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29.05.12

Sensoren sei Dank: Triggers automatisiert das iPhone

Mit der iPhone-App Triggers lassen sich Aktionen definieren, die beim Ansprechen der Smartphone-Sensoren automatisch ausgelöst werden. Das ist faszinierend, auch wenn technische Begrenzungen dieses Verfahren noch an seiner vollen Entfaltung hindern.

ifttt hat bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und meinen Alltag im Netz in zahlreichen Aspekten optimiert. So sehr sogar, dass ich mir rein präventiv über ein Verschwinden des Dienstes Sorgen mache. In unserer Umfrage zum Onlineservice des Jahres wurde deutlich, dass ich mit meiner Sympathie für den US-Service zum Verknüpfen Dutzender Webservices nicht alleine bin.

Doch das "if this then that"-Prinzip (ifttt) lässt sich natürlich nicht nur dazu verwenden, um Facebook und Twitter, Instagram und Dropbox oder Gmail und Evernote miteinander interagieren zu lassen. Der britische Entwickler Luke Wakeford hatte die Idee einer App, mit der sich analog zu ifttt Regeln für das iPhone anlegen lassen, die automatisiert verschiedene Aktionen des Smartphones auslösen. Das Ergebnis seiner Arbeit heißt Triggers und steht für 2,99 Euro im App Store zum Download.

Ein Wort der Warnung vorweg: Die Applikation ist derzeit vor allem ein extrem spannender Use Case, wie sich mittels der gängigen Smartphone-Sensoren Mobiltelefone automatisieren und in Situationen verwenden  lassen, die über die traditionellen Einsatzgebiete hinausgehen - und nebenbei auch ein guter Partygag. Der praktische Nutzen hält sich jedoch (noch) in Grenzen, woran ihr denken solltet, bevor ihr das Geld für die Anwendung ausgebt.

Die Funktionsweise von Triggers ähnelt der von ifttt. Nutzer definieren eine Voraussetzung (Input und Rule genannt) sowie eine vom iPhone durchzuführende Aktion, sofern die Voraussetzung erfüllt ist. Fünf Input-Objekte stehen derzeit zur Auwahl: Das Mikrofon, der Beschleunigungssensor (Accelerometer), der Näherungssensor (Proximity), die Kamera sowie die Zeit. Für die fünf Attribute lassen sich jeweils einige Regeln festlegen. Beispielsweise, dass die über die Kamera gemessene Helligkeit der Umgebung eine gewisse Intensität erreicht, oder dass die Lautstärke im Raum nicht über einem bestimmten Niveau liegt. Weitere definierbare Voraussetzungen wären, dass sich eine Person in einer bestimmten Entfernung zum iPhone aufhält oder dass das Gerät bewegt wird.

Bei den sechs für den Output verfügbaren Aktionen handelt es sich um ein Alarmsignal des Lautsprechers, eine Vibration, eine Aktivierung des Kameralichts, den Versand einer E-Mail mit maximal 25 Zeichen, den Aufruf einer Website (im Hintergrund) sowie einen Zähler, der sich bei einer Verknüpfung von Triggers mit dem persönlichen Twitter-Konto auch online abrufen lassen soll (was bei mir jedoch nicht geklappt hat).

Es obliegt den Nutzern, aus den vorhandenen Inputs und Outputs sinnvolle Kombinationen zu schaffen. Offensichtliche Einsatzzwecke sind Geräusch- und Bewegungsmelderfunktionen, indem man als Output das Mikrofon oder die Kamera auswählt und für diese eine Regel definiert, nach der ein bestimmter Geräuschpegel oder Veränderungen der Lichtverhältnisse im Raum zu einer versendeten E-Mail führt. Auch könnte man ein in der Nähe abgelegtes iPhone mit dem Näherungssensor vor unbefugtem Zugriff schützen, indem der Griff nach dem Gerät einen Alarmtom auslöst. Auch vorstellbar wäre es, in einem Raum ohne Beleuchtung (übergangsweise) ein iPhone zu platzieren, das bei den ausgesprochenen Worten "Licht an" (oder jedem anderen lauten Geräusch) das Kameralicht aktiviert.

Natürlich wäre ein auf diese Weise zu einer sprachgesteuerten Lampe umfunktioniertes iPhone eine unerhört teuere Beleuchtungsanlage, und ob man sich bei sicherheitsrelevanten Einsatzszenarien tatsächlich auf die Sensoren des Apple-Smartphones verlassen möchte, ist fraglich. Hinzukommt, dass Triggers leider nur dann funktioniert, wenn das iPhone nicht mit einem Passwort geschützt ist, wenn die App sich im Vordergrund befindet und wenn der automatische Standby-Modus abgeschaltet wurde.

Diese Beschränkungen haben zur Folge, dass Triggers momentan vor allem eine Demonstration dessen ist, was mit intelligenten mobilen Computern in Zukunft alles möglich sein wird. Nur die eigene Fantasie setzt Grenzen, auf welche Weise sich Sensoren in Verbindung mit Regeln und einer größeren Auswahl an Aktionen und angebundenen Diensten (oder anderen Geräten) nach dem Trigger-Verfahren verwenden lassen und wie Smartphones ihrem Namen so erneut alle Ehre machen können. Mittelfristig sollten Funktionen wie die von Trigger direkt in das Betriebssystem mobiler Geräte integriert sein. Und um wirklich praktischen Nutzen zu liefern, müssen die Regeln auch im Standby-Modus und bei eingeschaltetem Passwortschutz funktionieren. Bis dahin ist es aber nur eine Zeitfrage.

Welche über die im Video dargestellte Eignung als "Toast-Detector" hinaus, mit Trigger realisierbaren Prozesse fallen euch ein?

Für Android-Geräte existieren mit Tasker und Locale Anwendungen, die in eine ähnliche Richtung gehen.

Link:  Triggers

via TheNextWeb und @DrMichealSpehr

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