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02.11.09Leser-Kommentare

Ruflotse: myON-ID startet Monitoring-Dienst

Wer wissen will, was im Netz über ihn geschrieben wird, kann selbst suchen, oder suchen lassen. Mit Ruflotse startet myON-ID einen kostenpflichtigen Monitoring-Dienst für Privatpersonen und Unternehmen.

RuflotseMit der zunehmenden Zahl an aktiven Social-Web-Nutzern steigt auch die Nachfrage nach Tools zum Schutz der Reputation im Netz. myON-ID, Betreiber des gleichnamigen Dienstes zum Identitätsmanagement, möchte fortan auch in den lukrativen Monitoring-Bereich vordringen und schafft sich mit dem heute gestarteten Ruflotse ein zweites Standbein.

Der in Kooperation mit der Deutschen Telekom betriebene Dienst richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen, die den Überblick darüber behalten wollen, was über sie im Netz geschrieben wird.

Ruflotse wird in drei kostenpflichtigen Paketen angeboten, die das Monitoring von maximal fünf unterschiedlichen Suchbegriffen erlauben. Der Dienst durchsucht anschließend Websites, Blogs und die öffentlichen Bereiche von Social Networks nach Namensnennungen und listet diese im Mitgliederbereich wöchentlich bzw. täglich (je nach Paket) aktualisiert in einer filterbaren Liste chronologisch auf. Externe Inhalte wie beispielsweise YouTube-Videos werden, wenn möglich, direkt innerhalb des Monitoring-Bereichs angezeigt.

Nutzer können sich über neue Suchergebnisse per E-Mail benachrichtigen lassen und je nach Paket eine Zusammenfassung als PDF- oder CSV-Datei exportieren. Auch bietet Ruflotse einige Statistiken, welche Auskunft über die Entwicklung der Namensnennungen im Web geben.

Chronologische Liste relevanter Namensnennungen

Eine Herausforderung für die Ruflotse-Macher wird das Löschauftrag-Feature, mit dem sich unliebsame Erwähnungen aus dem Netz radieren lassen. Aktiviert ein User den Löschauftrag für ein Suchergebnis, versucht das Ruflotse-Team, durch individuelle Kontaktaufnahmen die Löschung zu erwirken. Eine Erfolgsgarantie hierfür gibt es jedoch nicht - letztlich kann das Unternehmen nicht mehr machen, als einen Seitenbetreiber nett um die Entfernung zu bitten.

Durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom sichert sich die myON-ID GmbH eine nützliche Startreichweite: So enthalten die Ergebnisseiten der T-Online-Suchmaschine bei relevanten Suchbegriffen entsprechende Hinweise auf Ruflotse und auch auf myON-ID. Die von Google bereitgestellte T-Online-Suche hat zwar mit rund 2,5 Prozent nur einen recht geringen Marktanteil, aber als Teil von Deutschlands besucherstärkstem Webportal dennoch eine beachtliche Reichweite.

Ich konnte Ruflotse bisher nicht selbst ausprobieren, aber myON-ID-Geschäftsführer Mario Grobholz hat mir in einem Screencast die Funktionen demonstriert. Was ich gesehen habe, sah nicht schlecht aus. Im Praxistest muss sich zeigen, wie gut das Monitoring tatsächlich funktioniert.

Ich fragte Grobholz auch, warum Ruflotse nicht als Freemium-Dienst angeboten wird, um mit Hilfe einer kostenlosen Variante die Aufmerksamkeit interessierter Nutzer zu erlangen und diese dann später zu zahlenden Kunden zu konvertieren. Er antwortete, dass es bei Ruflotse anders als beim Freemium-Angebot myON-ID primär um Umsatz, nicht um Reichweite geht.

Eine Rolle dürfte auch gespielt haben, dass die direkte Konkurrenz von Ruflotse ebenfalls komplett kostenpflichtig ist. Allerdings liegt Ruflotse preislich deutlich unter den Wettbewerbern MyImageControl und ReputationDefender. Das günstigte Paket der Münchner kostet bei einer dreimonatigen Laufzeit 2,90 Euro pro Monat, MyImageControl und ReputationDefender verlangen hingegen 9,95 Euro monatlich.

Die Personensuchmaschine Yasni hatte kürzlich mit dem Yasni PremiumCheck ein ähnliches Feature gelauncht , es allerdings inhaltlich sowie preislich auf Personalveantwortliche ausgerichtet.

Kommentare

  • Marko

    03.11.09 (02:17:08)

    Klingt interessant, aber welchen Mehrwert bietet der Service gegenüber kostenfreien Angeboten? E-Mail-Alerts --> Google, Yasni, Backtype u.v.m... Sammeln, Sortieren und Filtern --> Yasni, i.e.S. jeder Bookmarking-Dienst - alle Services for free mit unbegrenzten Begriffen. Ein "Löschauftrag ohne Erfolgsgarantie" ist ja nett, aber quasi das gleiche wie Oddset-Tippen ohne die Gewinn-Quoten zu kennen - dafür zahlt man doch nix? Aber mal schau'n, vielleicht hat ja doch jemand Spaß dran... ;-)

  • Martin Weigert

    03.11.09 (10:41:37)

    Nicht jeder hat wohl Lust und das Know-how, das alles manuell zu erledigen. Das dürfte auf einen Großteil der User zutreffen.

  • Marco

    03.11.09 (10:54:34)

    Nur zum Verständnis für mich. Was mache ich denn bei einem Google Alert manuell ?

  • Martin Weigert

    03.11.09 (11:01:10)

    E-Mail-Alerts –> Google, Yasni, Backtype u.v.m… Sammeln, Sortieren und Filtern –> Das ist für einen technisch wenig versierten User sehr wohl manuell. Der Alert alleine sicher nicht.

  • Frank

    03.11.09 (13:23:58)

    Das sieht mir doch mal wieder nach einem Klon von Reputationsverteidiger.de aus. Dort ist der Dienst noch in Beta, aber gratis.

  • domingos

    03.11.09 (16:45:38)

    myonid ist ja an sich nicht schlecht, aber dafür bezahlen?

  • Britta Stahl

    04.11.09 (11:03:06)

    Die Frage ist halt, warum man zulässt, dass die Datenbestände des Internets mit Informationen und Fotos angereichert werden, die dort nichts zu suchen haben. Es muss doch vor vorneherein klar sein, dass diese Informationen von jedem Punkt der Welt aus öffentlich zugänglich sind. Und dass im Nachgang so viele Dienste aus dem Boden sprießen, die diese Leichtfertigkeit (vergeblich) einzudämmen versuchen, beweist nur, dass es viel zu viele Menschen gibt, die nicht ausreichend überlegen.

  • Anya

    04.11.09 (11:44:50)

    Danke als erstes an das rege Interesse am Ruflotsen-Konzept. @Britta Stahl: Es gibt auch die Fälle, bei denen von Dritten Inhalte ins Netz gestellt werden, für die man seine Erlaubnis nicht erteilt hat. Ganz fatal bei Jugendlichen. Online-Mobbing ist keine Seltenheit. Da hat Ihre Aussage keine Relevanz mehr, denn dies hat mit Leichtfertigkeit nichts mehr zu tun. @domingos: Danke für das Kompliment. myON-ID bleibt natürlich in seiner herkömmlichen Funktion wie gewohnt kostenfrei. @Frank: Es ist wohl stark übertrieben, Ruflotse als Klon von einem Dienst zu bezeichnen, der sich bisher in keinster Weise etabliert hat. Referenzen = 0, Geschichte: anscheind schon vor 5 Jahren gegründet (und dann keine Referenzen von den ach so vielen Kunden?), Preise = Fehlanzeige, Monitoring = vor allem in geschlossenen Netzwerken...usw. Etwas dubios diese Seite oder etwa nicht?

  • Marko

    04.11.09 (16:30:47)

    Immer lobenswert, wenn ein Anbieter selbst mitdiskutiert und offen für Fragen ist: @Anya Die Ruflotse-Einbindung bei t-online ist interessant: Wieso wird von ruflotse nix angezeigt bei Promi-Namen (wie Merkel, Bohlen, Becker usw.) und bei Otto-Normal-Namen dagegen schon? Fällt da nicht der größte Such-Traffic weg? Natürlich mal abgesehen von Promis, die ein myonid Profil haben, wie Barack Obama. Genauso interessant, andere Portale müssten sowas selbst faken und würden Ärger bekommen - und bei Euch hat der richtige Obama bzw. ein offizieller Vertreter das Profil angelegt?

  • Marko

    04.11.09 (17:10:16)

    @Martin Weigert: Nicht jeder hat wohl Lust und das Know-how, das alles manuell zu erledigen. Das dürfte auf einen Großteil der User zutreffen. Ja, stimmt schon. Doch mit der Aussage myON-ID primär um Umsatz, nicht um Reichweite geht sowie dem Monitoring von Unternehmen und Wettbewerbern, würde ich eher vermuten, dass das Produkt für Fach-Zielgruppe bzw. PR/Presse gedacht ist. Und in diesen Bereichen sollte man sich m.E. auskennen und vielmehr Lust haben, unnötig Kosten zu vermeiden. (Hmm... da muss ich selbst schmunzeln, okay, es gibt immer Ausnahmen... haha)

  • Alina

    06.11.09 (14:24:12)

    löscht die telekom dann auch erfolgreich die ganzen einträge, die sich auf ihr eigenes versagen beziehen? erscheint mir schwer wie eine hypeblase im zuge des ganzen #reputationsgeschwätz

  • Kei

    06.11.09 (14:31:43)

    Es gibt auch die Fälle, bei denen von Dritten Inhalte ins Netz gestellt werden, für die man seine Erlaubnis nicht erteilt hat. Ganz fatal bei Jugendlichen. Online-Mobbing ist keine Seltenheit. Ich wage zu bezweifeln, dass sich gemobbte Schüler dafür eines kostenpflichtigen Dienstleisters bedienen. In der Regel gibts doch in Foren etc. die Möglichkeit einen Missbrauch zu melden und wer ab und an selbst seinen Namen googlet stolpert schon von alleine über unangenehme Verknüpfungen.

  • Steffen

    16.12.10 (20:43:46)

    Das glaube ich nicht.Haben doch eher was anderes zu tun.

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