<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

10.03.09

Quatsch ausblenden: Einfach Artikel lesen

Wenn überall Werbung blinkt und unzählige Links Aufmerksamkeit fordern, wird das Lesen von Texten im Internet zur Qual – das kleine Tool Readability hilft weiter.

Vollkommen willkürliches Beispiel von einer großen deutschen Nachrichtenseite: Ein Interview mit Andy Müller-Maghun vom Chaos Computer Club auf Zeit Online. Der Artikel ist auf drei Seiten aufgeteilt, man braucht die Klicks, will den Leser nicht mit einer ellenlangen Seite verschrecken. Geschenkt. Aber selbst wenn man die Werbung über dem Seitenlogo und neben dem Inhaltsblock wegschneidet, ist die Seite immer noch fast doppelt so hoch wie der eigentliche Artikel. Der im Bild abgedunkelte Bereich verhält sich zum farblich hervorgehobenen Artikel etwa im Verhältnis eins zu zwei.

Das nützliche Beiwerk, Links auf weitere Artikel, Nachrichten seriöser Werbepartner, lenkt aber mitunter vom Lesen des eigentlichen Textes ab. Webdesigner sprechen vom sogenannten "clutter", vom störenden Wirrwarr. Dagegen hat die Agentur arc90 ein kleines Programm entwickelt. Readabilty entfernt den "clutter" mit einem einfachen Klick. So funktioniert's: Man speichert das Readability-Lesezeichen, das aus ein wenig JavaScript besteht, besucht eine verkleisterte Website, klickt auf das Lesezeichen – im Hintergrund wird nun die Adresse der Website an den Readability-Server übertragen, der daraufhin dem Browser mitteilt, welche Element der Seite überhaupt angezeigt werden sollen. Das sogenannte "Bookmarklet" funktioniert erstaunlich gut und ist vor allem sehr einfach.

Nur wie geht es mir damit als Online-Journalist? Das Geld für die Netz-Angebote muss schließlich auch irgendwo herkommen. Und irgendwo meint hier nicht die Abteilung Print im selben Haus. Plagen mich also Gewissensbisse, wenn ich die sorgsam ausgewählte Werbung, dir mir den kostenlosen Content auf dem Bildschirm ermöglicht, einfach ausblende? Jein. Also, sie plagen mich, aber nicht bei Readability. Denn im Gegensatz zu einem Werbe-Blocker, der von vornherein alles ausfiltert, was bestimmte Maße, Formate und Dateinamen hat, ist Redability ein Fall-zu-Fall-Entscheidung. Und wenn ich mich entschließe, das Bookmarklet einzusetzen, habe ich die Werbung schließlich schon gesehen.

Links:

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer