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11.01.11Leser-Kommentar

Social Gaming: wooga sieht sich als Europas Marktführer

Social Gaming liegt im Trend. Mit wooga kommt eines der international tonangebenden Startups aus Berlin.

 

Social Gaming ist ein absoluter Boom-Markt. Angefeuert vom Social-Networking-Trend (alias Facebook-Trend) und der niemals endenden Spielelust vieler User wurden in den vergangenen Jahren immer mehr zumeist relativ simple, dafür aber kurzweilige und im besten Fall Suchtzustände hervorrufende Spiele direkt für den Browser entwickelt und an soziale Netzwerke angedockt, um Nutzern das Zocken mit- und gegeneinander zu erlauben.

Rund ein Fünftel aller Konsumenten widmet sich gelegentlich Social Games, und etwa die Hälfte aller Facebook-Nutzer vertreibt sich die Zeit mit derartigen Spielen - 40 Prozent der Nutzungsdauer bei dem Social Network entfällt auf Social Games. Das Marktvolumen für das abgelaufene Jahr wurde Anfang 2010 auf 1,3 Milliarden Dollar geschätzt, primär angetrieben durch die Verkäufe virtueller Güter, mit denen die in der Regel kostenfrei angebotenen Games monetarisiert werden.

Social-Gaming-Krösus Zynga mit Sitz in San Francisco gelang es, innerhalb von nur einem Monat 80 Millionen Spieler für seine jüngste, nur über Facebook angebotene Kreation CityVille zu begeistern. Das stellt selbst den Erfolg von Zyngas bisherigem Flaggschiff FarmVille in den Schatten. Neben Zynga zählen das Ende 2009 von Electronic Arts übernommene britische Unternehmen Playfish sowie der seit Juli zu Disney gehörende US-Konkurrent Playdom zu den führenden Entwicklern von Social Games. Und abgesehen von zahlreichen kleineren Anbieter, die ebenfalls in dem Bereich mitmischen, gehört auch ein deutsches Unternehmen zu den populärsten Anbietern von Social Games:

wooga-Spiel Brain BuddiesDas Anfang 2009 in Berlin (wo sonst?!) gegründete Startup wooga konnte schon im November stolz vermelden, neben Zynga und Playfish der einzige Anbieter bei Facebook zu sein, der mit mehr als einem Spiel die Marke von einer Million täglichen Gamern überschritten hat. Bemerkenswert ist dies allein deshalb, weil wooga lediglich vier Spiele (Brain Buddies, Bubble Island, Happy Hospital, Monster World) in seinem Portfolio hat.

Mike Butcher bezeichnete wooga kürzlich bei TechCrunch als das "Zynga Europas". In einer aktuellen Pressemitteilung unterstreicht das aufstrebende Unternehmen dieses Anspruch mit der Meldung, nach 18 Monaten zu Europas führendem Anbieter von Social Games aufgestiegen zu sein. Grundlage für diese Feststellung ist das Erreichen von "monatlich 350 Millionen Visits", womit wooga laut eigener Aussage in Europa auf dem ersten Platz aller Social-Games-Anbieter rangiert, im internationalen Vergleich auf Platz sieben. Mit dieser Ziffer bezieht sich Wooga augenscheinlich auf die Summe der Visits aller vier Spiele (näher spezifiziert wird diese Angabe nicht - was genau als Visit in einem Social Game zählt, ist mir nicht ganz klar). Als Visit zählt im Social-Gaming-Bereich der einmalige Start eines Spiels.

15 Millionen Unique Users spielen pro Monat wooga-Games (was 23,3 Visits pro Unique User und Monat ergibt), im Durchschnitt 20 Minuten pro Tag. Drei Prozent der Zocker von wooga-Spielchen erwerben virtuelle Güter, was wooga 2010 "mehrere Millionen Euro" Umsatz einbrachte. Für 2011 strebt das mit mehr als fünf Millionen Euro Risikokapital von Balderton Capital und Holtzbrinck Ventures ausgestattete Unternehmen schwarze Zahlen an. Um dieses Ziel zu erreichen, sind fünf neue Spiele geplant. So will wooga international von Platz 7 auf Platz 3 der Social-Gaming-Entwickler mit den meisten Visits vorstoßen.

Zu woogas Wettbewerbern aus Deutschland zählen unter anderem Gameforge und Plinga (weitere hier). Bei Plinga handelt es sich um einen Anbieter aus dem Hause des Samwer-Inkubators Rocket Internet. Dass Plinga begrifflich an eine Kombination aus Zynga und Playdom/Playfish erinnert, ist wohl kein Zufall.

Kommentare

  • Jens Begemann

    11.01.11 (10:59:42)

    Zu: "(näher spezifiziert wird diese Angabe nicht – was genau als Visit in einem Social Game zählt, ist mir nicht ganz klar)" Entschuldige bitte, dass wir das nicht erklärt haben: Ein Visit bei einem Social Game ist ein Start des Spiels. Wenn ein Nutzer also z.B. in einem Monat jeden Tag 2 Mal Monster World startet, dann wären das 60 visits (also 60 Aufrufe von http://apps.facebook.com/monster-world mit jeweils ein paar Minuten Verweildauer). Page-Impressions wären bei einem Social-Game in der Tat kaum zu messen, denn es läuft ja in Flash und während eines Visits gibt es keine weiteren Seitenaufrufe, selbst wenn die Session Stunden dauert. Ist das so verständlich? Jens Begemann, Gründer wooga

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