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21.05.12

So.cl: Auch ein neues Social Network kommt nicht ohne Facebook-Login aus

Seit heute steht Microsofts neues soziales Netzwerk So.cl allen Anwendern offen. Was der Softwarekonzern damit will, ist unklar. Er weiß aber: Ohne Starthilfe durch Facebook geht es nicht.

Im Dezember lancierte Microsoft mit durchaus überraschend ein neues soziales Netzwerk. Bisher war es nur mit einer Einladung zugänglich. Seit dem heutigen Montag steht es allen Interessenten offen . Wer einen ausführlichen Review sucht, den verweisen wir an dieser Stelle auf t3n oder ReadWriteWeb . Auch wenn der Fokus des Angebots auf Schülern und Studenten liegt, die So.cl zur kollaborativen Recherche im Netz verwenden sollen, signalisieren Aussagen wie "Express yourself" oder "Socialize" auf der Homepage, dass So.cl durchaus als vollwertiges soziales Netzwertig zu verstehen ist. Die wiederkehrende Frage im Presseecho zu So.cl lautet: Was will Microsoft eigentlich mit So.cl?

Das können wir an dieser Stelle leider auch nicht beantworten. Wirklich interessant am Launch von So.cl ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur eins: Dass sich Anwender entweder über ihre Windows-Live- oder Facebook-Benutzerdaten registrieren können. Nun gehört eine Login-Option über Facebook mittlerweile bei tausenden Webdiensten zum guten Ton. Dass jedoch ein frisch gestartetes Social Network, das viele der von Facebook massentauglich gemachten Funktionen mitbringt, von Facebooks "Registration-Plugin" Gebrauch macht, unterstreicht dessen Rolle als Quasi-Standard der persönlichen Identifikationssysteme im Internet. Und hilft vielleicht zu verstehen, warum Facebook selbst schon lange nicht mehr einfach nur ein Social Network darstellt (und wieso es überhaupt zu einem Mega-Börsengang in der Lage ist).

Irgendwie absurd, wenn man sich bei einem neuen sozialen Netzwerk mit den Facebook Login Daten einwählen soll #socl

— Christine Heller (@punktefrau) May 21, 2012

 

Nicht ganz unwichtig ist an dieser Stelle Microsofts strategische Beteiligung an Facebook. Der Redmonder Softwarekonzern erwarb vor fünf Jahren für 240 Millionen Dollar 1,6 Prozent an dem sozialen Netzwerk. Manche Beobachter mokierten sich über den aus damaliger Sicht überhöht erscheinenden Kaufpreis. Doch im Nachhinein erwies sich der Schritt als kluger Deal: 250 Millionen Dollar soll Microsoft mit dem Verkauf von 6,5 Millionen seiner 32,78 Millionen Facebook-Aktien am Freitag eingenommen haben. Das Unternehmen hätte demnach seine Ausgabe aus dem Jahr 2007 komplett wieder eingespielt, besitzt aber weiterhin Facebook-Aktien mit einem derzeitigen Wert von rund einer Milliarde Dollar.

Auf die Beteiligung folgten eine Reihe von Kooperationen zwischen Facebook und Microsoft, unter anderem bei der sozialen Suche sowie Skype. Dass also auch So.cl von der freundschaftlichen Verbundenheit beider Unternehmen tangiert wird, verwundert nicht. Dennoch entbehrt der Schritt nicht einer gewissen Symbolik: Auch ein neues soziales Netzwerk kommt heutzutage nicht mehr über einen "Einloggen mit Facebook"-Button aus. Selbst wenn dieser allein wenig Einfluss auf die Zukunftschancen von So.cl haben wird. Ob Microsoft selbst weiß, wohin es mit So.cl eigentlich will, ist offen.

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