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27.11.13Leser-Kommentare

Repräsentative Studie: Besitzer von iPad- und Android-Tablets ticken unterschiedlich

27 Prozent der Internet-Nutzer in Deutschland nennen mittlerweile einen Tablet-PC ihr Eigen, die Hälfte davon ein iPad. Eine Untersuchung von Fittkau & Maaß zeigt, in welchen Punkten sich die Besitzer von Apples Tablet von denen von Android- und Windows-Geräten unterscheiden.

Die rege Kommentardiskussion mit knapp 100 Beiträgen zu meinem Artikel "Warum ich ein dummes iOS einem smarten Android vorziehe" hat gezeigt, dass es bei der Gegenüberstellung der zwei Betriebssysteme schnell zu emotionalen Reaktionen kommt. Hartgesottenen Android-Fans, die iOS bereits kurz vor dem Ende sehen, und Eric Schmidt, werden die Ergebnisse einer internet-repräsentativen Untersuchung der Marktforscher von Fittkau & Maaß vermutlich nicht schmecken. Nach dieser sind Besitzer von iPads nämlich im Vergleich zu Inhabern von Geräten mit Android und Windows gebildeter, mehr auf ihr äußeres Erscheinungsbild bedacht, wohlhabender und aktiver im Netz.

Für seinen aktuellen Mobile-Commerce-Bericht hat das Unternehmen 62.781 Internet-Nutzer aus Deutschland zu ihrem mobilen Einkaufsverhalten befragt. In einem aktuellen Blogbeitrag veröffentlicht es einige der Ergebnisse und fokussiert sich dabei auf die Unterschiede zwischen Besitzern von iPads und anderen Tablets. Folgende Erkenntnisse treten dabei unter anderem zu Tage:

  • iPad-Besitzer sind zu einem größeren Teil (43,3 Prozent) weiblich als Besitzer anderer Tablets (37,1 Prozent).
  • 41,7 Prozent der iPad-Besitzer sind Akademiker, aber nur 35 Prozent der Besitzer anderer Tablets.
  • 32,1 Prozent der iPad-Besitzer haben ein persönliches Netto-Monatseinkommen von über 3.000 Euro, aber nur 23,8 Prozent der Besitzer anderer Tablets.
  • 57 Prozent der iPad-Besitzer rufen regelmäßig Produkt- und Preisinformationen ab, aber nur 36,5 Prozent der Besitzer anderer Tablets.
  • 38,9 Prozent der iPad-Besitzer kaufen oder buchen regelmäßig mittels ihres Tablets, aber nur 19,6 Prozent der Besitzer anderer Tablets.
  • 35 Prozent der iPad-Besitzer stimmen der Aussage zu, dass sie mittlerweile viele Dinge bevorzugt über das Tablet erledigen, bei Besitzern anderer Tablets trifft dies nur auf 18 Prozent zu.

Fittkau &amp; Maaß

Diese teilweise sehr deutlichen Unterschiede bei den Verhaltensweisen und persönlichen Eigenschaften der Tablet-Besitzer erklären abermals, wieso nach wie vor viele Startups zuerst eine iOS-App auf den Markt bringen - trotz einer international gesehen eindeutigen Überlegenheit von Android.

Allerdings sieht das Kräfteverhältnis bei Tablets in Deutschland ohnehin noch anders aus: Den Ergebnissen der Studie zufolge besitzen 50,2 Prozent der hiesigen Tablet-Nutzer ein iPad und 48,8 Prozent ein Gerät mit einem anderen Betriebssystem als iOS (wieso hier ein Prozent verloren gegangen ist, bleibt unklar).

Durchaus beachtlich ist schließlich die mittlerweile erreichte Marktdurchdringung von Tablets. Laut der Fittkau & Maaß-Befragung besitzen aktuell 27 Prozent der Internetnutzer in Deutschland einen Tablet PC. Im vergangenen Jahr waren es nur 14 Prozent. Tablets sind damit im Mainstream angekommen. /mw

Kommentare

  • ms

    27.11.13 (08:46:58)

    Die Interpretation solcher Umfragen finde ich immer etwas abenteuerlich. Denn gebildeter Menschen sind meiner Meinung nach bei den iPads stärker vertreten, nicht weil sie gebildeter sind und daher wissen was besser ist, sondern weil sie in aller erster Linie überhaupt erst mal das nötige Kleinbild für dieses Gerät mitbringen. Alle anderen Ergebnisse dieser Studie ergeben sich dann fast zwangsläufig aus dieser durchschnittlich höheren Bildung.

  • M.

    27.11.13 (08:49:15)

    Natürlich ist der größere Teil weiblicher Nutzer ei-affin: Weniger Möglichkeiten heißt nämlich automatisch auch weniger Möglichkeiten was derart zu verstellen, dass nichts mehr geht. Und selbst auf einem ei-Phone/-Pad gibt es dazu noch genug Möglichkeiten. Das 41% der ei-Benutzer Akademiker sind bestätigt lediglich, dass man mit ei-Produkten die eigene Profilneurose besser nach außen eindämmen kann. Android-Geräte (vor allem günstige) kann sich schließlich fast jeder leisten. Diese These bestätigt auch der Umstand, dass viel ei-Nutzer sich ein ei-Produkt eigentlich gar nicht leisten können es aber trotzdem haben müssen um "dazu" zu gehören. Und das gilt nicht nur für pubertierende Profilneurotiker.

  • ts

    27.11.13 (09:21:04)

    Naja, Statistiken muss man auch lesen können, um ggf. Kausalitäten zu deuten. Kein Studium und ein niedrigeres Einkommen wird wahrscheinlich. Daraus folgt, sich ein Apple-Produkt mit höherem Preis zu leisten, ist nicht möglich.

  • Stefan von der DDM24

    27.11.13 (09:45:36)

    Ich bin ehrlich gesagt gar nicht so überrascht, dass die Kunden, die sich für das teurere Produkt entscheiden, auch mehr Einkommen haben. Und dass die, die mehr Einkommen haben, auch häufiger Akademiker sind, ist wohl auch ein einfacher statistischer Zusammenhang. Die Qualitätsfrage ist natürlich strittig, aber unterm Strich wird ein iPad wahrscheinlich auch als qualitativ hochwertiger wahrgenommen als Android-Geräte (auch wenn ich das anders sehe). Hochinteressant finde ich hingegen den letzten Aufzählungspunkt! Das hätte ich nicht gedacht. Ich bin zwar iPad-Besitzer der ersten Generation, hatte aber Android-Geräte inzwischen für funktioneller gehalten.

  • Pascal

    27.11.13 (10:23:45)

    Ich denke mal, dass man das wie bei fast allen Studien dieser Art recht einfach erklären kann: Android Geräte kosten weniger bzw sind für einen geringeren Einstiegspreis zu haben. Dadurch wird auch finanziell schwächeren (und meist weniger gebildeten) Nutzern der Zugang zum eigenen Tablet ermöglicht, die ansonsten ggf zu dem teureren iPad gegriffen hätten - oder eben auf das für viele Menschen weniger wichtigere Tablet zugunsten eines besseren Handys verzichten. Schließlich hat man bei einem Tablet Hardware technisch meist ein sogar abgespeckteres Smartphone, was nur durch den größeren Bildschirm und Akku sich von den kleineren Geräten abgrenzen kann. Interessant wäre mal eine Aufschlüsselung nach verschiedenen Einkommen, denn das würde wahrscheinlich bei beiden Systemen bei gleichem Einkommen ein ähnliches Bild zeigen

  • Michael Gisiger

    27.11.13 (17:59:38)

    Eigentlich kann man aus solchen Studien immer nur eine Erkenntnis mit Bestimmtheit herauslesen: Welches Gadget gerade das angesagte Statussymbol ist. Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es tonnenweise solche Studien, die feststellten, dass BlackBerry-User im Vergleich zu Nokia-Usern gebildeter, konsumfreudiger und besserverdienend seien. Bli-bla-blubb. Zudem, nehmen wir z.B. die Akademikerquote. Laut OECD (2011) beträgt diese in D 26 Prozent (Gesamtbevölkerung). D.h. also, dass Tablet-Nutzer generell besser gebildet sind als der Durchschnitt. Wie ungewöhnlich ...

  • F

    27.11.13 (22:00:17)

    Welch unglaubliche Erkenntnisse! Übrigens, Besitzer von Windows- und Linux-Betriebssystemen ticken auch unterschiedlich. Wer hätte das gedacht.........

  • struppi

    27.11.13 (22:37:54)

    Ich frag mich immer wo diese Leute sind? Ich kenne niemanden der ein Tablet hat und die meisten, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe Wissen nicht wofür sie einen Computer ohne Tastatur und Festplatte brauchen könnten. Das mag am Alter liegen, aber auch die Kinder meiner Freunde habe keine Tablets soweit ich das weiß. Und alle sind im Internet. Für mich erstaunliche Zahlen, die mit meinem Umfeld wenig zu tun haben.

  • nd70

    28.11.13 (18:00:10)

    Ich schätze mal, dass alle, die KEIN Tablet nutzen, noch gebildeter sind, noch mehr verdienen, und ... und ... Ich begreife immer noch nicht, wozu man so ein Brett braucht - zum produktiven Arbeiten auf alle Fälle nicht. Vielleicht ist das Surface der erste Schritt in die richtige Richtung, aber mir kommen da immer noch gewisse Zweifel.

  • Florian

    28.11.13 (19:27:18)

    Ist ein interessanter Trend welcher sich aktuell anbahnt :-) Ein Touareg II V8 (Audi) inkl. Vollausstattung = 113.000€ Ein Porsche Cayenne II V8 (Audi & Touareg II Chassi) inkl. Vollausstattung 123.000€ Wer finanziell in der Lage ist 113 für einen VW auszugeben der wird auch einen “lumpigen” 10er draufsetzten können. Allerdings wird`s jetzt spannend… wer zahlt über € 110.000 für einen VW ?! Idioten ? Wohl eher nicht, denn diese kommen in den seltensten Fällen zu einem solchen Betrag. Neureiche aus Gewinn oder Erbschaft ? Ebenso unwahrscheinlich, denn hier will unbedingt ,,auf die Kacke gehauen sein”. So bleiben lediglich und in der Hauptsache Selbstständige oder Akademiker welche im Besonderen auf ,,Understatement” Wert legen. Hier liegt allerdings der Hund begraben, weswegen entscheiden sich dann genannte Besserverdiener in Understatement-Manier für extrem polarisierende Apple-Produkte ??? Mir fällt zu diesem Thema nur folgend eine plausible Antworten an: - Apple = Extrem Kundenfreundlich (Hotline, Store`s, etc.) - Apple = Preisstabil. Auch wenn die Anschaffungspreise zum Teil von exorbitanter Natur sind, so bleiben diese ebenso konstant. - Apple = Äusserst intuitiv und SIMPEL in der Bedienbarkeit - Apple = Kompatibel zu fast 100% aller OS-Gagets Wenn ich dies alles in seiner Summe betrachte so ist Apple zunächst mal eines ,,extrem zeitsparend”. Und genau dies überzeugt. Ich kenne das iPhone und kann von der Apple TV bis zum iPad, iPhone ALLES bedienen ohne mich einlesen zu müssen. Zeit ist und bleibt nunmal ein kostbares Gut und sollte sich der ,,ideal Standart Akademiker” nach seiner Arbeit noch mit verschiedensten Devices auseinandersetzten so ist dies, ganz klar, in Geldwerten zu bewerten. Und hier liegt auch der Unterschied, Apple ist für “Deppen wie mich” welche Gadgets, Apps nutzen wollen ohne darüber zu resümieren ob dies denn überhaupt kompatibel bzw. das Device genügend Leistung besitzt. Hingegen der Android Nutzer hat Spaß sich mit der enormen Vielfältigkeit seines Gerätes zu beschäftigen. Quasi der Weg ist das Ziel. Meines Erachtens hat der Kunde die beste Wahl getroffen sich iOS & Android Geräte zugelegt zu haben. So ähnlich wie der Kunde, welcher bei seinen Kunden mit einem Touareg vorfährt und privat mit einem kleinen Flitzer in den Urlaub fährt :-) LG Flo

  • Bigboo

    30.11.13 (14:02:39)

    Wer um Gottes Willen bin ich denn dann... Ich habe ein Galaxy Note 8.0, ein ipad 3, ein Android Smartphone und einen Windows PC.... Ich finde es einfach nur schlimm, das immer wieder Schubladen aufgemacht werden und das Leute ne Menge Geld verdienen um solche zweifelhaften Studien anzufertigen. Die meisten Leute müssen ihr Geld mit richtiger Arbeit verdienen!

  • Trümper, Thomas

    30.11.13 (20:00:20)

    Sehr, Sehr interessant. Zu den Statistiken fällt mir Folgendes ein, : Treffen sich zwei Statistiken vor dem Frisör. Fragt die eine die Andere, ach Du, wer hat Dich denn frisiert ? Kein Tablet, kann es mit einem gut ausgestattetem Notebook aufnehmen, es sei denn, es wird nur gedaddelt, gefacebookt und sonst irgend eine unproduktive Tätigkeit veranstaltet. Gruss TT

  • ipadianer

    02.12.13 (12:26:21)

    unproduktive tätigkeiten? eine etwas engstirnige ansicht. Ich nutze das Tablet geschäftlich als Notizbuch, zum präsentieren in Meetings, zum Lesen von Fachbeiträgen (deutlich angenehmer als auf PC-Monitor), unterwegs um zu mailen und zu recherchieren. Und statt 2kg Notebook trage ich nur 500 g mit mir rum. Ich nenne das: Komfortgewinn...

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