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19.09.11Leser-Kommentar

Rivva: Balanceakt zwischen Aktualität und Relevanz

Im Juni erfreute der deutschsprachige Blogaggregator Rivva seine Anhänger mit einem unerwarteten Comeback. Initiator Frank Westphal experimentiert seitdem mit den Ranking-Kriterien. Das merkt man auch.

 

Anfang Juni hatten die Freunde der deutschsprachigen Blogosphäre einen seltenen Grund zum kollektiven Freudentaumel: Rivva, die Mutter aller Blogaggregatoren für die hiesige Blogosphäre, feierte ein unerwartetes Comeback, nachdem Macher Frank Westphal das Projekt wegen mangelnder Refinanzierungsmöglichkeiten einige Monate zuvor geschlossen hatte. Doch als sich dank mokono und dem Sponsoring durch BMW die Option bot, den Dienst wieder aufleben zu lassen, musste Westphal nicht lange überlegen.

Über drei Monate ist dies nun her. Seitdem arbeitet die Rivva-Maschinerie so fleißig wie eh und je, um Nutzern die zu einem beliebigen Zeitpunkt im Social Web populärsten Blog- und Medienbeiträge zu präsentieren.

Vielen Rivva-Fans wird nicht entgangen sein, dass sich die Anzahl der von Rivva "entdeckten" Beiträge in letzter Zeit enorm erhöht hat. Rivvas RSS- und Twitter-Feed liefert laut Google Reader-Statistik momentan 506,3 Beiträge pro Woche aus. Das sind im Durchschnitt etwas mehr als 72 Blogposts und Nachrichtenbeiträge pro Tag. An Wochenenden liegt der Wert meist darunter, an manchen Werktagen spült Rivva dagegen auch mal mehr als 80 Beiträge an die Oberfläche.

Eine genaue Statistik für die Zahl der vor der Pause des Dienstes täglich verlinkten Postings habe ich zwar nicht, aber ich entsinne mich, dass selten mehr als 20-25 Artikel pro Tag auf rivva.de (und damit in den RSS- und Twitter-Feed) gelangten. Damals hatte Rivva aber (neben der Finanzierung) auch ein großes Problem: Es dauerte in der Regel viel zu lange, bis ein relevantes Thema genug Blogverlinkungen (oder eine signifikante Zahl an Tweets innerhalb kurzer Zeit) einheimsen konnte, um so einen Platz auf der Rivva-Startseite zu erhalten.

Laufende Experimente mit den Ranking-Faktoren

Kurz nach dem Neustart von Rivva hat Frank Westphal sowohl neue Kriterien zur Relevanz- und Popularitätsmessung eingeführt, als auch die Gewichtung der bestehenden Faktoren verändert. Verlinkungen zwischen Blogs zählen zwar immer noch besonders, sind aber ebenso wenig erforderlich für eine Platzierung auf rivva.de wie 80 oder 90 Retweets innerhalb weniger Stunden. Berücksichtigt werden von Rivva jetzt zudem Facebook Likes (ich bin mir nicht ganz sicher, wann diese hinzukamen) sowie Googles +1-Empfehlungen.

Während die Mindestzahl an Social-Media-Empfehlungen je nach Themenressort variiert, tauchen Artikel von netzwertig.com zumeist ab 25 bis 30 Retweets bei Rivva auf. Doch nicht nur die Quantität der Empfehlungen hat Einfluss auf die Rivva-Sichtbarkeit, sondern auch die Qualität, also die jeweilige Quelle:

Tweet ist nicht gleich Tweet

Jannis Kucharz, Macher von Newshype, einem anderen, derzeit pausierenden Blogaggregator, beschreibt in diesem Beitrag , wie sechs Tweets dafür genügten, um einen Artikel auf die Rivva-Homepage zu befördern. Frank Westphal antwortete mit einem leicht irritierten, aber erhellenden Kommentar: Einzelne Twitter-Konten werden von Rivva unterschiedlich stark gerankt. Linkempfehlungen von in Rivva-Augen einflussreichen Twitter-Konten fallen mehr ins Gewicht als die von manch anderen Retweetern.

Westphal erklärte uns per Mail, dass er stetig mit Ranking-Faktoren und der Zahl der täglich aufgeführten Artikel experimentiert. Seit dem 25. Juli drehe er an verschiedenen Ranking-Parametern, was direkte Auswirkung auf Artikel und Themen hat.

Dynamische Rivva-Website, überfüllter Feed

Während ich persönlich Rivva in seiner ursprünglichen Fassung als zu langsam und zu statisch empfand, ist mir die derzeitige Selektion fast einen Tick zu lasch und die Zahl der täglich aufgeführten Beiträge zu hoch. Allerdings könnte es sich hierbei auch nur um ein Feed-Problem handeln - denn die Rivva-Website wird mit einer hohen Schlagzahl dynamischer, was zu begrüßen ist.

Mein bescheidener Wunsch wäre daher einfach ein zusätzlicher Highlights-Feed, der von allen durchschnittlich 72 pro Tag bei Rivva angepriesenen Artikeln die 20 mit der größten Resonanz anzeigt. Dies wäre dann wie das einstige Rivva - aber mit dem Vorteil einer deutlich schneller auf aktuelle Ereignisse reagierenden Rivva-Website.

Wie zufrieden seid ihr mit Rivvas derzeitig präsentierter Artikelauswahl und -anzahl?

Link: Rivva

Kommentare

  • vera

    19.09.11 (08:44:56)

    Mir gefällt es noch besser als vorher, weil ganz überwiegend deutsche Beiträge verlinkt sind und nicht mehr so viel Techkram. Die Gewichtung ist auch ok, so haben auch kleine Blogs wie meines mal eine Chance (obwohl ich nicht weiß, ob Frank da nicht immer noch nachhilft). Die Social-Auswahl fehlt mir, und die großformatige Videovorschau ist für mein Provinz-DSL eine Plage, aber das ist nachrangig. Insgesamt sind Qualität (und Schlagzahl, ja) gestiegen.

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