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01.05.14

Sechs Jahre nach Facebook Connect: Xing stellt Login-Button für Onlinedienste vor

Das Geschäftsnetzwerk Xing erlaubt es externen Onlinediensten künftig, einen Button einzubinden, mit dem sich Nutzer über ihre Xing-Benutzerdaten anmelden können. Facebook stellte ein ähnliches Feature im Jahr 2008 vor.

XingAls Xing Anfang 2012 seine Entwickler-API veröffentlichte, war das Geschäftsnetzwerk damit im Vergleich zu den führenden US-Networks bereits reichlich spät dran. Die Rolle des "Slow Movers" scheint den Norddeutschen nicht unangenehm zu sein, wie die jüngste Neuerung aus dem Hause des 14 Millionen Mitglieder zählenden Dienstes nahelegt: Xing stellt Betreibern von Websites und Apps künftig einen "Login mit Xing"-Button als Plugin zur Verfügung. Gerade wurde für den Service die Beta-Phase gestartet, in deren Rahmen sich Entwickler für vorzeitigen Zugang anmelden können.

Fast sechs Jahre, nachdem Facebook seinen Usern mit der Lancierung von Connect erstmals die Authentifizierung bei Drittangeboten über ihre Facebook-Zugangsdaten ermöglichte, sieht auch das deutsche Business Network die Zeit für eine derartige Option gekommen. Die meisten bekannten "Identitätsverwalter" waren deutlich schneller und zogen zügig mit Facebook Connect vergleichbaren Funktionen nach. Gemäß einer aktuellen Untersuchung erfolgen heute 53 Prozent aller von nordamerikanischen Usern durchgeführten "Social Logins" über Facebook. Dahinter landet Google mit 28 Prozent, Yahoo mit 13 Prozent, Twitter mit vier Prozent und LinkedIn mit einem Prozent. Xings US-Kontrahent LinkedIn bietet das Authentifizierungsmodul für externe Websites bereits seit 2010. Dass trotzdem nur ein derartig geringer Teil aller Social Logins im Web über das Geschäftsnetzwerk abgewickelt wird, könnte einen Grund für die späte Implementierung bei Xing darstellen: Die positiven Effekte auf Nutzerbindung und -aktivität für ein Business Network halten sich schlicht in Grenzen.

Dennoch dürften einige Betreiber von Websites und mobilen Apps sowie ihre User Gefallen an der Xing-Neuerung finden - speziell im deutschsprachigen Raum, wo Xing nach wie vor Marktführer in seinem Segment ist. Das Unternehmen profitiert sogar ein wenig von seiner zögerlichen Haltung: Denn der Erklärungsbedarf des mittlerweile dank Facebook & Co jedem bekannten Leistungsmerkmals dürfte sich in Grenzen halten.

Integriert wird der Button per Java Script. Über die API ließ sich eine derartige Funktionalität zwar bereits zuvor realisieren, nun steht aber erstmals eine ohne Programmieraufwand einzubettende, von Xing offiziell beworbene Lösung bereit. User, die den Button für den Login verwenden, übermitteln ihren Namen, ihre Berufsbezeichnung, ihre Branche, ihren Standort sowie den Namen ihres Arbeitgebers. Diese Angaben können Onlinedienste dann zur Personalisierung einsetzen. Solange User die Schaltfläche nicht betätigen, senden sie laut Xing keinerlei Informationen.

Xing ist und bleibt ein Phänomen. Der Dienst agiert im Tempo einer Schnecke - und wächst und gedeiht trotzdem (wenn auch mit einer kleinen nachträglichen Korrektur). /mw

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