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26.01.09

Reputation im Netz: 8 Tipps, um sein Image im Social Web zu schützen

Im Social Web lässt sich nicht nur vorzüglich Selbstmarketing betreiben, sondern der eigene gute Ruf auch ganz leicht beschädigen. Wir geben acht Tipps, um das persönliche Image im Netz zu schützen.

Bequem?Vor zwei Wochen hatte ich die Möglichkeit näher beleuchtet, sich mit Hilfe des Social Webs eine "Personal Brand" aufzubauen und frühzeitig Selbstmarketing zu betreiben. Doch so leicht, wie man sich im Netz einen Namen machen kann, lässt sich das eigene, mühsam aufgebaute Image durch unvorsichtiges Verhalten auch schnell wieder kaputt machen.

Bei je mehr sozialen Onlineangeboten wir aktiv sind und Spuren hinterlassen, desto größer ist das Risiko, dass dabei Informationen an die virtuelle Oberfläche gelangen, die uns in Karriere und/oder Privatleben irgendwann hinderlich sein könnten. Auf die eigene Reputation im Internet zu achten, ist damit mindestens genauso essenziell wie das Einsetzen des Social Webs zum Aufbau eines positiven Rufes.

Es folgt eine Liste mit acht Punkten, die man beim Surfen im Social Web beachten sollte, damit das gute persönliche Image keine Kratzer bekommt.

Für einheitliches Auftreten sorgen und Widersprüche vermeiden

Wer sich unter seinem richtigen Namen bei verschiedenen Social Networks und Onlinediensten zu finden ist, sollte sicherstellen, ein über alle Profile hinweg konsistentes, widerspruchsfreies Bild abzugeben. Sich bei einem Business-Netzwerk als seriöser Geschäftsmann zu präsentieren und gleichzeitig an anderer Stelle als ausgeflippter, leichtsinniger Abenteurer aufzutreten, dürfte dem beruflichen Image nicht sehr dienlich sein. Besser ist hier der Einsatz eines Pseudonyms für weitere Online-Identitäten und die strikte Trennung dieser voneinander.

Foto- und Videouploads überwachen

Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass unvorteilhafte Schnappschüsse ein Karriererisiko darstellen können. Während dies ein Umdenken in der Geschäftswelt und allen Teilen der Gesellschaft erforderlich macht, liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Es empfiehlt sich daher, nur ausgewählte, "ungefährliche" Fotos von sich ins Netz zu stellen und gleichzeitig in den genutzten Social Networks regelmäßig zu kontrollieren, dass andere Kontakte nicht fragwürdige Bilder von einem hochgeladen und mit Namen verlinkt haben. Viele Netzwerke bieten Funktionen, um sich über neu verlinkte Bilder und Videos informieren zu lassen.

Informationslecks verhindern

Die eigenen Profile bei privaten Social Networks für Nicht-Kontakte zu schließen, ist der erste Schritt, um seine Privatsphäre zu wahren und den professionellen Ruf nicht zu gefährden. Doch durch den zunehmenden Einsatz von Aggregatoren und Lifestreaming-Diensten entstehen mitunter Informationslecks. So können beispielsweise Facebook-Status-Updates, die ein Nutzer bei Services wie FriendFeed oder Lifestream.fm importiert, dort für beliebige User einsehbar sein, obwohl sie dies bei Facebook für Fremde aufgrund eines auf privat gestellten Profils nicht sind. Grundregel: Je mehr soziale Webanbieter man nutzt und aggregiert, desto größer ist das Risiko, dass an irgendeiner Stelle Informationen in den frei zugänglichen Teil des Netzes gelangen.

Selektiv Kontakte bestätigen

Das Sammeln von Kontakten finden viele ganz toll und scheint bei manch einem sogar fehlendes Selbstbewusstsein zu ersetzen. Was bei Geschäftsnetzwerken weniger problematisch ist, kann sich bei auf die private Nutzung ausgelegten Social Networks rächen. Wer grundsätzlich jeden Kontakt bestätigt, läuft Gefahr, seine vor dem Zugriff von Außen geschützten Daten unachtsam Fremden zugänglich zu machen - und man weiß nie, was diese im Schilde führen. Besser ist es, Kontakte selektiv zu akzeptieren und unter Umständen auch abzulehnen (bzw. stattdessen den Kontakt auf ein Business Netzwerk wie Xing oder LinkedIn "umzuleiten").

Welches Status-Update veröffentliche ich wo?

Das kurze Berichten darüber, was man gerade macht oder denkt, hat sich für viele Social-Web-Freunde zu einer Lieblingsbeschäftigung entwickelt. Sowohl Microbloggingdienste wie Twitter oder Identi.ca als auch zahlreiche soziale Netzwerke ermöglichen dies. Manch einer synchronisiert Status-Updates, so dass beispielsweise bei Twitter und Facebook die gleiche Meldung erscheint. Es kann jedoch auch sinnvoll sein, hier zu differenzieren. Während ich bei Twitter hauptsächliche (semi)professionelle Kurznachrichten veröffentliche, sind meine Statusmeldungen bei Facebook eher privater Natur - weil mein Profil für die Öffentlichkeit geschlossen ist und ich dort meine engsten Freunde als Kontakte haben. Wer ein für jeden zugängliches Twitter-Konto nutzt und zahlreiche (potenzielle) Geschäftskontakte dort hat, dem ist von zu vielen privaten und belanglosen Tweets abzuraten.

"Alibi-Problem" beachten

Im sozialen Netz veröffentlichte Inhalte können im schlimmsten Fall Lügen aufdecken. Wer sich mehrere Tage krank meldet und dann am laufenden Band in sozialen Netzwerken aktiv ist und Inhalte veröffentlicht, statt im Bett zu bleiben und Bildschirmarbeit zu vermeiden, setzt seinen Job aufs Spiel. Wer die gleiche Ausrede verwendet und dann beim Netzwerk für Reisende Dopplr eine Urlaubsreise nach New York eingetragen hat, auch. Seiner Freundin zu erzählen, man sei krank und wolle am Samstagabend früh schlafen gehen, nur um dann - für sie sichtbar - von Bekannten in zahlreichen Partyfotos verlinkt zu werden, dürfte ebenfalls zu Komplikationen führen. Sind Alibis im Kriminalbereich hilfreich, um die eigene Unschuld zu beweisen, können sie im Web das Gegenteil bewirken: nämlich Lügen entlarven.

Vor sämtlichen Aktionen Gehirn einschalten

Generell, aber vor allem bei öffentlich einsehbaren Aktionen, sollten grundsätzlich ein paar Sekunden investiert werden, um sich über eventuelle Konsequenzen seines Handelns Gedanken zu machen. Jeder Blogbeitrag, Kommentar, Foto- oder Videoupload, jedes Status-Update und jede veröffentlichte Notiz bzw. jeder gepostete Link kann im schlimmsten Fall ein Risiko für die weitere persönliche Laufbahn darstellen. Also Gehirn einschalten und soziale Netzwerke ab 1,0 Promille im Blut möglichst ganz meiden.

An öffentliche Profile & Suchmaschinenlistungen denken

Die meisten Social-Web-Dienste bieten die Option, Teile des Profiles oder die komplette persönliche Seite durch Suchmaschinen auffindbar zu machen. Diese Funktion zu nutzen, kann durchaus sinnvoll sein. Doch sollte man sich darüber bewusst sein, was genau im durch Google & Co indexierten Profil über die eigene Person veröffentlicht wird. Facebook zum Beispiel listet neben einem Foto auch Gruppen und Pages auf, denen man beigetreten bzw. deren Fan man geworden ist. Diese sagen häufig eine ganze Menge über die eigenen Vorlieben aus. Wer dies nicht in aller Öffentlichkeit preisgeben möchte, sollte entweder Gruppen meiden oder seine öffentliche Profilseite deaktivieren.

Weitere Tipps und Ratschläge in den Kommentaren sind willkommen.

Fotoquelle: Flickr, Bistrosavage (CC-Lizenz)

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