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16.07.08

Qitera ermöglicht Social Bookmarking für das "Deep Web"

QiteraWer seine Bookmarks online speichern will, kann zwischen zahlreichen Anbietern wählen. Weniger verbreitet ist bisher das Speichern kompletter bzw. dynamischer Seiten. Qitera will dies ändern und bietet vielversprechendes Social Bookmarking für das "Deep Web".

Viele Web-2.0-Freunde verwenden Social-Bookmarking-Dienste, um Links zu bevorzugten Webseiten und Blogs browserunabhängig online zu speichern. Bei bekannten Anbietern wie del.icio.us, Mister Wong, oneview oder Linkarena versehen User gespeicherte Adressen mit Schlagwörtern, um sie leicht wiederzufinden und auch anderen zugänglich zu machen. Der kürzlich in geschlossener Beta-Phase gestartete Dienst Mento ( unser Review ) geht einen Schritt weiter und fokussiert sich auf das Teilen favorisierter Links mit anderen. Dies ist zwar bei den meisten gängigen Social-Bookmarking-Plattformen möglich, Mento stellt hierfür jedoch erweiterte Features bereit.

Mit Qitera steht nun bereits das nächste Webprojekt aus Deutschland in den Startlöchern, das sich dem Bookmarking-Thema annehmen und diesem eine ganz eigene, innovative Note verleihen möchte. Qitera wurde von drei Deutschen gegründet und hat Niederlassungen in Kassel und San Francisco. Die Zweiteilung spiegelt die internationale Ausrichtung des jungen Webunternehmens wieder, das von Beginn an auf Deutsch und Englisch verfügbar sein wird.

Was Qitera von klassischen Social-Bookmarking-Plattformen unterscheidet, lässt sich so zusammenfassen: Es werden nicht nur Links gespeichert, sondern komplette Seiten im Volltext, die sich durchsuchen lassen. Statt Schlagwörtern nutzt Qitera frei definierbare Themen, zu denen anderen Nutzer eingeladen werden können, um eigene Links und Fundstücke hinzuzufügen. Jedes "Bookmark" kann kommentiert und an andere User (egal ob bei Qitera registriert oder nicht) weitergeleitet werden. Jörg Lamprecht, einer der drei Qitera-Gründer, bezeichnet das Resultat als "persönlichen Suchindex" sowie "viele kleine vertikale Suchmaschinen" (für einzelne Themen).

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Das Highlight von Qitera ist zweifellos die Volltextspeicherung und -indexierung beliebiger Seiten. Das Verfahren ist nicht ganz neu. So ermöglicht z.B. der Social-Bookmarking-Anbieter Furl , einzelne Favoriten auf den Furl-Servern abzulegen. Furl stößt jedoch an seine Grenzen, wenn dynamische sowie durch Benutzername und Passwort geschützte Seiten gespeichert werden sollen. Das Erfassen dieses so genannten "Deep Webs" stellt für Qitera kein Problem dar.

Ein praktisches Beispiel: Ich logge mich bei einem Social Network ein und speichere diese Seite bei Qitera. Anschließend melde ich mich wieder ab. Bei einem herkömmlichen Social-Bookmarking-Service würde ich nun erneut auf der Startseite des sozialen Netzwerks landen, auf der ich meine Zugangsdaten eingeben muss. Qitera hingegen zeigt mir das, was ich in dem Moment auf der Seite sah, als ich sie gespeichert habe - nämlich den nur für Mitglieder zugänglichen Bereich des Social Networks.

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Dabei handelt es sich nicht um eine Abbildung, sondern um die tatsächliche Seite, inklusive aller Links. Bei einer Qitera-Suche werden sämtliche gespeicherten Seiten im Volltext durchsucht. Deshalb kann es sich der Dienst leisten, ganz auf Schlagwörter zu verzichten. Diese sind nämlich im Prinzip nicht mehr als ein Ausgleich für den Mangel an intelligenten Suchmöglichkeiten für Inhalte, Bilder, Videos und Audiodateien im Netz.

Während Nutzer Qitera für alle erdenklichen Situationen im Internetalltag verwenden können, in denen das Speichern des "Deep Webs" sinnvoll ist, sehen die Gründer des Dienstes einen besonderen Vorteil für den Onlinehandel und setzen dort auch mit ihrem Geschäftsmodell an. Webshops sollen die Möglichkeit erhalten, Qitera-Funktionalität innerhalb des eigenen Angebots zu integrieren.

Über einen "Bei Qitera-Speichern"-Button können Kunden interessante Produkte speichern, indexieren lassen und zu einem beliebigen, späteren Zeitpunkt wiederfinden. Im Endeffekt hostet Qitera somit die Shopping-Merklisten der User und macht diese intelligenter und sozialer als bisher. Erlöse können sowohl durch eine Gebühr für die Integration sowie durch Provisionen erzielt werden.

Für Ende August steht der Start der geschlossenen Beta-Phase an. Zehn Lesern von netzwertig.com gewährt Qitera aber schon heute einen Blick auf die Alpha-Version. Wer sich von kleineren Bugs und Baustellen nicht stören lässt und an einer Einladung interessiert ist, hinterlässt einen Kommentar unter Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse.

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