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25.08.14Leser-Kommentare

Sehr ungewöhnlich: Ein schwedisches Taxi-Unternehmen reagiert auf Uber mit Innovation!

Während anderswo die Taxilobby auf den Barrikaden steht und gegen Beförderungs-Startups wie Uber protestiert, reagiert das schwedische Taxi-Unternehmen Taxi Stockholm anders: Es startet einen eigenen Limousinen-Dienst und entwickelt Spielereien, um die positive Haltung gegenüber neuen Technologien zu betonen.

Wenn ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell und Strukturen im analogen Zeitalter entstanden, von technologiegetriebenen Konkurrenten in Bedrängnis gebracht wird, gibt es ganz allgemein zwei grundsätzliche Handlungsalternativen: Die eine ist der von juristischen Attacken, empörten offenen Briefen und lautstarken Protesten charakterisierte Versuch, dem Neuling möglichst viele Steine in den Weg zu legen und ihn im Idealfall ganz zu zermürben, um selbst möglichst wenig am eigenen Produkt oder Dienst verändern zu müssen. Der andere Weg ist die Flucht nach vorne. Die vom Newcomer geschaffene Innovation und ihr Kundennutzen wird hierbei anerkannt und mit eigenen signifikanten Verbesserungen oder gar einer kompletten Neuerfindung des eigenen Angebots beantwortet. Traditionell fällt es dem Establishment schwer, sich Variante zwei anzunehmen. Viele der Sektoren, die in den vergangenen Jahren von Netzakteuren aufgemischt wurden, glaubten lange Zeit, ihre Energie in den Widerstand gegen die als unwillkommene Eindringlinge gesehenen Startups und Technolgiefirmen investieren zu müssen, anstatt in Produktinnovation. Aktuellster Fall ist die hiesige Taxilobby, die bekanntlich alle Hebel in Bewegung setzt, um On-Demand-Beförderungsdienste dorthin zu verbannen, wo sie keine Gefahr mehr für den seit Jahrzehnten nicht herausgeforderten Taxibetrieb darstellen.

Doch es geht auch anders, wie das schwedische Taxi-Unternehmen Taxi Stockholm beweist. Der Zusammenschluss von Taxifahrern und -unternehmern, der im Großraum Stockholm marktführend ist, reagierte auf die Einführung von Uber nicht wie manche Kollegen in Deutschland mit heftigen Verbalattacken und rechtlichen Scharmützeln, sondern entschloss sich, die Amerikaner durch das eigene Produkt und eine kundenorientierte Strategie am Gewinn großer Marktanteile zu hindern.

Deshalb beschloss man in Skandinavien, Ubers Kernprodukt - den Limousinenservice - einfach mit einem eigenen, sehr ähnlichen Angebot anzugreifen. Derzeit befindet sich Taxi Stockholm Premium im Testbetrieb. Wie bei Uber kommen schwarze Limousinen ohne Aufschrift und mit herausgeputzten Chauffeuren zum Einsatz. Offiziell soll es im Herbst mit 50 Fahrzeugen und einer eigenen App losgehen. Die Chancen des Vorhabens stehen gar nicht schlecht: Die Marke Uber ist vielen Schweden noch gar nicht bekannt. Taxi Stockholm dagegen ist allen ein Begriff. Es könnte so kommen, dass am Ende viele Kunden mit erhöhten Komfortbedürfnissen lieber mit Autos von Taxi Stockholm als von Uber fahren.

Taxi Trails

Doch das Taxi-Unternehmen möchte nicht nur kopieren. Gleichzeitig versucht es, die Loyalität der Fahrgäste mit experimentellen Diensten abseits der eigentlichen Beförderungsleistung zu erhöhen und die Marke so zu stärken. Mit Taxi Trails haben die Nordeuroäer nun einen virtuellen Stadtführer an den Start gebracht, der sich aus GPS-Daten von mehr als acht Millionen Taxi-Fahrten im Raum Stockholm speist. Das Ganze hat die Form einer interaktiven Heatmap, die mit verschiedenen Filtern ausgestattet ist und die aufzeigt, wann welche Art von Fahrgast besonders häufig welches Ziel anfährt. Taxi Trails richtet sich also einerseits an Touristen, die auf einem unkonventionellen Weg erfahren möchten, welchen Gegenden sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen. Es dient andererseits aber auch als Spielerei für Einheimische. Und die Namensgebung “Taxi Trails by Taxi Stockholm” hilft, alle Nutzer daran zu erinnern, wer verantwortlich für die Bereitstellung der Daten ist.

Die Entwicklung von Taxi Trails soll eine wichtige Botschaft transportieren: Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine moderne Organisation, die in der Lage ist, den Ansprüchen der mobilen, technologieaffinen und Komfort und Service schätzenden Kundschaft gerecht zu werden. Der Anbieter positioniert sich damit weitaus zukunftsorientierter, als man dies von hiesigen Vertretern des Taxigewerbes mit ihrer kompletten Fokussierung auf die Vernichtung der neuen Konkurrenz behaupten kann. Vielleicht hilft ihnen das Beispiel aus Schweden, zu erkennen, wie sie ihre Mittel und Energie besser investieren könnten. /mw

Kommentare

  • Torsten Williamson-Fuchs

    25.08.14 (10:53:37)

    Mich wundert es gar nicht, wenn so etwas in Schweden passiert und nicht in hier.

  • Martin Weigert

    25.08.14 (11:01:07)

    Ja mich auch nicht. Ich habe dort seit 2006 meinem Wohnsitz und bin immer wieder überrascht, wie der Widerstands-Reflex gegen Veränderungen (mit Ausnahme einiger unantastbarer Traditionen) sehr viel geringer ausgeprägt ist als in Deutschland.

  • Torsten Williamson-Fuchs

    25.08.14 (11:09:20)

    Du hast es gut... Ich war im vorigen Jahr das erste Mal dort und war besonders beeindruckt davon, welcher Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft besteht. Es gibt deutliche Parallelen zu Kanada (landschaftlich und sozial). Es würde den Deutschen gut tun, sich dort einiges abzuschauen.

  • Frank Schirmmeyer

    25.08.14 (11:35:22)

    Wie sollte denn die Taxi-Branche auf das andere Produkt Ubers (Uber Pop) reagieren? Ein US-amerikanisches Startup beschäftigt ein Heer von Scheinselbständigen (man könnte, nach einem Blick in die Vertragsbedingungen, auch von "nützlichen Idioten" sprechen), denen zur Personenbeförderung die Genehmigung fehlt und deren Fahrezeuge nicht den gesetzlichen Anforderungen genügen. Ob Steuern und Sozialabgaben ordnungsgemäß abgeführt werden, wollen wir gar nicht erst thematisieren. Natürlich kann Uber durch solche Praktiken kostengünstiger operieren. Nur, ist das schon innovativ? Ist dies dem veralteten Geschäftsmodell der Taxis geschuldet? Sollte man dies als unternehmerische Leistung anerkennen? Und sollte man als Taxi-Unternehmer darauf mit Innovation reagieren anstelle zu juristischen Mitteln zu greifen? Vielleicht sollte die Taxi-Branche ebenfalls sämtliche Standards unterlaufen, dann herscht ja wieder "Waffengleichheit", gell? Schade, dass dieser Artikel kaum zwischen Uber Black (und auch hierfür gibt es in Deutschland gesetzliche Vorschriften, u. a. wo die Auftragsentgegenahme stattfinden darf) und den Protesten sowie den juristischen Auseinandersetzungen, die sich vor allem gegen Uber Pop richten, differenziert.

  • Martin Weigert

    25.08.14 (11:59:00)

    Ganz ehrlich: Wenn die Taxibranche Angst davor hat, dass ihr Privatfahrer mit dem 2005'er Opel Corse die Kunden wegschnappen, dann ist das Problem nicht UberPop sondern die mangelnde Leistung des Taxigewerbes. Anders formuliert: Es gibt bislang wenig Belege, dass ein Dienst wie UberPop überhaupt eine wirkliche Gefahr für die Taxis darstellt. Weil viele Fahrgäste eben doch einen Wert auf gewisse Aspekte legen, die ihnen bei UberPop nicht sicher geboten werden. Dummerweise versagen Taxis eben auch viel zu oft darin, diesem Leistungsversprechen zu entsprechen. Viel smarter wäre es also, anstelle eines energieraubenden und kostspieligen Rechtsstreits gegen UberPop, der zudem zu massiven Streitsand-Effekten führt, eine Qualitäts-Offensive der Taxi-Branche zu starten, bei der man sich medienträchtig allen Staubs entledigt, der sich (unbestritten) über die Jahrzehnte ohne wirkliche Herausforderung angesammelt hat. Dazu benötigt man langfristiges Denken, ein Verständnis für medienpsychologische Dynamiken, sowie ein bisschen Vertrauen in das eigene Produkt. Leider zeigt das Taxigewerbe bisher, dass es nichts davon besitzt. Abschließend vielleicht eine Analogie: Man stelle sich vor, ein Ehemann hat das Gefühl, dass seine Frau sich für einen anderen Mann interessiert. Dieser wirkt etwas attraktiver, gebildeter, interessanter, während der Ehemann sich in den letzten Jahren eher gehen ließ. Anstatt dass dieser Ehemann erkennt, dass es Zeit ist, sich wieder in Form zu bringen und aus dem alten Trott auszubrechen - für sich selbst, aber auch um die Ehe wieder in Gang zu bringen - erklärt er der Frau, wie blöd der andere Typ eigentlich ist. So wie sich dieser Ehemann verhält, agiert aktuell das Taxigewerbe in Deutschland.

  • Wolfgang Ksoll

    25.08.14 (12:00:29)

    Leider strotzt der Artikel vor Unsachlichkeit. Uber verstößt auch in Schweden gehen Gesetze. Uber-Fahrer werden von der Polizei bestraft, wenn sie erwischt werden. Scheinselbständige ohne ärztliche Untersuchung, ohne Versicherung, ohne öffentliche Zulassung ist in den meisten Staaten der Welt kriminell. Deswegen haben die Ausbeuter von Google und Goldmann Sachs überall ärger mit den Behörden des demokratischen Staates. Man kann auch Kinderarbeut innovativ nennen, nur weil sie für den Verbraucher billiger ist. Innovativ ist Ausbeutung und scheißen auf Gesetze nicht. Das gabs schon in alten Rom.

  • Martin Weigert

    25.08.14 (12:13:14)

    "Scheinselbständige ohne ärztliche Untersuchung, ohne Versicherung, ohne öffentliche Zulassung" Genau aus diesem Grund sehe ich für die Taxibranche wenig Anlass zur Sorge. Hätte sie ein wenig Selbstvertrauen, würde sie erkennen, dass Kunden am Ende Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit schätzen, entsprechende Alleinstellungsmerkmale noch stärker betonen und UberPop einfach links liegen lassen. Das Resultat: Mehr Ressourcen für die Weiterentwicklung des Taxiangebots und nicht die phänomenale Medienaufmerksamkeit, die Uber durch den Widerstand der Taxibranche zuteil wurde. So schwer ist das eigentlich gar nicht.

  • Frank Schirmmeyer

    25.08.14 (12:18:34)

    Business as usual...wie so oft können Journalisten, die über Start-ups berichten, keine kritische Distanz wahren - mag zum Geschäftsmodell gehören. Stattdessen wird mit ähnlichem Geschwurbel reagiert, wie es auch die PR-Abteilung von Uber, Wundercar und Co. von sich geben. Und wie ich in den Kommentaren lese, bin ich nicht der Einzige, der dies erkannt hat. Dennoch danke für Ihre Antwort, ich weiß jetzt, warum ich sehr selten hier lese. PS: Nicht alles was hinkt, ist eine Analogie.

  • Tim

    25.08.14 (12:50:22)

    Limousinendienste gibt es in praktisch jeder deutschen Stadt seit Ewigkeiten. Daran ist nun wirklich nichts neu.

  • teekay

    25.08.14 (13:15:58)

    Naja, ich lebe in Suedschweden und zusammen mit Kopenhagen sind die Taxipreise hier auch ziemlich steil (laut Economist ist der Flughafen-City-Transfer nirgendwo so teuer wie von Kastrup nach Kopenhagen)-es gibt also Geld zu holen und da kommt man dann in die Pötte. Ich bin mir sicher, dass der Stockholmer Limousinen-Service sehr gut ins Geld geht-eben anders, als, sagen wir mal, Berlin.

  • ClaudiaBerlin

    25.08.14 (13:31:03)

    In Berlin sind 1.50 Euro zusätzlich fällig, wenn man mit EC-Karte bezahlen will. Soviel zum Entgegenkommen der Taxi-Zunft in Sachen zeitgemäße Dienstleistungen!

  • Christoph

    25.08.14 (13:43:14)

    Sie haben ja Recht mit den Punkten "Sicherheit" und "Steuern/SV" etc. Nur sollte sich die Branche schon die Frage gefallen lassen, warum so ein Dienst Erfolg hat. Tipp: Am Preis liegt es nicht, zumindest nicht nur. In vielen Großstädten bietet die Branche versiffte, nach Rauch stinkende Karren mit schlecht gelaunten Fahrern ohne jegliches Serviceverständnis, ohne Ortskenntnisse, ohne alternative Bezahlungsmethoden und ohne deutsche Sprachkenntnisse. Verkehrsregeln werden nicht beachtet und geparkt wird bevorzugt auf Fuß- und Radwegen. Evtl. liegt die Beliebtheit des Taxigewerbes auch daran?

  • Wolfgang Ksoll

    25.08.14 (13:58:18)

    In Indien sollen die Sicherheitsbestimmungen bei Kreditkarten aufgegeben werden, damit das primitive Uber-Geschäftsmodell funktioniert. Ich habe noch nie ein Geschäftsmodell gesehen, dass in so vielen Ländern gegen so viele Regulierungen verstößt wie bei Uber. An Taxis soll wohl verprobt werden, den Staat weltweit auszuhebeln. Dann kommt die Kinderarbeit und die Ärzte mit App und ohne Approbation. http://qz.com/254495/why-shutting-uber-down-is-poor-regulation-by-indias-central-bank/

  • Martin Weigert

    25.08.14 (14:04:11)

    Wer hat Ihnen eigentlich erklärt, dass es irgendwas bringt, ständig Uber und "Kinderarbeit" in einen Kontext zu bringen?

  • Wolfgang Ksoll

    25.08.14 (14:18:26)

    "Hätte sie ein wenig Selbstvertrauen, würde sie erkennen, dass Kunden am Ende Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit schätzen, entsprechende Alleinstellungsmerkmale noch stärker betonen und UberPop einfach links liegen lassen." Ich habe Denken noch nicht outgesourcet, mache das noch selber. Ist das bei Ihnen anders? Ihre Argumentation ist, dass sich der Produzent gefälligst nur auf die Eigenschaften seine Produktes konzentrieren soll. Wenn Kinder das Produkt herstellen, juckt das nach Ihnen keiner und die anderen sollen halt besser werden, damit sie mit Kinderarbeit konkurrieren können. Nach dieser Argumentation ist auch die staatliche Regulierung von Ärzten überflüssig. Wenn Google und Goldman Sachs beschließen, dass mit einer App ungelernte Ärzte zu ersetzen, dann sollen sich gefälligst Ärzte mehr Mühe geben, damit sie im Goldmann Sachs Wettbewerb besser bestehen können. Den Patienten interessieren nur der Preis und die Qualität. Wenn Wohnungen als Arztpraxen von ungelernten gesharet werden, dann ist das innovativ. Ihre Argumentation bei Uber/UberPop/Taxisist ziemlich abstrus und vermutlich weltfremd.

  • Christian

    25.08.14 (15:22:58)

    >Wer hat Ihnen eigentlich erklärt, dass es irgendwas bringt, ständig Uber und “Kinderarbeit” in einen Kontext zu bringen?< Diesen Zusammenhang sehe ich in den Kommentaren von Wolfgang Ksoll nicht. Es geht (so hab' ich ihn jedenfalls verstanden) schlicht darum, dass diese ach so innovativen Startups vom Typ Uber auch deshalb erfolgreich sind, weil sie rechtliche Bestimmungen, die ihnen im Weg stehen, konsequent auf die eine oder andere Weise "wegdrücken". Hypothetische Beispiele waren die Ärzte ... und eben die Kinder.

  • Torsten Williamson-Fuchs

    25.08.14 (15:43:12)

    Super, die "Ausbeuter von Google und Goldman Sachs": bei Google in CA bekommt der Praktikant mehrere tausend Dollar - und wie werden in Deutschland Taxifahrer entlohnt?

  • Wolfgang Ksoll

    25.08.14 (15:54:33)

    Christian, genauso ist es. Die Startups der NEw Economy haben geltendes Recht respektiert und zauberhafte Geschäftsmodelle geschaffen. Google hat eine einzigartige Suchmaschine mit Nebenservices gebracht (ich persönlich bin beosnders Fan von Maps), Facebook hat ein einzigartiges Soziales Netzwerk geschaffen mit einem einzigartigen User-Interface und hält sich weitgehendst an lokale Gesetze (wenn man neben Weichert auch normale Menschen oder Richter fragt). Amazon hat sich brav an deutsche Buchpreisbindung gehalten, aber den Versandhandel revolutioniert. Mit Paypal kommen selbst deutsche Beamte als Paymentlösung zurecht (mit Kreditkarten vorher nicht). Da gibt es viele, die brav Law and Order respektieren. Und nun kommt Uber (Google und Goldman Sachs (die 2008 bewiesen haben, dass sie nicht seriös mit Geld umgehen können, wofür sie jetzt mit 3,17 Mrd Dollar Strafe bezahlen müssen: http://www.focus.de/finanzen/news/banken-umstrittene-hypothekendeals-goldman-sachs-muss-milliarden-zahlen_id_4080359.html ) und sagen unser Geschäftsmodell funktioniert nur, wenn ihr weltweit Eure Gesetze anpasst, Taxifahren dereguliert, halbgare Taxifahrer zulasst, ohne Prüfungen und Versicherungen? Man könnte auch fragen, sollen wir nicht unsere 200 Staaten abschaffen, damnit Google und Goldman Sachs besser Geld verdienen können? Die Fahrer werden nicht auf die Gewinnerstraße ziehen: sie müssen billiger als der Wettbewerb sein und 20% Wucherprovision (trauen sich nicht mal Künstleragenten) abdrücken. Das sieht mir nach Turbokapitalismus aus, bei dem Uber gewinnt, die Fahrer weniger bekommen und der Kunde ein höheres Risiko mit Fahrer, Fahrzeug und Versicherung eingeht. Das muss man offen diskutieren in Hunderten von Demokratien und nicht nur Schnickschnack wie Limousinenservice schön finden.

  • Wolfgang Ksoll

    25.08.14 (15:59:54)

    Es ging nicht um die Bezahlung von Praktikanten in CA sondern um Taxifahrer (im Artikel in Stockholm) und in CA die in San Franzisko, wo Uber Stress mit den Behörden hat. U.a. Weil ein Uber-Fahrer in S.F. ein sechsjähriges Kind tot gefahren hat und es offenbar keine Versicherung gibt: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_52488277 Günstig wäre es da, einfach beim Thema zu bleiben.

  • Jakob

    25.08.14 (17:40:38)

    Herr Weigert, es hilft nichts. Die deutschen Bewahrer hier wollen nicht das Risiko eingehen, dass der Verbraucher sich ggfs. für das sichere, zuverlässige, geräumige, komfortable Taxi statt für Uber entscheidet. Sie ziehen es vor, dass der Staat - wie meistens in Deutschland - eine Regelung schafft, die anstelle einer Kundenentscheidung eine Vorschrift setzt. Es kann doch nicht angehen dass deutsche Verbraucher eigene freie Entscheidungen für oder gegen Anbieter treffen. Die Bürger sind doch blöd und können das nicht entscheiden, denen muss man vom Staat her sagen was sie zu tun oder zu lassen haben

  • Wolfgang Ksoll

    25.08.14 (18:13:55)

    Die Problematik auf Deutschtümelei reduzieren zu wollen, ist unsachlich. Uber hat in Indien Probleme mit der Kreditkartenregulierung (selbst in Bangalore), in San Franzisko hat Uber Stress mit Behörden und Probleme wegen des toten sechsjährigen Mädchen. Auch im Mutterland des technischen Fortschrittes hat Uber mit den Behörden Probleme. Der Spott über Deutsche löst keine Probleme in Indien oder in Kalifornien. Diese Unsachlichkeit schadet dem Ruf Ubers erheblich und es ist zu befürchten, dass der Ruf bald völlig ruiniert ist, bevor das Geschäftsmodell legal trägt.

  • Sabine schuster

    25.08.14 (19:32:20)

    Wieder mal ein artikel, der den grundlegenden unterschied der uber produkte ignoriert. Hier gehts wieder nur um uberblack, was gerne sicher die taxiindustrie nicht freut , aber nunmal durchaus als wettbewerber angesehen werden muss. Uberpop der eigentliche , unumstritten, illegale und alleine durch die millioneninvestitionen ohne rücksicht auf bestehendes gesetz im wildweststil betriebene dienst ist mittelpunkt der aufruhr. Der artikel begünstigt damit mal wieder die fehlende differenzierung in der öffentlichkeit , was uber schön in die hände spielt. Saubere journalistische arbeit. Übrigens wie soll die taxi industrie reagieren , wenn hier mit subventionen zusätzlich zu den umgangenen resriktionen künstlich der offensichtlichste und effizienteste ansatz den kunden für sich zu gewinnen, nämlich der preis , einen adäqaten wettbewerb einzugehen ? Hier würde mich ein , dann mal konstruktiver und umsetztbarer vorschlag , äusserst interessieren. Der ruf der taxiindustrie ist hausgemacht unzweifelhaft perfekte angriffsfläche , klar, aber komme doch keiner mit dem argument , dass bei freizeitfahrern mit elementarer serviceverbesserung zu rechnen ist. Auch hier sollte man bitte in der reale welt weiterdenken.

  • Martin Weigert

    25.08.14 (23:17:52)

    Auch Uber Black stört die Taxibranche. Denn per Gesetz dürfen nur Taxis Passanten auf gut Glück von der Straße auflesen. Warum die Furcht vor UberPop wiederum unangebracht ist, erkläre ich hier http://netzwertig.com/2014/08/25/sehr-ungewoehnlich-ein-schwedisches-taxi-unternehmen-reagiert-auf-uber-mit-innovation/#comment-608961. Nach der Differenzierung zu rufen, um damit die Botschaft des Artikels in Frage zu stellen, ist nicht zielführend. Denn die Botschaft bezieht sich auf die ganz generell reaktionäre, aus dem Wissen über die eigenen Schwächen resultiefende Reaktion der Taxibranche hierzulande, die sie lähmt und unfähig macht, clever zu handeln. Man sieht es in jedem Kommentare, der von Menschen aus dem Taxi-Segment stammt: Immer kocht ihr Blut, immer eskaliert die Rhetorik. Nur ist Wut kein guter Ratgeber, wenn es darum geht, gute strategische Entscheidungen zu treffen.

  • Sabine Schuster

    26.08.14 (06:25:49)

    Herr Weigert, ich denke , alleine die künstliche Preisbildung von #uber ist doch alleine wohl schon Anlass genug für Entsetzen. Wie soll man denn hier ruhigen Blutes reagieren ? Den Punkt erwähnen Sie gar nicht. Hier wäre die Sache eigentlich schon genug begründet. Wie schon erwähnt, ist die Disruption über den Preis die primitivste , gemeinste aber wohl effektivste Waffe. In der breiten Öffentlichkeit wird Uber als Limousinenservice wahrgenommen, weshalb die Aufregung über eben diesen Dienst nicht verstanden, sogar mit komplettem Unverständnis abgetan wird. Ihr Artikel schlägt eben wieder in die gleiche Kerbe, und geht somit am Thema Uber als solches wieder komplett vorbei. Sie greifen diesen Aufruhr schön auf der im Wesentlichen eben aus der UberPOP Sache herrührt, neben dann aber wieder genau das Thema Limousinenservice zum Gegenstand der Relativierung. Das ist somit keine korrekte Widergabe der Situation. Im Übrigen bin ich nicht im Taxigewerbe, somit eher unbefangen, aber eben weit mehr im Thema als der gewöhnliche Beobachter.

  • Martin Weigert

    26.08.14 (06:27:57)

    Was meinen Sie mit "künstlicher Preisbildung"?

  • Martin Weigert

    26.08.14 (06:34:59)

    Ganz aktuell und sehr passend zum Thema: "ADAC-Test in Großstädten: Bei fast allen Taxifahrten läuft etwas schief" http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/adac-test-bei-fast-allen-taxifahrten-laeuft-etwas-schief-a-987296.html

  • Sabine Schuster

    26.08.14 (06:37:02)

    Uber subventioniert Fahrten zum Einen direkt, was den Fahrpreis für den Fahrer anbelangt, sowie mit Prämien für eine bestimmte Verfügbarkeitszeitgewährleistung. Das kann sich ein Unternehmen wie Uber natürlich Leisten auf längere Zeit. Und dann werden durch Umgehung der ganzen bestehenden Bestimmungen , wie Lizenzen und Versicherungen ja sowieso die Betriebskosten weitgehend elliminiert.

  • Martin Weigert

    26.08.14 (06:44:39)

    Ich bin durchaus auch kapitalismuskritisch, und auch - wenn das hier anders klingt - selbst kein Fan von Uber (meines Erachtens nach liegt die Zukunft im modernen, intelligenten ÖPNV). Aber: Ich sehe kein Problem in dieser Preisbildung. Die Branche verträgt das durchaus. Wenn nicht, dann war sie ohnehin modernisierungswürdig.

  • Marcel Breiter

    26.08.14 (07:17:23)

    Bei uns im Sauerland sind die Taxen sehr teuer. Eine Fahrt ins Pub liegt mittlerweile bei knapp 40€. (letzte Preiserhöhung um 35% ist nicht lang her) Es ist bei einer Monopol Stellung einfach die Preise zu bestimmen. Hier würde ein uber einschlagen wie eine Bombe.

  • Wolfgang Ksoll

    26.08.14 (07:22:37)

    Ja, weil die scheinselsbtändigen Uber-Fahrer eine App von Google haben, um an Aufträge zu kommen, sind die natürlich ganz anders: die fahren keine unnötigen Umwege, haben alle Fahrerlaubnisse (ausser dem Personenbeförderungsschein), Missachten nicht die Verkehrsregeln und stellen in Indien ordentliche Quittungen aus über die Zentrale, die aber sich per Kreditkarte nicht bezahlen lassen darf, wie es das Gesetz befiehlt aber das Geschäftsmodell fordert. Die Uberfahrer bekamen in dem Test vom ADAC alle sehr gut, obwohl sie nicht mit im Test waren. Was genau also soll der ADAC-Test mit dem Thema hier zu tun haben? Wir hatten doch extra gesagt, dass es um den Limousinenservice ginge und nicht um die illegal fahrenden Taxis von Uber?

  • Thilo

    26.08.14 (09:04:52)

    Ich hoffe Sie haben nicht nur die Überschrift, sondern auch den Artikel gelesen: "Von 160 Testfahrten wurden 21 mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" bewertet, 122 bekamen die Noten "gut" und "sehr gut". 17 Fahrten wurden als "ausreichend" eingestuft." Also 76% der Fahrten bekamen "gut" und "sehr gut". Das ist doch gar nicht so schlecht. Sicherlich, da ist noch 24% Verbesserungspotential. Aber es ist nicht so schlecht, wie uns Überschrift und 60% des Artikels weiß machen wollen. So scheint aber die ganze Berichterstattung, insbesondere aus der "Startup"-Szene.

  • Wolfgang Ksoll

    26.08.14 (09:17:19)

    Schon 1996 hat Uber den Taxi-Markt in Stockholm aufgemischt und Taxi Stockholm vor sich her getrieben. So toll ist Uber :-) http://www.fastcompany.com/42943/all-hail-taxi-stockholm So kann es enden, wenn man Google nicht nutzt. :-)

  • Lutz Siebert

    26.08.14 (09:35:45)

    Ich stimme Sabine Schuster zu. Vorweg, ich bin angestellter Taxifahrer. Ein sehr guter, sagen meine Kunden. Entlohnt werde ich nach Prozenten vom Umsatz. Mein Chef war schon immer innovativ und Vorreiter für Service am Kunden. Eigene Zentrale. Kartenzahlung, Großraumtaxi und Limousine vor allen anderen im Angebot. Und doch laufen ihm die Kosten davon. Und die Fahrer. Weil Service Geld kostet, dass er nicht aufschlagen darf laut Tarifvorgaben, diese sind für 08/15 Kleinunternehmer kalkuliert, ist er immer hart am rechnen. Die Fahrer wollen mehr verdienen als 5€ die Stunde bei einer 60h Woche. In Potsdam und Berlin gibt es genug "richtige" Arbeit. Die potentiell guten Bewerber für Taxinachwuchs flüchten, wenn sie hören, dass sie für so wenig Lohn...Und die nicht so guten Bewerber kann mann nicht auf seine Kunden loslassen. Also müssen die Preise angehoben werden um attraktiv und wirtschaftlich zu sein und dann noch einmal extra für den Mindestlohn. Und da kommt dann die Uber -Preisgestaltung ins Spiel. Denn auch bei Black werden Preise angesetzt, die nicht wirtschaftlich sein können. Den kürzeren ziehen dann die Fahrer bei der Entlohnung. Denn Service kostet...

  • Berni

    26.08.14 (17:16:31)

    "Illegal fahrende Taxis", "Scheinselbstständige". Bei Artikeln zum Thema Uber kann man nach Kommentaren der Kartellversteher eigentlich die Uhr stellen. Aber sie zahlen doch Steuern, waren schon immer da, sind doch sicher viel sicherer... - und ein tolles Zertifikat haben sie auch im Geldbeutel. :D Alles Nebelkerzen von solchen, die nicht aufs Geld achten müssen. Apropos Sicherheit: In Teilen Südafrikas sollte man tunlichst vermeiden, in Taxis zu steigen. Uber dagegen ist immer ok.^^

  • Sebastian Kurt

    26.08.14 (20:15:53)

    Habe ich einen anderen Artikel oben gelesen als die meisten Kommentatoren darunter? Martin hebt die Ideenvielfalt eines alteingesessenen Unternehmens hervor und zeigt damit das es Wege gibt auf Marktänderungen zu reagieren. Weiter so!

  • Martin Weigert

    26.08.14 (22:40:15)

    thx!

  • Wolfgang Ksoll

    27.08.14 (14:43:11)

    "Habe ich einen anderen Artikel oben gelesen als die meisten Kommentatoren darunter?" Offensichtlich. Schon die Behauptung, dass Stockhlm Taxi erst auf Uber reagiert hätte, ist grober Unsinn, um Technologie zu hypen, die nicht modern ist, sondern nur weltweit auf Regulierungen scheisst. Stockholm Taxi modernisiert seit Geschäftsmodell seit über 15 Jahren, also zu einer Zeit, als Goldman Sachs und Google noch nicht wussten, was Taxi-Apss sind. Selbst die Apps sind nicht neu. Mytaxi.de schafft es aber gesetzestreu und braucht keine unversicherten Scheinselbständige ohne Lizenz und Qualitätsstandards, um Taxi-Preise zu drücken. Es geht auch legal zu modernisieren. Aber das will Uber nicht. Die wollen eine Machtprobe, ob der Staat regiert oder Goldman Sachs. Sie werden den Kampf verlieren, weil die Innovation zu klein ist. Da ist nix disruptives dran, wenn man auf Gesetze scheisst, um billiger zu produzieren. Und zum modernisieren braucht man Uber nicht, das zeigt Stockholm Taxi seit Jahren. War halt nur schlecht recherchiert das Beispiel. Beim Journalismus, Militär und den Geheimdiensten ist es immer das Gleiche: Du brauchst zwei Quellen. Nicht nur die Prospekte von einem: http://www.fastcompany.com/42943/all-hail-taxi-stockholm

  • Sabine Schuster

    27.08.14 (15:34:03)

    Wenn Sie generell kein Problem in einer solchen Preisbildung sehen, is die Grundlage für eine Diskussion sicher schwierig. Dürfte aber zumindest verständlich sein, warum ein genereller Konflikt der beiden Parteien vorliegt, zumindest eine Seite not amused sein kann ...

  • Christian

    28.08.14 (07:55:02)

    Wenn man sich die Kommentare von ein paar Leuten durchliest ist einem auch vollkommen klar wieso die Taxibranche sich stur stellt und keinerlei Innovation stattfindet.

  • Christian

    28.08.14 (07:57:12)

    Es scheint als hätten die meisten den Inhalt einfach nicht verstanden.

  • Sabine Schuster

    28.08.14 (08:15:35)

    Tatsächlich würden Sie sich wundern was alles für Innovationen im Gound Transportation Bereich zur Zeit stattfinden (im Taxi/Mietwagen/Bus-Segment). Aber was genau ist jetzt die Innovation von Uber. Alle Reden immer davon, eine direkte Frage diesbezüglich wurde mir noch nie beantwortet. Und jetzt komme mir keiner mit der mobilen Bestellmöglichkeit, das is mittlerweile state-of-the-art und war vor ein paar Jahren die Innvovation ...

  • Jens

    29.08.14 (12:47:52)

    Erst informieren, dann schreiben. Kein Taxiunternehmer in Deutschland kann seine Tarife selbst festlegen. Den legen nämlich die jeweiligen Kommunen fest. "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten." D.Nuhr

  • Marcel Breiter

    29.08.14 (16:26:27)

    Davon ab "Jens" das man hier nicht gleich beleidigen sollte. Zu teuer ist zu teuer. Darum ging es in dem Beitrag. Aber du kannst es dir gern mehrmals durchlesen, dann verstehst du es sicherlich

  • Christian

    29.08.14 (16:58:04)

    Wenn man etwas genauer nachliest, liest sich der Test des ADAC allerdings ein wenig anders. www.adac.de/taxitest Und im Mitgliedermagazin des "Clubs" findet sich ein Beitrag (zu Uber Pop, Schnipsel hier https://www.dropbox.com/s/k4r8hi14o6arn7b/uberpop.jpg ), den man dann vielleicht auch noch lesen könnte ...

  • NicoBerlin

    30.08.14 (19:52:32)

    Meinen Sie, dass der Einzelhandel die Gebühren für bargeldlose Zahlungen selber trägt? Der Kunde merkt davon nichts, da die Gebühr im Verkaufspreis schon enthalten ist. Der Zuschlag für bargeldlose Zahlung könnte entfallen, der Grundpreis würde dann um 10 Cent steigen. Wo ist der Unterschied, Frau ClaudiaBerlin? Ich bin froh, dass man überhaupt in Berliner Taxen bargeldlos bezahlen kann...

  • Jörn Napp

    08.09.14 (14:23:47)

    Diese sogenannte ‘Innovation’ ist keinesfalls etwas ganz Neues! Selbst im rückständigen Deutschland hat schon die Zentrale ‘Rhein-Taxi’ in Düsseldorf eine eigene SCHWARZE FLOTTE! Und das schon seit längerer Zeit. Auch in Hamburg träumt die Hansa-Funktaxi eG seit etlicher Zeit davon, sich so eine Flotte zuzulegen, wobei der Traum einer eigenen Mietwagenflotte schon nahezu uralt ist. Etwa um 2005 träumte der damalige VS Kruse von der Schaffung einer solchen! Da wir allerdings als professionelle Taxifahrer wissen, daß JEDER MIETWAGEN mit Fahrer eine tödliche Konkurrenz darstellt (weshalb ich auch noch nie verstanden haben, wie Verbände beide Wagentypen zusammen vertreten können?), ist es kaum verständlich, warum diese Zentralen bei sich selber kannibalisieren! JEDER KUNDE, der dort eine schwarze Limousine bestellt, fährt nicht mit den normalen TAXEN! Und das hätte er früher selbstredend getan! Man zwingt die Unternehmer, sich teure (mal in die USA schauen) Wagen zuzulegen, die in aller Regel die entstehenden Kosten keinesfalls wieder reinbringen! Die laufenden Kosten einer E-Klasse sind schon heute kaum noch einzufahren, so daß immer mehr Unternehmer auf preiswertere Wagen umsteigen. Eine S-Klasse kostet pro Monat ca. 2.500,- Unterhalt und Betriebskosten! Da sollte man einfach mal nachrechnen, wieviele angeblich tolle Touren man bekommen muß, um NUR auf eine schwarze Null zu kommen, geschweige denn auch wirklich Geld zu verdienen!

  • Martin

    09.09.14 (16:10:55)

    Ein komischer Artikel. Nicht nur, dass hier der Limoservice UberBlack mit dem "Taxiservice" UberPop vermischt wird, mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier romantisierend sowohl Uber als auch Stockholm Taxi betrachtet wird. Dazu nur ein paar Anmerkungen: Limosinenservices gibt es in Deutschland schon lange und UberBlack macht damit genauso viel (oder wenig) Gewinn wie die schon existierenden. Nämlich nicht so viel. UberPop hingegen basiert auf Ausbeutung und Schwarzarbeit, denn legal kann es eigentlich nicht funktionieren. Ich nehme die Zahlen aus diesem Artikel und zwar für meine Heimat Düsseldorf: http://www.finanztip.de/uber-taxi-vergleich/ Hier kostet eine Uberfahrt 1 Euro plus 1 Euro pro Kilometer. Ich gehe jetzt mal von einer durchschnittlichen Fahrstrecke von 5 km aus bei einer Auslastung des Fahrers von 50% (was sehr optimistisch ist). Bei jeder Fahrt verdient der Fahrer zunächst einmal 6 Euro, muss davon aber 20 % an Uber und ca. 5 % an Steuern (die Uber in Holland zahlt) abdrücken, zusammen also 1,25 €. Der Fahrer macht also 4,75 € pro 10 km Fahrt, oder 47,5 ct pro km. Davon ab gehen auf jeden Fall 19% MwSt oder ca. 9 ct, so dass der Fahrer legal 38ct/km in der Tasche behalten dürfte. Bei durchschnittlichen Betriebskosten eines kfz von 30-40 ct im Stadtverkehr kommt das nicht hin. Leben kann von diesem Modell nur Uber und der schwarzarbeitende Fahrer. Sonst niemand. Auch die Idee mit der App ist nicht neu. In Deutschland gibt es viele verschiedene, die genau das gleiche können wie Uber, z.B. mytaxi etc. Deswegen geht es bei Uber vs Taxi auch nicht um Establishment vs. Innovation. Und hier habe ich von surge pricing noch nicht einmal angefangen (vgl. http://nymag.com/daily/intelligencer/2013/12/uber-surge-pricing-model.html). Oder davon, dass Uber dabei ist, ein weltweites Monopol für Taxivermittlungen aufzubauen mit der theoretischen Möglichkeit, diese frei nach eigenem Gusto festzulegen. Und noch ein letztes: Ich glaube, dass die Angst der Taxibranche vor Uber prinzipiell gerechtfertigt ist. Es wird nicht ausreichen, auf besseren Service etc. zu setzten. Der Erfolg der Low Cost Carrier im Flugverkehr spricht eine andere Sprache: Der Billigere wird gewinnen. Die Taktik von Lufthansa etc, mit Service und Komfort etc zu gewinnen ist nicht aufgegangen.

  • Jörn Napp

    11.09.14 (07:40:43)

    Wie AUSBEUTERISCH Uber ist, erkennen wir an den Reaktionen ihrer eigenen Fahrer. Gerade vor ein oder zwei Tagen gab es wieder eine große Demo in Kalifornien der UBER-Fahrer gegen UBER! Wie brachial UBER dort in den USA vorgeht, erkennt man zB daran, daß sie, wohl weil das Geschäft nicht ganz so gut läuft, wie geplant, die 'Fahrpreise' einfach, ohne die Fahrer zu fragen, nahezu halbiert haben. Die Fahrer aber sitzen auf großen Schulden, die sie machen MUSSTEN, weil sie sich entsprechende Wagen gekauft haben, wie zB einen Lincoln Town Car mit einem Verbrauch locker über 15 l auf 100! UBER interessiert sich genausowenig für soziale Belange, wie es ihr Hauptsponsor Goldman Sachs tat, als diese Millionen kleiner US-Bürger von Haus und Hof in die Armut trieb! Ich kann nur Jedem raten, vor allem aber dem Schreiber des Artikels hier, sich mal in die 'Verträge' einzuarbeiten, die UBER sowohl mit den Fahrern als auch mit deren Kundschaft abschließt! Nur, wie allgemein üblich im Netz, haben wahrscheinlich nahezu 100% eben dieser Menschen schlicht ihr Häkchen auf 'Akzeptieren' gesetzt, ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben! Sonst hätten die das nämlich nicht getan, wenn sie halbwegs intelligent sind! Nicht umsonst schiebt UBER in den USA eine Scheinfirma vor (RASIER), die für diese Sachen zuständig ist. Wer möchte, kann diese Verträge gerne bei mir anfordern. Teilweise wurden die von UBER sogar verboten zu veröffentlichen, was einen nicht wundert, wenn man das liest! Und noch etwas: Hört doch endlich mal auf, UBER als ein 'Start Up' zu bezeichnen! Eine Firma, die 17 Mrd.$ hinter sich hat, ist keins! Außerdem gehört UBER derzeit weltweit zu den umstrittensten Firmen, wobei sie allerdings von ihrem Hauptsponsor GS noch locker übertroffen wird! Die Alle haben keinerlei Interesse an einer Personenbeförderung, sondern nur an Kohle! Das sind Money-Junkies, die schnell einen Haufen Geld machen wollen und dann uU einfach alle von ihnen Abhängigen im Regen stehen lassen! Abfall! Auch die Versicherung UBERs liegt mir vor. Lächerliche 1 mio. $ pro UNFALL (mit massenweise Ausschlußmöglichkeiten)! Nehmen wir mal an (und das ist schon geschehen), es säßen 4 Passagiere plus Fahrer im Wagen und alle werden verletzt, dann wären das lächerliche 200.000 $ pro Mensch! Das kostet auch in den USA schon eine Woche Intensivstation ganz locker. PS: Übrigens hat UBER anfangs die Praktiken der Taxiunternehmer in den USA völlig richtig kritisiert, wo die Fahrer vor Beginn der Schicht erst einmal kräftig abdrücken müssen, bevor sie überhaupt die ersten Meter gefahren sind. Jetzt aber ist UBER selber unter die Fahrzeugvermieter gegangen, und sogar für die UBER-Handys müssen die Fahrer jetzt 10 $ pro Woche abdrücken! Klasse! Allerdings trösten einen dann wieder zwei Artikel aus dem Finanzmagazin FORBES, in denen beschrieben wird, welche Gefahren auf UBER lauern. Da wäre zu allererst mal die gewaltige Kapitalmenge, denn die Investoren WOLLEN Geld und Rendite sehen, und zweitens sind es die Kunden selber, die das Surge Pricing nicht wirklich prickelnd finden und deswegen wieder abspringen! Zu weiteren Informationen direkt von der Quelle sollte Alle mal auf die Foren oder FB-Seiten der UBER-Driver gehen!

  • Jörn Napp

    11.09.14 (07:49:48)

    Ich muß noch etwas loswerden: Als langjähriger Berufskutscher (ca. 37 Jahre und angefangen Ende der 60er) mit einigen Jahren Selbstständigkeitserfahrung, muß ich hier mal klarstellen, wieviel ein ordentlich arbeitender Unternehmer, der seinen Angestellten alle gesetzlichen Zahlungen auch wirklich gibt, wie zB Lohnfortzahlung im Urlaub oder bei Krankheit) von 1 eingefahrenen Euro MAXIMAL 10 Cent für sich hat! Nur um mal die angeblichen Verdienstmargen klarzustellen! Firmen wie UBER oder Wundercar machen es sich da einfach. Die streichen nur die Provisionen ein, ohne dafür wirklich groß etwas geleistet zu haben! Eine soziale Verantwortung haben sie nicht für ihre Fahrer, erst recht nicht, wenn die UberPOP (UberX) fahren! Auch muß noch gesagt werden: Travis Kalanick hat vor wenigen Tagen behauptet, seine Firma würde 50.000 Arbeitsplätze PRO MONAT schaffen! Aber ich denke, da arbeiten gar keine Menschen für UBER? Und Sozialleistungen dürfte er mit Sicherheit keine abdrücken, oder sollte ich mich da täuschen?

  • Martin Weigert

    11.09.14 (07:50:07)

    Surge Pricing gibt es doch bei Hotels und Flügen auch. Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso das ausgerechnet bei Taxis ein Problem sein soll.

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