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12.04.13Kommentieren

Persönlichkeitstests: MercuryPuzzle zeigt Talenten den idealen Karrierepfad

Das österreichisch-deutsche Startup MercuryPuzzle möchte talentierten Menschen auf der Suche nach der idealen Karriere dabei helfen, ihre wahren Bedürfnisse zu erkennen und zu verwirklichen.

Von 35 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland weisen nur 15 Prozent eine hohe emotionale Bindung zu ihren Arbeitgebern auf . 61 Prozent berichten von einer geringen und ganze 24 Prozent von gar keiner derartigen Bindung. Gründe für diesen für die gesamte Volkswirtschaft problematischen Zustand gibt es viele. Eine mangelnde Begeisterung der Angestellten für ihre jeweiligen Tätigkeiten gehört zu den entscheidenden Ursachen. Millionen Menschen haben ganz einfach den falschen Job. Einen Beruf, der nicht ihren Interessen entspricht und nicht von ihren Stärken Gebrauch macht.

Das 2012 gegründete, in Wien und München ansässiges Startup MercuryPuzzle möchte Kandidaten dabei helfen, besser zu verstehen, welche Art von Stelle sie eigentlich suchen - und sie anschließend gleich noch mit potenziellen Firmen in Verbindung bringen. Das sechs Co-Founder ausweisende Unternehmen kombiniert ein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Online-Assessment-Center mit Social-Networking- und Matchmaking-Elementen und zielt darauf ab, komplette Transparenz in jeden Aspekt der Dimensionen von Human Resources zu bringen. Assessment Center und Persönlichkeitstest 

Wer mit Hilfe von MercuryPuzzle die eigenen Karrierepräferenzen unter die Lupe nehmen möchte, beginnt mit einer interaktiven Selbstevaluierung der eigenen Fähigkeiten und individuellen Talente. Dazu machen Nutzer Angaben zu den bevorzugten Schaffensfeldern, zu den idealen Arbeitsbedingungen, zur akademischen Laufbahn und zu ihrer derzeitigen Jobsituation. Ein CV-Werkzeug erlaubt den Import von Lebensläufen von Xing, LinkedIn und Facebook. Sind die wichtigsten Angaben eingetragene, startet MercuryPuzzle mit einem ungefähr zehn- bis zwölfminütigen Assessment Center. Der zum Einsatz kommende Fragebogen dient dazu, das Verhalten der Kandidaten in verschiedenen Situationen des Arbeitsalltags zu untersuchen.

Auf das Assessment Center folgen weitere Tests, um mit Fragebögen und spielerischen Elementen so detailliert wie möglich Auskunft über die eigenen Schwächen, Stärken und Fokusbereiche des künftigen Stellenprofils geben zu können. Als Lohn für ihr Mühen und die investierte Zeit präsentiert das österreichisch-deutsche Startup Anwendern eine Kategorisierung ihres individuellen Persönlichkeitstyps sowie eine Analyse mit Feedback zu ihren Eigenschaften und dazu, wie sie diese für ihre künftige Karriere nutzen können. Und natürlich erhalten sie Vorschläge für in Frage kommende Arbeitgeber.

Vorschläge für potenzielle Arbeitgeber

Die Liste dieser Vorschläge befindet sich zu jedem Zeitpunkt am unteren Seitenrand und wird mit jeder vom User gemachten Aussage aktualisiert. Unternehmen, die mit Hilfe von MercuryPuzzle mit für sie attraktiven Kandidaten in Kontakt kommen möchten, können für 50 bis 250 Euro monatlich - je nach Funktionsumfang - ein Recruiter-Konto anlegen und ein Unternehmensprofil einrichten. Auf diesen können Nutzer anhand eines Prozentwertes einsehen, wie sehr die gebotenen Leistungen und Arbeitsumfelder mit ihren eigenen Wünschen und Anforderungen übereinstimmen, sich mittels eines Newsfeeds über Neuigkeiten vom Unternehmen auf dem Laufenden halten und dem "Talentpool" beitreten. Damit signalisieren sie ihr grundsätzliches Interesse für diesen Arbeitgeber und ihre Bereitschaft, vom jeweiligen Recruiter kontaktiert zu werden.

Jeder Nutzer erhält ein standardmäßig öffentliches Profil mit den grundlegenden Angaben des CVs. In der Privatsphäre-Sektion lässt sich im Nachhinein definieren, welche Angaben von Fremden eingesehen werden können. Eine alternative Privasphäre-Option ist die Freischaltung nur für Kontakte. Wie bei Xing oder LinkedIn können andere Mitglieder über ihre Profilseiten in das persönliche Netzwerk aufgenommen werden. Zudem lässt sich auf den Unternehmensseiten einsehen, welche MercuryPuzzle-Mitglieder die jeweilige Firma als ihren aktuellen oder vergangenen Arbeitgeber aufgeführt haben.

Da ich derzeit nicht auf Jobsuche bin und auch nicht den kompletten, einige Zeit in Anspruch nehmenden Evaluierungs- und Abfrageprozess über mich ergehen ließ, kann ich mich nicht zur Effektivität und Treffgenauigkeit des Matchings äußern. Zumal dieses freilich auch von der Zahl der Firmen abhängt, deren Recruiter bei MercuryPuzzle gegen Bezahlung Präsenz zeigen - bisher sind es rund 100. An der Kernidee und dem gewählten Geschäftsmodell gibt es wenig auszusetzen: Die Bereitschaft zum Zeitinvestment vorausgesetzt können junge Talente bei dem Dienst ohne Risiko mehr über sich und ihren idealen Karrierepfad erfahren. Inwieweit sie dann anschließend die eingebauten Features zur Kontaktaufnahme mit Unternehmen verwenden oder die Informationen über die persönliche Job-DNA außerhalb von MercuryPuzzle nutzen, bleibt ihnen überlassen. Die Löschung eines MercuryPuzzle-Accounts geht unkompliziert mit einem Klick. Offen ist, inwieweit die Integration von Social-Networking-Funktionen wirklichen Mehrwert bietet oder aber vom Kern des Services ablenken. Als Anhänger von Simplizität tendiere ich zu Letzterem, wobei das Urteil hierüber ernsthaften MercuryPuzzle-Nutzern überlassen werden sollte.

Vorerst richtet sich MercuryPuzzle an Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Startfinanzierung in Höhe von 250.000 Euro kommt von Business Angel Dr. Mathias Hiebeler.

Link: MercuryPuzzle

/mw

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