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14.05.09Leser-Kommentare

play.fm: (Fast) alles, was man sich wünschen kann

play.fm aus Wien bietet Freunden von DJ- und Clubmusik die Möglichkeit, Mixe anzuhören und selbst hochzuladen. Die Umsetzung und Funktionalität könnte solider und zeitgemäßer kaum sein.

play.fmEin Großteil der in den letzten Monaten und Jahren entstandenen Musikdienste legt den Schwerpunkt auf das Abspielen von Songs, Alben oder individualisierten Radiostreams. Doch nicht jeder zieht diese Art des Musikkonsums vor. Wer gerne und häufig in Clubs geht, Genres abseits von Pop und Rock mag und ein Faible für DJ-Kultur hat, bevorzugt mitunter in Studios oder auf Partys aufgenommene Mixe.

play.fm, ein Startup aus Wien, richtet sich an die große Gemeinde der Mix- und DJ-Verehrer. Das Konzept des Dienstes ist keineswegs revolutionär, aber in seiner komplett überarbeiteten Version 2.0 so konsequent und solide umgesetzt, dass wir die Site des jungen Unternehmens einfach vorstellen müssen.

Bei play.fm können DJs ihre Studiomixe, Radioshows oder Live-Sets bzw. Club-Mixe kostenlos hochladen und der Musikcommunity zugänglich machen. Freunde von DJ-Musik können die Kreationen auf der Site gratis streamen. Um zu einem gewünschten Mix zu gelangen, wählt man entweder aus der zentral platzierten Tagcloud das bevorzugte Genre oder sucht im Feld mit der originellen Bezeichnung "This DJ saved my life" nach dem Plattenjongleur seiner Wahl.

Mixe können entweder direkt angehört oder in einer persönlichen Playlist abgelegt werden. Das Streaming läuft mittels eines Flash-Players, der sich in einem Popup-Fenster öffnet. Jedes Set wird mit einer Waveform visualisiert - eine Funktion, die man unter anderem von Soundcloud kennt. Hilfreich ist dies, da es zu Clubsets in der Regel keine Playlists gibt. play.fm ermöglicht Hörern über die Waveform das sekundengenaue Erfragen und Identifizieren von gespielten Songs. Tracklists werden unterhalb des Players angezeigt.

Popup-Player

Die zweite wichtige Komponente von play.fm ist neben den Mixen (und Zusatzfeatures wie einer Auflistung von Partys und DJ-Events) ein Meta-Shop, der aktuell 1,4 Millionen Tracks mit Schwerpunkt auf elektronischer Musik aus fünf Online-Shops hinsichtlich Qualität und Preis vergleicht sowie zur jeweiligen Bestell- oder Downloadmöglichkeit verweist. Für die nächsten Wochen ist die Integration von 20 weiteren Shops geplant.

Der Meta-Shop ist nicht nur eine nützliche Erweiterung des Mix-Bereiches, sondern gleichzeitig die Grundlage für das Geschäftsmodell von play.fm. An jedem Verkauf verdient das junge Unternehmen ein paar Prozent Provision - angesichts der hohen Bindung und Loyalität von DJs und Clubmusik-Liebhabern könnten die Wiener hier auf lange Sicht recht ansehnliche Umsätze generieren. play.fm wäre nicht der erste Musikdienst, der von derartigen Affiliate-Links profitiert.

Um sich rechtlich abzusichern, hat play.fm Verträge mit Verwertungsgesellschaften in Österreich unterzeichnet, die wiederum Abkommen mit anderen Ländern haben.

Bis auf Kleinigkeiten ist play.fm, das ausschließlich auf Englisch verfügbar ist, höchst benutzerfreundlich und gut strukturiert. Manch einer mag seine Probleme mit dem Popup-Player haben. Simfy hat dies in seiner neuen Beta-Version für meinen Geschmack besser gelöst. Davon abgesehen fühlt man sich auf play.fm sofort richtig wohl.

Der durchweg positive Eindruck wird durch Widgets für die Integration von Mixen in Blogs, individualisierte RSS-Feeds sowie eine Vielzahl von Login-Möglichkeiten abgerundet. Wer ganz einfach spontan einen Mix hören möchte, muss sich dafür zwar nicht anmelden. Um aber Playlisten zu erstellen, Titel zu erfragen, zu identifizieren oder eigene Sets hochzuladen, ist ein Login erforderlich. play.fm unterstützt das Anmelden über OpenID oder mit Zugangsdaten von Facebook, Google oder Yahoo (mit sicherer Authentifizierung beim jeweiligen Anbieter). Zeitgemäßer und einfacher kann man den Login für Neunutzer kaum gestalten.

Zahlreiche Login-Möglichkeiten

play.fm setzt die Messlatte für zukünftige, ähnliche geartete Dienste hoch und zeigt, wie man durch die Kombination aus gutem Konzept und State-of-the-Art-Technologie ein herausragendes Webangebot auf die Beine stellt, das schnell viele neue Fans finden wird.

Kommentare

  • Thomas

    14.05.09 (17:15:14)

    Nicht nur das DJ Set von Dualton überzeugt, auch die Seite macht einen guten ersten Eindruck :) Alles ist sehr übersichtlich und intuitiv erreichbar. Funktionen wie das Identifizieren von einzelnen Tracks in den Mixen sind sehr schöne Features. Thumps Up!

  • Cem

    15.05.09 (15:51:23)

    Super gemachte, sauber strukturierte Webseite mit tollen mixen. Sehr schön!

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