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17.02.10

Selbstmarketing: Die Bedeutung von Öffentlichkeit

Warum sollte man online zu Themen seiner Branche aktiv sein? Weil es die eigenen Karrieremöglichkeiten verbessert, wenn andere leicht entdecken können, was man kann und weiß.

Wie fällt man in der Masse auf?Vor kurzem hatte Martin Weigert hier auf netzwertig.com über die Bedeutung von Selbstmarketing geschrieben. So gibt es zunehmend Branchen, in denen Auffindbarkeit zum guten Ton gehört:

Wer online unsichtbar ist, hat zukünftig im beruflichen Kontext pauschal ausgedrückt schlechtere Karten. Denn er oder sie verpasst dadurch, eine in steigendem Maße vorhandene Erwartungshaltung zu erfüllen.

Von Personen in gewissen Branchen, zum Beispiel Kommunikation, Marketing, Medien, erwarte ich schon heute, bei einer Google-Suche nach ihrem Namen Profile auf Geschäftsnetzwerken, einen Twitter-Account sowie ein Blog zu finden. Tauchen stattdessen lediglich einige unbrauchbare Resultate von Personensuchmaschinen auf, werte ich dies automatisch als negatives Zeichen (nichts gegen Personensuchmaschinen).

Der Artikel hat eine lebhafte Diskussion hervorgebracht. Einige Leser waren der Meinung, dass in den meisten Branchen Auffindbarkeit nicht erforderlich ist. Andere meinten, wer bei der Arbeit gute Leistung erbringt, hat dieses ganze Social-Media-Gedöns nicht nötig.

Ein wichtiger Punkt ist in dieser Debatte meines Erachtens untergegangen. Warum ist Präsenz online überhaupt wichtig? Was genau wird durch sie verändert?

Nehmen wir zwei Personen, die in der selben Branche arbeiten, den gleichen Grad an Expertise aufweisen und damit vereinfachend gesagt potentiell auf den gleichen Arbeitsplatz Anspruch hätten. Person A wird im Web nicht arbeitsbezogen tätig. Person B betreibt ein regelmäßig mit frischen Inhalten versehenes Fachblog zu den Themen der Branche, die seine konkrete Tätigkeit berührt.

Welche der beiden Personen wird eher von Headhuntern entdeckt werden, vielleicht sogar Einladungen zu Vorträgen erhalten oder passende Jobangebote aktiv zugesandt bekommen, ohne direkt danach zu suchen? Bei gleichem Grad an Fachwissen sorgt ein Fachblog immer für eine bessere Ausgangslage. Die Sichtbarkeit eröffnet Möglichkeiten und die eigene Onlinepräsenz wird quasi zum Lebenslauf auf Steroiden.

Wenige Qualifikationsnachweise sind mehr wert, als ein erfolgreiches Branchenblog. Blogs sind hier nur als Beispiel genannt. Zur Kuration von Inhalten mit kurzen Kommentaren kann etwa auch ein Twitteraccount mit Link auf das XING-Profil für den Anfang völlig ausreichen. Wichtig ist nur: Man ist öffentlich und kann von Google und anderen Suchmaschinen gefunden werden.

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In manchen Bereichen mag es mittlerweile als negativ auffallen, wenn man online nicht aktiv ist. Das wird aber in den wenigsten Branchen heute der Fall sein. In allen Branchen aber ist derjenige im Vorteil, der sich online mit seinem Fachwissen einen Namen macht. Das geht nicht über Nacht und ist mit Aufwand verbunden. Aber es lohnt sich: Es öffnen sich Türen, von denen die Offlinebleibenden gar nicht wissen, dass sie existieren.

In diesem Zusammenhang ist es weiterhin bemerkenswert, wie viel Brachland es in Deutschland, dem Land der Skeptiker, auch Anfang 2010 noch gibt. Noch heute sind nahezu alle Branchen, die nicht direkt mit dem Internet zu tun haben, von Blogs unbeackert. Hervorragende Möglichkeiten für Experten in allen möglichen Feldern, ihre Karriere mit Fachblogs zukunftssicher zu machen.

Denn wie schrieb Paul Graham einmal ganz treffend:

Stupidity equals opportunity.

(Foto: mararie; CC-Lizenz)

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