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14.09.09

Persönliche Empfehlungen: Wird Google Reader das Twitter für Links?

Twitter wird auch als Werkzeug zum Empfehlen von Artikeln immer beliebter. Die beste Lösung für "Link Sharing" ist es damit aber noch lange nicht. Google Reader könnte Twitter bald die Schau stehlen.

Google Reader

Ein nicht unerheblicher Teil der bei Twitter veröffentlichten Nachrichten enthält Links. Doch obwohl Twitter damit für viele Websites zu einem wichtigen Traffic-Lieferant geworden ist und eine Reihe von Drittanbietern dabei helfen wollen, die zunehmende Menge empfohlener Artikel und Seiten bei Twitter zu managen, ist der Microblogging-Dienst womöglich gar nicht der beste Kanal für effiziente und relevante Linkempfehlungen.

Anders aber Google Reader, der beliebte und vielseitig einsetzbare RSS-Reader von Google. Dieser wird von Google seit einiger Zeit sukzessive mit sozialen Funktionen ausgestattet. So können Nutzer in einem RSS-Feed auftauchende Artikel favorisieren ("bevorzugen"), in ihren persönlichen Stream empfohlener Beitrag übernehmen ("empfehlen") sowie kommentieren. Das für die Zukunft potenziell wichtigste Feature ist die Following-Funktion, mit der sich die von anderen Usern als lesenswert markierten Artikel abonnieren lassen.

Shared ItemsIn den letzten Wochen nun habe ich damit begonnen, interessanten Personen über den Google Reader zu folgen. Von einigen wenigen Artikeln täglich ist die Zahl auf diesem Weg bezogener Postings mittlerweile auf 20 bis 30 pro Tag angestiegen - qualitativ hochwertige, "von Hand" ausgewählte Texte von allen möglichen Quellen im Web wohlgemerkt, auf die ich ansonsten mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gestoßen wäre.

Worin liegt nun der große Unterschied zwischen Twitter und Google Reader, was das Austauschen von interessantem Lesestoff angeht? Bei Twitter folge ich mehreren Hundert Nutzern, die nicht immer die selben Interessen und Themengebiete haben wie ich. In Googles RSS-Applikation hingegen abonniere ich nur Shared Items von Personen, die zu 80 oder 100 Prozent auf meiner Wellenlänge liegen. Das führt zu einer deutlich höheren Relevanz der empfohlenen Inhalte.

Die enorme Menge an Informationen im Web lässt sich nur mit guten, personalisierbaren Filtern handhaben. Persönliche Lesetipps anderer Nutzer mit ähnlichen Interessen schlagen (zumindest derzeit) jeden Algorithmus. Der Google Reader bietet mittlerweile die wichtigsten Funktionen, um den Prozess der menschlichen Filterung von Inhalten sinnvoll und effizient zu realisieren.

Wobei Google das soziale Potenzial seines Readers noch lange nicht ausschöpft. Von gefolgten Usern hervorgehobene Beiträge lassen sich entweder chronologisch oder per Nutzer anzeigen. Ab einer gewissen Zahl von auf diese Weise empfohlenen Beiträgen entsteht der Bedarf, von mehreren geteilte Artikel hervorzuheben (bzw. Dopplungen entfernen), einzelne User gewichten und eine aggregierte, nach verschiedenen Kriterien sortierte Liste anzeigen lassen zu können. Dopplungen entfernt der Google Reader bereits manchmal. Das klappt aber noch nicht immer.

All diese Features müsste Google in seinen Reader integrieren, möchte es das Tool tatsächlich als das bessere Twitter für empfohlene Inhalte positionieren. Ein solcher Dienst tut in jedem Fall Not, und Google wäre dumm, sich diese Möglichkeit entgehen zu lassen. Trotz einer nicht immer ganz klaren Produktstrategie habe ich große Hoffnung in die Share-Funktionalität des in Social-Web-Kreisen ohnehin populären Tools.

Da aller Anfang schwer ist, hier einige Empfehlungen von Shared Items-Streams. Zum Abonnieren (= Folgen) müsst ihr im Google Reader angemeldet sein und unter dem jeweiligen Link auf "Regelmäßig lesen" klicken. Die Shared Items können auch via Feed in anderen Feedreadern abonniert werden. Hinterlasst in den Kommentaren gerne den Link zu euren Shared Items oder zu Personen, denen man unbedingt folgen sollte.

netzwertig.com-Team:

Marcel Weiss

Markus Spath

Martin Weigert

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