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07.12.10

Seedsummit: Wider der Fragmentierung in der europäischen Internetbranche

Der europäischen Internetbranche fehlt ein Cluster. Seedsummit will Gründer, Seedinvestoren und Business Angels auf einer Plattform zusammenbringen und der Fragmentierung in der hiesigen Startup-Branche etwas entgegensetzen.

 

Einer der am häufigsten angeführten Kritikpunkte in Bezug auf die europäische Internetbranche ist das Fehlen eines Clusters, also eines zentralen Ortes, an dem sich Know-how, Kapital, Kreativität und Talente konzentrieren. In Europa sind diese Ressourcen ungleich über verschiedenste Länder verteilt, was für das hiesige Ökosystem deutlich weniger Durchschlagskraft bedeutet, als dies im Silicon Valley der Fall ist.

Zumindest was die Aspekte Know-How und Kapital betrifft, möchte Seedcamp, Europas wohl bekanntester und einflussreichster Startup-Inkubator (an dessen zweiten Fonds sich auch diverse deutsche Investoren beteiligt haben) Angebot und Nachfrage auf neuen Wegen zusammenbringen und hat dazu mit Seedsummit eine Plattform für Gründer, Angel- und Seedinvestoren gestartet.

Über 60 Seedinvestoren und Business Angels aus EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) haben sich der Plattform bisher angeschlossen und können über diese von Gründern oder Branchenkollegen kontaktiert werden.

Ein primäres Ziel von Seedsummit ist das Matchmaking von Startups und zu ihnen passenden, an einem Einstieg interessierten Kapitalgebern und Angels. Gründer können sich online mit Angaben zu ihrem in der Frühphase befindlichen Startup bewerben und auf diesem Weg ausgewählte Investoren pitchen.

An Kapital oder Expertise interessierte Jungunternehmen aus dem Web- und Softwarebereich können außerdem Investoren nach Region auswählen, direkt über ihren Namen suchen oder durch eine Eingabe der benötigten Summe ansteuern. Sämtliche Angels und Seedinvestoren verfügen über eine Profilseite mit Links zu ihren Onlinepräsenzen, eine Biographie sowie ein Kontaktformular.

Ein dritter Service von Seedsummit ist die Bereitstellung von Vorlagen für juristische Dokumente, um den Beteiligungsprozess so problemlos wie möglich zu gestalten.

Hinter den Kulissen nutzt Seedcamp den Seedsummit bereits seit einem Jahr als physisches Netzwerk aus europäischen Seedinvestoren, in dessen Rahmen sich diese mindestens zweimal im Jahr treffen und Erfahrungen und Kontakte austauschen. Das klingt zwar im ersten Moment nach "Angelgate", hat aber in Europa einen völlig anderen Hintergrund als in den USA:

Während in der Webbranche auf der anderen Seite des Atlantiks tendenziell ein Kapitalüberschuss herrscht und damit Startups gegenüber Investoren wilde Forderungen stellen können (was den Geldgebern natürlich nicht gefällt, weshalb sich diese in der später als Angelgate bezeichneten Zusammenkunft zur Beratung über Gegenmaßnahmen trafen), sitzen in Europa ohnehin die wenigen existierenden Investoren am längeren Hebel.

Ihr Problem sind nicht über die Stränge schlagenden Bewertungen junger vielversprechender Internetunternehmen, sondern das Aufspüren von innovativen Ideen im dezentralen, durch Länder- und Sprachgrenzen intransparent erscheinenden europäischen Markt. Eine Koordination kann somit helfen, mehr Effizienz in die Suche nach Investitionsobjekten zu bringen.

Aus Seedsummit eine webbasierte Plattform für Entrepreneure und Frühphaseninvestoren in Europa und angrenzenden Regionen zu machen, ist ein begrüßenswerter Schritt, der im besten Fall dafür sorgt, dass gute Ideen und Ansätze schneller die Mittel erhalten, die sie benötigen, um zu Spitzenprodukten und --diensten zu werden!

Link: Seedsummit

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