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29.08.07Leser-Kommentare

Qeez.de schmeisst sich weg

Nach einem halben Tag Sinnieren glauben wir nun verstanden zu haben, wieso qeez.de gestern nach unserem Beitrag am Mittag zuerst auf "Wartung" umgeschaltet hatte, um sich dann am späteren Nachmittag ganz zu verabschieden. Der Abschiedstext, falls der auch bald mal verschwindet, liest sich so.

 

Update:

Hallo "deutsche Blogosphäre",

qeez.de ist war eine harmlose Suchmaschine, die durch direkte (!) Links zu den Blogs (hoffentlich) für zusätzliche Leser sorgt. Und übrigens vollständig werbefrei (!), schließlich ging es uns um den Spaß am Programmieren (unglaublich, oder? Aber das kann ebenso Spaß machen wie bloggen?) und vielleicht sogar einen kleinen Beitrag zum allgemeinen Nutzen des Internets zu leisten – wenn's denn gefällt. Tut´s wohl nicht, wenn man das so liest:

netzwertig.com/2007/08/28/die-blog-klaumaschine

metablog.ch/archives/2007/08/28/qeezde-die-medienlese-ist-doof/

Dass hier einer mit fremdem Content einen schnellen Euro verdienen will, ist rasch unterstellt, muss aber nicht stimmen. Die rund 400 Blogger, die ihren Feed aktiv angemeldet haben, sind trotz allem als Zustimmung zu einer seriösen Blog-Suchmaschine zu werten. Wir hatten allerdings nicht das Glück, dazu zu werden. Tante Google bekommt das wahrscheinlich besser hin als wir, weil bei ihr klar ist, dass sie (anders als qeez.de!) mit fremdem Content Geld verdient, aber keiner etwas dagegen machen kann. ;-)

Nichts für ungut, qeez.de ist offline.

Es gab genug Gegenstimmen, also bleibt's in der Kiste. Vielleicht hat der nächste mit dem Thema ?Blog Suchmaschine? mehr Glück als wir, denn Bedarf besteht offensichtlich.

 

Über die "harmlose Suchmaschine", die uns eigentlich nur einen tollen Dienst erweisen wollte, was wir Ignoranten nicht zu schätzen wussten, gäbe es einiges zu sagen, aber das haben wir ja eigentlich gestern gemacht, und nun ist es sowieso obsolet geworden. Wir sind ohnehin nicht die "deutsche Blogosphäre", deswegen fühle ich mich nicht befugt zu antworten.

Was mich allerdings wirklich umtreibt, ist, was die beiden Schlotterbecks sich wohl gedacht haben mögen. Die haben sich ja Arbeit gemacht. Sie haben sich einen Namen ausgedacht, keinen sehr deskriptiven zwar, aber immerhin einen mit vier Buchstaben, sie haben ein Logo entworfen, sie haben Tausende von Feeds in ihre Datenbank gepackt, ein Skript geschrieben, das alle einliest, und eine Website, die alle wieder ausgibt. Das macht man alles nicht an einem halben Tag.

Aber was haben sie sich gedacht? Dass es alle toll finden, wenn sie die Inhalte im Volltext absaugen und gnädigerweise noch einen "direkten (!) Links zu den Blogs" setzen? (Nur wieso sollte den jemand klicken, der den Text inlusive Bilder schon vor sich hat?) Und vor allem, als ihnen dann ein bisschen Gegenwind ins Gesicht blies - das waren ja nur wir und Matthias Gutfeldt, wir sind beide nicht die 500-Pound-Gorillas der deutschsprachigen Blogosphäre (auch wenn ich vielleicht ein bisschen so aussehe) - wieso geben sie dann gleich auf? Wieso sagen sie nicht, OK, danke für das Feedback, wir nehmen die Volltext-Feeds raus, und wir arbeiten weiter mit denen, die sich selbst angemeldet haben? Wenn das wirklich 400 waren, prima, weiter so. Nach dem Ende von Blogscout wäre es genau der richtige Zeitpunkt gewesen.

Wie gesagt, das verstand ich einfach nicht. Bis ich auf der Homepage der beiden Macher Alexander & Moritz Schlotterbeck (schlotterbeck²media, wirmachenweb.de) das Zitat von Albert Einstein las:

schlotterbeck einstein 2007-08-29

Liest man beide Zitate zusammen - "Spaß am Programmieren" von oben, "Bereitschaft, etwas wieder wegzuwerfen" von der Homepage - ist alles klar.

» Hintergrund: Beitrag am Mittag | auf "Wartung" umgeschaltet

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Fraggle

    29.08.07 (15:37:26)

    Ich find das Verhalten auch etwas seltsam und denke eher, dass sich bis auf einen Bruchteil KEIN Blog selber angemeldet hat... Denn wer so schnell hinschmeisst und beleidigt ist, weiss doch, dass er nicht ganz sauber gehandelt hat. :-)

  • Die Blog-Klauer

    29.08.07 (15:38:13)

    Zugegeben, anscheinend haben wir ein paar naive Fehler gemacht (z.B. Ausgabe des Full-Feeds). Dass uns die Kritik aber gleich so heftig ins Gesicht bläst, haben wir auch nicht erwartet. Um ganz ehrlich zu sein, gingen wir eher davon aus, dass eine zusätzliche Seite zum Thema Blogs eher erfreut aufgenommen wird ? aber das war wohl (angesichts unserer Fehler) unsere zweite naive Annahme. Noch etwas wäre zu sagen: Die Links auf qeez.de zu den entsprechenden Blogeinträgen sollen keine Schuldzuweisung an ?Schweizer Blogs? sein, sondern eher dem uninformierten Besucher die Hintergründe zu Schließung von qeez.de verdeutlichen. Und als Beschimpfung ist der derzeitige Text auf qeez.de auch nicht gemeint, eher als Darstellung unserer Motive. Wie gesagt, qeez.de sollte eine simple Suchmaschine sein, werbefrei wie alle anderen Projekte. Also, Ihr habt Recht, vielleicht gebt ihr uns eine Chance für einen zweiten, verbesserten Versuch. Das erste ?Feedback? haben wir ja sozusagen schon erhalten. Weiteres ist willkommen! Falls noch jemand in der Blogoshpäre von den ?Herren Schlotterbeck? hören will? ;-)

  • Peter Hogenkamp

    29.08.07 (16:05:55)

    Hallo Schlotterbecks, danke für die Rückmeldung. Doch, doch, better luck next time, und immer ruhig melden. (Am besten vorher? Vielleicht eine Closed-beta-Phase? Super Methode, um Feedback einzuholen!) Ich kann nur für mich sprechen, aber ich bin überhaupt nicht nachtragend.

  • mad

    29.08.07 (18:11:30)

    Was mich interessiert (jetzt wo die qeezer schon mal hier sind): Wieso habt ihr bei den negativen Rückmeldungen, die ihr erhalten habt, nicht einfach gesagt: OK, die Volltext-Feeds nehmen wir raus. Und vielleicht fragen wir bei den entsprechenden Blogs auch noch rasch nach, ob sie bei uns mitmachen wollen. Wieso habt ihr das nicht gemacht und stattdessen direkt das ganze Projekt abgeblasen? Denn vielleicht wäre die Seite dann doch noch "erfreut aufgenommen" worden...

  • gkamp

    30.08.07 (08:03:47)

    Hallo allerseits, ich kann beide Seiten gut verstehen und freue mich dass die Diskussion anscheinend etwas entspannter wird. Allerdings sollte man sich in der Blogospäre schon darauf einstellen das früher oder später (na ja eigentlich schon seit Monaten) Volltextfeeds "in the wild" sind und Feeds und Feedaggregatoren, seien es Desktop oder webbasierte Reader oder personalized Homepages a la netvibes / iGoogle etc, usw die eigentliche Website ablösen werden. Also sollte man sich eher früher als später Gedanken machen wie man mit in-Feed Anzeigen o.ä Geld macht. Und wer sich über qeez.de aufregt der sollte dann ja auch keinen Gefallen an netvibes, pageflakes, iGoogle, und insbesondere den Shared Feeds die man aus dem Google Reader automatisch generieren lassen kann keinen Gefallen haben. Letztere generieren nämlich auch automatisch eine Website zum Feed. Darüber liest man dann aber nichts. Als End-User finde ich all diese Alternativen Inhalte zu konsumieren toll und würde sie nicht wieder missen. Und es gibt genug Leute die sich über meinen shared feed freuen weil sie so praktisch meine persönliche "Medienlese" abonnieren und leicht konsumieren können.

  • mario_knd

    30.08.07 (19:56:03)

    Hm. Also irgendwie kann ich auch beide Seiten verstehen, glaube aber nicht, dass qeez.de einer etablierten Seite wie der Medienlese usermäßig geschadet hat und wundere mich daher über die doch etwas heftige Reaktion von Peter. Ich finds schade, um hab den Eindruck dass die deutsche Blogosphäre sich eher selbst schadet. Sie ist im weltweiten Vergleich immernoch deutlich unterentwickelt (laut Edelman-Studie) und die Verbreitung von web 2.0 (als Begriff nur 15% bekannt) in der Gesamtbevölkerung ist noch vergleichsweise gering. Da tut es schon weh wenn innerhalb kurzer Zeit mehrere Meta-blogseiten dichtmachen (blogscout.de letzte Woche). Hoffe qeez kommt mit einem überarbeiteten Konzept wieder. Gruß Mario

  • Peter Sennhauser

    31.08.07 (00:18:11)

    Mario, niemand beklagt sich über Suchmaschinen, Indizes, Links, Hinweise, Aggregatoren und dergleichen. Die haben aber alle eines gemeinsam: Sie führen die geneigte Leserin dorthin, wo die ganze Arbeit, der ganze Content zu finden ist, wo der Autor die Arbeit in dem Kontext präsentiert, den er für richtig hält. Etwas ganz anderes ist es, unsere Arbeit im Volltext zu kopieren, auf der eigenen Seite zu präsentieren und dabei auch noch die Autorenzeile wegzulassen. Das Urheberrecht steht vielleicht etwas schräg zu den Neuerungen, die das Internet uns bietet - aber der blosse Anstand gebietet mir, nicht die Arbeit anderer Leute tel quel auf meiner Webseite anzubieten. Der Urheber hat das Verfügungsrecht über seine Arbeit, der Lizenznehmer die Erlaubnis des Urhebers, sich damit zu schmücken, damit Geld zu verdienen oder was immer ausgehandelt wurde. Dafür bezahlt er dem Urheber eine Gebühr/ein Honorar, und dieses Prinzip - aus welcher Quelle auch immer es finanziert wird - geht zugrunde, wenn Arbeiten im vollen Umfang von irgendwem abgegriffen und "im Sinne des freien Informationsflusses" unter eigenem Label veröffentlicht werden. Letztendlich werden damit nicht nur die Lizenznehmer, sondern mittelbar auch die Autoren geschädigt, die sich dann andere publizistische Kanäle mit sicherer Honorierung suchen - bei denen es sich folglich nicht mehr um frei zugängliche Quellen handelt. Wem hochwertige "freie" Information im Internet wichtig ist, der sollte gerade deswegen die Urheberrechte der Schöpfer respektieren - und zwar nicht auch, sondern grade derjenigen, die Ihre Werke der Öffentlichkeit kostenlos präsentieren.

  • mario_knd

    02.09.07 (14:52:55)

    Ja Peter, Du hast natürlich vollkommen recht. Ich meinte nur, dass a) der Ton der "öffentlichen Aufforderung" vielleicht etwas zu harsch war und daher zur noch harscheren Gegenreaktion geführt (Seite schliessen) hat und b) prinzipiell Metaseiten die Blogosphäre fördern. Dass ihr als "Online-Journalisten" mehr aufs Geld schauen müsst ist völlig okay. Lizenzsysteme sind mir wohlbekannt, habe selbst Kommunikation studiert, aber man hätte ja auch Lösungen finden können. Zum Beispiel Hobby- und Profiblogger auf qeez irgendwie anders zu behandeln (z.b. "Profis" besser zu schützen). Dass es etwas dreist war die Feeds am Anfang einfach 1zu1 auf die Seite zu packen ist auch klar. Jedenfalls Respekt für eure Arbeit bei Medienlese, die ist ja auch wirklich gut ;-)

  • YK

    10.09.07 (17:30:05)

    Also ich finde die von den Queez Machern propagierte "naivität" in Bezug auf die Full-Feeds sehr, sehr unglaubwürdig, schließlich beschäftigen sich diese Leute nicht erst seit gestern mit Blogs. Mit dem "Rechtsanwalt" im Impressum dachte man wohl Klagen einkommensschwacher Blogger abschrecken zu können und hat dann, als der Ernstfall eintrat, wohl doch kalte Füßchen bekommen...

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