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09.07.07

persoenlich.com verrechnet ihren Newsletter

Das "Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft" des Schweizer Branchenmagazins Persönlich, verrechnet seinen per E-Mail zugestellten Newsletter. Bezahlt werden soll ein freiwilliger Jahresbeitrag. Der Verdacht, dass dabei vermeintlich vertraulich übermittelte Daten missbraucht wurden, liegt nahe.

Die Rechnung, die Gerhard Schriebl aus der Redaktion von Heute erhalten hatte , ist vom Chefredaktor, Oliver Prange, persönlich unterzeichnet. Sie verrechnet den auf persoenlich.com vermeintlich kosten- und folgenlos abonnierbaren Newsletter.

erhalten hatte

Mit freundlicher Genehmigung von Heute

Meldet man sich dort dafür an , erfährt man nicht, dass dafür einmal eine Rechnung ins Haus flattern könnte. Im Gegenteil, es wird Vertraulichkeit zugesichert:

 

Ihre Daten werden selbstverständlich zu 100% vertraulich behandelt.

 

Stattdessen wird man mit Sicherheitsbedenken konfrontiert:

 

Mit der Einführung des gestalteten HTML-Newsletters und den erhöhten Sicherheitsanforderungen in unserer Datenbank ist es erforderlich, dass jeder Newsletter-Empfänger auf "persoenlich.com" mit seiner Adresse hinterlegt ist.

Hat man dann die Rechnung vor sich, schwant einem, wieso es bei der Newsletter-Anmeldung eine E-Mail-Adresse nicht reichte, sondern die komplette Adresse verlangt wurde.

Das ist intransparent und irreführend. Und wirft Fragen auf. Warum werden Newsletter-Abonnenten wie Gerhard Schreibl zur Kasse gebeten, während ich, der ich alle Angebote von persoenlich.com auf der Hauptseite konsumiere, ohne Bitte nach Unterstützung davonkomme? Ist es etwa die Auslösung des Newsletters, der Kosten verursacht? Und nicht die in der Rechnung erwähnten täglichen News, Interviews, Kampagnen, Fotos und weiteren Dienstleistungen?

Wer alles eine solche Rechnung kriegt, ist unklar. Ein Zusammenhang zwischen der Anmeldung für den Newsletter und der Rechnungsstellung scheint aber zu bestehen. Wie der Empfänger des Newsletter, Gerhard Schriebl, telefonisch bestätigte, habe er lediglich den persoenlich.com-Newsletter bestellt. Ein anderes Redaktionsmitglied, das ebenfalls diesen Newsletter empfange, habe die gleiche Rechnung auch erhalten.

Somit liegt der Verdacht, dass persoenlich.com die "selbstverständlich" zu "100% vertraulich" behandelten Daten für Bettelbriefe missbraucht, nahe. Es sei denn, man betrachtet diese Bitte um eine Unterstützung als rein vertrauliche Aktion.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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