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02.10.07

Second Life: Ein Besuch im Austria House

Für einen kleinen Pauschalbetrag von 9.600 Euro und für 3.600 Euro jährlich leistet sich Österreich eine Absteige im Spiel Second Life. Mein Avatar ist etwas rumgelaufen dort und hat Fotos gemacht.

Was war das ned für ein Geschrei im Blätterwald Anfangs 2007, als in den Redaktionen Second Life gespielt wurde und sich die Avatare gegenseitig ausfragten, von welcher Zeitung sie denn seien. Irgendwann ebbte der Medienhype aber wieder ab, einige Late Adopter ausgenommen. Der Idee aber, dass dort jede Agentur, jede Zeitung, jede Firma und jeder Staat sein virtuelles Häuschen aufzustellen hat, konnten sich nicht alle verwehren. Nicht nein gesagt hat zum Beispiel Österreich (siehe " Österreichs Web 2.0-Spaß in Second Life ")

Mein Avatar war da und hat Fotos gemacht. In Räumen, so gross wie Kathedralen. Die so einsam und verlassen sind, als hätte eine grausame Krankheit alle Menschen dahingerafft.

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Freundlicher Empfang: Ich lasse mir einen Kaffee raus, der nicht mal was kostet. Das Problem: Ich weiss nicht, wie trinken.

Austria House 4 002 Kaffee

Und da seh ich auch schon die ersten bekannten Gesichter, so fühlt man sich nicht ganz allein. Wenn man auf die Infofläche klickt, kriegt man Infos geladen, die aus dem World Factbook stammen. Dauert ne ganze Weile.

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Geburt, Heirat, Führerschein. Alles kein Problem für die SL-Amtsstube.

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Man könnte sich auch persönlich beraten lassen. Sizzi Winkler ist aber leider gerade nicht da. Doch man kann sie erreichen, wenn man will.

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Kurz vor dem Verlassen der Räumlichkeiten von Sizzi Winkler entdecke ich diesen Automaten.

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Da gibt's was gratis? Das lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Ich lass alles raus, was möglich ist...

Ärmelschoner

... und zieh es mir an. Das sieht dann so aus:

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Ok, man trägt nicht alle drei Hüte gleichzeitig. Und wie man die Ärmelschoner richtig anzieht, find ich auch noch raus. Aber das auf dem Tisch sitzen in der virtuellen Amtsstube hat schon richtig Spass gemacht. Ohne Publikum ist das aber nur halb so lustig.

Wie auch im leeren Auditorium auf dem Mikro sitzen:

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Richtig toll ist das Riesenradfahren. Vor allem, wenn man zuoberst aussteigt. Es passiert einem nix, sterben kann man ja schon im ersten Leben.

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Die Aussicht vom Donau-Turm aus ist nicht so beeindruckend. Aber da liegt ein Fallschirm, den ich gleich mal anziehe:

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Ich springe und tatsächlich öffnet sich der Fallschirm. Auch wenn erst 9 Meter über dem Boden. Das war jetzt richtig aufregend.

Wie schön ist es doch, dieses unsterbliche zweites Leben. Während die Bevölkerung der Erde wächst und wächst, hat man in der Virtualität unendlich Raum zur Verfügung. Sowas wünschen sich sicher auch viele in Grossraumbüros gepferchten Journalisten.

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Zum Schluss noch ein Schnappschuss zusammen mit dem Nationalheiligen, Wolfgang Amadeus Mozart:

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Fazit: Gar nicht so schlecht, dieses virtuelle Österreich. Als Amtsstube kaum zu gebrauchen, als Image-Tempel ganz ok. Da haben andere Aktionen schon weit mehr als 10.000 Euro und ein paar Zerquetschte gekostet.

Und getroffen hab ich dann doch noch jemanden. Eine hübsche, junge Frau, dem Namen nach eine Asiatin. Ich fragte sie, wie ihr Österreich denn gefällt. Doch sie lächelte nur stumm.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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