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16.09.14Leser-Kommentare

Rocket Internet und Otto mischen mit: Inkubatoren-Startups wollen ein Stück vom Selfstorage-Kuchen

Selfstorage ist ein Milliardengeschäft. Rocket Internet und die Otto Gruppe haben unabhängig voneinander Startups angeschoben, die das Segment nach dem üblichen Muster der Webökonomie aufmischen sollen.

Screenshot: Send & Storage

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte, gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Anzahl der Personen in einem Haushalt. Die Folge: Wohnungsknappheit und eine Notwendigkeit zu Kompromissen, etwa bei der Größe eines Apartments. Parallel zu dieser Entwicklung zieht es viele Leute zumindest temporär in andere Länder und Erdteile. Ihre Wohnungen werden entweder aufgeben oder landen nicht selten zur zeitweiligen Vermietung bei Airbnb und anderen Unterkunftsportalen. Daraus entsteht der Bedarf an einem Ort, an dem private Besitztümer untergestellt werden können.

Die Lösung heißt oft Selfstorage. Die Vermietung von kleinen Abstellflächen ist schon seit längerem ein Milliardengeschäft. Gemäß des Verbands Self Storage Association hat die Branche im vergangenen Jahr in den USA 24 Milliarden Dollar umgesetzt. Beim deutschen Pendant, dem Verband deutscher Selfstorage Unternehmen e.V., ist im Pressebereich von 50-prozentigen Wachstumsraten pro Jahr zu lesen. Kein Wunder also, dass Internetunternehmer der Ansicht sind, sich unter Einsatz von Onlinelösungen ein Stück von diesem Kuchen sichern zu können. Nach dem Vorbild der US-Dienste Clutter, Storrage, MakeSpace und Boxbee brachte Rocket Internet jüngst in London SpaceWays an den Start - hochgezogen in angeblich gerade mal acht Wochen. Anders als bei herkömmlichen Self-Storage-Dienstleistern, bei denen Kunden eine vordefinierte Abstellfläche anmieten und die einzulagernden Gegenstände in der Regel selbst anliefern und abholen müssen, wird Kunden bei SpaceWays diese Arbeit abgenommen. Zusätzlich erhalten Nutzer Werkzeuge zum Online-Tracking ihrer Boxen.

SpaceWays hat zwar Expansionspläne, beschränkt sich aber zum Debüt nur auf die britische Metropole. Auf dem deutschen Markt ist dem umtriebigen Berliner Inkubator Rocket die Otto-Gruppe mit ihrer Startup-Schmiede Liquid Labs zuvorgekommen: Send & Store heißt der im Februar gegründete, seit August deutschlandweit angebotene Einlagerungsservice, bei dem wie bei SpaceWays Abhol- und Lieferservice inbegriffen sind. Bezahl wird per Box und Monat.

Dass Send & Store gleich in ganz Deutschland starten kann, erhöht die Chancen für ein gelungenes Debüt. Möglich wird dies dank einer Kooperation mit Hermes, dem Zustelldienst der Otto-Gruppe. Dessen Fahrzeuge nämlich sind für das Auflesen und Abholen der Boxen zuständig. Send & Store muss also nicht extra ein eigenes Transportnetzwerk aufbauen, zudem befinden sich die Hermes-Fahrzeuge ohnehin auf der Straße, wodurch Transportkosten sich mutmaßlich sehr niedrig halten lassen. Kunden, die nicht viele Boxen zu transportieren haben, können diese auch selbst zu einem Hermes Shop bringen. Die Lagerung erfolgt laut Nik Frank von Send & Store in einem Lagerzentrum in Norddeutschland. Man habe ein Setup, das es erlaube, schnell Lagerfläche in anderen Regionen zu etablieren.

Send & Store ist ein gutes Beispiel für die Synergien, die ein zu einem größeren Handelskonzern gehörender Inkubator schaffen kann. Eventuell (beziehungsweise erwartungsgemäß) entstehende Rivalen, die nicht mit einem existierenden Logistikservice kooperieren, dürften preislich nicht mit den Norddeutschen konkurrieren können.

Send & Store plant aktuell die internationale Expansion und hat sich zum Ziel gesetzt, zum europaweiten Marktführer beim Online-Selfstorage zu werden. /mw

Kommentare

  • _heiko

    16.09.14 (14:44:55)

    Die Angebote der Selfstorage-Startups wirken allesamt unausgereift. Ich kann keinen echten Vorteil gegenüber den vorhandenen Lagermöglichkeiten erkennen. Günstigere Preise? Größere Flexibilität hinsichtlich der Abholung/Anlieferung? Fehlanzeige! Viele Grüße, Heiko

  • jonas

    17.09.14 (12:32:27)

    Jetzt zum Oktoberfestbeginn kommt mir Send&Store sehr gelegen. Wir haben einen größeren Standort in München und nutzen u.a. das Käferzelt für gettogethers, client promos und einfach fröhliches Besaufen zur Festigung der Kundenbindung. Nach Terminplan war ich die Wochen zuvor in London, Warschau, Brüssel und nochmal London, von wo ich dann nahtlos nach München geflogen wäre. Beheimatet bin ich in Stuttgart. 4 Tage Oktoberfest mit teilweise überschneidenden Kunden bedeutet 4 Trachtenoutfits mit allem drum und dran plus Unterwäsche und casual für zwischendurch. Das schleppe ich natürlich nicht einen Monat lang zuvor mit mir rum, sondern lasse es vom Selfstorage ins Hotel schicken und in den Schrank hängen, bevor ich überhaupt ankomme. Beim Auschecken bleibt die Box im Zimmer und das Hotel lässt die Klamotten reinigen und lässt sie anschließend vom Self-Storage wieder abholen. Für mich entsteht eine enorme Synergie. Ich bin vorbereitet, muss nichts extra schleppen, kaufen oder besorgen und muss vor allem keinen Umweg über Stuttgart machen, weil ich noch 4 Lederhosen einpacken muss. Das ganze läuft automatisiert über einen geteilten GoogleCalender und mein VA weiss, dass 3 Tage vor Oktoberfest die SelfStorage-Kisten online in Richtung Hotel gepusht werden müssen. Ich kümmere mich um nichts und 60 EUR im Jahr sind grob zwei Business-Luncch. Das ists mir allemal wert. Habe etliche Kollegen, die das gleiche für black tie events in New York machen. Ein Smoking im Gepäck ist ähnlich nervig...

  • LagernPerPost

    20.09.14 (11:41:31)

    Eigentlich nix Neues: das bietet www.lagernperpost.de schon seit Jahren an und es werden jede Art von Paketen angenommen ....

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