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20.07.11Leser-Kommentare

Prioritätensetzung von Startups: Wieso es falsch ist, Android als OS zweiter Klasse zu behandeln

Noch immer beschränken sich viele Startups darauf, zum Launch lediglich eine iPhone-Applikation anzubieten. Doch dies ist leichtsinnig.

 

Wir erleben es ständig: Ein Startup aus dem deutschsprachigen Raum informiert uns über seine Neuentwicklung und weist darauf hin, dass eine iPhone-Applikation schon fertig ist oder sich zumindest in Planung befindet. Auf unsere Rückfrage, wie es denn mit einer Android-Anwendung aussieht, erfahren wir dann zumeist, dass diese natürlich auch irgendwann folgen soll.

Mir fehlt zunehmend das Verständnis für eine derartig unzeitgemäße Herangehensweise an das mobile Thema - erst recht, wenn wir über Dienste mit einem Schwerpunkt im Mobile-Bereich sprechen.

Zu den Marktanteilen von iOS (iPhone) und Android existieren gefühlte 1000 unterschiedliche Untersuchungen, und es schwierig, daraus die mit der größten Genauigkeit herauszufischen. Kein Zweifel scheint jedoch mehr darüber zu herrschen, dass mittlerweile mehr Android-Smartphones als iPhones verkauft wurden. 135 Millionen Geräte mit Android gingen bisher über den Ladentisch.

Sicherlich stellt die Fragmentierung von Android durch unterschiedlichste Gerätetypen sowie veraltete Versionen eine Hürde für App-Entwickler dar, und auch in puncto Distribution und Monetarisierung ist Apples App Store dem Android Market noch überlegen (eine gute Gegenüberstellung iOS/Android findet ihr bei Quora). Dennoch: Die meisten Startups, die zu Anfang nur eine iPhone-Applikation bereitstellen, lassen sich wertvolle Aufmerksamkeit entgehen und hindern ihren Dienst am oft so unglaublich wichtigen Erreichen einer kritischen Masse.

Die Rechnung ist einfach: Jeder Redakteur, jeder Blogger und jeder User mit Android-Mobiltelefon, der einen neuen Onlineservice aufgrund des Fehlens einer entsprechenden App nicht ausprobieren kann, ist ein Fürsprecher, Berichterstatter und Multiplikator weniger. Es mag Startups geben, die benötigen Publicity nicht. Für die meisten jedoch hängt mittelfristig die Existenz am Grad der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Sicherlich ist es nicht einfach, mit knappen Ressourcen neben einer iPhone-App gleich noch ein Android-Pendant aus dem Hut zu zaubern (Siehe auch: Entwicklungskosten einer Android-App). Und wahrscheinlich ist es besser, im Zweifelsfall lieber eine perfekte iPhone-Anwendung zu veröffentlichen als zwei nur zu 50 Prozent finalisierte Apps für iOS und Android.

Dann jedoch würde ich mir als konzeptionell unter anderem auf mobile Nutzer ausgerichtetes Startup zuvor Gedanken darüber machen, ob ich das Projekt überhaupt in Angriff nehmen will. Wer nicht in der Lage ist, das sich zum Launch kurzzeitig öffnende Zeitfenster zum Einfangen der Aufmerksamkeit eines möglichst großen Teils der Zielgruppe zu nutzen, der sollte vielleicht lieber etwas ganz anders in Angriff nehmen.

Man kann sich darüber beschweren, dass wir überhaupt an einen Punkt gekommen sind, an dem Internetdienste für verschiedene Plattformen entwickeln müssen, statt einfach eine HTML5-Browser-Variante anzubieten. Und vielleicht tritt dieser Idealzustand eines Tages doch noch ein.

Wenn man sich aber heutzutage grundsätzlich dafür entschließt, native Apps anzubieten, dann sind Anwendungen für beide (!) führenden Betriebssysteme ganz einfach Pflicht und nicht Kür. Wer Android wie ein OS zweiter Klasse behandelt, ohne dafür einen wirklich guten Grund zu haben, begeht gleich zum Start einen fatalen Fehler.

Die noch immer nur für das iPhone verfügbare US-Foto-Sharing-App Instagram ist mit ihren fünf Millionen Nutzern wohl einer der bekanntesten und erfolgreichsten Android-Verächter. Doch Instagram ist eher die Ausnahme als die Regel, zumal offen bleibt, ob sich die Android-Abstinenz für das Vier-Mann-Startup nicht eines Tages doch noch als Versäumnis erweist.

Ich habe gestern über Twitter und Google+ spontan eine Umfrage über das primär eingesetzte mobile Betriebssystem gestartet. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer gaben Android als erste Wahl an, und weniger als 40 Prozent iOS. Auch die Zeiten, in denen sich bei Geeks und Early Adoptern größtenteils ein iPhone in der Tasche befand, sind also vorbei. Webdienste - besonders solche, die auf mobile User abzielen - sollten ihre Konsequenzen ziehen! Zumindest dann, wenn sie ihre Erfolgschancen maximieren wollen.

Kommentare

  • Jan

    20.07.11 (06:28:28)

    Dass solche Umfrageergebnisse bei einer Umfrage in Google+ herauskommen wundert mich wenig.

  • Martin Weigert

    20.07.11 (06:30:57)

    Kennst du irgendeinen Early Adopter (egal welches Smartphone er/sie hat), der noch nicht bei Google+ aktiv ist? Ich bin überzeugt davon, dass die Teilhabe dort derzeit unabhängig von der Präferenzen für ein bestimmtes Smartphone-OS geschieht.

  • Alex H.

    20.07.11 (07:06:28)

    Genau das frage ich mich schon lange wieso das immer so gehandhabt wird. Bin ebenfalls Android Nutzer und die Unverständnis ist groß. Wollte letztens die Garantieverwaltungsdienste anschauen aber nur iphone apps. Tja das wars dann für die entsprechenden Dienste und einen wiederum entsprechenden blogpost von mir und auch meiner allgemeinen Zugewandtheit. Vielleicht ändert sich das ja bald mal mit Android 4 und der einheitlichen Plattform für Tablets und Phones.

  • Christian

    20.07.11 (07:10:33)

    Interessanterweise lässt sich der Trend an HTML5/CSS3/JavaScript-Lösungen für mobile Endgeräte auch am Seminarmarkt ablesen. Vor vielleicht 2 Jahren haben wir ziemlich viel iOS (iPhone SDK) geschult. Mittlerweile halten sich Android und iOS die Waage, werden aber unterworfen von eben reinen Web-Lösungen. Nicht nur die, die rein serverbasiert sind, sondern auch durch Lösungen wie PhoneGap oder Rhodes, die alles auf den Client als native Anwendung bringen.

  • Sascha Konietzke

    20.07.11 (07:14:56)

    Bei deutschen Startups, die in der Regel nicht Millionen an VC-Geldern hinterhergeworfen bekommen, fehlen wohl leider die Ressourcen für mehrere Apps. Lean Startup und Customer Discovery zeigen außerdem, dass das größte Problem an einem Startup meist nicht die technische Umsetzung ist, sonder ein fehlender Markt fürs Produkt bzw. eine Produkt/Markt Unstimmigkeit. Um als Startup zu testen, ob ein Produkt gut ankommt und ein Markt da ist, reicht es mit einer App zu launchen. Ob Android oder iOS Priorität ist muss hier jeder anhand seiner Zielgruppe selbst feststellen. Dann heisst es über das Produkt iterieren und die App verbessern. Das ist schon viel zeitaufwändiger, wenn die App auf mehreren Plattformen existiert. Sobald die Nutzer auf Plattform 1 sagen, sie können gar nicht mehr ohne die App, und Nutzer auf anderen Plattformen *sehr* laut schreien, sie möchten das Ding auch haben, lohnt es sich, die Anwendung auf andere Plattformen zu portieren.

  • Jan

    20.07.11 (07:23:22)

    Ja, da hast du sicherlich recht. Ich hatte nur das Gefühl, dass gerade auf Google+ die Zahl an Android-Nutzern im Verhältnis wesentlich höher ist, als sie es 'global gesehen' wäre. Dazu kommt, dass das Thema ja ganz allgemein sämtlichen Startups gilt. Nun bedienen die aber nicht zwangsläufig alle eben jene bestimmte Gruppe von Early Adopters. Tatsache ist, dass iOS mittlerweile ein Breitenphänomen ist, und eben nicht mehr die jungen, technisch versierten Early Adopters zum Ziel hat. iPhones sind mittlerweile 'Volkshandies'. Und da ist es eben für ein Startup mit begrenzten Ressourcen einfacher, mehr Leute zu erreichen. Ansonsten hast du natürlich recht. Zumal durch die parallele Umfrage per Twitter die Zahlen wieder aussagekräftiger werden. Mein Punkt ist: Auf Facebook hätte dieUmfrage anders ausgesehen. Obwohl auch da nicht wirklich repräsentativ ;)

  • Martin Weigert

    20.07.11 (07:28:00)

    @ Sascha Mit dieser Herangehensweise fragmentiert man jedoch die Aufmerksamkeit, das so genannte "Momentum". Gerade für Dienste, die auf Netzwerkeffekte angewiesen sind, ist das eine ziemliche Bremse. Wenn z.B. eine mobile Chat-App nur für ein OS angeboten wird, dann schließt sie einerseits sämtliche Nutzer des anderen OS aus, bietet aber parallel auch geringen Mehrwert für die Nutzer des unterstützten OS, weil sie nicht mit ihren Bekannten auf dem anderen OS chatten können. Die Folge ist eine deutlich geringere Traction, damit auch schlechtere Monetarisierungsmöglichkeiten und weniger Interesse von Investoren. Nun stelle man sich vor, man hätte einen niedrigen fünfstelligen Betrag in die Entwicklung einer App für das andere OS investiert. Das potenzielle Outcome wäre um ein Vielfaches Größer, weil man dan Mehrwert für alle erhöht und entsprechend mehr Beachtung findet. Lean Startup ist gut und schön, aber es sollte nicht einfach nur ein anderer Begriff für "Poor Startup" sein. Auch wenn heutzutage mit vergleichsweise geringen Mitteln gegründet werden kann: Wer mobile Nutzer ansprechen will, aber nicht einmal auf einer der zwei führenden, wichtigen mobilen Plattformen vertreten sein kann, sollte noch einmal in sich gehen, inwieweit das Vorhaben wirklich zum Erfolg geführt werden kann.

  • Thomas E.

    20.07.11 (07:34:23)

    Gemäss deinen Zahlen «135 Millionen Geräte mit Android gingen bisher über den Ladentisch.» ist Android heute noch leicht im Rückstand. Apple gab gerade bekannt: «Across time, we're now over 222 million cumulative iOS devices.» Dass sich die Lücke bald schliesst leuchtet aber ein. Quelle: http://www.macrumors.com/2011/07/19/apple-reports-record-breaking-q3-2011/

  • Sascha Konietzke

    20.07.11 (07:44:33)

    Martin, ich versteh deine Sichtweise auch voll und ganz. Es kommt sicher immer auf den Einzelfall an und es ist schwierig, das hier zu verallgemeinern. Das Problem ist, dass viele Startups fehlschlagen, und dass, weil das Produkt nicht vom Markt aufgenommen wird und es niemand nutzen möchte oder braucht. Das kann ein Startup oft auch schon mit einer Plattform testen. Wenn sich niemand für meine App X auf Plattform 1 interessiert, dann sind die Chancen groß, dass es nicht viel anders aussieht, wenn ich auf Plattform 2 das gleiche noch mal habe.

  • Bastl

    20.07.11 (08:31:56)

    Wobei man bei diesen Zahlen noch bedenken muss das wesentlich mehr Tablets mit iOS verkauft wurden als mit Android. Iphones selbst wurden auch "nur" ca 100 mio (März 2011 laut Wikipedia) verkauft. Ein Löwenanteil geht da schon auf iPad 1 und 2. Und da die Apps nicht einfach so Tablet-Kompatibel sind spielt das bei den Zahlen für diesen Artikel auch eine Rolle.

  • Moritz Adler

    20.07.11 (08:41:23)

    Klar, die Androids ziehen von der Anzahl verkaufter Geräte früher oder später mit iOS gleich (oder haben es schon geschafft). iOS-Nutzer sind aber die deutlich aktiveren Downloader und auch Nutzer von Apps. Und diese Zahl ist letztlich wichtiger. (Wir haben bei 1 Millionen App-Downloads ein iOS- zu Android-App-Download Verhältnis von ca. 6:1) Kein Startup kommt mehr um eine Android-App herum, so viel ist klar (dazu kommt imho demnächst noch WP7). Bei knappen Ressourcen kann es aber sinnvoll sein, z.B. zuerst eine sehr simple Version einer Android-App zu haben, oder gar erst einen Launcher einen mobilen Website anzubieten. Aber es kommt hier eben sehr stark auf das Produkt an. Habe ich ein Produkt, dass extrem von mobiler Nutzung abhängig ist (Check-Ins, LBS, AR) oder eine App, bei der mobile Nutzung zwar cool, aber eben nicht entscheidend ist? Dementsprechend muss ich dann meine Ressourcen verteilen.

  • Martin Weigert

    20.07.11 (08:51:13)

    Yep Moritz, so ist es. Ich denke an die Dienste, die wir in den letzten Tagen hier vorgestellt haben: Garantieunterlagen-Scanner, Foto-Sharing-App, Netzwerk zum Vernetzen mit der Leuten/Firmen in der Umgebung - alle jeweils nur iPhone. Denen entgehen unzählige potenzielle User aka Multiplikatoren.

  • SmilerGrogan

    20.07.11 (09:00:03)

    Bin erst vor ein paar Wochen vom iPhone auf Android umgestiegen. Meiner Meinung nach hat der Google Market erheblichen Anteil daran, dass hier die Anzahl der Downloads niedriger ist. Im Vergleich zum Apple App-Store ist er was die Übersichtlichkeit angeht eindeutig unterlegen. Wobei das kürzliche Facelift da schon ein großer Schritt nach vorne war. Der zweite Haken ist die einzig angebotene Bezahlmöglichkeit per Kredikarte. Es ist mir absolut unverständlich, warum hier nicht das volle Programm mit Paypal, Click&Buy, etc. möglich ist. Hat mich bisher davon abgehalten dort einzukaufen und durchaus auch andere Andriod-Nutzer die ich kenne. Das hat ja direkte Auswirkungen auf dir Attraktivität für App-Entwickler.

  • Martin Weigert

    20.07.11 (09:02:27)

    . Das hat ja direkte Auswirkungen auf dir Attraktivität für App-Entwickler. Stimmt. Bei den Apps, auf die ich mich beziehe (siehe) handelt es sich aber um Free-Apps, die anders monetarisieren wollen. App-Entwickler, die weniger auf Masse und mehr auf sofortigen Revenue aus sind, haben dagegen tatsächlich einen guten Grund, auf iOS only zu setzen.

  • Markus

    20.07.11 (11:13:07)

    Natürlich wäre es der Optimalfall, annähernd zeitgleich Apps für alle großen Plattformen anzubieten. Aber wie erwähnt sind die Ressourcen meistens sehr begrenzt. Da kann es dann schon sinnvoll sein, sich vorerst auf eine Plattform zu konzentrieren und zu schauen, ob das Konzept hinter der App überhaupt aufgeht. Denn wenn die App schlecht ankommt, dann hat man wenigstens nicht unnötig das doppelte Geld/Zeit dafür verschwendet.

  • Denis

    20.07.11 (11:16:51)

    Ich bilde mir ein, dank WebApp für grundsätzlich alle Endgeräte offen zu sein. Dummerweise fehlt aber das Android-Gerät zum Testen. Vielleicht gibt's hier ja freiwillige Besitzer eben solcher ;-) Einträge gibt's vornehmlich in Hamburg...

  • Martin Weigert

    20.07.11 (11:38:26)

    Denn wenn die App schlecht ankommt, dann hat man wenigstens nicht unnötig das doppelte Geld/Zeit dafür verschwendet. Stimmt. Dann hat man womöglich einen niedrigen fünfstelligen Betrag weniger in den Sand gesetzt. Aber was, wenn ein Dienst genau wegen der fehlenden Präsenz bei einer der zwei führenden mobilen Plattformen nicht genug Zulauf hat, unnötig lange nicht aus dem Gang kommt, keine kritische Masse erreicht und von einem besser aufgestelten Wettbewerber überholt wird? Wie viele hundertausend oder gar Millionen Euro hat dann man verbrannt? ;) Ich sage nicht, dass die Android-Abstinenz stets zu diesem Szenario führt. Ich glaube aber, dass es an der Zeit ist, dieses Szenario zumindest als Möglichkeit zu berücksichtigen, und ich bekomme den Eindruck, dass dies bei vielen jungen Diensten in dieser Form noch nicht geschieht. Da gilt noch immer der anscheinend kaum hinterfragte Grundsatz "Wenn mobile, dann natürlich iPhone".

  • severint

    20.07.11 (12:45:11)

    ich bin mir sicher, dass es nicht mehr lange dauert und die Android App ist die erste Wahl. Und ich bin mir sicher, dass wir in 8 Jahren über iOS nur noch als Randerscheinung sprechen. (bitte für den 20.07.2011 auf WV legen).

  • André

    20.07.11 (14:42:42)

    Hi Martin - spannende Frage, die ich kürzlich auch einem CIO gestellt habe. Er gab mir zwei Gründe, weshalb das iPhone bei vielen an erster Stelle steht: 1. Die Entwicklung sei leichter, da nicht auf unzählige Hardware-Typen Rücksicht genommen werden muss. 2. Bei deinem Argument ("Zu den Marktanteilen von iOS (iPhone) ") stimmt etwas nicht. iOS ist eben nicht nur das iPhone, sondern man bedient gleichzeitig alle Besitzer eines iPads oder iPod Touches mit. Vielleicht ist es wert, hier noch einmal nachzugraben und die Zahlen iOS/Android nochmal vor diesem Hintergrund zu beleuchten. Zumindest laut Hitslink ist die iOS-Reichweite mal eben drei bis vier mal so hoch wie die von Android: http://marketshare.hitslink.com/operating-system-market-share.aspx?qprid=8&qpcustomd= Android 0.72% / iOS 2.63%

  • Martin Weigert

    20.07.11 (15:31:02)

    Ich habe das Thema Reichweite doch ohnehin nur tangiert - eben genau deshalb, weil es a) verschiedenste Studien und Untersuchungen gibt, und b) die Distribution von iOS über das iPhone hinaus das Endergebnis weiter verwässert. Deshalb beschränke ich mich auf die Erkenntnis von IDC, dass mittlerweile mehr Android-Smartphones verkauft wurden als iPhones. Und die Umfrage am Ende dient als weiteres Indiz dafür, dass gerade bei denjenigen, die i.d.R. als erstes neue Webdienste und Startups ausprobieren, Android mittlerweile verbreiteter ist als das iPhone.

  • frolueb

    20.07.11 (15:32:13)

    Der Löwenanteil entfällt sicher nicht auf die iPads, da sind es ca. 15 Mio. bisher. Die Differenz 220 Mio abzüglich 15 Mio iPads und ca. 100 Mio iPhones sind dann die iPods. Die nutzen auch iOS ;)

  • Michael

    20.07.11 (16:03:39)

    Wenn kein Kapital da ist um auf beide Plattformen zu setzen und die Idee ist absolut neu, also noch nirgendwo in dieser Form vorhanden, dann ist IOS besser. Aber was ist z.B. mit tada? Sie konkurrieren direkt mit instagramm. Instagramm scheint doch gemessen an den Nutzerzahlen durchaus erfolgreich zu sein. Gerade in diesem relativ jungem Segment Fotosharing und mit einem so kleinem Konkurrenten wie Instagramm wäre es strategisch klug sich jetzt auf Android zu konzentrieren und sich dort zu etablieren. Wenn Instagramm dank VC-Geldern dann irgendwann einmal auch in den Android-Bereich drängt, gäbe es eine Chance sich dagegen zu behaupten.

  • Paul

    20.07.11 (17:16:37)

    Es gibt Brachen in denen es üblich ist, Produkte erst in einem kleinen Land (z.b. Belgien) auf dem Markt zu bringen. Ist es dort erfolgreich wird es dann auch im Rest Europas verkauft. Sicher ist es mit Apps durch Netzwerkeffekte etwa anderes, aber die wenigsten Anbieter verweigern sich ja dauerhaft oder gar aus Prinzip einer Plattform.

  • Chris

    20.07.11 (17:46:34)

    @Jan schon deiner Meinung Mir fehlt zunehmend das Verständnis für eine derartig unzeitgemäße Herangehensweise an das mobile Thema – erst recht, wenn wir über Dienste mit einem Schwerpunkt im Mobile-Bereich sprechen. Mir fehlt zunehmend das Verständins für diese Art von Datenerhebung. Nicht repräsentativ - das ist der Punkt. Alpha Geeks oder Early Adopter (wie sie sie sich neuerdings selbst nennen) sind halt nicht der Nabel der Welt. Vor allem kann man doch keine Daten heranziehen die durch eine Umfragefunktion bei Facebook oder Twitte oder G+ gestartet wurde. Also bitte. Da hat man ja noch nichmal das ganze Netzwerk beisammen. @Andre - den Punkt 1 kann ich nur bestätigen. Jobs Objective C ist einfach der Hammer. Die Speicherverwaltung genau richtig für die im Vergleich noch immer recht schwachen Mobilgeräte. Da hält Java nicht lange mit. Und die unterschiedlichen Architekturen machen es auch nicht einfacher. Noch ein dritter Punkt: Apple hat - vor allem unter den Standardnutzern immer noch - und wird es auch behalten - den Exklusivstatus. Es ist von PR-Technischer Seite durchaus üblich und sinnvoll, auch las Zulieferer (aka Appentwickler) zuzusehen, sein Prachtstück zuerst mal in den Mercedes zu kriegen. Da nochmal drüber nachdenken. Chris Jeder Redakteur, jeder Blogger und jeder User mit Android-Mobiltelefon, der einen neuen Onlineservice aufgrund des Fehlens einer entsprechenden App nicht ausprobieren kann, ist ein Fürsprecher, Berichterstatter und Multiplikator weniger.

  • Martin Weigert

    20.07.11 (17:55:08)

    Die Botschaft des Artikels ändert sich nicht dadurch, dass du versuchst, die Relevanz von Android in Frage zu stellen oder dich über die Datenerhebung echauffierst. Ignoranz ist sicher die schlechteste Reaktion auf den Aufstieg von Android. P.S. Es geht hier übrigens um Startups und teils neuartige Apps, deren einzige Zielgruppe zu Anfang genau die von dir erwähnten Alpha-Geeks und Early Adopter sind.

  • Chris

    20.07.11 (18:30:16)

    Zum einen stelle ich die Relevanz von Android in keinem Moment in Frage. Selbstverständlich ist es geradezu dumm, nicht irgendwann auch bei Android aufzuschlagen. Keine Frage: Aber wenn ich dich richtig verstehe, meinst du, dass es falsch sei, Android als OS zweiter Klasse zu behandeln. Und das muss man eben doch: Das muss man genauso, wie man ein neues ABS möglichst im Porsche auf den Markt bringen sollte, BMW wäre auch okay, aber was der Porsche hat, will der BMW Fahrer auch UND der Mercedesfahrer. Umgekehrt abere nicht. Diesbezüglicge Ignoranz wäre Fatal. Daran sieht man auch, das Marktanteile nicht mit erster oder zweite Klasse zu tun hat. Beispiele: Porsche/Ford, Edeka/Aldi, Lenovo/Toshiba etc.pp. Das hat doch nichts mit Aufstieg zu tun. Natürlich ist es wichtig bei den Early Adoptern anzukommen. Aber ein Early Adopter ohne wenigstens die Möglichkeit an ein iOS Gerät zu kommen, würde ich pauschal mal nicht zu eben jener Gruppe zählen.

  • Friedemann

    20.07.11 (21:25:42)

    Hach, was meinst Du, wie gern ich tadaa schon auf Android am laufen hätte. Jede Nacht hab ich den Gedanken im Kopf und muss ihn wieder hinten anstellen. Es ist offensichtlich, wie nötig das wäre und wie groß das Marktpotential da ist, gerade auch für uns (Foto Sharing). Aaaaber: a) finde mal einen guten (!) Android Entwickler, der auch noch bezahlbar ist. b) Fragmentierung ist eine Hürde, eine noch viel größere aber oft das Testen c) Schnelle, iterative Projektevolution wird durch Unterstützung mehrerer Plattformen massiv gebremst Kurz: Grund ist meist mehr das Investitionsklima hierzulande als der unternehmerische Entscheidungswille. (Eine tiefe Verstrickung mit der Hardware für bestmögliche Produktleistung macht das Thema natürlich nicht einfacher, aber da könnte man ja noch Kompromisse finden...)

  • Reto Hartinger

    21.07.11 (02:13:35)

    Ich kann dir eine ganz einfache Antwort geben. Du bist ein Multiplikator und Androidhandy-Besitzer. Du hast eine Wahl getroffen. Du hast statt des iPhones ein Android Phone gewählt. Jetzt beklagst Du Dich, dass Dich das einschränkt, dass Du nicht alle Apps dieser Welt hast. Hä??? Ein Startup muss seine Ressourcen bestmöglich planen, genau so wie Du. Du hättest ja auch ein iPhone und ein Android-Handy kaufen können. Du hast es aus Kostengründen nicht getan. Dasselbe gilt für das Startup auch. Hätte es sich für Android zuerst entschieden, könntest Du den obigen Artikel auch schreiben und anstelle von Android iPhone einsetzen. Das Startup hat das iOS gewählt, weil dort mehr zu verdienen ist als bei Android. So einfach ist das.

  • Martin Weigert

    21.07.11 (05:41:33)

    Ich bin iPhone 4 Nutzer. ;)

  • Martin Weigert

    21.07.11 (06:23:45)

    Freut mich, dass wir bei der Bewertung des Potenzials einer Android-App für euren Dienst auf einer Linie legen. Und natürlich verstehe ich das von dir beschriebene Dilemma. Stand bei euch auch mal zur Debatte, statt auf iOS zuerst nur für Android zu launchen?

  • Markus

    21.07.11 (07:11:30)

    fein, dass das mal jemand so klar schreibt und ausführlich argumentiert - guter Artikel. Ich würd sogar sagen, bevor jemand (aus Kostengründen oder wie auch immer) die Android-User komplett auschließt weil er sein Service nur mit einer iPhone-App bietet, sollte er zuerst auf jeden Fall eine mobile-optimierte Website launchen. Viele Services MÜSSEN nicht unbedingt als App realisiert werden weil sie unbedingt Funktionen brauchen, die nur eine App ermöglicht. Natürlich ist eine App schöner und bringt Vorteile wie Präsenz in den App Stores. Aber da ist viel wichtiger, dass zu Beginn ALLE User das Service nutzen können, daher eine mobile Website. Später kann man entweder eine Launcher-App bringen, die billig ist und dennoch im App Store und Android Market platziert werden kann, oder native Apps für iPhone und Android. ciao Markus www.MWorx.at photography

  • Michi

    21.07.11 (08:16:31)

    Dann kommst du ja an die App und kannst sie testen. Also doch kein Multiplikator weniger. Das ist eben das andere Problem. Ein Blogger, Redakteur, usw der nur auf Android setzt und sich dann ärgert das er viele Sachen nicht oder nur zu spät testen kann sitzt eben am kürzeren Hebel, nicht der Anbieter der App. Andersrum würde man mit einer Android-First App wirklich viele Leute nicht erreichen. Vor allem natürlich User, aber auch Blogger und Co. Und wenn das Budget nur für ein App reicht, ist die Entscheidung doch logisch.

  • Michi

    21.07.11 (08:48:43)

    Ich kann es ehrlich gesagt sehr gut verstehen warum sehr viele erstmal oder eventuell sogar nur ein iPhone App anbieten. Wenn ein App verkauft werden soll, ist die Situation denke ich mal sowieso klar, da sind die Unterschiede Riesig. Aber auch wenn es um ein kostenloses App geht, wo Verbreitung eine Rolle spielt. Der Grund ist eigentlich Recht simpel. Warum gab es denn vor dem iPhone keinen Hype um Apps, warum gibt es für Symbian -trotz immer noch größter Verbreitung- keine Apps und warum sind Apps generell so beliebt? Also vor allem unter iOS? Weil sie einen gehörigen Mehrwert bieten und Funktionen von Webseiten besser verpacken und dabei mehr Funktionen bei einfacherer Bedienung bieten. Wie z.b. die Facebook und Twitter Apps. Ein wirklich wichtiger Grund warum Apps unter iOS deutlich mehr Erfolg haben und vor allem auch mehr Geld ausgegeben wird ist die Qualität. Und das ist denke ich der Knackpunkt. Unter iOS kann man dank dem guten SDK und der kaum existenten Fragmentierung (Hard- und Software) sehr schnell ein hervorragendes App hervorzaubern. Und wie so oft gilt "der erste Eindruck zählt". Ein tolles App das gut aussieht, sich toll bedienen lässt und schöne Funktionen für unterwegs bietet ist eine deutliche Aufwertung für die Plattform. Umgekehrt kann ein schlechtes App aber das Gegenteil bewirken. Da ist es oft besser gar kein App anzubieten, statt ein schlechtes. Natürlich MUSS ein Android App nicht gleich automatisch schlechter sein, aber die Entwicklung ist definitiv wesentlich Zeitaufwändiger bei leider schlechterem Ergebnis. Man kann selbst als Anfänger auf die iOS GUI Elemente zurückgreifen wodurch ein schlechtes Ergebnis schon sehr schwer wird und man kann sogar feste Pixelbilder als Oberfläche verwenden (normal und x2), was unter Android unmöglich ist. Vor allem aber hat man kaum Testaufwand. Wenn ein App auf deinem iPhone 4 läuft, dann läuft es garantiert auch auf den anderen 85-90 Millionen (!!!!!) iPhone 4 und iPod Touch 4Gs. Und mit ein wenig Testaufwand mehr schliesst man dann noch die 3Gs und iT 3G Besitzer ein und liegt schonmal bei locker 150 Mio. Leuten die man erreicht. Dann folgt der deutlich geringere Supportaufwand denn bei Apple gibt man quasi das App ab und kümmert sich nur noch um seine Arbeit. Bei Android startet dann der Mailverkehr mit tausenden Usern und das Rückbuchen und andere Unannehmlichkeiten weshalb schon mehrere befreundete Entwickler Android den Rücken gekehrt haben. Alles in allem ist die Entwicklung also deutlich teurer, bei vermeintlich schlechterem Ergebnis und zu allem Überfluss erreicht man tatsächlich deutlich weniger Leute. Denn sehr viele Android User sind Leute die ein normales 200-Gerät gekauft haben auf dem zufällig Android läuft und die vom Market und Apps gar nichts wissen. Zum Vergleich: Unter Android wurden bis Ende Mai gerade einmal 96 Anwendungen öfter als 5 Mio. mal geladen, bei iOS sind das weit über 100x so viele. Und 20% der kostenlosen Anwendungen wurden keine 100x geladen. Alles in allem ist die Android Entwicklung also unattraktiver und unterm Strich für viele zu teuer bei zu geringem Ertrag. Da ist eine mobile Webseite für alle Plattformen in der Regel die bessere, einfachere und wesentlich günstigere Lösung und das schreiben eines App lohnt sich eben weiterhin oftmals nur für iOS. Es ist also eher ein Bonus und kein "muss". Ob sich das in mittelfristiger Zukunft ändert bezweifle ich. Die Situation unter Android wird immer schlimmer, man sollte sich mal diverse Umfragen unter Entwicklern angucken. Als Android durchstartete ging das Interesse stark nach oben und ist mittlerweile wieder abgeflacht. Marktanteile alleine sind eben zu wenig, wie Symbian zeigt.

  • Friedemann

    21.07.11 (09:46:07)

    Nur Android: Nein. Ursprünglich dachten wir mal an Titanium/Appcelerator, aber das ist viel zu oberflächlich für eine wirklich gute, schnelle, Hardwarenahe App. Zumindest für unsere Zwecke stellte sich das schnell als ungeeignet raus. Michi unten fast es ziemlich gut zusammen. Tatsächliche Reichweite, Qualität der Entwicklungsumgebung, Monetarisierbarkeit, Testbarkeit... all das und das oben erwähnte war da ausschlaggebend für die Wahl der "Primärplattform".

  • Benson

    22.07.11 (12:43:32)

    Es geht hier ja in erster Linie darum, ein Startup bekannt zu machen über den Marketingkanal APP. Geld verdient man mit einer App eh nicht genug. Dazu gab es ja in der letzen Woche einige Artikel, die genau das belegen, diese Illusion sollte man langsam über Bord werfen. Wie soll das auch gehen, die meisten "erfolgreichen" Apss kosten 1 -4 Euro. Davon gehen 30% an Apple. Da kann mir keiner erzählen, dass er sich mit Apps eine goldene Nase verdient. Wie gesagt das sagen auch gestandene Entwickler! Außerdem kann man als Androidnutzer auch denken:Wenn ein Startup der Meinung ist, dass es auf Android verzichten kann, obwohl das Google System mittlerweile auf eine breiterer Installationsbasis verweisen kann, dann brauch ich als überzeugter Android Nutzer diese App wohl sowieso nicht.

  • Jonathan

    29.07.11 (19:33:37)

    Trotz alledem muss ich mal feststellen, dass z.B. die Google+ App mehr als beschissen ist.Auch das Feeling einiger Android-Apps und deren UserInterface ist grottig. Da gefallen mir oft iOs und Win7 besser.

  • Alexander Löffler

    16.08.11 (13:48:34)

    Bitte um Hilfe, Hinweis wo und wie teuer eine Adoption, Portierung einer Apple,iTunes App auf eine Android App sein kann ? Unsere App die man kostenlos bei iTunes herunterladen kann ist: golf fee card international Danke für Ihre Hilfe Alexander Löffler

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