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17.08.09

Postino: Warum ich nie wieder eine Postkarte frankieren werde

Klassische Postkarten stehen vor der Ablösung. Mit Postino lassen sich beliebige Bilder vom iPhone oder Windows Mobile-Gerät als physische Postkarte verschicken. Ein Erfahrungsbericht.

PostinoSeit 1875 verschicken Menschen Postkarten. Für viele Urlauber ist es eine Mischung aus Ritual und gefühlter Pflicht, zum nächsten Kiosk zu gehen, ein paar Karten mit mehr oder weniger originellen Motiven vom Aufenthaltsort sowie Briefmarken zu kaufen und diese mit Grüßen in die Heimat in den nächsten Briefkasten zu werfen. Schon bald aber könnten sich diese Schritte für viele erübrigen.

Einmal davon abgesehen, dass ich sowieso selten physische Postkarten verschickt habe, wollte ich in meinem jüngsten Urlaub eine andere Lösung testen. Postino ist eine Anwendung für iPhone, Windows Mobile-Geräte und Facebook, mit deren Hilfe man ein beliebiges Foto samt Text als Postkarte an eine Wunschadresse irgendwo auf der Welt senden lassen kann.

Ich schoss also eifrig Fotos mit meinem iPhone. Einen Schnappschuss wollte ich an meine Eltern schicken. Ich startete die Postino-Applikation, wählte das die Reste eines griechischen Abendessens darstellende Bild, versah es mit einigen persönlichen Worten, einer mit dem Finger auf den Touchscreen gezeichnete Unterschrift, und gab anschließend die Zieladresse ein.

Postino auf dem iPhone

Bevor ich die Karte in Auftrag geben konnte, musste ich noch virtuelle Briefmarken von Postino erwerben. Dies geschieht direkt innerhalb der Applikation, bezahlt wird über Paypal. Für den Versand einer Karte werden vertretbare zwei Dollar fällig. Auch ist es möglich, gleich mehrere Marken zu erstehen, was einen Mengenrabatt mit sich bringt und sinnvoll ist, um über ungesicherte WLAN-Netze nicht die eigenen Paypal-Benutzerdaten übermitteln zu müssen.

Anschließend bestätigte ich den Sendeprozess. Knapp eine Woche später erhielten meine Eltern die wohl persönlichste Urlaubskarte jemals, abgestempelt in den USA, wo AnguriaLab, das italienische Unternehmen hinter Postino, die Karten zu drucken und verschicken scheint.

Mittlerweile habe ich mehrere Karten mit Postino gesendet. Zwar verging stets mindestens eine Woche, bis der Adressat die Karte erhielt, aber auch bei eigenhändig verschickten physischen Karten kann man sich je nach Urlaubsland nicht immer sicher sein, dass diese noch vor der eigenen Rückkehr beim Empfänger ankommen.

Postino ist eine der nützlichsten mobilen Anwendungen, die ich kenne, und wird bei mir noch häufig zum Einsatz kommen. Das Versenden einer Postkarte gestaltet sich so nicht nur einfacher, sondern macht sogar richtig Spaß. Je nach Adressat lässt sich ein individuelles, passendes Motiv auswählen, das weit über die austauschbaren Strand-/Gebirgs-/Sightseeing-Motive hinaus geht und zudem beim Betrachter für mehr Freude sorgt.

Man soll ja niemals nie sagen, aber dass ich irgendwann noch einmal eine gekaufte Postkarte frankieren werde, ist mehr als unwahrscheinlich.

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