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30.03.12

Plattformübergreifende Synchronisation: fruux will den grenzenlosen Datenabgleich

fruux aus Münster bietet Anwendern die Möglichkeit, über Plattformgrenzen hinweg auf Kontakte, Aufgaben und Kalenderdaten zuzugreifen und diese von verschiedenen Geräten aus aktuell zu halten.

 

Je stärker die führenden IT- und Internetunternehmen auf die gesamte Wertschöpfungskette abdeckende, Hardware und Software umfassende Ökosysteme setzen, desto bequemer wird die Zugriff und Abgleich persönlicher Daten von unterschiedlichen Geräten aus - solange es zum System des jeweiligen Plattformanbieters gehört. Dem Vorteil des hohen Bequemlichkeits- und Automatisierungsgrades gegenüber steht der Nachteil des wachsenden Lock-In-Effekts. Besonders ausgeprägt ist dieser bei Apple: Wer iPhone, iPad und MacBook besitzt und zudem Daten und Inhalte mit iCloud synchronisiert, wird sich mit Lösungen schwer tun, die nicht eng ins Apple-Universum integriert sind.

Dominik Tobschall möchte dem zu beobachtenden Trend einer fehlenden Cross-Plattform-Fähigkeit von Cloudlösungen etwas entgegensetzen. 2007 startete er mit fruux ein Studenten-Projekt, das Kontakte und Kalendereinträge zwischen verschiedenen Mac-Rechnern synchronisierte. 2010 gründete Tobschall die fruux GmbH und machte sich im vergangenen Jahr an die Entwicklung einer plattformübergreifenden Lösung für den Abgleich von Kontakten, Kalenderdaten und Aufgaben. Vor einer Woche lüftet er den Vorhang des neuen fruux. Gleichzeitig gab das Startup ein Seed-Investment durch den High-Tech Gründerfonds und netSTART Venture bekannt.

fruux will dafür sorgen, dass unwichtig wird, über welche Endgeräte oder welche Applikation ein Datenzugriff geschieht. Mit Hilfe von fruux lassen sich Kontaktdaten, Kalender sowie Aufgaben aus Mac OS X, von iPhone, iPad und Android-Geräten, aus Mozilla Thunderbird und Evolution sowie aus anderen, die offenen Standards CardDAV und CalDAV unterstützenden Clients und Programmen über eine zentrale Stelle in der Cloud aktuell halten und mit angeschlossenen Endgeräten synchronisieren.

Die Einrichtung der Synchronisierung erfolgt dabei auf dem anzuschließenden Gerät beziehungs im jeweiligen Client. fruux liefert hierzu jeweils ein Tutorial und sorgt im Hintergrund für einen reibungslosen Abgleich.

Wer möchte, könnte über den Dienst also ein Adressbuch oder einen Kalender betreiben, der aus Mac OS X, von jedem iOS- und Android-Gerät sowie über Thunderbird abrufbar ist und immer die aktuellsten Daten anzeigt, selbst wenn diese von einem anderen Gerät aus durchgeführt wurden. Lediglich eine Browseroberfläche gibt es anders als beispielsweise beim Google Kalender (noch) nicht .

Als primäre Zielgruppe von fruux sieht Gründer Tobschall kleine Teams, die derzeitige und künftige Geräte- und Applikationsgrenzen überspringen wollen. Aber auch für Einzelanwender, die ungern in einem System eingesperrt sind, kommt der Dienst seiner Aussage nach in Frage: "Wir haben tatsächlich sogar eine ganze Menge Nutzer, die lediglich mit Apple-Geräten unterwegs sind und sich trotzdem freuen, fruux nutzen zu können. Ihr Argument ist, dass sie ihre Daten nicht bei Google oder Apple speichern wollen und unseren offenen Ansatz sympathisch finden". Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass fruux für die Synchronisierung Amazons Cloudplattform verwendet.

Ganz allgemein wünschen sich Anwender, das Sync so einfach und gut funktioniert wie möglich - aber genau deshalb ist es ein komplexes Thema, so der Münsteraner, der glaubt, eine gute Lösung gefunden zu haben. In Zukunft wollen er und sein dreiköpfiges Team sowohl für Gruppen als auch Einzelnutzer neue Funktionen entwickeln, die Sharingmöglichkeiten und weitere Service-Integrationen mitbringen.

Derzeit gibt es fruux nur in einer kostenfreien Variante, die den Abgleich von Daten zwischen bis zu drei Geräten erlaubt. Demnächst sollen kostenpflichtige Pro- und spezifische Team-Pakete folgen.

Sync von Kalendern, Kontakten und Aufgaben ist zwar nicht unbedingt ein Thema mit hoher Sexiness, aber beschäftigt mit zunehmender Vernetzung und Zahl von persönlichen Endgeräten viele Menschen, und das über Ländergrenzen hinweg. Dank einer jüngsten Vorstellung beim US-Blog GigaOm konnte das auf Englisch angebotene fruux auch bereits etwas internationale Luft schnuppern. Damit sowie mit den fast 100.000 Nutzern aus der bisherigen fruux-Version im Rücken scheint eine gute Grundlage für weiteres Wachstum gelegt zu sein.

Link: fruux

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