbedeutenden Mücken große Elefanten werden. Wer regelmäßig den Partner oder die Partnerin bei Facebook stalkt, wird früher oder später potenziell zweideutige Einträge oder vermeintlich überfreundliche Kommentare entdecken und sich eine eigene Wahrheit zurechtreimen. Wie groß das Risikopotenzial hinter dem gegenseitigen Partner-Stalking ist, variiert sicher von Paar zu Paar. Gerade für eifersüchtige Personen heißt Facebook jedoch, gegen die ständige Versuchung einer Überwachung des Freunds oder der Freundin anzukämpfen.

Vor einem Jahr wurde bekannt, dass ein Mann  seine Frau ermordet hat , nachdem sie auf Facebook ihren Beziehungsstatus von "verheiratet" in "Single" änderte. Auch wenn es sich dabei um ein Extrembeispiel handelt, so sehe ich durchaus die Gefahr, dass Paare einen Teil ihrer Kommunikation nicht mehr verbal, sondern indirekt über Facebook abwickeln, und dass das zu Missverständnissen führt. Statt Probleme anzusprechen, beobachten sie lieber weiter heimlich, was der Partner oder die Partnerin online macht und mit wem sie kommuniziert. Ein gutes Fundament für eine glückliche Beziehung ist dies sicherlich nicht. Laut diesem Medienbericht spielt bereits in 20 Prozent der Scheidungsanträge, die bei einer britischen Kanzlei eingehen, Facebook eine gewisse Rolle.

Während ich Social Networks als große Bereicherung für das soziale Leben schätze und Mutmaßungen über die negativen Auswirkungen der digitalen Kommunikation (Stichwort Vereinsamung) für maßlos übertrieben halte, sehe ich für Paare in der Verzahnung von Beziehung und Social Networking bestimmte Risiken.

Mein persönlicher Ansatz, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, ist daher, gemeinsam mit der Partnerin festzulegen, sich gegenseitig nicht bei Facebook oder ähnlichen Networks/Communities hinzuzufügen. Meine Freundin und ich sind nicht bei Facebook verbunden, und meine Erfahrungen damit sind sehr gut.

Wie handhabt ihr Facebook und Beziehungen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

(Foto: stock.xchng)

Kommentare

  • MissGeschick

    12.01.10 (21:23:21)

    Mein Mann und ich sind seit fast 12 Jahren zusammen und seit fast einem Jahr verheiratet, er und ich sind beide in einem Sozialen Netzwerk registriert. Natürlich schaue ich bei ihm auf die Seite und er widerrum bei mir, wir schreiben uns aber eigentlich nie dort, denn unsere Beziehung ist real und genau hier beginnt das Problem, viele User der "sozialen" Netzwerke sind heutzutage das, was früher in Chats abging, Beziehungen werden virtuell und damit einfacher zu verletzen und zu beenden, genauso einfach zu beginnen. Das Problem der meißten User ist, dass sie nicht den Mumm haben, aus welchen Gründen auch immer, festzulegen wer ihr Partner ist und auch virtuell dazu zu stehen. Wahrscheinlich fürchten viele, dass sie dann weniger "Freunde" haben, weniger Pinwandeinträge oder User die man selbst sehr nett findet sich nicht mehr melden, weil sie eine Beziehung suchen und man selbst ja in einer steckt. Mein Mann ist mein Mann mein Partner mein Partner mein Freund mein Freund real und auch in der virtuellen Freundeswelt kann das jeder wissen. Ich verstehe das Problem nicht mit vlt. zweideutigen Einträgen auf den Profilen von anderen Usern bei meinem Partner, sollte ich die Person nicht kennen, frage ich meinen Partner und was er mir sagt, das glaube ich ihm, andersherum genauso, auf Vertrauen baut nunmal eine Beziehung auf. Und wenn wir gegenseitig unsere Profile besuchen, finden wir beide, dass es kein stalken ist. Hier tritt wieder folgendes Problem für viele auf, sie können mit ihrem Partner nicht reden, schnüffeln in Profilen rum und denken sich ihr Teil, das ist aber nicht das Problem des sozialen Netzwerkes sondern von realen Personen mit ihren Partnern. Die sozialen Netzwerke erleichtern das schnüffeln nur. Aber wenn man miteinander redet und damit meine ich wirklich redet über Gefühle was man mag was man nicht mag und nicht, wen man gerade nicht leiden kann und welche Frisur oder Körperteil am Besten aussieht, dann weiß man auch wer der Partner wirklich ist. Ich finde Jugendliche haben heutzutage einfach keine Ahnung mehr, was eine Beziehung ausmachen sollte. So könnte ich stundenlang weiter philosophieren... :))

  • Roman Koch

    12.01.10 (22:38:10)

    Verwundert es da noch einen, dass es mit netzwertig immer weiter bergab geht? Mich nicht. Bereits der zweite Beitrag binnen kürzester Zeit, bei dem ich nur den Kopf schütteln kann. Deutsche Blogcharts

  • Martin Weigert

    12.01.10 (22:41:54)

    @ MissGeschick Danke für deine Gedanken ;) @ Roman Erzähl mir doch mal, warum du den Kopf schüttelst. Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Nörgelkommentare ohne Substanz hingegen helfen uns wenig.

  • Florian Steglich

    12.01.10 (23:06:01)

    » Roman: Wenn Du die Deutschen Blogcharts als Maßstab für "immer weiter bergab" nimmst, dann sinnvollerweise diese Kurve hier. Kaum Grund zur Sorge also.

  • Hardy

    13.01.10 (07:52:09)

    Wer bei Facebook seinen Beziehungsstatus angibt, ist selbst schuld. Ok, im wahren Leben trägt man auch einen Ehering, aber auch der kann ein "Fake" sein. Ich bin bei Facebook "just for fun" und mein Beziehungsstatus geht niemanden was an.

  • Thomas

    13.01.10 (09:36:03)

    Facebook und andere Social Network Sites beeinflussen die Art und Weise, wie wir Beziehungen gestalten, das steht ausser Frage. Für mich bedingt das aber zwei Dinge: Wie Hardy erwähnt muss sich jeder User seine eigene 'Informationsstrategie' zurechtlegen. Was gebe ich preis, was veröffentliche ich nicht? Ausserdem müssen wir uns als User die technischen Kompetenzen aneignen, um die Privacy Settings auch in unserem Sinne zu nutzen. Wie die jüngsten Diskussionen um die Änderungen in Facebook zeigen, scheint das nicht selbstverständlich zu sein.

  • DasB

    13.01.10 (10:06:04)

    Single-Börsen haben lange Zeit vor Facebook ein ähnliches Verhalten vorbereitet. Was zur Zeit über Facebook passiert ist meiner Meinung nach nur eine logische Konsequenz dessen, was erst in in Chats und Singlecommunities (z.B. Finya) begonnen hat. Ohne Frage ändert das online “stalken“ unser Sozialverhalten und den Umgang miteinander, aber auch nur dann, wenn da vorher schon etwas nicht in Ordnung war. Ehrlichkeit und Offenheit haben sich Online wie Offline bewährt, wer das nicht beherzigt wird immer Probleme dieser Art mit seinen Mitmenschen bekommen. Trotzdem wird es interessant sein diese Entwicklung zu beobachten. Hier ein Artikel beim Deutschlandradio zum Thema Singlebörsen: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1093467/

  • Sabrina

    13.01.10 (10:15:27)

    Ich kenne den Facebook-Effekt, wenn eine Beziehung im Aufbau ist. Dabei spielt die Frage "Is it facebook official" eine zentrale Rolle. Soll heißen, wenn der Beziehungsstatus auf Facebook von "Single" in "In einer Beziehung" geändert wird, sind alle eventuellen Fragen geklärt und die Beziehung ist definiert! Viele Grüße, Sabrina

  • Martin Weigert

    13.01.10 (10:49:24)

    @ Hardy & Thomas Stimme zu. Man muss auch überhaupt keinen Beziehungsstatus angeben. @ DasB Sicher. Der Unterschied ist ganz einfach, dass bei Facebook nun ein Großteil des Freundes- und Bekanntenkreises versammelt ist (in Deutschland sicher noch seltener, aber in vielen anderen Ländern stark zu beobachten -> hier in Schweden oder auch in den USA oder UK sind teilweise mehrere Generationen miteinander vernetzt - wird in DE aber auch noch so kommen), und dass das Motiv, warum man dort ist, für die meisten nicht vorrangig Flirten ist. Danke für den Link. @ Sabrina Stimmt, das kenne ich auch von vielen Freunden. Man weiß, dass da etwas am Laufen ist, aber erst wenn der Beziehungsstatus geändert wird, ist es offiziell.

  • Dany Szasz

    13.01.10 (11:39:24)

    was ich persönllich gerade erlebe ist, das ich naiverweise vor 2 Tagen meinen Beziehungsstatus, von "in einer Beziehung" auf - single - verändert habe.. auf die vielen kommentare war ich nicht vorbereitet. Das, dass überhaupt jemandem aufällt - war mir neu, weil ich bei anderen nicht darauf achte. damit das aufhörte habe ich es einfach auf - kompliziert- geändert- doch der "Spaß" ging weiter, weil nun alle wissen wollten, wie man innerhalb von 24std. aus einer festen beziehung in single und dann in kompliziert wechseln kann.. am liebsten würde ich gar keine angaben dazu machen - doch leider hat man diese auswahl bei FB nicht - was ich sehr traurig finde. Ich möchte nicht mit der ganzen Welt meinen jeweiligen Status besprechen. Auch wenn ich nun aktuell single bin, wäre ich gerne etwas geschützter, und nicht das Gefühl bekommen als virtuelles Freiwild rumzulaufen. :-) Ich selbst nutze FB auch nicht um neue Beziehungen einzugehen, sondern eher geschäftlich. Private Beziehungen habe ich dann doch lieber live und nicht virtuell. Da habe ich mehr davon. FB oder ähnlliches ist eher etwas zeitvertreib und es gehört in der heutigen Zeit dazu.. so viel dazu.. :-) schönen Tag allerseits

  • DasB

    13.01.10 (11:54:16)

    @Martin Weigert Stimmt, da gebe ich dir Recht. Allerdings verschwimmt die Grenze der Gründe, warum man bei Facebook ist häufig. In meinem Bekanntenkreis befinden sich viele “Flirter“ und viele, die aus Singlebörsen wie Finya sozusagen “direkt“ zu Facebook rübergewechselt sind. Ich denke eben, dass die zusätzliche Online-Verknüpfung unser Sozialleben extrem verändern wird, aber dass wir dafür eben noch keine Verhaltensregeln oder eine Art Ethik gefunden haben. Es ist eben im Aufbau und verändert sich extrem schnell und dynamisch. Das macht es so interessant und gleichzeitig wichtig, auch Online offen und ehrlich zu bleiben. Der so viel genannte Begriff des Reputation Management - was meist auf Firmen bezogen wird - gilt auch für das eigene Sozialleben im Netz. Frei nach Kant: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´auch keinem anderen zu. Oder so ähnlich... Ganz abgesehen davon entscheidet man ja selber, ob man seinen Beziehungsstatus auf diese Art und Weise publik machen will - und wie die damit verbundenen Konsequenzen aussehen können.

  • Fevil

    13.01.10 (12:04:06)

    NAtürlich ist es möglich, bei FB keinen Beziehungsstatus anzugeben! Und das finde ich auch sinnvoll! Die, mit denen ich wirklich viel zu tun habe, also auch im realen Leben, die erfahren es sowieso, wenn meine Beziehung endet oder ich eine neue Beziehung eingehe. Alle anderen hat es gar nicht zu interessieren. Das hat für mich auch nichts mit "zum Partner stehen" oder ähnliches zu tun. Wer was wissen will, kann gerne fragen, aber deshalb muss ich das noch lange nicht allen auf die Nase binden. Und die Leute, die solche Statusänderungen sofort kommentieren (wie bei Dany) finde ich unmöglich. Muss ja auch nicht immer unbedingt der Wille gewesen sein, dass eine Beziehung endet. Da kann so ein Kommentar schon mal durchaus sehr unsensibel sein. so viel von meiner Seite. MfG F.

  • evilmoe

    13.01.10 (12:31:10)

    Ich handhabe das genau so wie Fevil: Keine Angabe über den Beziehungsstatus. Nicht, weil ich zu meiner Partnerin nicht stehen würde, sondern weil es mein enger Freundeskreis ohnehin weiß, ob und mit wem ich verbandelt bin und es die anderen schlicht nix angeht. Insbesondere dann nicht, wenn sich an dem Status mal was ändern sollte.

  • Das Wort

    13.01.10 (13:26:50)

    Ich sehe darin nur ein Problem für die alte Generation, die mit den neuen Medien und deren Einstellung und Umstellung nicht richtig zu rande kommen. Auch wenn sie diese intensiv nutzen, so zeigen deren Reaktionen im allgemeinen doch recht wenig entwickelte Menschen. Durch das Internet und deren Möglichkeiten werden in Zukunft meines erachtens auch Beziehungen sich weiter entwickeln und zwar wie der Trend seit Jahrzehnten schon aufzeigt hin zu einer Beziehung nach Zeit. Beipsiel man vereinbart sich für ein Jahr, ein Jahrzehnt, oder auch nur für eine Familie auf Zeit - sich zu binden, das kann manchmal auch nur ein paar Monate sein, etc... Beziehungen wie man sie früher kannte, man heiratet bis der Tod einem scheidet ist schon lange kein Thema mehr und dank des Internets, der technologischen Möglichkeiten und auch der eigenen Bedürfnisse, werden meines erachtens Beziehungen nach Zeit (die zuvor fetgeregelte und vereinbart werden) die grosse Zukunft werden. Und dann ist es kein Problem mehr wenn bei Socialen Netzwerken ala Facebook oder wie sie in Zukunft noch alle heissen mögen, dort mein Status auf Single etc... umstelle, gerade das gegenteil wird der Fall, man wird schneller wieder glücklicher (jedoch eben auf Zeit) - was ja auch die Zukunft sein wird.

  • Raoul

    13.01.10 (13:46:00)

    Ich habe mit meiner Frau darüber geredet und gehe mit meinem Status "verheiratet" auch offensiv um. Ich möchte von vornherein vermeiden, dass Ungereimtheiten auftreten, die ich gar nicht zu verantworten habe.

  • DasB

    13.01.10 (13:48:29)

    @Das Wort Beipsiel man vereinbart sich für ein Jahr, ein Jahrzehnt, oder auch nur für eine Familie auf Zeit – sich zu binden, das kann manchmal auch nur ein paar Monate sein, etc… Beziehungen wie man sie früher kannte, man heiratet bis der Tod einem scheidet ist schon lange kein Thema mehr und dank des Internets, der technologischen Möglichkeiten und auch der eigenen Bedürfnisse, werden meines erachtens Beziehungen nach Zeit (die zuvor fetgeregelte und vereinbart werden) die grosse Zukunft werden. Interessanter Ansatz... sicher verändern sich unsere Lebensumstände durch das Internet, aber ich glaube nicht daran, dass sich diese Veränderungen auf deine angedachte Art und Weise so schnell in unserem Sozialleben niederschlagen. Das würde gesellschaftliche Praktiken und Traditionen innerhalb einer Generation durchbrechen, die Jahrhunderte zurückreichen - mal ganz abgesehen von der biologischen Komponente. (Zu letzterem kann ich nicht viel sagen, aber neben den “Auf-Zeit“-Strategien gibt es sicherlich auch die “Treue“-Strategien, bzw. “Auf-immer-und-ewig“... zumindest findet man beides im Tierreich.) Ich glaube, dass es zu diesen Themen - ob Beziehung oder “nur“ zwischenmenschliches Miteinander in Kombination mit dem Internet in Zukunft noch viel Klärungs- und Diskussionsbedarf geben wird.

  • Moritz Avenarius

    13.01.10 (16:22:39)

    Das Thema ist schon länger Gegenständ seriöser Forschung, siehe dazu: "Die Psychologin Amy Muise über Veränderungen in Beziehungen und Freundschaften durch Facebook" http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31203/1.html Mehr zu Amy Muise unter: http://www.scienceblog.com/cms/does-facebook-usage-contribute-jealousy-relationships-23794.html da wird sich in Zukunft einiges gesellschaftlich Verändern.

  • Das Wort

    13.01.10 (16:39:13)

    @DasB ich sehe es eben als Trend der sich seit Jahrzehnten bereits in unserer Gesellschaft schrittweise etabliert. Einige Stichworte dazu: Scheidungsraten Treue ist lediglich ein Wort (Wörter sind geduldig) mit dem Schrittweisen wegfall des Glaubens an sich - werden Menschen immer wacher und beginnen sich erstmals selbst zu entdecken. Der Mensch wird dadurch (auch und vor allem durch das Medium Internet) seine Bewusstseinseben derart erhöhen, sodass das miteinander eine neue Wertung erhält. Mit meiner Meinung, will ich nicht ausschliessen das es auch Menschen geben wird, die zu sich im traditionellen Sinn zu sich stehen und tatsächlich Treu bis in den Tod sind, klar wird es dies auch immer geben, nur eben viel weniger. Da der Mensch wie schon angesprochen sich selbst entdeckt und damit in eine höhere Bewusstseinseben eintreten wird.

  • Mirko Riedel

    13.01.10 (19:09:45)

    Facebook als Datingfaktor wird überschätzt. Seriöse Partnersuche ist da nicht möglich.

  • Philipp

    13.01.10 (20:52:21)

    Ich stelle mir das ein bisschen komisch vor, wenn Freunde sich auf Grund einer Statusänderung im Facebook-Profil plötzlich an einen heranmachen. Irgendwie muss man ja die Person schon kennen um ihr Freund geworden zu sein, insofern ist Facebook ja ohnehin keine Datingseite. Sie kann höchstens eine potentiell bereits mögliche Beziehung beschleunigt zustande kommen lassen. Was das eifersüchtige ausspionieren betrifft, glaube ich auch, dass das bei der Person, die so veranlagt ist, anfängt und nicht bei Facebook.

  • Torsten

    14.01.10 (15:16:06)

    Facebook selbst hat erkannt, dass hier eine gewisse Gefahr für sie besteht, wenn sich die Wahrnehmung durchsetzen sollte, dass die Facebook-Nutzung Beziehungen stört oder sogar zerstören kann. Das sieht man an dem Tweet, den die PR-Verantwortliche Brandee Barker (http://twitter.com/facebookbrandee) am 12.01.10 getwittert hat: "Do you know of anyone reunited through Facebook and willing to be on national TV? RT or DM me." Quelle: http://twitter.com/facebookbrandee/status/7675454476 Offenbar wird da eine TV-Werbekampagne geplant...

  • Martin Weigert

    15.01.10 (17:32:43)

    Danke für diese interessanten Links.

  • gunther

    16.01.10 (10:51:40)

    Hach, wundervoll. ich bin mit meiner Freundin seit über einem Jahr bei Facebook befreundet und schätze den Informellen Blödsinn sehr. Außerdem bringt er mir ihren Freundeskreis ein klein wenig näher. Ein sehr gesunder Effekt wie ich finde. Was ich mir wirklich wundervoll vorstelle, ist Facebook im Alter von 18 Jahren. Mensch, den ganzen Tratsch dort online? Wundervoll, in dem Alter passiert wenignsten noch richtig etwas, da ist jede Woche wieder Jemand Single.....

  • D. Lux

    17.01.10 (10:56:29)

    Ich habe diesen Beitrag mit großem Interesse gelesen. FACEBOOK SPIEGELT DIE REALITÄT WIDER Doch halte ich alle Befürchtungen und kritischen Kapitel nicht für neu und Facebook-spezifisch. All das sind Erfahrungen die jeder Jugendliche bei sich und in seinem Freundeskreis beobachten und erleben kann. SCHLECHTE TUGENDEN BLEIBEN SCHLECHT Auch mit Nutzung von Facebook bleiben schlechte Tugenden wie Eifersucht, Neid, Missgunst, Exhibitionismus und Rachsucht schlecht. Aufzählung nicht vollständig :-) SOCIAL MEDIA ÜBERNIMMT ALLTAGSAUFGABEN Social Media Applikationen übernehmen Aufgaben, die in den letzten Jahren verloren gegangen sind. Das Stiegenhaus-Gespräch, das Plaudern beim Kaufmann am Eck und vieles mehr. Heute sind Freunde und Bekannte über die ganze Stadt, oder noch weiter, verstreut. So bleiben Sie miteinander in Kontakt. Herzliche Grüße, Dominik Lux www.luxundpartner.at

  • base rate

    17.01.10 (22:44:58)

    Habe diesen Text erst mit einiger Verspätung gelesen und muss sagen: hochinteressant! Und die Meinung, dass mein Beziehungsstatus keinen was angeht, teile ich auch.

  • base rate

    17.01.10 (22:55:34)

    (Und, da dieses Stichwort in den Vorkommentaren gefallen ist: nachdem ich nun erstmals seit Jahren auch wieder diese "Deutschen Blogcharts" wieder angesehen habe, muss ich schon sagen: Diese Statistik sagt ja wirklich gar nix mehr über die kulturelle, mediale, meinungsbildende Relevanz jeweiliger Blogs aus. Was da für vielgelesene Blogs unten rumdümpeln... da wird mit der Verlinkung durch andere Blogs offenbar wirklich ein völlig falsches Kriterium angesetzt. Wobei ich gar nicht gewusst hatte, dass netzwertig in jenen Charts dann doch so weit oben ist.)

  • Martin Weigert

    18.01.10 (09:02:31)

    Ja die Blogcharts kann man zur grundsätzlichen Orientierung nutzen, ein wirklich zuverlässiger Gradmesser sind sie aber nur bedingt.

  • DasB

    21.01.10 (13:51:00)

    Noch ein Link-Tipp:

  • DasB

    21.01.10 (14:23:17)

    Nanu, hat nicht funktionier, dann als Text... http://t3n.de/news/kolumne-augmented-love-264676/

  • teresa

    15.03.10 (13:28:07)

    Hier noch ein paar Gedanken zum Thema: http://flannelapparel.blogspot.com/2010/03/liebe-ist-fur-alle-da.html

  • DL

    29.10.10 (14:17:59)

    Vorsicht ist sicherlich sehr angebracht und ratsam! lg DL

  • Karin Thalhammer

    04.08.11 (09:33:51)

    Also meine Meinung dazu ist folgende: FB die Schuld zu geben das Beziehungen scheitern, find ich nicht angebracht, denn nur wenn eine Beziehung nicht mehr funktioniert ist man empfänglich für eine neue. Dies kann auch alles ohne Internet passieren. L.g Karin

  • benny

    17.04.12 (16:02:43)

    irgendswie ist dieser bericht überflüssig weil das überall so ist ob bei knuddels oder andere portale entweder mann findet ein Partner/in oder mann Verliert ein Partner/in weil die jenigen was besseres kennengelernt hat übers Netz.nur blöd wird dann wen streitigkeiten über das internet [sozialenetzwerke]ausgetragen werden.

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