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04.02.11

simfy: Desktop-Streaming für alle

simfy erkennt die Bedeutung seiner Desktop-Applikation, um der breiten Masse das Thema Musikstreaming näher zu bringen: Der Client für Windows, Mac und Linux wird ab sofort für alle Gratisnutzer angeboten.

 

Auf die Frage, welche Faktoren die größte Bremswirkung auf den Durchbruch von On-Demand-Musikstreaming haben, gibt es viele mögliche Antworten. Das Festhalten mancher Konsumenten an physischen Tonträgern, die geringere Soundqualität, die fehlende Verbindung zur heimischen Stereoanlage oder ein eigenwilliger Musikgeschmack sind nur einige.

Eine wichtige Rolle spielt meines Erachtens nach die Tatsache, dass viele Musikfreunde das Gefühl schätzen, ihre Lieblingssongs und -alben zu besitzen, was die Sicherheit mit sich führt, dass ihnen ihr persönliches Musikarchiv niemand wegnehmen kann. Streaming-Anbieter, die theoretisch von einen auf den anderen Tag verschwinden oder einzelne Songs aus ihrem Archiv entfernen können, lassen dieses Bedürfnis unerfüllt.

Für Musikdienste ist es daher wichtig, Hörern so weit wie möglich den Eindruck zu vermitteln, die gespielten Titel befänden sich tatsächlich auf ihrer Festplatte. Zwar wird Musik weiterhin aus der Cloud gestreamt, kommt vom Gefühl her dem Besitztum der Musik aber deutlich näher, als dies bei einem allein im Browser verfügbaren Service der Fall ist.

simfy, Deutschlands einziger echter On-Demand-Dienst für kostenloses Musikstreaming, scheint die Bedeutung seiner Desktop-Applikation erkannt zu haben. Das Kölner Startup, das sowohl von Usern in Deutschland als auch in der Schweiz genutzt werden kann, hat sich daher entschlossen , seine bisher nur für zahlende Premium-Kunden angebotene Desktop-Anwendung für Windows, Mac und Linux ab sofort allen Usern zur Verfügung zu stellen.

Rund acht Millionen Songs aus den Katalogen führender Plattenfirmen und zahlreicher Independent Labels kommen nun "on Demand" und kostenfrei auf den Desktop und können von dort gestreamt und in Playlists organisiert werden.

Mit dem nicht unbedeutenden Schritt will simfy vor allem Nutzer von Apples Musiksoftware und Downloadshop iTunes ansprechen, was sich auch in der Ähnlichkeit der Benutzeroberfläche widerspiegelt. simfy bietet eine vergleichbare Funktionalität, hat jedoch den eindeutigen Vorteil, das direkte und kostenlose Streaming von Musik zu ermöglichen.

Es ist unvermeidlich, einmal mehr eine Parallele zum schwedischen Musikdienst Spotify zu ziehen. Zum einen erinnert simfys Desktopclient optisch sogar noch mehr an Spotify als an iTunes (siehe Screenshots), zum anderen gehört die Verfügbarkeit einer Desktop-Software vom ersten Tag an zu den Erfolgsmerkmalen von Spotify. Der Service aus Stockholm bietet gar keine browserbasierte Oberfläche.

[photos title="simfys Desktop-App erinnert an iTunes und Spotify"]

Lässt man die Imitationsfreude von simfy in Bezug auf die Desktop-App als Kritikpunkt außer Acht, besteht für mich kein Zweifel daran, dass simfy mit der allgemeinen Verfügbarkeit der Software schnell viele neue Nutzer gewinnen können wird. Während es weniger internetaffinen Anwendern nur schwer zu vermitteln ist, dass sie ihre bevorzugten Klassiker oder neuesten Hits direkt im Browser anhören und organisieren können, besitzt eine dem konventionellen Konzept lokal installierter Software folgende Lösung erheblich weniger Verwirrungspotenzial (so sehr dies auch dem allgemeinen Trend browserbasierter Cloud-Anwendungen widerspricht).

Premium-Nutzer, die rund 10 Euro pro Monat zahlen (oder den vergünstigten Studententarif wählen), erhalten ein erweitertes Songangebot, mobile Applikationen, ersparen sich Werbung und können simfy auch außerhalb von Deutschland und der Schweiz einsetzen.

simfy machte in letzter Zeit auch durch eine Kooperation mit den VZ-Netzwerken sowie eine Partnerschaft mit Kabel Deutschland auf sich aufmerksam.

Zum Download der Desktop-App geht es hier.

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