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16.10.12

pepperbill: Orderbirds Alleinherrschaft neigt sich dem Ende zu

Orderbird ist nicht mehr das einzige Startup aus Deutschland, das ein iOS-basiertes Kassensystem für die Gastronomie anbietet. Der Erfurter Konkurrent pepperbill setzt dabei ganz auf iPhones und iPod touch-Geräte - und sichert alle Kassendaten in der Cloud.

Das iPad-basierte Kassensystem Orderbird hat nicht nur in Groupon einen neuen Konkurrenten. Ein Startup aus Deutschland will nun die Hauptstädter in ihrem Heimatmarkt angreifen und setzt ebenfalls auf die Philosophie, Gastronomen mit einer möglichst kostenschonenden und einfachen iOS-Lösung auszustatten. Die Rede ist von pepperbill aus Erfurt.

Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Fachhochschule Erfurt und hat vor wenigen Monaten seine mobile Kassenlösung veröffentlicht. Bisher verzichtete man auf eine großangelegte Kommunikation, ab der nächsten Woche soll sich dies aber ändern.

Ein Blick auf die Website von pepperbill zeigt: Im Gegensatz zu Orderbird konzentrieren sich die Thüringer auf iPhones und iPod touch-Geräte, für die sie eine einfach zu bedienende Kassenlösung entwickelt haben. Noch deutlicher als die Berliner Konkurrenz positioniert sich pepperbill dabei als besonders simpel zu bedienender Ansatz, was durch den Slogan "Mobiles Bonieren ist jetzt so einfach wie nie. Alles, was du brauchst, ist ein iPod touch oder iPhone und einen Bondrucker" unterstrichen wird.

Mitgründer und Geschäftsführer Marcel Mansfeld bezeichnet die hohe Simplizität als eines der entscheidenden Alleinstellungsmerkmale zu Orderbird und berichtet vom Feedback bisheriger Kunden, die bestätigen würden, dass pepperbill das einfachste Interface im Bereich der mobilen Kassensysteme anbietet. Eine zweistellige Zahl an Gastronomen konnte bisher nach der 30-tägigen Testphase als zahlende Kunden gewonnen werden. Pro an das eigene pepperbill-Konto angeschlossenem iPhone oder iPod touch zahlen Restaurants und Bars als Einführungspreis 35 Euro monatlich - und maximal 225 Euro pro Monat, selbst wenn sie mehr als sieben Geräte einsetzen. Hinzu kommt noch die einmalige Anschaffung eines drahtlosen Bon-Druckers sowie einer Airport Express Basistation. Mindestvertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen gibt es nicht.

Laut Aussage von Mansfeld ist der Einsatz von vergleichsweise kleinen iPhones oder iPod touch-Geräten für das Personal in gastronomischen Betrieben eine reine Gewöhnungssache. Und wer pepperbill trotzdem auf einem iPad installieren möchte, kann dies natürlich tun. Mittelfristig soll auch eine für die größeren iPad-Displays optimierte Version folgen.

Einen deutlichen Konkurrenzvorteil sieht Mansfeld, der pepperbill (das ursprünglich macaroon heißen sollte) zusammen mit Andreas Stein und Prof. Dr. Volker Herwig gegründet hat, zudem in der von Orderbird nicht angebotenen Cloudsynchronisation aller Kassendaten. Im Falle eines Einbruchs oder eines defekten Geräts können so alle Daten aus dem Cloudbackup abgerufen werden. Für dieses verwendet pepperbill Amazons Speicherwolke. Sollte in einem Lokal das Internet ausfallen, kann pepperbill auch offline betrieben werden, die Synchronisation erfolgt dann, sobald die Verbindung zum Netz wiederhergestellt ist.

Noch für dieses Jahr kündigt Mansfeld die Integration mit einem mobilen Zahlungsanbieter an, damit das Gaststättenpersonal wie bei Groupon Breadcrumb und Orderbird pay über einen an iPhone beziehungsweise iPod touch angeschlossenen Cardreader direkt Kartenzahlungen entgegennehmen kann.

Finanziert wird die kommende Expansion aus den Mitteln einer Kapitalspritze, deren Details die Erfurter in Kürze bekanntgeben wollen.

Die Zeiten, in denen die Angestellten in Restaurants mit Zettel, Stift oder einem zu einem teuren Kassensystem gehörenden industriegrauen Eingabegerät an den Tisch kommen, scheinen sich ihrem Ende zu nähern.

Link: pepperbill

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