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21.05.10

Phoneroulette und ChatVille: Chatroulettes Erben

Chatroulette faszinierte Millionen. Phoneroulette aus Deutschland und ChatVille vom US-Dienst Digsby wollen das Prinzip zufälliger Online-Chats verfeinern.

Chatroulette war eine der bisher größten Überraschungen dieses Internetjahres. Ein russischer Teenager programmierte eine simple Site, auf der sich zwei zufällig ausgewählte Nutzer per Webcam unterhalten können. Innerhalb kürzester Zeit wurde Chatroulette weltweit bekannt und brachte trotz gelegentlich unangenehmer Überraschungen Millionen von Usern dazu, ihre Webcam zu aktivieren und mit Wildfremden zu chatten.

Da verwundert es nicht, dass sich andere Anbieter vom Chatroulette-Erfolg inspirieren lassen. Zwei brandneue Projekte wollen dem Prinzip der zufälligen Aufeinandertreffen zweier User eine etwas andere Ausrichtung geben und gleichzeitig die Problematik nicht jugendfreier "Vorfälle" lösen.

Phoneroulette ist ein gerade gestarteter Service aus Deutschland, dessen Name Programm ist: Bei Phoneroulette rufen Nutzer unter einer herkömmlichen deutschen Festnetznummer an und lassen sich mit einer andere Person verbinden, die ebenfalls gerade Phoneroulette an der Strippe hat.

Wer einen langweiligen Gesprächspartner zugewiesen bekommt, kann diesen durch Betätigen einer beliebigen Taste "nexten", wie seit Chatroulette das selbst initiierte Wechseln des Chatpartners genannt wird.

Personen, die keine Telefonflatrate besitzen, zahlen den normalen Tarif für Festnetzgespräche. Um die Sicherheit für die Teilnehmer zu erhöhen und unangenehme Anrufer abzuschrecken, muss für den Einsatz von Phoneroulette die Rufnummernübermittlung aktiviert sein. Wie man diese manuell einrichtet, wird auf der Phoneroulette erklärt. Aufdringliche Personen schließt Phoneroulette nach drei Verwarnungen von der weiteren Teilnahme aus.

Phoneroulette ist primär ein Spaßprojekt, das als "Nebenprodukt" der Arbeit an einer automatischen Auskunft entstand, so Philip Eggersglüß von der Betreiberfirma Auskunfter GmbH. Nun wolle man einfach mal sehen, was passiert, und ob Phoneroulette von neugierigen Menschen angenommen wird.

Wer auf das Videobild seines Gesprächpartners doch nicht verzichten möchte, aber keine Lust auf unansehnliche Szenen bei Chatroulette hat, sollte sich ChatVille anschauen. ChatVille ist eine gestern vom Instant-Messaging-Dienst Digsby scharf geschaltete Facebook-Applikation, die das Prinzip von Chatroulette in die nicht anonyme Facebook-Sphäre überträgt.

ChatVille erlaubt den Videochat mit fremden Nutzern, die jedoch alle Mitglied von Facebook sind und die ChatVille-Anwendung installiert haben. Zwar zeigt die App lediglich die Vornamen der zufällig ausgewählten Chatpartner an, aber durch die Verknüpfung mit echten Facebook-Identitäten ist davon auszugehen, dass die Schwelle für obszönes und ausfälliges Verhalten deutlich höher ist als bei dem zumindest scheinbar anonymen Chatroulette.

ChatVille bietet diverse Spielereien und Zusatzfeatures. Unter anderem lassen sich Videos direkt innerhalb der Anwendung aufnehmen.

Es wird sich zeigen, ob an tatsächlichen Chats interessierte Nutzer das sicherere Umfeld von ChatVille dem eher dem Wilden Westen gleichenden Chatroulette vorziehen. Momentan mangelt es ChatVille noch an Nutzern, aber am Tag zwei nach dem Launch ist das auch kein Wunder.

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