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18.02.11

Roaming-Gebühren: Die letzte innereuropäische Grenze fällt

Roaming-Gebühren für die mobile Datennutzung im Ausland ziehen in Europa noch immer Grenzen, wo man sie sonst kaum noch wahrnehmen würde. Doch die Tarife sind im freien Fall.

 

Auf dem Weg zu einem geeinten Europa gibt es sicher unzählige Hürden. Für überzeugte Digital Natives mit einem Faible für (oder beruflichen Zwang zu) innereuropäischen Reisen gehört der teure "Spaß" des mobilen Datenroamings zweifelsohne dazu. Während man dank Schengen-Abkommen und Billigfliegern frei und recht günstig von Land zu Land reisen kann, ziehen die massiven Kosten für das mobile Surfen im Ausland noch immer eine deutliche Grenze zwischen den einzelnen EU-Staaten.

Doch womöglich steht auch diese Grenze vor ihrem baldigen Fall. Diesen Schluss lassen zumindest drei unterschiedliche Ereignisse der zu Ende gehenden Woche zu. Ein sich beschleunigender Trend weg von teuren Roaming-Gebühren ist zu erahnen.

Zu Wochenanfang landete die Meldung des Unternehmens abroadband in unserem Posteingang, eine neue Tochterfirma der Telekom Austria Group. abroadband richtet sich an Vielreisende und bietet mit einer SIM-Karte ohne zeitliche Bindung in 50 Ländern Europas und der Welt einen Einheitstarif von 59 Cent pro Megabyte - sicherlich noch immer zu viel für Konsumenten, die auch im Ausland nicht ohne YouTube-Videos und Musikstreaming auskommen, aber dennoch genug für E-Mails und Onlinebanking, ohne mit der nächsten Mobilfunkrechnung einen Kostenschock erleben zu müssen.

Am Montag dann berichtete TechCrunch Europe über eine Kooperation des irischen Telekommunikationsdienstleisters Maxroam mit der Billigfluggesellschaft Ryanair, in deren Rahmen Maxroam-Kunden für 5 Euro eine SIM-Karte erhalten, die in 43 europäischen Ländern kostenlose eingehende Gespräche erlaubt. Für Datenverkehr fallen 99 Cent pro Megabyte an.

Einen Tag später präsentierte Telekom-CTO Ed Kozel auf dem Mobile World Congress in Barcelona die neuen Auslands-Datentarife der Telekom. Spätestens ab dem 1. Juli sollen Kunden von T-Mobile in allen EU-Ländern einen 10-Megabyte-Tagestarif für 1,95 Euro oder einen 50-Megabyte-Tagestarif für 4,95 Euro buchen können, sobald sie ihr Heimatland verlassen. Für 14,95 Euro wird außerdem eine Wochenflatrate angeboten, die "nahezu unbegrenztes Surfen in der EU" ermöglichen soll.

Speziell der Telekom-Vorstoß ist weitreichend, erspart er doch den T-Mobile-Kunden die Anschaffung eines der oben genannten Roamingprodukte. Die Symbolwirkung des Schrittes ist auch aus Sicht von Kunden anderer Mobilfunkgesellschaften nicht zu unterschätzen - O2 in Deutschland reagierte bereits: Für 5,12 Euro erhalten Kunden im Ausland nicht mehr nur ein Megabyte sondern ganze elf.

Bis zum Jahr 2015 will die EU Roaming-Gebühren innerhalb der Union quasi ganz abschaffen. Womöglich wird das Mitführen einer Sammlung verschiedenster länderspezifischer Prepaid-SIM-Karten für kostenbewusste Freunde mobiler Internetverbindungen aber schon davor überflüssig. Wünschenswert wäre es!

(Foto: Flickr/kalleboo, CC-Lizenz)

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