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26.05.09

Putpat: So soll Musikfernsehen wieder attraktiv werden

Mit personalisiertem Musikfernsehen will Putpat Zuschauer von den TV-Sendern ins Web locken. Vor wenigen Tagen hat der junge Dienst aus Köln seine geschlossene Beta-Phase gestartet. Wir haben uns Putpat angeschaut und 50 Einladungen zur Beta (am Ende des Artikels).

PutpatMusikfernsehen ist nicht mehr das, was es einmal war. Die reichweitenstarken Musikkanäle wie MTV und Viva haben sich zu Unterhaltungssendern für junge Leute gewandelt. Klassische Videos treten immer stärker in den Hintergrund. Wer nach entsprechenden Clips sucht, schaut daher mittlerweile eher im Internet nach - primär wahrscheinlich bei YouTube. Während das Angebot an auf Abruf zur Verfügung stehenden Videos dort kaum Grenzen kennt, hapert es jedoch an der Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität.

Genau in die Lücke zwischen herkömmlichem, linearem Musik-TV und reinem, wenig komfortablem On-Demand-Streaming, stößt Putpat. Der von ehemaligen Viva-Mitarbeitern gegründete Dienst wurde im vergangenen Jahr auf der Popkomm erstmals vorgestellt und hat vor wenigen Tagen die geschlossene Beta-Phase eingeläutet.

Musikvideo bei Putpat

Putpat bietet personalisiertes, browserbasiertes Musikfernsehen und möchte alle die ansprechen, die das visuelle Musikerlebnis lieben, ohne durch überflüssigen Schnickschnack abgelenkt werden zu wollen. Wer sich registriert, wird zur Eingabe einiger Lieblingsinterpreten oder seines Last.fm-Benutzernamens aufgefordert. Darauf basierend erstellt Putpat einen individuellen Stream von Musikvideos.

Jedes Video kann favorisiert oder verbannt werden. Mit Hilfe des "Veequalizers" lässt sich das dargebotene Musikprogramm im Detail nach Jahrzehnten, Stilen und Interpreten verfeinern. Wer den aktuell gezeigten Clip partout nicht sehen möchte, kann direkt zum nächsten Titel wechseln. Je öfter ein User Putpat nutzt, desto besser kennt der Dienst dessen Musikgeschmack und richtet den Stream daran aus.

Veequalizer

Für die ganz Faulen gibt es auch eine Reihe von Themenkanälen, auf denen Putpat bestimmt, was gespielt wird. Das Hauptaugenmerk liegt aber eindeutig auf dem personalisierbaren Stream.

Ein bewährtes Erfolgsrezept für junge Webstartups ist es, ihr Angebot einfach zu halten und den Produktnutzen innerhalb weniger Sekunden greifbar machen zu können. In beiden Punkten schneidet das junge Projekt aus Köln sehr gut ab. Die Zahl der Features wurde absichtlich klein gehalten und auf das Wesentliche reduziert. Selbst Social-Network-Elemente sucht man vergebens - erfrischend!

Putpats Stärke liegt in der Simplizität des Angebots sowie im außergewöhnlichen und sehr ansehnlichen Design, das erkennen lässt, welchen Stellenwert die visuelle Komponente bei Putpat hat. In seiner jetztigen Form kann ich mir den Dienst sowohl als kurzweiligen Pausenfüller, Nebenbei-Beschallung sowie hippe Partybegleitung vorstellen.

Finetuning

Trotz eines unruhigen Werbeumfelds setzt das Putpat-Team primär auf eine Vermarktung der Site, und zwar in Form von spotbasierten Bewegtbildern. Werbetreibenden will man das Angebot durch Möglichkeiten zur Personalisierung und den damit im Vergleich zum klassischen Fernsehen geringen Streuverlust schmackhaft machen. Auf Bannerwerbung wird verzichtet.

Im Laufe der nächsten Monate soll das Videoarchiv von 20.000 auf 50.000 Clips wachsen - laut Mitbegründer Tobias Trosse wäre das dann ein Großteil der Musikvideos aus den letzten 40 Jahren. Alle Clips werden selbst gehostet und für Putpat lizensiert - komplexe Rechtsfragen wie üblich inbegriffen. Daher will man sich auch erst einmal auf Deutschland fokussieren und hier einen einwandfreien Start hinlegen. Mittelfristig ist jedoch eine Internationalisierung vorgesehen.

Was mir trotz aller Huldigungen der Einfachheit noch fehlt, sind Wege zum Integrieren von Clips und/oder personalisierten Streams in externe Sites. Auch würde ich mir Möglichkeiten zur Erstellung von Playlisten wünschen. Laut Tobias Trosse stehen diese Punkte, vor allem das Sharing von User Generated Musiksendern, auf der Roadmap.

Im Sommer wird Putpat offiziell starten. Für alle Neugierigen haben wir 50 Einladungen zur Beta-Version. Hinterlasst einen entsprechenden Kommentar unter Angabe eurer E-Mail-Adresse im dafür vorgesehenen Feld.

Update: Die Einladungen sind weg. Musikvideos gibt es auch bei tape.tv.

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