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04.10.07Leser-Kommentare

Piero Esteriore crasht mit einem Mercedes ins Ringier-Haus

Der Schweizer Popmusiker Piero Esteriore fährt heute um 12 Uhr mittags mit einem schwarzen Mercedes ins Hauptgebäude des Ringier-Verlags an der Dufourstrasse. Angeblicher Grund: Schriftsteller Gion Mathias Cavelty hat mit einem Text im Blick seine Familie beleidigt.

Und zwar soll seine Geburtstagsparty vor einer Woche mit einer Mafia-Beerdigung verglichen und somit seine Familie beleidigt worden sein. Piero Esteriore erlangte durch seine Teilnahme an der Castingshow MusicStar 2003/2004 eine gewisse Popularität.

Einem Zeugen zufolge rammte Esteriore mit dem Mercedes die Eingangstüre, stieg aus und setzte sich mit einer Zigarette auf die Kühlerhaube. Und schrie dann, er wolle dem Journalist, der den Bericht über seine Geburtstagsparty geschrieben habe, "die Eier abreissen". Darauf schmiss er einen Stapel CDs ins Pressehaus und liess sich von der in Kampfmontur und mit Gewehr angerückten Polizeieinheit verhaften.

Erste Quellen kommen verständlicherweise aus dem Ringier-Verlag:

blick.ch: Amok-Fahrt ins Blick-Gebäude!

heute-online.ch: «Musicstar» Piero: Amok-Fahrt ins Blick-Gebäude!

Piero Esteriore Screenshot

Screenshot aus dem Blick-Videobeitrag

Update am 04.10.2007, 14:05 Uhr: Der Blick-Artikel, denn Piero Esteriore derart erzürnt hat, heisst "Alle singen, nur das Rindsfilet bleibt stumm" und erschien in der heutigen Print-Ausgabe.

Der Autor des Texts heisst Gion Mathias Cavelty, ist Schriftsteller und schreibt unter anderem in der Weltwoche eine TV-Kolumne.

 

Im kurzen Artikel steht, die Geburtstagsfeier wirke "wie eine Mafia-Beerdigung". Grund: "Fast alle Eingeladenen tragen Schwarz".

Liest man sich den Text durch, kann man Esteriores Wut verstehen, denn der Text ist durchaus beleidigend. Offenbar war Gion Mathias Cavelty an der Feier mit dabei, vielleicht sogar eingeladen. Er erinnert daran, dass der Sänger am "Eurovision Song Contest 2005 bekanntlich null Punkte eingefahren" hat. Und meint, Pieros neue CD mit dem Titel «Io vivo» («Ich lebe») könne auch ebensogut «Io Pizza» («Ich Pizza») heissen.

Noch bevor er etwas zu essen kriegt, fürchtet er sich vor dem Gesang der Gastgeber:

 

Tatsächlich liest sich die Menükarte äusserst vielversprechend. Die Frage ist nur, ob und wann Piero singen wird. Nach dem gemischten Salat? Zwischen dem Rindsfilet und der «Sinfonia di dessert»? Oder wird er es sich ganz verkneifen? Verlass ist einzig auf das Filet. Es wird nicht singen. Grazie!

Was dann darauf auch passiert.

 

Kurz danach ist es für eine Flucht zu spät: Piero setzt zum Singen an. «O sole mio» erschallt. «Maaammmaaa». Und «Io vivo» vom neuen Album.

«Oh mein Gott - jetzt singt auch noch die ganze Familie», ist das Flüstern eines weiblichen Partygastes zu vernehmen, als Pieros Bruder Gabriele (11) zum Mikrofon greift. Der Kleine hat das Gesicht eines Engels und das Stimmorgan eines Pavarotti. Zu seinem Glück nur das Stimmorgan.

Danach geben weitere Verwandte italienisches Liedgut zum Besten.

Sicher ist es die Freiheit des Reporters, den Gesang der Familie Esteriore nicht zu mögen. Selbst nachdem man sich den Bauch mit Rindsfilet vollgeschlagen hat. Aber ist auch zu erwarten, dass man so einen Text einfach hinnimmt?

Update am 04.10.2007, 14:35 Uhr: 20minuten.ch titelt: "Attentat auf Blick-Redaktion". Durchaus nicht unangemessen, da jemand bei der Tür hätte verletzt werden können. Aber auch etwas vollmundig. Im Artikel werden Esteriores augenscheinlich verletzte Ehrgefühle als reine PR-Aktion dargestellt: "In Tat und Wahrheit dürfte es sich um eine Promo-Aktion für seine neue CD gehandelt haben."

Update am 04.10.2007, 15:00 Uhr: In den Kommentaren von 20minuten.ch wird auch von einer Promo-Aktion gemunkelt. Aber von einer Promoaktion des Sängers zusammen mit der Zeitung und mit dem Autohersteller.

Kommentar um 14:25:

Warum hat das Auto keinen Kratzer??? Warum nur stehen alle auf den Fotos so gelangweilt herum? Billige PR-Aktion von P.E. zusammen mit Blick und dem Autohersteller...? ;-)

Kommentar um 14:32:

hallo?! viel offensichtlicher geht es ja wohl gar nicht. habt ihr euch alle überhaupt mal den blick-artikel durchgelesen? ganz klar eine promo-aktion in zusammenarbeit mit dem blick, da gibt es doch überhaupt keinen zweifel...der ist ja auch auf allen bildern total aufgetakelt...

Update am 04.10.2007, 15:30 Uhr: Das Fahrzeug wurde sehr wohl beschädigt, wie dem nun online gestellten Video auf Blick Online zu entnehmen ist. Da es Blick Online unmöglich macht, das Video direkt zu verlinken, muss man es selbst suchen gehen (Unter "News"). Zurzeit sind die Videos aber so oder so nicht zugänglich. So viele Besucher hat man dem am 1.10.2007 überarbeiteten Portal offenbar gar nicht zugetraut.

Update am 04.10.2007, 16:00 Uhr: Die Stadtpolizei sucht Zeugen:

 

Personen, welche Angaben zum vorerwähnten Vorfall machen können, werden gebeten, sich bei der Stadtpolizei Zürich unter der Telefonnummer 0 444 117 117 oder in einer Polizeiwache zu melden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • mad

    04.10.07 (15:21:20)

    Soso, hat er also grad noch ein paar signierte CDs ins Blick-Gebäude geworfen. Interessant.

  • N.N.

    04.10.07 (18:21:11)

    Wer ist eigentlich PEsteriore? Eins muss man ihm lassen, parken kann der Bube. Dafür können die Blick-Mitarbeiter nicht einmal das Absperrband richtig aufhängen.

  • Oli Wirtz

    04.10.07 (20:16:10)

    sorry, aber wer hier ernsthaft an eine pr-aktion von blick, esteriore und mercedes denkt, hat wohl etwas zu oft "24" geguckt... :-) was will man mehr: ein depp donnert direkt in den haupteingang des pressehauses, fällt quasi mit der schiebetür ins haus... alea jacta est!

  • Reto G

    04.10.07 (21:12:30)

    Um die Seiten zu füllen, berichtet der Blick neuerdings sogar über die private Geburtstagspary eines Taugenichtse, den wirklich kein Mensch interessiert. Wie tief muss der Blick gefallen sein... ...und dass jemand (sprich Piero Esteriore), nur weil er 'mal an dieser peinlichen Karaoke-Möchtegern-"Musicstar"-Sendung teilgenommen hat, glaubt, er sei nun ein prominenter Musik-Künstler, zeigt wohl eher, dass es sich hier um ein Sozialfall handelt als um einen Musiker.

  • Robert Holzwart

    05.10.07 (09:42:24)

    das ist die neue art von journalismus, die geschichten fallen einem mit der tür ins haus. leider ist das keine gute geschichte. in 180 tagen wird p.e. selbst von der drittklassigen servelat-promi-presse gemieden werden.

  • Marina

    05.10.07 (16:37:14)

    Ich kann die Aktion von Piero Esteriore verstehen. So primitiv wie der "Blick" schreibt, so primitiv war auch dieser Crash. Es ist zum Jammern, dass der "Blick" die Zeitung oder besser gesagt "das Schundblatt" mit der höchsten Auflage in der Schweiz ist. Esteriore ist der einzige ehemalige Musicstar-Kandidat, dem man (Presse, Radio etc) einfach keine Chance geben will. Seine Wut hatte sich wahrscheinlich nach all dem so geballt, dass ihn bereits ein Artikel(mit wirklich beleidigendem Inhalt) richtig zum Ausrasten brachte. Sebastian Bürgin alias Bashi (nichts gegen ihn)kann aber eine Strophe krächzen und schon ist man begeistert! Ich glaube langsam, dass man Piero Esteriore aufgrund rassistischer Einstellungen als "Taugenichts" sieht. An Reto G.:Der Blick kann gar nicht tief gefallen sein, er ist tief!

  • N.N.

    05.10.07 (17:38:41)

    Und nun? Welch Wunder, verzichtet Ringier laut Persönlich.com sogar auf Strafanzeige. Wer hätte das gedacht? Solange nur der Blick solche Geschichten nötig hat - offenbar hat er das je länger je mehr - oh, du heiliger Übersax - ist es ja auch nicht weiter schlimm. Die aktuellen Leser- und Auflagenzahlen sprechen für sich.

  • Sven ZH

    05.10.07 (22:46:37)

    @Marina: Wenn du schreibst, du könntest die Aktion von Piero Esteriore verstehen, dann solltest du dir bewusst sein, dass es genau Piero Esteriore war, der ein paar Journalisten an seiner Geburtstagsparty eingeladen und sich daraus wohl gute Publicity erhofft hatte. Schliesslich ist diesen Sommer auch die Sonntags-Zeitung über die Cervelat-Prominenz (Miss-, Ex-Miss und Vize-Miss-Schweiz etc etc.) hergezogen, weil sich diese bezahlen lassen, um an irgend welche Eröffnungspartys zu erscheinen. Nicht umsonst nennt man diese Möchtegern-Sternchen Cervelat-Prominenz. Hätte Piero Esteriore seinen Geburtstag wirklich im privaten Rahmen feiern wollen, hätte er ganz einfach nicht noch Journalisten einladen sollen. Fazit: Schuss hinten losgegangen.

  • Michèle

    10.10.07 (20:34:32)

    Der Artikel von Cavelty ist doch total harmlos, ich verstehe die Aufregung nicht.

  • Marina

    10.10.07 (21:03:19)

    An @Marina: Natürlich erhoffte er sich positive Publicity. Künstler müssen sich ja durch die Medien bekannt machen. Aber dann erhofft sich ja jeder Prominente, dass positiv oder zumindesst neutral geschrieben wird!Andere schweizer Künstler werden nie so durch den Kakao gezogen wie Piero Esteriore!

  • Ronnie Grob

    12.10.07 (12:35:24)

    @Michèle: Richtig aufregend ist er nicht, das stimmt. Allerdings glaube ich Cavelty nicht, dass er die im Blick gewählten Worte auch sagen würde, wenn er Piero Esteriore oder seiner Familie gegenübersteht. Diese Annahme mag falsch sein, aber da sich Cavelty auf Anfrage nicht äussern wollte oder durfte, können wir darüber nur spekulieren.

  • Peter

    23.10.07 (20:49:32)

    Cavelty ist doch eine geile Sau und wenn der P.E. einen wirklich kultigen Text nicht ertragen kann, so soll er doch wieder Coiffeur werden... ;) Locker nehmen!

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