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01.12.08

Pownce schließt, überlässt Twitter die Microblogging-Bühne

Six Apart, Anbieter für Blogsoftware, übernimmt und schließt den Twitter-Konkurrenten Pownce. Das ist schade, aber irgendwie auch gut so.

Wieder einmal bestätigt sich, was wir sowieso schon wissen: Die technische oder funktionelle Überlegenheit eines Webdienstes hat nicht immer Einfluss auf dessen Erfolg. Am eigenen Leib spüren muss dies aktuell Pownce . Der Microbloggingdienst wird von der Blogschmiede Six Apart für eine unbekannte Summe übernommen und in zwei Wochen seine Pforten schließen. Dem Anschein nach geht es Six Apart bei dieser Akquisition hauptsächlich um das Pownce-Gründerteam, welches sich beim neuen Arbeitgeber anderen Aufgaben widmen soll.

Pownce wurde von Digg-Initiator Kevin Rose zusammen mit seinen zwei Weggefährten Leah Culver und Daniel Burka ins Leben gerufen und sollte es mit seinem in der Web-2.0-Szene allseits beliebten Vorbild Twitter aufnehmen. Obwohl Pownce neben Jaiku zu den bekannteren Konkurrenten des populären Microbloggingservices gehörte, konnte es sich nie als ernsthafte Gefahr für Twitter etablieren.

Dabei war Pownce dem Wettbewerber aus funktionellen Gesichtspunkten um Längen voraus. So ließen sich neben den obligatorischen Status-Updates auch Links mit Beschreibungen, Events (was, wann, wo) und Dateien veröffentlichen. Gerade die letztgenannte Option hatte ihren Reiz. Jeder Pownce-Nutzer konnte entweder über die Website oder den AIR-basierten Desktop-Client Musik, Videos, Fotos und andere Daten mit zwei Klicks an einzelne oder alle Pownce-Freunde senden.

Im Mai fragte ich, ob Pownce das bessere Twitter sei. Schaut man allein auf die Features, lautet meine Antwort auch heute noch ja. Doch fehlte Pownce etwas Essentielles: Nutzer. Und die ließen sich offensichtlich auch mit allerlei Schnickschnack nicht ködern, weshalb man sich letztendlich zu einer Übernahme mit darauffolgender Schließung entschloss.

Einerseits ist es schade um Pownce. Anderseits gibt es kaum etwas Sinnloseres als Social-Web-Services ohne User. Kevin Rose und sein Team überlassen Twitter endgültig die Microblogging-Bühne. Ein Startup mit dem Ansatz eines Geschäftsmodelles geht (Pownce bot Premium-Accounts), eines ohne nennenswerte Einnahmequellen (Twitter) bleibt. Die Konsolidierung des Web 2.0 ist in vollem Gange. Für Anbieter, die bisher keine Netzwerkeffekte einleiten konnten, werden die nächsten Monate hart!

Pownce-User können hier ihre Updates exportieren und sie vor einer dauerhaften Löschung bewahren.

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