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29.04.08

Peer-to-Peer-TV: Fernsehen im Schwarm

Soll ist ein großes Wort. Dem Internetfernsehen soll die Zukunft gehören. IPTV soll das alte Kabel ablösen. Internetfernsehen soll Umsatz bringen. medienlese.com nimmt die Angebote unter die Lupe und verrät, wie man die deutsche Bundesliga kostenlos sehen kann.

Wer kickt wo? (Fußballer von Keystone, Montage von uns)
Na, wo kicken sie denn? (Fußballer von Keystone, Montage von uns)

Die beste Freeware im Vergleich

P2P (Peer-to-Peer) kennt der User schon von den allseits beliebten Tauschbörsen. Kostenlos Inhalte saugen und ein bißchen an andere Sauger weiterverteilen. Doch Joost hat es im großen Stil vorgemacht: Mit vereinten Kräften kann man auch fernsehen. Die Server werden entlastet und auf User, die sich gerade das gleiche Programm anschauen, verteilt.

Der wachsende Erfolg von P2P-Streamern in Deutschland hat vor allem einen Namen: Fußball-Bundesliga. Denn über die Streamer ist es möglich, den chinesischen Sender CCTV-5 frei zu empfangen. Dieser hat sich legal die Übertragungsrechte gesichert, auch das Streamen des Signals im Internet ist nach chinesischem Recht problemlos möglich. Somit können deutsche User aber die Fußball-Bundesliga kostenlos über das Internet gucken. Jetzt braucht es nur noch den richtigen Player zum Fußballglück.

Gediegen: PPLive

In der aktuellen Version präsentiert sich der Streamer PPLive in gediegener Vista-Optik. Den linken Bereich des Fenster dominiert ein Media Player, rechts steckt die Liste der verfügbaren Kanäle. Beide Bereiche besitzen mehrere Ansichten. Im Videofenster lässt sich auch browsen. Dort ist dann entweder die PPLive-Startseite oder Filminformationen zum aktuellen Stream zu sehen - leider komplett auf Chinesisch.

Funktional: TVU Player

Ein Fenster ohne Menü und Optionen: Der TVU Player kommt minimalistisch daher. Per Mouseover lassen sich Zusatzinformationen der einzelnen Streams anzeigen und in die Favoritenliste eintragen. Diese können oben im Register separat angewählt werden, standardmäßig ist die Liste mit allen Sendern im Vordergrund.

Ein Pluspunkt für den TVU Player ist die große Palette von Kanälen: Mit Fox, Star Sports, Comedy Central und Nickelodeon sind viele internationale Streams verfügbar.

Demokratisch: Miro

Hinter Democracy verbirgt sich eine nützliche Idee: Videoblogs sollen zu einem neuen, demokratischeren Fernsehen werden. Inzwischen wurde der Player allerdings in Miro umbenannt.

Mit Miro können beliebige Video-Podcasts abonniert und auf den heimischen Rechner heruntergeladen werden. Ein eigener Programmführer bietet eine Auswahl von Video-Blogs und Podcasts. Direkt integriert wurde das neue Video-Blog Videobomb, dessen Nutzer gemeinsam Online-Videos sammeln. So können die Lieblings-Videos direkt markiert werden. Die Idee: Eigene RSS-Feeds für Freunde und Freundesfreunde.

Nett gemeint: Joost

Kurze Zusammenfassung: Subventioniert bis zur Schmerzgrenze, geführt vom Gespann der Skype- und Kazaa-Gründer Janus Friis und Niklas Zennström, technischer Unterbau vom Feinsten zur serverschonenden Verbreitung der Inhalte, als werbefinanzierte Freeware konzipiert. Und was flimmert auf Joost ?

Alte Science-Fiction-Serien, Extremsportarten mit YouTube-Charme und eine Menge von MTV gelieferte Videos zu Bands und Künstlern. Vollkommen logisch, dass nicht nur erstklassiger Inhalt geboten werden kann. Doch der Eindruck drängt sich auf, dass Joost fast nur Füllmaterial aquiriert hat.

Nachtrag (Danke an all die aufmerksamen Kommentierer!):

Auf gutem Weg: Zattoo

Das schweizerische Startup macht vieles richtig: Zattoo (japanisch: Menschenmenge) wirkt nicht überfrachtet, die Bedienung ist intuitiv und das Umschalten läuft zügig.

Alle großen deutschen Kanäle sind vertreten: ARD, ZDF, RTL und RTL 2, Sat.1, Pro 7, Kabel eins, VIVA, DSF, n-tv, VOX, arte. Erweitert wird das Angebot um schweizerische, italienische und französische Sender. BBC, CNN und Bloomberg machen`s rund.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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