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12.10.10Leser-Kommentare

Googles Roboterauto: Der Preis des technischen Fortschritts

Roboterautos sind ein Meilenstein der technologischen Entwicklung. Doch die Idee eines sich selbst steuernden Fortbewegungsmittels ignoriert die Tatsache, dass die Bedienung von Gaspedal und Lenkrad ganz einfach Spaß macht.

 

Wie gestern erwähnt hat Google am Wochenende Einblick in ein Testprojekt gegeben, in dessen Rahmen es unbemannte, sich selbst steuernde Fahrzeuge auf kalifornische Straßen schickt (unbemannt insofern, als dass niemand das Gaspedal betätigt - aus Sicherheitsgründen befindet sich immer ein Google-Ingenieur an Bord).

Über 140.000 Meilen haben die "Roboterautos" zusammen bereits auf dem Tacho. Im Lichte dieser Neuigkeit erscheint auch klarer, was genau Google-Boss Eric Schmidt meinte, als er vor zwei Wochen auf der TechCrunch-Disrupt-Konferenz davon sprach, dass es ein "Bug" sei, dass das Automobil vor dem Computer erfunden wurde. "Ein Auto müsse in der Lage sein, von alleine zu fahren", so Schmidt.

In US-Tech-Kreisen schlug die Meldung von den Geisterfahrzeugen ein wie eine Bombe und sorgte für überaus positive Reaktionen. Von einer Revolution war die Rede, von einer Möglichkeit zur radikalen Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten sowie von einem Schritt, im Straßenverkehr verloren gegangene Zeit zurückzugewinnen (die dann natürlich für das Google-zentrischen Surfen genutzt werden kann). Techmeme gibt einen guten Überblick über die Reaktionen aus der US-Blogosphäre und -Medienwelt.

Und in Deutschland? So richtig wollte der Funke nicht überspringen. Zwar listet Google News eine ganze Reihe von Artikeln zum Thema, aber zu Titelmeldungen (wie z.B. im Falle von Google Street View), zahlreichen aufgeregten Blogposts oder einem Sturm der Begeisterung/Entrüstung bei Twitter führte die Meldung von den Roboterautos nicht - was nicht nur von mir mit Verwunderung zur Kenntnis genommen wurde.

Blendet man die Tatsache, dass sich selbst steuernde Automobile - egal ob von Google oder im Rahmen anderer Projekte - tatsächlich einen Meilenstein des technischen Fortschritts markieren, so handelt es sich bei dieser Entwicklung auch um eine Art Novum, was die Konsequenzen einer Errungenschaft betrifft:

Denn bisher dienten neue Technologien vorrangig dazu, dem Menschen Arbeiten abzunehmen, die er ungern oder aufgrund biologischer Begrenzungen nur mit bescheidenen Erfolgen erledigte. Oder sie ermöglichten völlig neue Prozesse, welche sich positiv auf unsere Lebensqualität auswirkten, ohne dabei bestehende Vorgänge zu ersetzen.

Es gibt sie zwar sicher, aber mir fallen keine Beispiele ein, bei denen der technische Fortschritt ein Verfahren überflüssig gemacht hat, das zwar einem spezifischen Zweck diente, gleichzeitig jedoch vielen Menschen Freude bereitete und für Millionen sogar Hobby und Lebensinhalt darstellte. Das Automobil fällt genau in diese Kategorie. Zumindest in Deutschland.

Ich habe keine statistischen Zahlen dazu, aber ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass ein signifikanter Teil der Besitzer eines Führerscheins Spaß daran empfindet, ein Auto zu fahren. Zum einen dient das Automobil dazu, sich von A nach B zu bewegen. Zum anderen jedoch erfüllt es viele (nicht alle!) von uns gleichzeitig mit einem Gefühl von Freude, wenn wir auf einer gut ausgebauten Straße mit angenehmer Musik bei Sonnenschein durch die Landschaft rollen und die volle Kontrolle über das Gefährt haben.

Fahrspaß ist keine Erfindung des Automobil-Marketings. Und das gilt speziell für Deutschland, dem Land, aus dem die bekanntesten Automarken der Welt stammen und in dem auf zahlreichen Autobahnen keine Tempolimits existieren. Das Auto ist für viele Menschen mehr als nur ein simples Fortbewegungsmittel. Aus diesem Grund glaube ich, dass es Roboterautos hierzulande selbst in einem Stadium der Serienfähigkeit schwer haben werden, sich in der Bevölkerung Akzeptanz zu verschaffen.

Dass die Reaktionen auf das Google-Projekt in den USA anders ausfallen, verwundert mich nicht: Zumindest nach meinen Erfahrungen ist das Führen eines Kfz dort weit weniger unterhaltsam: Statt dem manuellen Schaltgetriebe dominiert Automatik, die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind niedrig, die x-spurigen Straßen geradlining und ohne Herausforderungen - und speziell in den Städten dazu sehr voll. Zudem sind die US-Amerikaner aufgrund eines unterentwickelten öffentlichen Nahverkehrssystems sowie der Weitläufigkeit von Städten und Vorstädten ständig gezwungen, sich hinter das Steuer zu setzen.

Während das Autofahren in den USA eher ein notwendiges, aber bisher kaum hinterfragtes Übel ist, wird es in Deutschland deutlich stärker zelebriert (was Österreich und die Schweiz betrifft, kann ich mich nicht äußern), so mein Eindruck.

Die Frage, die sich mir damit stellt, und die nicht nur für Googles Roboterauto gilt: Welche Durchsetzungsfähigkeit haben Technologien, die uns ein positives emotionales Gefühl rauben? Reichen die potenziellen Vorteile wie ein geringes Unfallrisiko, ein besserer Verkehrsfluss sowie ein Zuwachs an produktiv verwendbarer Zeit aus, um uns von den Vorzügen der neuen Technik zu überzeugen und uns mit dem Gedanken des Gaspedals und Lenkrads als Relikte aus der Vergangenheit anzufreunden? Vielleicht genießen es eines Tages selbst einst passionierte Autofahrer, sich nicht mehr all dem Stress und der Aggresivität im Straßenverkehr auszusetzen, die ja als Nebenprodukte des Fahrspaßes nicht von der Hand zu weisen sind?

Ich bin unsicher, weiß jedoch, dass ich es sehr traurig fände, nicht mehr selbst hinter dem Steuer zu sitzen. Was meint ihr? Sofern ihr einen Führerschein besitzt, nehmt bitte an der folgenden Umfrage teil und verratet uns, ob ihr euch vorstellten könntet, in Zukunft einem Roboterfahrzeug das Fahren zu überlassen.

 

Hier geht’s zum Zwischenstand.

(Für RSS-Leser ist es unter Umständen notwendig, den Artikel in einem neuen Fenster zu öffnen, um abstimmen zu können.)

Foto: Vimeo/Ben Tseitlin

Kommentare

  • Dominik Belca

    12.10.10 (09:12:40)

    Es werden ja wahrscheinlich auch gar keinen privaten PKWs sein, die diese Technologie zuerst nutzen - die wirklichen Verlockungen liegen im Transportsektor. Und das hat doch Charme: Man stelle sich vor, es gäbe keine "Elefantenrennen" mehr, da die automatisch gesteuerten Trucks die Spielregeln einhalten. Ein anderer Punkt sind Taxen. Einfach in eine Taxikapsel springen, kurz die Kreditkarte an den Leser halten, Ziel angeben und dann einfach dösen, lesen oder sonst was tun. Es ist so oft in Filmen zu sehen gewesen, das muss einfach kommen!

  • Martin

    12.10.10 (09:20:26)

    Ich wäre durchaus bereit, mich fahren zu lassen, jedenfalls die meiste Zeit. Auch wenn es mich im Moment nicht betrifft, finde ich die Vorstellung gut, dass ich auf meinem Weg zur Arbeit früh (wenn ich noch müde bin) oder abends nach Hause (wenn ich von der Arbeit erschöpft bin), einfach noch eine Stunde schlafen könnte. Trotzdem würde ich mir dann wohl hin und wieder eine Fahrt in einem "Oldtimer" gönnen und selbst steuern. Ich denke ein Verleih für Autos zum selberfahren wäre ein prima Geschäftsmodell :)

  • juliaL49

    12.10.10 (09:29:43)

    Wie die bisherige Abstimmung zeigt, ist durchaus der Wille da :) Und wie Dominik und Martin schon schrieben, gibt es durchaus legitime und vor allem großvolumige Anwendungen. Ich würde es wirklich begrüßen, nicht fahren zu müssen - immer. Und ich denke das mit dem Fahrspaß wird überschätzt. Wie groß ist denn der Anteil an Fahrten bzw. an jeder Fahrt, der wirklich genossen wird? Der Rest ist Aufregen über die anderen Fahrer und stressiges Spurhopsen.

  • Martin Weigert

    12.10.10 (09:52:58)

    @ Dominik Und warum bist du aus heutiger Sicht am Verschwinden der Elefantenrennen interessiert? Damit du danach ordentlich auf's Gas drücken und mit 160 vorbeiziehen kannst ;) @ Martin Ich denke ein Verleih für Autos zum selberfahren wäre ein prima Geschäftsmodell :) Das Ding ist - ich bin mir ziemlich sicher, dass es genau so kommen wird. Weil langfristig wäre es natürlich seltsam, wenn sich das Automobil nicht trotz der erwähnten Bedenken genau in die von Google aufgezeigte Richtung weiterentwickeln würde. Auch wenn man die Zeit sicher sinnvoller nutzen könnte, als zu schlafen ;) @ juliaL49 Also ich freue mich tatsächlich jedes Mal, wenn ich mich hinters Steuer setzen kann. Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich.

  • draco2111

    12.10.10 (10:02:27)

    Wer sagt denn, dass die selbstfahrenden Autos nicht mehr selbst gesteuert werden können. Ich sehe das eher so: Wenn ich Lust habe zu fahren, dann setze ich mich in das Auto und fahre los. Wenn ich dann keinen Bock mehr habe oder im Stau stehe, dann schalte ich den Autopiloten ein und lesen ein Buch oder leg mich schlafen.

  • ToBe_HH

    12.10.10 (10:07:09)

    Wahrscheinlich stößt die Meldung deshalb in Deutschland auf wenig Interesse, weil a) die Uni Braunschweig parallel ein autonom fahrendes Auto vorgestellt hat (http://bit.ly/9KG6ix) und b) schon seit über 10 Jahren an dem Thema in Deutschland geforscht wird - ich hatte dazu 1997 Kurse in meiner Uni-Zeit. Seitdem taucht das Thema auch regelmäßig in Uni-nahen Nachrichten auf. Neu ist allerdings, dass keine Uni oder militärisches Unternehmen an selbst fahrenden Fahrzeugen forscht (siehe Urban DARPA-Challenge, gutes Video hier). Ebenfalls neu ist, dass die notwendigen Berechnungen off-board (in dem Fall: in den Google Rechenzentren) erfolgen.

  • Klaus

    12.10.10 (10:13:40)

    Autofahren macht kein Spass, sondern ist lästig. Ich kann daher die im Artikel erwähnten Argumente schlicht nicht verstehen. Naja, vielleicht doch, weil mit 18 war ich auch mal Autofahrgeil, aber das legt sich mit der Zeit... Und nebenbei: Für die "Freude am Fahren" gibt es doch Need-for-Speed und andere Simulationen , bei dem die Vollgasidioten so richtig die Sau rauslassen können, ohne meine Kinder dabei zu gefährden. So what? Manuelles Fahren ist Steinzeit.

  • talinee

    12.10.10 (10:15:38)

    Da ich nur sehr selten das Auto brauche - nämlich nur dann, wenn ich mich bei meinen Eltern in ländlichen Gefilden befinde - macht es mir durchaus noch Spaß. Aber bei langen Fahrten wie zum Beispiel mit nem Mietwagen zu den Schwiegereltern in spe über 200 KM könnte ich mir wirklich schöneres als selber fahren vorstellen. Auch, wenn man als Familie mit Kleinkindern unterwegs ist, gehört Autofahren glaube ich kaum mehr zu den Freuden der Eltern. Ideal wäre doch, wenn ich diesen "Auto-Pilot" (genau das ist es eigentlich doch) bei Bedarf an und ausschalten könnte - für ne spaßige Spritztour über die Autobahn mach ihn aus und fahr lieber selbst, für den stressigen Berufsverkehr schalt ich ihn ein, ach wie wunderbar...

  • thorsten

    12.10.10 (10:31:23)

    Mir geht es völlig am A**** vorbei, dass Autofahren irgendwelchen Leuten Spaß macht solange jedes Jahr tausende unbeteiligte dabei umkommen. Wenn in deinem Umfeld jemand unschuldig überfahren wurde denkt ihr bestimmt schnell auch so. Wenn die unbedingt fahren wollen, gibt es dafür Rennstrecken.

  • Manuel

    12.10.10 (10:58:32)

    Wenn der Autopilot ausschaltbar wäre würde ich gerne so ein Auto haben. Ich fahre sehr gerne übers Land, über schöne Pässe etc., aber wenn mir der Computer den Stress im Stadtverkehr abnehmen würde hätte ich nichts dagegen. Dann könnte ich im Stau gemütlich etwas lesen.

  • rob d

    12.10.10 (11:17:03)

    Natürlich könnte ich es mir vorstellen gefahren zu werden Martin. Sehr gerne sogar! Und ich könnte mir dir jede Wette eingehen, dass es 80% der Deutschen auch so sehen wie ich. Ich denke das Gefühl dass Auto fahren Spaß macht hatte jeder von uns lediglich in den ersten beiden Jahren nachdem er/sie den Führerschein erworben hat. Danach wurde das Autofahren doch mehr und mehr zu einem Stressfaktor als zum Vergnügen. Ob die tägliche Rush-Hour, Strafzettel, anfallende Reparaturen, das teure Benzin oder die Geschwindigkeitsbegrenzungen durch die man nie so schnell fahren kann wie man es gerne hätte... Wo macht heute das Autofahren denn noch Spaß Martin?? Auf dem Nürburgring vielleicht, ok. Schon seit Jahren genieße ich das Bahnfahren mehr als das Autofahren. Trotz gelegentlicher Verspätungen. Warum? Weil ich mich während der Bahnfahrt entspannen kann, ein gutes Buch lesen kann, an meinem Laptop arbeiten kann. Kurzum: entweder entspannen oder die Zeit produktiv nutzen kann. Ein selbstfahrendes Auto wäre die perfekte Lösung, da es mir den letzten Makel der Bahnfahrt (die Verspätungen) ersparen würde. Nichts für ungut, aber diesmal lagst du mit deiner Einschätzung vollkommen daneben ;) (Der Irrglaube dem du anheim gefallen bist und anscheinend auch die meisten Deutschen ist die Mär von der "Autofahrernation Deutschland" oder auch "des Deutschen liebstes Kind" das so gerne seit Jahrzehnten von allen nachgeplappert wird ohne zu erkennen dass sich Tatsachen geändert haben und das Auto schon lange nicht mehr des Deutschen liebstes "Kind" ist. Ich frage mich ob es das überhaupt jemals gewesen ist..) Gruß, rob d

  • Sascha

    12.10.10 (11:21:07)

    Ich denke Goole testet hier einfach nur die ausgeprägteste Form. Beim Verbraucher wird es wohl mehr in Form von neuen Sicherheitssystemen ankommen, die einen schnell mal aus einer Gefahrensituation retten können.

  • Michael

    12.10.10 (11:31:06)

    Ich erinnere mich daran, schon vor ein paar Jahren eine TV-Dokumentation über solche selbststeuernden Autos gesehen zu haben. Das klappte damals schon gut, ein Auto ist mehrere tausend Kilometer durch Europa gefahren. Hatte nur einen Fahrer zur Sicherheit dabei, der praktisch aber nie eingreifen musste. Mir ist deswegen ein Rätsel, wieso das nun so groß durch die Medien geht. Mein persönliches Desinteresse dazu hat nichts damit zu tun, ob ich gerne Auto fahre oder nicht, ich finde es halt nur einen alten Schuh.

  • Martin Weigert

    12.10.10 (12:49:17)

    Mh ich gehöre offenbar zu einer Minderheit, die auch 10 Jahre nach dem Führerschein noch viel Freude am Fahren hat... Der Tenor scheint ja bisher eindeutig: Roboterauto gern, aber möglichst mit der Funktion, diesen deaktivieren zu können. Klingt für mich nach einem guten Kompromiss. Dass man die Zeit im Stau besser nutzen kann, als mit der Fuße auf Bremse und Kupplung zu stehen, leuchtet mir ein ;) @ Michael Roboterauto ein alter Schuh... Verrat mir doch mal, was für dich eine echte Neuheit wäre? ;)

  • Martin Weigert

    12.10.10 (12:54:02)

    Der Traum von der absolut sicheren Welt, in der nichts mehr passiert... glaubst du wirklich, dass dies möglich ist? Zumindest ohne, dass der Mensch dafür sämtliche Entscheidungsfreiheit abgelegt hat? Zudem: Wer am Autofahren Spaß hat, muss noch lange kein rücksichtloser Raser sein, wie du es implizierst.

  • Michael

    12.10.10 (13:06:01)

    Hallo Martin, Roboterautos in der Masse wären in der Tat eine echte Neuheit für mich, aber solche vereinzelten Einsätze gibt es schon oft, z.B. hier nachzulesen

  • Tom

    12.10.10 (13:20:02)

    Ich gebe der automomen Steuerung die selben Chancen wie anderen Features im Auto. ESP muss ich ja auch nicht immer nutzen, aber es wäre schon praktisch wenn mann 6 Stunden Autofahrt vor sich hat, müde ist und sich dann einfach den Autopiloten einschalten könnte. Das bedeutet noch nicht das ich immer mit Automatik fahren möchte. Die große Frage dabei wird wohl eher die Haftungsfrage sein wenn der Robo wo dagegenkracht. Wer ist dann schuld? Der Hersteller?

  • Andrej

    12.10.10 (13:29:24)

    Mir fallen da noch 2 Vorteile ein: 1. Ich könnte aus meinem Auto in der Stadt im Strassenverkehr aussteigen und es anweisen das nächste Parkhaus aufzusuchen. 2. Vielleicht etabliert sich dann eine Art Taxi-Verkehrsnetzwerk bei dem ich mein Auto leihweise für die Arbeitszeit "abgebe". Bei Dienstschluss würde es vor dem Geschäft auf mich warten.

  • Martin Weigert

    12.10.10 (13:36:27)

    @ Michael Ich hab ja selbst ein alternatives Projekt im Artikel verlinkt, ist wohl untergegangen. @ Tom Mein Zweifel besteht darin, dass eine Mischform lange durchführbar ist. Denn die Vorteile von Roboterautos in Hinsicht auf die Sicherheit beim Fahren - sofern es diese Vorteile gibt - würden sich nur dann voll ausschöpfen lassen, wenn der gesamte Straßenverkehr mit Roboterautos durchgeführt werden würde. Natürlich würde die Umstellung nich von heute auf morgen geschehen, aber niemand kann ausschließen, dass die StVo irgendwann ganz einfach manuell gesteuerte Automobile verbietet. Natürlich sprechen wir hier nicht über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Aber mittel- bis langfristig. Auch, um die von dir angesprochene, ohnehin schwere Frage der Verantwortung nicht noch komplizierter zu machen. Ich glaube, am Ende wird es ohnehin soweit kommen. Womöglich werden wir es selbst gar nicht mehr miterleben. Ein bisschen wehmütig wäre ich aber sonst durchaus. Obgleich ich natürlich nicht das Potenzial ignoriere, dass sich durch Roboterautos ergibt.

  • Paule

    12.10.10 (13:42:40)

    Mein Golf hat einen Parklenkassistent, der parkt das Auto schon automatisch ein: muss nur noch Gang einlegen, Gas geben & schauen, dass ich niemanden überfahre :-) Die Lenkbewegung führt das Auto selbständig aus, selbst bei kleinsten Parklücken Andere Autos haben etwa Abstandstempomaten - da kann man dem vorausfahrenden Fahrzeug in einem definiertem Abstand automatisch folgen. Ich denke, dass vor allem solche Assistenzsysteme sich weiterentwickeln. So kann man die Fahrer schonmal auf autonom fahrende Fahrzeuge einstimmen.

  • Grueni

    12.10.10 (13:44:49)

    Ich fahre gerne Auto, sehr gerne sogar, aber sobald es in Sachen Sicherheit, Kosten usw. auf einem akzeptablen Niveau ist, wird sich das fahren lassen sicherlich durchsetzen.

  • Meeresbiologe

    12.10.10 (15:55:20)

    Um mal etwas Wasser in den tollen Wein zu gießen: Ich glaube garnicht an hundert Prozent sichere Autopiloten im Straßenverkehr. Das sind Autopiloten meines Wissens auch im Flugverkehr nicht, oder? Wo es auch mit Autopilot ständig irgendwelche Zwischenfälle gibt, wo Piloten selbst eingreifen müssen. Den Glauben, dass sich Autofahrer irgendwann in ein Auto setzen könnten, ohne auf irgendwas aufpassen zu müssen, halte ich vorerst für eine Illusion. Autofahrern kann allenfalls das "Fahrgeschäft" weitgehend abgenommen werden und vielen Gefahrensituationen entgegengesteuert werden - die Angelegenheit überwachen werden sie aber m.M. weiterhin müssen. Weil es hundertprozentig funktions- und ausfallsichere IT-Technik m.M. vorerst nicht gibt, jedenfalls kaum in den nächsten 50 Jahren.

  • Matthias

    12.10.10 (19:11:01)

    Es handelt sich ja bisher nur um Forschungsprojekte. Bis zu einer Marktreife dauert es sicherlich noch Jahrzehnte. Und abgesehen von all den wirklich praktischen möglichen Vorteilen, würde ich mich auch aus einem ganz anderen Grund über so etwas freuen: Ich kann sternhagel voll ins Auto steigen und komme sicher zu Hause an. Lang lebe der Autopilot.

  • thorsten

    12.10.10 (22:16:57)

    Ich rede nicht von der absoluten Sicherheit, schau dir einfach mal die Zahlen an. Du musst dir die frage stellen was mehr wert ist. Viele dieser Tode zu verhindern oder ein paar Menschen den Fahrspaß zu rauben. Genauso würde die Waffenlobby gerne argumentieren, aber wie viele Amokläufe gab es nicht weil derjenige einfach keinen Zugang zu Waffen hatte? Nicht jeder ist ein Raser, aber der Mensch ist nicht perfekt und es passieren Fehler. Wie fühlst du dich, wenn du nach einem Herzinfarkt ein kleines Mädchen am Gehsteig überfährst? Eine solche Veränderung bedeutet, dass vielen absolut unbeteiligten so ein Schicksal erspart bleibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass selbst du niemanden kennst der im Straßenverkehr unschuldig umgekommen ist. Weitere Argumente? Gerne: Die volkswirtschaftlichen Kosten von Verkehrsunfällen beliefen sich für das Jahr 2003 auf etwa 32,2 Milliarden Euro, dagegen waren es 2004 30,9 Milliarden Euro (In Deutschland) Nach Erhebungen und Schätzungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit jährlich etwa 1 Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verkehrstoten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg, Genozid oder Terrorismus. [Wikipedia] Mit Fahrspaß zu argumentieren, gegen ein Veränderung die hier wirklich etwas verändern könnte ist einfach zynisch.

  • Martin Weigert

    13.10.10 (01:37:23)

    Das Problem an deiner Argumentation ist, dass du damit dann auch Überwachungskameras an allen Orten, Vorratsdatenspeicherung. Stopschilder vor Websites, Telefonabhörung, Akoholverbot etc etc befürworten musst. Denn ich könnte dir ja jetzt vorrechnen, welcher Schaden dem Staat durch allerlei Arten von kriminellen Delikten entsteht, die man durch entsprechende Maßnahmen verhindern könnte. Ich hoffe, du bist hier konsequent und hast nicht etwa eine Petition gegen Internetsperren o.ä. unterzeichnet. Das Sicherheitsargument ist natürlich wichtig, gleichzeitig aber hochproblematisch, wenn es als Totschlagargument eingesetzt wird, so wie du es gerade machst (ohne überhaupt zu wissen, inwieweit tatsächlich Unfälle vermieden werden können). Wenn ich mich Fahrspaß argumentiere, argumentiere ich auch ein wenig mit persönlicher Freiheit und Autonomie. Wobei das sicherlich gerade zu weit führt, denn ein Zwang zum Führen von Roboterautos ist ja noch in weiter Ferne ;)

  • Martin Weigert

    13.10.10 (01:38:46)

    Pragmatische Sichtweise :)

  • Wort Suche

    13.10.10 (14:43:57)

    Die geringe Aufmerksamkeit in Deutschland liegt eher daran das man News über Google lieber ignoriert, da man eher negativ dazu eingestellt ist. Selbst wenn Autofahren Spass macht, bin ich absolut sicher das auch in Deutschland sobald es Fahrzeuge auf dem Markt kommen die sich vollständig selbst steuern, das dies ein Verkaufshit sein wird.

  • Gerd Kamp

    13.10.10 (16:50:24)

    @Martin Wie ToBe_HH weiter oben kommentiert hat ist quasi zeitgleich mit den Google Autos die von dir verlinkte "Leonie" im Braunschweiger Stadtverkehr unterwegs gewesen. Du verlinkst noch auf das Vorhaben es in 2010 zu tun :-). Hat also tatsächlich funktioniert. Fand aber auch quasi kein Medienecho in Deutschland

  • Martin Weigert

    13.10.10 (17:24:22)

    Mir war doch so, als hätte ich in der letzten Woche dazu eine Meldung bei heise gesehen. Bei einer fixen Suche fand ich sie dann aber nicht mehr.. Gut zu wissen, dass es keine Halluzination war ;)

  • instantwater

    13.10.10 (20:22:45)

    Finde ich befremdlich, im 2. Satz auf den Wegfall des Fahrspasses hinzuweisen. - ist noch vollkommen offen, was in vielen Jahren mal passieren könnte - die Schlagzeile auf Spiegelonline von heute lässt diese Befürchtung zur Lächerlichkeit werden: Menschheit bräuchte in 20 Jahren zweiten Planeten http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,722972,00.html ..und ist nur ein einziges Beispiel der WIRKLICHEN Probleme, die höchstwahrscheinlich kommen WERDEN. Willkommen in der Realität - die es nur einmal gibt :mrgreen:

  • Udo

    13.12.10 (09:32:45)

    Die meisten Eltern werden es wohl aus Besorgnis, ihren mit oftmals jugendlichen Leichtsinn ausgestatteten Kindern, nicht erlauben selber Auto zu fahren und die Eltern und auch die Kinder werden wohl auch nicht einen Führerschein bezahlen wollen wenn der gar nicht notwendig ist. Mit heute verglichen: Wenn man für ein Automatikgetriebe keinen Führerschein machen müßte, dann würden alle Automatik fahren. Also die nachwachsenden Autofahrer, werden die Robotertechnik mit SICHERHEIT akzeptieren. Und diese werden es dann nicht hinnehmen das noch menschengesteuerte Autos rumfahren, da diese auch für von Robotern gesteuereten Autos eine sehr ernste Gefahr darstellen.

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