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22.11.07Leser-Kommentare

Quandt-Dokumentation: Fernsehen mit Wirkung

Die um 30 Minuten erweiterte Fassung des Dokumentarfilms "Das Schweigen der Quandts" läuft am Donnerstag um 21 Uhr im NDR. Unterdessen hat die Familie Quandt auf den Vorwurf, ihr Besitz gründe auf Kollaboration mit den Nazis, reagiert und einen Historiker mit der Aufarbeitung der Firmengeschichte beauftragt.

Das Schweigen der Quandts

Dieses Mal ganz öffentlich: Bild aus dem Trailer

Heimlich, ohne Ankündigung lief Ende September der Dokumentarfilm erst auf dem Hamburger Filmfest und im Fernseh-Spätprogramm. Das Medienecho auf den Film von Eric Friedler und Barbara Siebert war beeindruckend: Fragen zur Rolle der Familie Quandt im Dritten Reich wurden aufgeworfen - und die Filmemacher und der NDR für eine mutige, aufwendige Recherche gelobt. Endlich zeige die ARD mal wieder "Spitzenfernsehen", schreibt zum Beispiel Bernd Gäbler auf stern.de.

Unterdessen hat die Familie Quandt reagiert und lässt den Historiker Joachim Scholtyseck in den Archiven wühlen . Der Dokumentarfilm hat damit geschafft, was einzelne Autoren und Wissenschaftler vorher nicht erreichen konnten: Er hat geholfen, das Schweigen der Quandts zu brechen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • nils

    22.11.07 (13:08:32)

    nö, das schweigen ist doch eigentlich ungebrochen. klar, ein historiker wurde beauftragt. doch die fakten liegen schon seit jahren auf dem tisch, was soll der historiker da noch finden? worte der entschuldigung: fehlanzeige. auch jetzt. schon erstaunlich, das man durch die ankündigung einen historiker einzusetzen, sofort wieder im rechten licht dasteht...

  • Wolf-Dieter Roth

    24.11.07 (07:27:49)

    Tja, ich könnte auch mal einen Historiker beauftragen, nach meinen verschwundenen Millionen zu suchen. Vielleicht findet er ja was. ;-) Was ärgerlicher ist: Die ARD hat ein zweites Mal die Leute ausgetrickst, die nicht zapplig rumzappen (das ist anscheinend allen Sendern die liebste Klientel), sondern geplant schauen. Man hat die Sendung um 15 Minuten verlegt. Ich hatte sie mir aufzeichnen lassen, da ich Donnerstag um 21 Uhr auch nicht mal in der Nähe eines TV-Geräts war. Nun fehlt prompt der Schluß. Nicht ganz so tragisch wie bei einem Spielfilm, aber diese ewige Überzieherei und Programmnichteinhalterei, dieses kommentarlose Fußball statt Spielfilm senden, das ist was, was ich am ÖR-TV noch nie leiden konnte. Selbst wenn ich live zuhause bin und um 21 Uhr das Gerät einschalte, will ich nicht 15 Minuten (hier) oder 3 Stunden (bei Fußball oder Volksmusik) meiner Zeit geklaut bekommen, um erst einmal irgendwas ansehen zu müssen, das mich nicht interessiert, das aber (bei Quizshows und Volksmusik) sogar noch stolz drauf ist, die Zuschauer der nachfolgenden Sendungen mit einzufangen. Und ok, den, der aufzeichnet, will sowieso kein Sender als Zuschauer. Warum da am Donnerstag nun aber plötzlich eine Doku überzog, weiß ich nicht - vielleicht war wieder irgendwas mit der Tagesschau. Aber ich bin schon wieder sauer, bevor ich die "Quandts" überhaupt gesehen habe, weil da irgendwer schon wieder sagt "Ey, Du Arsch, Du sollst aber nicht sehen, was Du Dir rausgesucht hast, ich hab hier was viel besseres, und ich will, daß Du gefälligst jetzt das anguckst und nicht Deinen Scheißfilm, auf den Du Dich heute abend gefreut hast!". Die Doku, die die ersten 15 Minuten bekommen hat, ist sicher auch nicht schlecht. Aber ich verstehe nicht, wozu man ein TV-Programm monatelang im Voraus bekannt gibt, wenn man es dann nie einhält. Die kommerziellen Sender haben das früher nicht gemacht, weil die Werbekunden da stocksauer würden. Inzwischen macht RTL das auch, um die Konkurrenz reinzulegen, die mit ihrer Gegenprogrammierung dann ins Leere läuft. Die Programmzeitschriften drucken inzwischen schon Schimpfkanonaden, weil die den Ärger der Zuschauer natürlich abbekommen für die falsche Ankündigung. Daß man auch und vor allem den eigenen Zuschauer reinlegt, ist dabei egal. (Ok, wer schaut schon RTL...).

  • Jean-Claude

    24.11.07 (15:54:13)

    @Wolf-Dieter Roth: Einfacher wärs ja, man könnte sowas nachträglich via Internet herunterladen, von mir aus gegen Gebühr. Ich weiss nicht , ob ARD und ZDF noch nicht so weit sind. An der Zeit wärs. Bei Spiegel online kann man deren eigene TV-Produktionen herunterladen. Lässt sich ja ein Zusatzgeschäft draus machen. Wäre übrigens vielleicht auch was für medienlese? Hier wär schon eine separate Doku-Liste hilfreich, wo was Spannendes herunterzuladen ist und zu welchen Bedingungen.

  • Wolf-Dieter Roth

    25.11.07 (22:34:28)

    Naja, genau das haben ARD & ZDF ja mittlerweile: http://medienlese.com/2007/11/13/ard-und-zdf-friedlichere-digitalplaene/ Nur a) betrifft das leider nicht die 3. Programme - der NDR hat da absolut nüscht. Würde z.B. gerne mal Mare TV "nachgucken" b) ist es auch eine Frage, ob die Urheber das erlauben. Bei eigenproduzierten Dokus können ARD und ZDF das machen, bei Filmen anderer Leute müssen die einverstanden sein. 3sat hat z.B. eine zwar unübersichtliche, aber reichhaltige Mediathek, da werde ich in Kürze auf Neuerdings.com was Schmackhaftes daus vorstellen! (Kochsendungen bei Blogwerk? Nein, nicht so ganz...). Zum Film selbst, den ich nun (ohne die mittels Programmverschiebung wegzensierten letzten 10 Minuten) überreicht bekam und gesehen habe: Da bekommt man schon ein flaues Gefühl, all die Jahre Varta-Batterien gekauft zu haben - und im 3. Reich wurden die KZ-Häftlinge mit der Akkufertigung systematisch bleivergiftet :-( (Erst seit 2000 gehört Varta nicht mehr der Familie Quandt)

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