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20.08.14

Reiseblogger geht unter die App-Macher: Swapp kombiniert Gesten und E-Mail für minimalistische Notiz-Anwendung

Der Reiseblogger Sebastian Canaves war auf der Suche nach einer minimalistischen, schnellen Notiz-App für das iPhone, die direkte E-Mail-Integration bietet. Weil er nicht fündig wurde, ließ er sie einfach selbst entwickeln. Das Resultat heißt Swapp.

swapp_logo Um die Welt zu reisen und über die eigenen Erlebnisse zu bloggen - diesen Traum haben sich einige wenige Personen in den vergangenen Jahren verwirklichen können. Mutmaßlich Hunderttausende aber sehnen sich nach einem solchen Lebensstil. Was sie daran hindert? Oft ist es die Finanzierung. Viele Reiseblogger versuchen, sich über Werbung, Affiliate-Einnahmen, E-Books sowie Beratungs- und Sprecheraufträge ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der publizierende Weltenbummler Sebastian Canaves könnte gerade dabei sein, eine neue Erlösquelle zu erschließen. Mit seiner jüngst veröffentlichten Notiz-App für das iPhone namens swapp_logo löst zeitgleich ein Problem, das sowohl reiseverrückte Digitalnomaden als auch fest an einem Ort verwurzelte Kreativgeister kennen. Denn manchmal verschwinden Einfälle, Notizen und Aufgaben aus den Gedanken so schnell, dass traditionelle Aufgabenmanager einfach zu behäbig sind. Ein kurzfristiges Festhalten auf Papier (falls zur Hand) böte sich zwar an, allerdings muss man später daran denken, die Notiz zu digitalisieren. Swapp versucht, sich in einer Lücke zwischen beiden Verfahren zu etablieren, und integriert dabei ein Instrument, welches ohnehin von vielen Usern als inoffizieller Notiz-Speicher genutzt wird: die E-Mail.

Swapp funktioniert so: Nutzer tippen einen beliebigen Text auf der klinisch reinen Oberfläche ein. Anschließend bewegen sie den Daumen auf dem Smartphone-Display in eine beliebige Richtung. Für Swapp stellt dies das Kommando dar, um die jeweilige Notiz an eine zuvor definierte E-Mail-Adresse zu verschicken. Gleichzeitig landet der Eintrag in Swapps eigener Liste über angelegte Notizen.

Vier verschiedene E-Mail-Adressen können festgelegt werden, eine pro Swipe-Richtung (oben, links, rechts, unten). Für Anwender heißt dies, dass sie zum Beispiel je nach Eintrag Notizen an ihr privates Postfach, an Evernote, einen Aufgabenmanager, IFTTT oder an Instapaper versenden können. Voraussetzung ist, dass ein Service per E-Mail-Adresse angesprochen werden kann - was immer häufiger der Fall ist.

Trotz des hochminimalistischen Erscheinungsbildes hat Swapp also Potenzial, eine zentrale Rolle im Notiz- und Produktivitäts-Alltag von Anwendern einzunehmen. Besonders dann, sollte Canaves der App doch noch die ein oder andere optimierende Funktion bescheren. Auf Anfrage erklärt er, dass er eine Reihe von Ideen hat, wie sich Swapp ausbauen ließe. Das “Swappen” von Bildern, das Einfügen eigener Signaturen sowie ein Dringlichkeits-Button schweben ihm etwa vor.

Als ein langjähriger, etablierter Reiseblogger hat sich der Deutsche mittlerweile eine Reihe zuverlässiger Erlösquellen aufgebaut. Er betont, dass der finanzielle Erfolg deshalb gar nicht im Vordergrund stehe. “Wenn das ganze gut läuft und auch Geld abwirft, freut es mich natürlich. Wenn nicht, dann war es ein cooles Experiment, aus dem ich viel gelernt habe”, so seine pragmatische Sichtweise. Die App bietet er kostenfrei an. Wer sich an dem integrierten Werbebanner stört, kann diesen für 0,89 Euro per In-App-Kauf deaktivieren.

Die Entwicklung der App überließ Canaves für 2.200 Euro einer Agentur aus Israel. Ob er diese mit der Weiterentwicklung sowie der Programmierung einer Android-Version beauftragt, hängt von der Resonanz der Nutzer ab.

Praktisch ist Swapp bereits jetzt. Spätestens seit Yo wissen wir außerdem: Funktionsarmut und scheinbare Trivialität sagen wenig über den zu erwartenden Erfolg einer App aus. /mw

Link:  swapp_logo

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