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20.02.08

Schweizer Fernsehen wieder im Mittelalter: Online-Videos neu ohne Permalink

Der deutschschweizer Staatssender SF hat seine Online-Videos auf sf.tv von Real Player auf Flash umgestellt. Mit der Umstellung sind aber die Links verschwunden - es ist nun unmöglich, von einer anderen Website auf ein bestimmtes SF-Video zu weisen.

Videos Schweizer Fernsehen

Eingesperrt in der Anstalt: Links
(Bild: Screenshot sf.tv)

Einer der Gründe für den Durchbruch von YouTube ist die Möglichkeit, ein einmal eingestelltes Video auch noch Jahre später in der gleichen Form und am selben Platz zu finden. Ein anderer ist die Möglichkeit, dieses Video gleich auf der eigenen Website einzubinden.

Auf der Website des Schweizer Fernsehen geht beides nicht. Die gebührenfinanzierten Inhalte sind auf der Website eingesperrt. Machen wir doch, um zu verstehen, warum das so schlecht ist, eine Metapher.

Die Geschichte handelt im Lande Internet, in einer Zeit mit modrigen Burgen:

 

Stellen wir uns das Land Internet vor. Kleine, wendige Kerle, nennen wir sie Blogs, rennen rum, gucken in jede Hütte rein, ob ihnen etwas gefällt. Etwas behäbigere Blogs sitzen irgendwo und lassen sich die Informationen zutragen, von Feedreadern.

Neben den vielen kleinen Hütten im Land stehen auch einige grössere Burgen rum, in denen es besonders viel Information zu bestaunen gibt. Schliesslich haben die viel Geld zur Verfügung, zum Teil aus erhobenen Steuern. In einer dieser Burgen, nennen wir sie "die Videos von sf.tv", sind diverse Informationen auf Videos zu sehen. Entdeckt nun ein Blog eines dieser Produkte und ist davon hellauf begeistert, sucht er natürlich nach der Inschrift, dem Code, der Adresse dieses Produkts, damit er es sich überall ansehen kann, damit er es seinen Freunden zeigen kann, damit er es auch nach Jahren noch finden kann.

Doch, o weh!, er findet nichts, nur Javascript. Entmutigt läuft er aus der Burg, denn er kann das Produkt, von dem er doch so begeistert ist, mit niemandem teilen. Seinen Freunden muss er sagen: "Geht mal rein in diese Burg, irgendwo, ich weiss auch nicht mehr wo, ist da dieses Produkt. Ich hoffe, ihr findet es." Aber seinen Freunden ist das vermutlich zu doof. Und ihm irgendwann auch.

Komplett schlecht finde ich die Reform aber doch nicht. Man hat sich vom Real Player gelöst und die Videos haben nun eine verbesserte Ladezeit. Nur noch drei statt zehn bis fünfzehn Sekunden. Immerhin.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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