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21.03.11

runtastic: Digitale Werkzeuge für Fitnessbewusste

Das österreichische Startup runtastic will Menschen dabei helfen, fit zu bleiben. Mit mobilen Apps in fünf Sprachen für vier Plattformen sieht sich der Dienst gut gerüstet, der US-Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

Den eigenen Körper fit zu halten und regelmäßig Sport zu treiben, ist als Interesse nicht allen Menschen in die Wiege gelegt. Manchen fällt es schwer, ihren inneren Schweinehund zu überwinden, in ihre Turnschuhe zu schlüpfen und sich an die frische Luft, in ein Fitnessstudio oder eine Sporthalle zu begeben, um dort an der eigenen Kondition zu arbeiten.

Entsprechend wichtig sind Maßnahmen, um die Motivation aufrecht zu erhalten. runtastic heißt ein Startup aus Österreich, das sowohl begeisterten Athleten als auch "Vernunftsportlern" entsprechende Werkzeuge zur Verfügung stellt, um Trainingsdaten zu erfassen und sich mit Gleichgesinnten zu vergleichen (und gegenseitig anzuspornen).

Wir hatten den im November 2009 als iPhone-App gelaunchten Dienst vor ungefähr einem Jahr vorgestellt. Seitdem hat sich bei dem von Rene Giretzlehner, Florian Gschwandtner und Alfred Luger gegründeten Unternehmen einiges getan.

runtastic vereint auf seiner Plattform ein Sporttagebuch, eine Streckenverwaltung, soziale Elemente sowie Statistiken, Auswertungen und Vergleiche mit Freunden, um sportliche Betätigungen so effektiv, erfolgreich und (im besten Fall) kurzweilig und stimulierend wie möglich zu gestalten.

Während Grundfunktionen über die Website ausgeführt werden können, entfaltet der Dienst sein volles Potenzial und seinen Reiz erst durch die auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch angebotenen mobilen Apps für iOS, Android, BlackBerry und Windows Phone 7.

Wer sein Smartphone zum Training mitnimmt, kann mit Hilfe der runtastic-Applikationen Sportdaten wie Distanzen, Zeiten und Tempo GPS-basiert aufzeichnen, seinen Puls messen und Routenkarten, Statistiken sowie Auswertungen abrufen. Aufgezeichnete Daten stehen anschließend auch über die Weboberfläche zur Verfügung.

Zu gerade implementierten neuen Funktionen der mobilen Apps gehören die Echtzeit-Darstellung der aktuellen Position auf der runtastic-Website, ein Pulszonentraining mit Sprachausgabe sowie Voice-Feedback direkt während des Trainings.

runtastic-Mitgründer Alfred Luger hat uns ein paar Kennzahlen zur Nutzerschaft des Dienstes zukommen lassen: Knapp 400.000 Mitglieder haben sich bisher bei dem Fitnessportal registriert - die mobilen Apps wurden 1,5 Millionen Mal heruntergeladen, wobei Dreiviertel der Downloads auf iOS-Geräte und 18 Prozent auf Android-Smartphones entfallen. 25.000 bis 60.000 Personen verwenden runtastic täglich, abhängig vom Wochentag. 35 Prozent der Nutzer stammen aus Deutschland, 15 Prozent aus Österreich, jeweils zehn Prozent aus Frankreich und Spanien, sechs Prozent aus den USA und jeweils fünf Prozent aus der Schweiz und Italien.

Das mittlerweile 14 Mitarbeiter zählende Startup aus Linz verfolgt eine klare internationale Strategie, was es damit auch in direkte Konkurrenz zum ein Jahr vor runtastic gestarteten US-Dienst RunKeeper bringt. runtastic Co-Founder Luger sieht seinen Dienst gegenüber dem Wettbewerber aus Übersee klar im Vorteil, da man neben Englisch vier weitere Sprachen sowie eine RunKeeper fehlende Blackberry-App anbietet. Zudem verweist er auf die Nutzerbewertungen im Apple App Store, die den Österreichern ein besseres Anwenderfeedback attestieren (vergleiche hier und hier).

Um sich weiter von RunKeeper zu differenzieren, wollen die runtastic-Macher noch stärker in die Breite gehen und viele weitere Sportarten berücksichtigten (der Dienst bietet dafür bereits zusätzlich einige Sportart-spezifische mobile Apps). "runtastic wird RunKeeper noch das Fürchten lehren", zeigt sich Alfred Lüger überzeugt.

Das Geschäftsmodell der Linzer basiert auf dem Freemium-Prinzip: Eine mit Werbung versehene Lite-Version beinhaltet die wichtigsten Funktionen, ab 4,99 Euro pro Monat bieten die Linzer eine "Gold-Variante" mit einem größeren Feature-Set. Eher ungewöhnlich ist der Ansatz, zusätzlich zu dieser Preisdifferenzierung auch bei den mobilen Apps zwischen einer Gratis-Lite-Variante und einer kostenpflichtigen Pro-Version zu unterscheiden.

Auf die Frage, ob runtastic bereits profitabel arbeitet, wollte Alfred Luger keine Auskunft geben. Mit dem gewählten Geschäftsmodell und Pricing scheint jedoch eine gute Basis für wirtschaftlichen Erfolg geschaffen worden zu sein - zumal beim Thema Fitness, Gesundheit und äußerliche Attraktivität die Zahlungsbereitschaft der Menschen tendenziell hoch ist.

Andere vergleichbare mobile Apps sind beispielsweise Runmeter und Nike+ GPS.

Link: runtastic

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